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Verhaltensstörungen bei Pferden

Statt entspannt auf der Weide zu grasen, rennt dein Pferd auf dem Paddock auf und ab? Oder es wetzt seine Zähne an den Gitterstäben? Wenn diese oder andere untypischen Verhaltensweisen selten und unregelmäßig auftauchen, ist das per se nichts Schlimmes. Ein wiederholtes Koppen, Gitterwetzen oder weitere Verhaltensanomalien sollten jedoch beobachtet und mit den richtigen Maßnahmen frühzeitig therapiert werden.

Verhaltensstörungen entstehen oft durch einen falschen Umgang mit dem Pferd oder durch eine nicht artgerechte Haltung.

Im Herzen ist jedes Pferd immer noch ein Wildpferd. Auch wenn es sich an Menschen gewöhnt hat und gerne in seiner Nähe ist, benötigt es die Freiheit, frische Luft, Beschäftigung und Abwechslung genauso wie einst seine freilebenden Vorfahren. Eine stabile Herdensituation, genügend Raufutter und lange, stressfreie Fresszeiten sind essentiell für ein ausgeglichenes Pferd. Pferde sind nämlich gut und gern den ganzen Tag nur mit ihrer Nahrungsaufnahme beschäftigt. Wird dieses natürliche Fressverhalten von Pferden dauerhaft nicht gestillt, können sich leicht Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, welche in der freien Wildbahn nicht bekannt sind. In der Fachliteratur werden diese als Untugend oder Stereotypien bezeichnet. Je sensibler dein Pferd ist, desto schneller können Verhaltensstörungen auftreten.

Wie werden Verhaltensstörungen behandelt?

Verhaltensanomalien sind in der Regel Störungen im Verhalten des Pferdes. Jede Behandlung setzt als erstes bei den Fütterungs- und Haltungsbedingungen an. Bereits durch kleine Veränderungen können einige Stereotypien abgewöhnt oder eingedämmt werden. Ideal ist eine pferdegerechte Haltung in einem Offenstall mit viel Abwechslung, Kontakt zu anderen Pferden und Weidegang.

Versorge dein Pferd außerdem täglich mit ausreichend Raufutter, an welches es immer wieder knabbern kann und somit mehr oder weniger den gesamten Tag beschäftigt ist. Nur durch Kauen wird Speichel produziert. Dies fördert nicht nur die Gesundheit deines Pferdes, sondern auch seine Zufriedenheit. In einer pferdegerechten Haltung ist Raufutter daher essentiell wichtig. Biete deinem Pferd mindestens 12 Stunden am Tag die Möglichkeit, Raufutter zu fressen. Wenn dein Pferd keinen uneingeschränkten Zugang zu Raufutter haben kann, z.B. weil nicht ausreichend Raufuttermengen zur Verfügung stehen, dann ergänze die Menge mit entsprechenden Raufutterersatzprodukten.

Nicht alle Anomalien können durch eine Optimierung der Fütterungs- und Haltungsbedingungen komplett therapiert werden. Aber Pferd und Reiter können lernen, mit den „Macken“ richtig umzugehen und falsche Haltungsweisen oder Stresssituationen zu vermeiden.

Die meisten Verhaltensauffälligkeiten zeigen sich im Fressverhalten, Sozialverhalten, Komfortverhalten oder im Bewegungsablauf mit verschiedenen Symptomen und Ursachen.

Fressverhaltensstörungen bei Pferden

Macken und Verhaltensstörungen, die das Fressverhalten des Pferdes beeinflussen, treten am häufigsten auf. Oftmals sind Ursachen oder Auslöser dieser fehlerhaften Verhaltensweisen auf die tägliche Fütterung oder Haltung zurückzuführen.

Koppen

Wenn dein Pferd koppt, setzt es die Schneidezähne auf einen waagerechten Gegenstand ab, wie z.B. auf eine Mauer, den Zaunbalken oder den Futtertrog in der Box. Dies wird als „Aufsatzkopper“ bezeichnet. Diese Pferde haben häufig ein oder zwei Lieblingsstellen, an die sie sich zum Koppen zurückziehen.

Durch eine Anspannung der Unterhalsmuskulatur wird der Schlundkopf geöffnet und das Pferd zieht Luft in die Speiseröhre. Dabei entsteht der sogenannte Kopperton, ein röhrendes und charakteristisches Geräusch. Das Pferd schluckt dabei Luft, allerdings landet nur ein geringer Anteil im Magen. Ein Großteil der Luft entweicht beim wiederholten entspannen der Muskulatur. Daher ist das Risiko von Koliken durch Luft in der Bauchhöhle bei koppenden Pferden nicht höher als bei Pferden, die diese Verhaltensstörung nicht vorweisen.

