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Getreidefreie Pferdefütterung

In freier Natur ernähren sich Pferde hauptsächlich von Kräutern, Gras, Moos und auch gerne mal von schmackhaftem Fallobst, um ihren täglichen Bedarf an Energie und Nährstoffen zu decken. Energie- und stärkehaltiges Getreide steht eher selten auf ihrem Speiseplan für eine natürliche und ausgewogene Ernährung. Auch der Verdauungstrakt des Pferdes ist eher nicht auf das Verarbeiten großer Mengen Getreide ausgelegt. Zudem benötigen unsere Freizeitpferde meist keine zusätzliche Energie in Form von Getreide, da ihr Bedarf oft bereits über eine getreidefreie (Raufutter-)Fütterung gedeckt werden kann. Wieso ist Getreide also so gängig in der Pferdefütterung und wann solltest du doch besser darauf verzichten?

Was genau ist Getreide?

Als Getreide definiert man Pflanzenarten, deren Früchte als Körner bezeichnet werden. Die gängigsten Getreidesorten in der Pferdefütterung sind Hafer, Gerste und Mais. Aber auch Dinkel wird in der heutigen Zeit gerne gefüttert. Eine besondere Form von Getreide, die auch in der Pferdefütterung Verwendung findet, ist die Weizenkleie. Diese wird häufig im Mash verwendet und sorgt unter anderem für eine schleimige Konsistenz, die bei Pferden sehr beliebt ist und auch einen gesunden Magen-Darmtrakt unterstützt.

Getreide zeichnet sich besonders durch seinen hohen Gehalt an schnell verfügbarer Energie in Form von Stärke aus. Daher wird die Anwendung von Getreide in der Pferdefütterung auch auf die Zeit zurückgeführt, in denen Pferde noch hart auf Feldern gearbeitet und Pflüge gezogen haben. Dementsprechend benötigten sie natürlich auch eine große Menge an schnell verfügbarer Energie, welche sie durch stärkehaltiges Getreide bekamen.

Futterart Frische Karotten** Heu* Deutsches Weidegras Hafer** Wintergerste* Mais*
Stärkegehalt in % 0,38% 1,76%

ca. 4,0%

39,07% 53,00% 62,18%

Quellen: *Supplemente für die Tierernährung (2014), **Equine Applied an Clinical Nutrition (2013)

In der Tabelle wird der Unterschied im Stärkegehalt zwischen getreidehaltigen Futtersorten und der natürlichen Fütterungskomponente „Gras“ sehr deutlich. Da Pferde in freier Wildbahn sich hauptsächlich von stärkearmen Gras ernähren, ist auch der natürliche Magen-Darmprozess des Pferdes auf das Verdauen faserreicher Futtermittel ausgelegt. Stärkehaltige Körner können Pferde hingegen nur begrenzt verdauen und sollten daher nicht in großen Mengen gefüttert werden. Mit knapp 40% Stärke ist Hafer das bekömmlichste Getreide für Pferde.  

Die Vorteile einer getreidefreien Pferdefütterung 

Die Vorteile einer getreidefreien Pferdefütterung sind besonders für empfindliche Pferde vielfältig:

  • Du fütterst dein Pferd auf eine natürliche und artgerechte Weise

Eine getreidefreie Fütterung liegt in der Natur des Pferdes. Bleibt die Fütterung so naturbelassen wie möglich, ist es auch wahrscheinlicher, dass du den Bedürfnissen deines Pferdes besser gerecht werden kannst. Die meisten Pferde können ihren Bedarf an Energie, Mineralstoffen und Vitaminen bereits durch ausreichend hochwertiges Raufutter und ein gutes Mineralfutter decken. Welche individuellen Bedürfnisse dein Pferd hat, hängt allerdings immer von seinem Energiebedarf ab. Dein Pferd wird gar nicht oder nur leicht gearbeitet und hat somit einen eher niedrigen Energiebedarf? Dann profitiert dein Pferd höchstwahrscheinlich von einer getreidefreien Fütterung.

