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Gaskolik beim Pferd

Pferde haben einen sehr langen und empfindlichen Darm. Jegliche Veränderungen im Magen-Darm-Trakt können daher leicht zu Störungen, Aufgasungen und Blähungen führen. Tierärzte bezeichnen diesen Blähbauch als „Meteorismus“, welcher in zwei Arten unterschieden wird.

Primärer Meteorismus:

Wenn Pferde zu viel gasbildende Futtermittel fressen oder das Futter nicht ausreichend verdaut wurde, kann dies zu Aufgasungen im Blinddarm führen. Aber auch in anderen Darmabschnitten, wie dem Dickdarm oder Dünndarm, sowie bereits im Magen, kann es zur Gasbildung kommen. Das Gas kann über die Speiseröhre nicht entweichen, so dass dies über den Magen und den Dünndarm dann in den Blinddarm gelangt. Da auch der Blinddarm selbst Gas bildet, ist vor allem dieser Darmabschnitt besonders häufig bei einer Gaskolik betroffen. Futtermittel, die einen primären Meteorismus verursachen können:

  • Frisches Klee
  • Frisches und junges, rohfaserarmes Gras
  • Frisch gemähtes Gras oder junges Heu
  • Frisches Obst
  • Weiches Brot

Warum können gerade diese Futtermittel eine Gaskolik verursachen?

Diese Futtermittel haben einen hohen Feuchtigkeitsanteil, so dass sie den Dünndarm und den Dickdarm deutlich schneller passieren als trockenere rohfaserhaltigere Futtersorten. Des Weiteren sind sie reich an Zucker und Stärke, die durch die schnelle Magen-Darm-Passage nicht vollständig aufgespalten wurden. Dies führt zum einen dazu, dass darmeigene Bakterien vermehrt Gas bilden und zum anderen der unverdaute Futterbrei im Magen-Darm-Trakt zu gären beginnt, was ebenfalls zur Gasbildung führt.

Im Falle von „nicht ausreichend verdautem Futter“ ist das Problem oft das Pferd selbst: wenn es zu gierig frisst, wird das Futter nicht vollständig zerkaut und mit Speichel vorbehandelt. Auch schlucken diese Pferde zusätzlich Luft beim Fressen. Daher sind z.B. auch Pferde, die Koppen, besonders anfällig für Gaskoliken.

Sekundärer Meteorismus:

Dieser entsteht bei einer Darmverstopfung oder Darmverschlingung. Hierbei kann der Futterbrei dann nicht weiter transportiert werden, so dass er vor dem Engpass nach einiger Zeit anfängt zu gären.

Wie Sie mit der Fütterung eine Gaskolik vermeiden können

Vor allem angepasste Fütterungs- und Haltungsbedingungen können der Entstehung einer Gaskolik vorbeugen. Die Verdauung der Pferde ist ein sensibles System, dessen Gleichgewicht sehr schnell gestört werden kann. Daher reagieren viele Pferde negativ auf eine zu schnelle Futterumstellung, zu viel frisches Gras, zu viele Äpfel, Birnen oder Leckerchen. Bei Pferden, die zu Blähungen neigen, gilt daher generell:

  • Nehmen Sie sich genügend Zeit beim Anweiden. Beginnen Sie zunächst mit 20 Minuten pro Tag und verlängern Sie nach und nach den Zeitraum, bis Sie die gewünschte End-Weidezeit erreicht haben.
  • Stellen Sie Ihr Pferd bevorzugt erst mittags auf die Weide. Der Zucker- bzw. Fruktangehalt im Gras ist dann geringer als noch in den kühleren Morgenstunden.
  • Geben Sie vor allem gierigen Pferden vor der Weidezeit etwas Raufutter, um das Hungergefühl zu reduzieren. Dann frisst Ihr Pferd auch das Gras langsamer, so dass die Verdauung nicht im Eilverfahren erfolgt.
  • Sollten Pferde dennoch zu viel Gras in zu kurzer Zeit aufnehmen, bietet es sich an, diese Pferde nur mit Maulkorb auf die Weide zu lassen.
  • Ideal wäre natürlich eine Portionsweide: entweder werden immer nur kleine neue Stücke freigegeben oder aber die Pferde kommen z.B. 2x täglich auf die Weide.
  • Passen Sie die Kraftfuttermenge an den Weidegang Ihres Pferdes an. Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgeber „Pferdefutter bei Weidegang anpassen“.
  • Sollten Sie das Kraftfutter auf eine andere Futtersorte umstellen wollen, so führen Sie auch diese Umstellung schrittweise durch.
  • Füttern Sie Obst (Äpfel, Birnen) und Gemüse (Karotten, Rüben) nur in kleinen Mengen, also hin und wieder mal ein Stück zur Belohnung. Verzichten Sie auf die tägliche Fütterung von zu viel Obst und Gemüse.
  • Wenn Obst als Dessert serviert wird, dann nutzen Sie nur Kernobst, wie Äpfel und Birnen und verzichten Sie auf Steinobst (Kirschen, Pflaumen), da diese zu sehr gären.
  • Sollte Ihre Pferdeweide außerdem eine Obstwiese sein, dann stellen Sie sicher, dass Ihr Pferd während der Obstsaison keinen Zugang zum Fallobst hat. Die Mengen, die Ihr Pferd sonst frisst, sind nicht abschätzbar.
  • Seien Sie sparsam mit Leckerchen. Diese sind oft sehr eiweißreich, was die Verdauung zusätzlich belasten kann.
  • Füttern Sie immer ausreichend Raufutter (Heu und Stroh), da dies die Verdauung anregt und somit einer lokalen Gasentwicklung vorgebeugt werden kann.
  • Verfüttern Sie kein verdorbenes, verschmutztes oder verschimmeltes Futter. Dies kann im Darm auch gären und somit zu einer Gaskolik führen.
  • Sorgen Sie für ausreichend Bewegung für Ihr Pferd ohne es dabei ständig in eine Überlastung zu bringen. Bewegung ist wichtig, um eine gesunde Darmmotorik zu erhalten.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Tränken. Es ist wichtig, dass Ihr Pferd ausreichend Flüssigkeit bekommt, um eine sekundäre Gaskolik aufgrund von Verstopfung zu vermeiden.
  • Auch die regelmäßige Fütterung von einem Mash mit darmpflegenden Inhaltsstoffen kann helfen, die Verdauung auf „Trab“ zu halten.

Sollte Ihr Pferd dennoch an einer Gaskolik erkranken, ziehen Sie unbedingt direkt Ihren Tierarzt zu Rate.

Pferdefutter nach einer Kolik-Behandlung oder Kolik-OP:

Wenn Pferde eine schwere Gaskolik hinter sich haben oder vielleicht sogar operiert wurden, sind sie oft in einer eher schlechten körperlichen Verfassung. Gerade dann ist es wichtig, Ihr Pferd bedarfsgerecht beim Erholungsprozess zu unterstützen und es wieder aufzupäppeln.

Die Rationsgrundlage bei der Fütterung sollte gutes Heu bilden. Eine gute Raufutterversorgung sollte bei 1,5 - 2,0 kg Heu pro 100 kg Pferdegewicht liegen.

Grundsätzlich sollte sich die Kraftfuttermenge bei einem gesunden Pferd vorrangig nach dem aktuellen Arbeitspensum richten – so, wie es in den Standardwerken zur Pferdefütterung (z.B. Coenen / Meyer: Pferdefütterung, Verlag Parey) beschrieben und anhand dessen nachzurechnen ist. Wenn Ihr Pferd sich in einer schlechten körperlichen Verfassung befindet und während des Krankheitsverlaufs deutlich an Körpermasse verloren hat, können Sie auf diese Menge ca. 20 bis 25% zulegen, um Ihrem Pferd mehr Energie anbieten zu können. Allerdings nur dann, wenn die Gesamtkraftfuttermenge dies noch zulässt und wenn die Portionen klein genug bleiben. Bei hohen Energieaufnahmen empfiehlt sich als Pferdefutter kein Getreide, sondern ein thermisch aufbereitetes Mischfutter, z.B. die expandierten Pellets von Pavo.

Tipp: Verwenden Sie als Energieträger kohlenhydratfreie Öle. Täglich bis zu 50 g Pflanzenöl je 100 kg Körpergewicht des Pferdes, verteilt auf 2 bis 3 Portionen, ergeben zusätzliche Energie. Dafür eignen sich normale Speiseöle.