Ein Aufsatzkopper nutzt seine Schneidezähne schnell ab. Auch die Halsmuskulatur wird durch Koppen verstärkt. Beides sollte durch einen Tierarzt beobachtet werden, beeinträchtigt in der Regel die Leistungsfähigkeit deines Pferdes aber nicht.

Auch sogenannte Freikopper gibt es. Das Pferd benötigt dann keine Hilfsmittel, sondern spannt die Halsmuskulatur mittels einer Kopfbewegung, die an ein Nicken erinnert, an. Freikopper sind recht selten.

Sowohl Fohlen, ausgewachsene, fitte Pferde als auch alte Pferde können mit den Koppen anfangen.

Auslöser & Ursachen

Viele verschiedene Untersuchungen und Studien haben belegt, dass es eine genetische Veranlagung zum Koppen gibt. Koppen kann also vererbbar sein. Aus diesem Grund werden koppende Pferde auch nicht zur Zucht eingesetzt. Diese Veranlagung im Erbgut bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Pferd auch mit dem Koppen beginnt. Oft ist der Auslöser eine Kombination aus der erblichen Veranlagung und äußerlichen Einflüssen.

Zu den äußerlichen Einflüssen zählen u.a. eine schlechte Haltung, unangemessenes Training, ständiger Turnierdruck oder ein traumatisches Erlebnis, wie z.B. das Auseinanderreißen einer intakten Herde. Diese Erlebnisse versetzen ein Pferd in eine stressige Phase. Um den Stress abzubauen, fangen manche Pferde mit dem Koppen an.

Auch ein falsches Verhältnis von Raufutter und Kraftfutter kann ein Auslöser dieser Verhaltensstörung sein. Hat ein Pferd zu lange Fresspausen und wenig Beschäftigung, gerät sein natürliches Verhalten aus den Fugen. Dies wird bei anfälligen oder sensiblen Pferden mit Koppen verdrängt.

Wenn Pferde mit dem Koppen angefangen haben, zeigen sie diese Verhaltensstörung manchmal dann auch bei freudiger Erregung, wie z.B. vor dem Fressen oder beim Putzen.

Dass Koppen ansteckend ist oder durch Nachahmung im Stall entsteht, ist ein Irrglaube. In einer pferdegerechten Haltung fangen Pferde in der Regel nicht mit dem Koppen an. Wenn aber ein Stressfaktor im Stall vorliegt, können auch mehrere Pferde diese Verhaltensstörung zeigen. Nur selten machen Pferde ihren koppenden Stallnachbarn nach.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Sobald dein Pferd mit dem Koppen angefangen hat, erweist sich eine Therapie als schwierig. Es ist kaum möglich, das Koppen komplett abzugewöhnen. Nur durch eine artgerechte Haltung kann das Koppen leicht reduziert werden.

Von einem Kopperriemen ist abzuraten. Dieses Produkt verspricht eine Abgewöhnung, verursacht aber nur noch mehr Stress. Eine zwanghafte Unterdrückung ohne tatsächliche Ursachenbehebung verstärkt nur das Bedürfnis des Koppens.

Wenn dein Pferd koppt, ist dies kein Weltuntergang. Ermögliche deinem Pferd eine stressfreie Haltung und lerne, mit dieser Verhaltensstörung umzugehen. Behalte auch die Gesundheit deines koppenden Pferdes im Blick. Regelmäßige Checks des Tierarztes sind bei koppenden Pferden enorm wichtig.

Vorbeugung

Nur bei guten Haltungsbedingungen mit genügend Abwechslung und wenig Stress wird das Risiko des Koppens bei anfälligen Pferden eingedämmt.

Krippen- oder Gitterwetzen

Bei Krippen- oder Gitterwetzen wird es laut im Stall. Das Pferd setzt dabei die Schneidezähne auf die eisernen Gitterstäbe oder auf dem hölzernen Krippenrand ab und schabt diese hin und her. Wetzen kommt hin und wieder vor und deutet daraufhin, dass dein Pferd nach Aufmerksamkeit oder Futter buhlt. Nur wenn dieses Verhalten regelmäßig auftritt und dein Pferd zu einem „Gewohnheitswetzer“ wird, spricht man von einer Verhaltensstörung. Diese kann allerdings schwerwiegende, gesundheitliche Folgen haben. Der gesamte Mundraum des Pferdes wird beim Wetzen in Mitleidenschaft gezogen: Die Schneidezähne werden stark abgenutzt, es besteht das Risiko von Zahnverlust und starken Zahnfleischblutungen sowie -entzündungen. Wenn dein Pferd wetzt, empfiehlt sich eine Rücksprache mit deinem Tierarzt für eine optimale Behandlung des gesamten Mundraums.