  • Du verringerst die Zufuhr an Zucker & Stärke

Getreide liefert schnell verfügbare Energie aus Stärke. Wintergerste beispielsweise hat einen Stärkegehalt von 53% und einen Zuckergehalt von ca. 7%. Verzichtest du auf getreidehaltige Komponenten in der Pferdefütterung, reduzierst du auch die Zufuhr an Zucker und Stärke erheblich. Dies schont vor allem den Verdauungstrakt und den Organismus empfindlicher Pferde und Ponys. Auch zu dicke Pferde profitieren von einer getreidefreien Fütterung, da ihnen keine überschüssige Energie zugeführt wird, welche für extra Kilos sorgen könnten.

  • Du schonst den Verdauungstrakt deines (empfindlichen) Pferdes

Der höhere Stärkegehalt von Getreide kann besonders empfindlichen Pferden und Ponys Probleme bei der Verdauung bereiten. Getreide wird im Idealfall im Magen und im vorderen Dünndarm des Pferdes verdaut. Die Verdauungskapazität von Stärke (Getreide) im Dünndarm ist beim Pferd allerdings sehr begrenzt. Wird diese Kapazität überschritten, gelangt das nicht vollständig verdaute Getreide vom Dünndarm in den Dickdarm. Dort bringt es dann das Gleichgewicht der Darmbakterien durcheinander, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Fasern des Raufutters aufzuspalten. Wird dieser Prozess gestört, kann es beispielsweise zu Gaskoliken oder Durchfall kommen. Eine langfristige Störung dieses Verdauungsprozesses kann sogar Krankheiten wie fütterungsbedingte Hufrehe zur Folge haben. Verzichtest du auf Getreide in der Futterration deines empfindlichen Pferdes, verringerst du somit also nicht nur den Verdauungstrakt, sondern auch das Risiko auf sehr ernstzunehmende Krankheiten.

  • Du entlastest den Organismus deines (empfindlichen) Pferdes

Wird der Verdauungstrakt empfindlicher Pferde geschont, wird gleichzeitig auch der gesamte Organismus entlastet. Da der Verdauungstrakt bei Pferden sehr empfindlich ist, hat dieser einen großen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden. Bei einer getreidefreien Fütterung kann sich beispielswiese der Dickdarm darauf konzentrieren, die Fasern des essentiellen Raufutters aufzuspalten und somit zu einer gesunden Verdauung und einem zufriedeneren Pferd beitragen.

Für welche Pferde ist eine getreidefreie Ernährung geeignet?

Eine getreidefreie Ernährung eignet sich in erster Linie besonders für stoffwechselerkrankte Pferde mit z.B. Cushing, EMS, Diabetes und Hufrehe. Auch Pferde mit Magen-Darm-Problemen, wie beispielsweise Magengeschwüren und Durchfall profitieren von einer getreidefreien Ernährung, da ihr empfindlicher Verdauungstrakt so nicht zusätzlich durch stärkehaltiges Getreide belastet wird. Außerdem gibt es Pferde, die allergisch auf Getreide oder einzelne Getreidekomponenten reagieren. Diese sollten selbstverständlich ebenfalls getreidefrei ernährt werden, um allergischen Reaktionen vorzubeugen.  