Auch die Eiweiß- bzw. Aminosäurenzufuhr muss optimiert werden, wenn Ihr Pferd Körpermasse aufbauen soll. Spezielle Ergänzungsfuttermittel sind im Handel zu beziehen. Ein buntes, vielfältiges Aminosäurenmuster kann zudem durch eine Zufütterung von Bierhefe und Leinsamen sowie Luzerneheu erreicht werden. Sie möchten mehr über den Eiweißgehalt im Pferdefutter erfahren? Dann lesen Sie dazu unseren Ratgeber „Eiweiß im Pferdefutter“.

Bestimmte Kräuter haben eine ausgeprägt harmonisierende Wirkung auf Magen und Darm und sind daher bestens zur unterstützenden Nachbehandlung von Gaskoliken geeignet.

Kräuter-Tipp: Anis 50 g + Kamille, Melisse und Salbei je 100 g + Schafgarbe 200 g.
Geben Sie Ihrem Pferd täglich 50 g der Kräutermischung über das Futter – entweder als Kur oder dauerhaft.

Symptome und erste Hilfe Maßnahmen bei einer Gaskolik

Durch das Aufgasen werden bei einer Gaskolik die Darmwände überdehnt. Dies beeinträchtigt die Darmbewegungen und kann im schlimmsten Fall in einem Darmverschluss enden. Vor allem die Schmerzen können je nach Kolik-Stadium sehr stark werden. Erkennen Sie daher frühzeitig die Symptome, so dass Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt schnellstmöglich mit der Behandlung beginnen können.

Symptome bei einer Gaskolik:

  • Bei einer leichten Blinddarmaufgasung: Der Bauch Ihres Pferdes ist leicht aufgegast und hart, es lässt viel Gas und wenig Kot ab. Ihr Pferd wirkt verkrampft, abwesend und frisst wenig oder gar nicht.
  • Bei einer starken Aufgasung und wenn mehrere Darmabschnitte betroffen sind: Ihr Pferd zeigt eindeutige Kolik Symptome, wie stark aufgegaster und harter Bauch, wenig bis keine Darmgeräusche, Ihr Pferd mag nicht aufstehen oder versucht sich die ganze Zeit zu wälzen, Stöhnen, eingeschränkte Atmung.

Erste Hilfe Maßnahmen bei einer Gaskolik:

  • Verständigen Sie umgehend Ihren Tierarzt! Oberstes Ziel der Behandlung ist, das Gas sowie Futterreste schnellstmöglich aus dem Darm zu entfernen.
  • Ihr Tierarzt wird im akuten Fall Ihrem Pferd Medikamente verabreichen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Schmerzmittel und Medikamente, welche die Darmmotorik anregen oder entspannen.
  • In letzter Instanz können eine Blinddarmpunktion oder sogar eine Operation erforderlich sein.
  • Bewegung, zumindest bis zum Eintreffen Ihres Tierarztes, kann Ihrem Pferd helfen, Aufgasungen sowie leichte Verstopfungen zu lösen. Lassen Sie hier Ihr Pferd entscheiden, wie viel Bewegung aufgrund der Schmerzen möglich ist. Ideal ist das Führen am Strick oder an der Longe im Schritt. Trab ist den meisten Pferden unangenehm, da die Schwungbewegung für zusätzliche Schmerzen sorgt.
  • Auch ein kontrolliertes „Wälzen lassen“ sollten Sie in Betracht ziehen, denn ein entspanntes Wälzen kann dazu beitragen, dass die Gase besser abgelassen werden können. Wälzen bei einer Kolik muss daher nicht immer gleich eine Darmverschlingung bedeuten.

Prognose:

Werden sowohl die Gaskolik selbst als auch die Ursachen frühzeitig erkannt, ist die Prognose bei einer fütterungsbedingten Gaskolik sehr gut. Hier gilt es schnellstmöglich die Ursachen zu finden und diese langfristig zu beheben.

Ist eine Aufgasung die Folge einer Verstopfung, so muss hier zunächst einmal die Ursache ermittelt werden. Sollte es sich in diesem Fall nicht um einen Fütterungs- oder Haltungsfehler, sondern um eine Erkrankung handeln, so richtet sich die Prognose nach dem Krankheitsbild.

 

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