Auslöser & Ursachen

Eine falsche Haltung und Fütterung sind Auslöser für das Krippenwetzen. Wenn dein Pferd sich in der Box langweilt und seine Fresspausen zu lang sind, sucht es sich andere Beschäftigungen. Dazu zählt auch das Wetzen.

Freudige Ereignisse, wie die tägliche Fütterung, können das Wetzen bestärken. Wenn die Krippe gefüllt wird, fühlt sich dein Pferd bestätigt und die Verhaltensstörung wird verstärkt. Und auch wenn du dein Pferd ansprichst, wird es das Wetzen als positives Verhalten erlernen.

Ein Pferd kann das Wetzen von seinen Artgenossen erlernen. Daher ist es essentiell, deinem Pferd das Wetzen schnell abzugewöhnen, sobald es damit angefangen hat.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Wenn dein Pferd durch Wetzen nach Aufmerksamkeit buhlt, solltest du es ignorieren. Dies funktioniert nur, wenn du alle Tiere im Stall gleichbehandelst. Wenn du z.B. ein Pferd bei der Fütterung auslässt, weil es mit den Schneidezähnen schabt, wird es nur unter Stress gesetzt. Ein positiver Lerneffekt setzt dabei nicht ein.

Vorbeugung

Eine Offenstallhaltung mit Weidegang ist für ein wetzendes Pferd die beste Haltungsmethode. Wenn eine Offenstallhaltung nicht möglich ist, kannst du im Stall durch Spielzeug für Abwechslung sorgen. Hänge z.B. ein Knabberholz aus Haselnussbaum- oder Birkenholz in den Stall. So wird auch die Kautätigkeit und die Speichelproduktion des Pferdes angeregt.

Zungenspiel

Das Zungenspiel zeigt sich bei Pferden in vielen verschiedenen Varianten. Manche Pferde strecken einfach nur die Zunge für einen längeren Zeitraum heraus, andere hingegen beschäftigen sich stundenlang mit ihrer Zunge und verdrehen diese. Die Bewegungen sehen lustig aus, deuten aber auf eine Verhaltensanomalie hin. Diese sogenannten Zungenfehler beeinträchtigen die Gesundheit deines Pferdes in der Regel nicht.

Auslöser & Ursachen

Die Auslöser eines Zungenspiels sind unspezifisch und vielfältig. Oftmals provozieren Mängel in der Haltung, ein stressiges Training oder Langeweile auf der Weide das Zungenspiel. Darüber hinaus kann das Zungenspiel eine Reaktion auf den unliebsamen Stallnachbar in der Box sein. Dein Pferd versucht durch ein Zungenspiel einen hohen Stresspegel abzubauen, wenn es keine anderen Beschäftigungen oder Ablenkungen im Stall findet.

Ein Zungenspiel lässt sich auch in der Fütterungsphase erkennen. Wenn dein Pferd nicht ausreichend mit Raufutter versorgt ist, zeigt es seine freudige Erwartung während der Fütterung unter Umständen mit dem Rausstrecken der Zunge.

Fohlen erlernen das Zungenspiel von der Mutterstute. In den ersten Lebensmonaten ist dieses Verhalten keine Anomalie, sollte aber dennoch beobachtet werden.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Die Abgewöhnung des Zungenspiels ist sehr schwierig. Wenn Pferde bereits mit dem Zungenspiel angefangen haben, strecken sie oft aus Gewohnheit in Leerlaufzeiten auf der Weide oder im Stall ihre Zunge heraus. Solange die Gesundheit deines Pferdes nicht beeinträchtigt wird und das Zungenspiel nicht überhandnimmt, kannst du diese „Macke“ deines Pferdes akzeptieren.

Eine artgerechte Fütterung und tägliche Abwechslung können das Zungenspiel eindämmen. Senke auch unnötige Stressfaktoren im Alltag.

Verständige deinen Tierarzt, wenn dein Pferd permanent mit der Zunge spielt. Es ist durchaus möglich, dass dein Pferd so auf Schmerzen im HNO-Bereich aufmerksam machen möchte.