Neben Pferden, die krankheitsbedingt getreidefrei ernährt werden sollten, empfiehlt sich auch eine getreidearme Fütterung für zu dicke Pferde und leicht arbeitende Freizeitpferde. Diese Pferde benötigen meist keine zusätzliche Energie und sind bereits mit ausreichend Raufutter von guter Qualität und einem hochwertigen Mineralfutter optimal versorgt. Sollte der Bedarf deines übergewichtigen Pferdes nicht durch Rau- und Mineralfutter gedeckt sein, benötigt es meist keine zusätzliche Energie, sondern eher eine Kraftfutterergänzung mit bestimmten Nährstoffen, wie z.B. essentiellen Aminosäuren für den Konditions- und Muskelerhalt. Als Zusatz zum Raufutter oder bei Futterneid eigenen sich auch getreidefreie Kraftfuttersorten, die besonders rohfaserhaltig sind. Diese fördern ebenfalls ausgiebiges Kauen und lange Fresszeiten. Dadurch ist dein Pferd trotz vergleichsweise kleinen Portionen lange mit seinem Futter beschäftigt. Außerdem unterstützt die erhöhte Speichelproduktion den Magen, da der vermehrte Speichelfluss den sauren Magensaft neutralisieren kann. Dies beugt beispielsweise der Entstehung von Magengeschwüren vor. Achte auch bei dicken Pferden auf einen sehr niedrigen Gehalt an Zucker und Stärke, sollte zusätzlich ein Kraftfutter nötig sein. 

Benötigt dein Freizeitpferd zusätzlich zum Raufutter ein getreidefreies Kraftfutter?

Fütterungsbeispiel: Pferd mit niedrigem Energiebedarf in gutem Konditionszustand

Dein Freizeitpferd benötigt eigentlich nur Raufutter und eine Zugabe an Vitaminen und Mineralien, soll aber doch ein wenig Futter bekommen, um beispielsweise Futterneid zu vermeiden? Hier eignen sich getreidefreie und strukturreiche Kräutermüslis, wie das Pavo Care4Life. Ein strukturreiches Futter sorgt dafür, dass dein Pferd lange mit dem Kauen seines Futters beschäftigt ist. Dies vermeidet nicht nur den Futterneid, sondern stärkt gleichzeitig auch die Magen-Darm-Gesundheit, da der erhöhte Speichelfluss den sauren Magensaft neutralisiert. So können Krankheiten, wie beispielsweise Magengeschwüren vorgebeugt werden. Enthaltene Kräuter unterstützen zusätzlich das Immunsystem sowie das Wohlbefinden und sind außerdem sehr schmackhaft für dein Pferd.

Fütterungsbeispiel: Zu dickes Freizeitpferd im Training

Dein Freizeitpferd soll abnehmen, aber gleichzeitig nicht an Muskelmasse verlieren? Ein getreidefreies Kraftfutter kann es hierbei unterstützen. Achte bei der Wahl des Futters darauf, dass du eine getreidefreie Futtersorte mit einem niedrigen Energie- aber hohen Eiweißgehalt wählst, wie Pavo InShape. Durch die Versorgung mit essentiellen Aminosäuren kannst du sicherstellen, dass dein Pferd beim Training nicht an Muskelmasse, sondern an Fett verliert. Das kannst du in etwa damit vergleichen, dass wir Menschen einen Proteinshake trinken, wenn wir (plötzlich) anfangen mehr Sport zu treiben. Bei Einhaltung der Fütterungsempfehlung wird dein Pferd zusätzlich mit allen essentiellen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgt.

Getreidefrei und dennoch Energie zuführen – geht das? 
 

Hast du das Gefühl, dass es deinem Pferd ohne Getreide an Kraft fehlt? Auch ohne Getreide kannst du deinem Pferd wertvolle Energie zuführen. Gib doch zum Kraftfutter beispielsweise 1x täglich noch einen Schuss hochwertiges, kaltgepresstes Pflanzenöl dazu:

Leinöl ist bekannt für seine positive Wirkung auf das Fell und die Verdauung. Daher wird Leinöl auch häufig während des Fellwechsels eingesetzt.

Reiskeimöl hat einen hohen Anteil an Gamma-Oryzonal und unterstützt somit den Stoffwechsel der Muskelbildung, weswegen es besonders gut für Sportpferde geeignet ist.

Hanföl wirkt unterstützend auf das Immunsystem und auf das Fell des Pferdes. Außerdem ist es reich an ungesättigten Fettsäuren und verfügt über ein sehr gutes Verhältnis an Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren.

Entscheidest du dich für einen Futterzusatz mit Öl, solltest du darauf achten, dass du auch dieses in Maßen verwendest, da auch eine übermäßige Zugabe an Öl, den Verdauungsprozess deines Pferdes stören kann.

Für welche Pferde kann eine Fütterung mit Getreide dennoch sinnvoll sein?
 

Trotz allem ist eine Fütterung von Getreide sinnvoll für Pferde, die schnell verfügbare Energie benötigen und intensive sportliche Leistungen erbringen. Dies trifft natürlich besonders auf Sportpferde zu, die in den höheren Klassen aktiv sind. Auch bei Pferden, die mittel und schwer gearbeitet werden, ist eine Zugabe von Getreide sinnvoll, um den erhöhten Bedarf an Energie effizient zu decken. Besonders Hafer ist für hart arbeitende Pferde geeignet, da er für gesunde Pferde leicht verdaulich ist und ausreichend Energie liefert.

Manche Getreidesorten können dein Pferd außerdem in bestimmten Situationen unterstützen. Möchtest du beispielsweise die Verdauung fördern, eignet sich Mash mit Weizenkleie. Weizenkleie wirkt leicht abführend und wird daher gerne zur Vorbeugung von Koliken gefüttert. Zusätzlich enthält Weizenkleie viele Mineralstoffe und ist besonders reich an Phosphor und Magnesium. Als alleiniges Kraftfutter ist Weizenkleie jedoch nicht geeignet, da der hohe Phosphorgehalt schnell einen Phosphorüberschuss begünstigen kann. Ein Phosphorüberschuss wiederum fördert die Bildung von unangenehmen Darmsteinen bei deinem Pferd. Füttere daher nie mehr als 1 kg Weizenkleie pro Tag.

Zur Orientierung: Bei einem vollwertigem Mash liegt die Fütterungsempfehlung für ein 600 kg schweres Pferd bei ca. 1,2 kg Mash pro Tag.  Beträgt der Gehalt an Weizenkleie nun 400-500 g, kannst du das Mash sogar täglich ganz unbedenklich füttern. Achte hierbei am besten immer zuerst auf die Fütterungsempfehlung des Herstellers.

Worauf du bei einer Fütterung mit Getreide achten solltest

Du kannst deinem Pferd unbedenklich eine bestimmte Menge an Getreide füttern, wenn dein Pferd die enthaltene Energie benötigt, gesund ist und nicht empfindlich auf Zucker und Stärke reagiert. Folgende Punkte sollten bei einer Fütterung mit Getreide jedoch nicht außer Acht gelassen werden:

  1. Die Basis einer gesunden Fütterung bildet immer ein hochwertiges Raufutter in Kombination mit einem Mineralfutter – entweder als schmackhafte Pellets oder in Brikettform.
  2. Füttere nur getreidehaltige Futtersorten, wenn tatsächlich Bedarf besteht.
  3. Verteile das Kraftfutter auf mehrere kleine Portionen am Tag, um den Verdauungstrakt deines Pferdes zu schonen.
  4. Achte bei einer reinen Getreidefütterung darauf, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu ergänzen und für einen Phosphorausgleich zu sorgen.
  5. Beachte immer zuerst die Fütterungsempfehlung des Herstellers.

In einer natürlichen Fütterung von Pferden kommt Getreide in der Regel nicht vor. Daher kommt eine rohfaserreiche, getreidefreie Fütterung dem Ursprung deines Pferdes am nächsten und ist auch am besten an sein Verdauungssystem angepasst. Ob dein Pferd dennoch neben Raufutter und Mineralfutter noch zusätzliche Energie, z.B. durch getreidehaltiges Kraftfutter oder reinen Hafer, benötigt, hängt vom individuellen Bedarf sowie seiner Beanspruchung ab. Du bist dir unsicher, ob eine getreidefreie Fütterung für dein Pferd nicht doch besser geeignet ist? Dann nimm Kontakt mit unserer Pavo Fütterungsberatung auf und lass dich ganz unverbindlich von unseren Experten beraten.


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