Vorbeugung

Damit dein Pferd erst gar nicht mit dem Zungenspiel anfängt, solltest du ihm von Beginn an eine pferdegerechte Haltung, wenig Stress und viel Beschäftigung im Alltag durch Weidegang sowie Kontakt zu anderen Pferden bieten.

Bewegungsverhaltensstörungen bei Pferden

Verhaltungsstörungen im Bewegungsablauf deines Pferdes zeigen sich durch Anomalien im täglichen Verhalten. Dazu zählen unter anderem das Weben oder das laute und wiederholte Scharren der Vorder- oder Hinterbeine.

Weben

Das Weben ist eine Verhaltensstörung, die bei vielen verschiedenen Tieren auftreten können, die in menschlicher Obhut leben. In der freien Wildbahn kommt das Weben nicht vor.

Beim Weben tritt das Pferd stundenlang von einem Vorderbein auf das Andere. Im gleichbleibenden Rhythmus wird dabei der Kopf von links nach rechts geschwungen. Der Kopf befindet sich dabei entweder in einer Aufrechtstellung oder wird leicht zu den Hufen gesenkt. Die Vorderbeine werden abwechselnd mit Gewicht belastet. Es kann passieren, dass die Vorderbeine bis zu 1,75 Meter auseinandergespreizt werden. Bei extremen Webern werden die Beine angehoben und es kann zu Verletzungen kommen, indem sich das Pferd selbst am Kopf trifft. Das Weben tritt selten auch in Verbindung mit anderen Verhaltensstörungen, wie z.B. dem Gitterwetzen oder dem Zungenspiel, auf.

Im Grunde kann jedes Pferd anfangen zu Weben. Allerdings neigen Vollblüter eher zu dieser Verhaltensstörung. Weben ist nicht ansteckend und nur überaus selten ahmen Stallgenossen diese Anomalie nach. Bleibe aufmerksam, wenn mehrere Pferde im Stall diese Verhaltensanomalie zeigen. Häufig liegt dann ein allgemeiner Haltungsfehler vor, welcher alle Pferde unter Stress setzt.

Es ist wichtig, die Gelenke eines webenden Pferdes zu beobachten und durch einen Tierarzt regelmäßig untersuchen zu lassen. Es lässt sich aber feststellen, dass das Weben nicht übermäßig krank macht, die Gelenke verschleißt oder das Risiko einer Arthrose erhöht.

Auslöser & Ursachen

Die Ursachen des Webens finden sich in der Haltung der Pferde. Besonders fehlende Bewegungsmöglichkeiten, stundenlanges Stehen in engen Boxen, ein fehlender Kontakt zu anderen Pferden sowie lange Fresspausen erhöhen den Stresspegel und die Langeweile. Um sich die Zeit zu vertreiben und den Stress zu senken, fangen manche Pferde mit dem Weben an.

Sobald dein Pferd das Weben „gelernt“ hat, wird dein Pferd womöglich bei jeder Abwechslung, vor der Fütterung oder bei dem Putzen mit dem Weben anfangen.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Deinem webenden Pferd kannst du am besten durch eine Offenstallhaltung helfen. Diese Haltung ermöglicht viel Abwechslung und Freiheit. Ein Weidegang stimuliert den Bewegungsdrang des Pferdes. Ist eine Offenstallhaltung nicht möglich, gilt es, deinem Pferd einen täglichen und ausgewogenen Weidegang zu bieten.

Trotz der Verbesserung der Haltungsbedingungen kann es sein, dass das Weben nicht immer komplett abklingt.

Vorbeugung

Eine artgerechte Haltung mit genügend Weidegang, viele Raufutterstellen und Kontakt zu Artgenossen begrenzt das Risiko des Webens und unterstützt die Gelassenheit eines Pferdes

Scharren

Scharren ist in der Natur normal. Pferde scharren mit den Vorderbeinen zur Futtersuche oder vor dem Liegen, um den Untergrund zu überprüfen. Auch auf der Weide oder in der Box kommt es von Mal zu Mal vor, dass dein Pferd scharrt. Sobald Scharren aber zur Gewohnheit wird, zählt es zu einer Verhaltensstörung.

Auslöser & Ursachen

Das Scharren ist oftmals ein Zeichen von Ungeduld, Nervosität, Stress oder Bewegungsdrang. Besonders nach einem langen Aufenthalt in der Box gibt dein Pferd mit Scharren zu verstehen, dass es Bewegung und Abwechslung braucht, sich in einer langen Fresspause langweilt oder unter Stress steht.

Ein ausgeglichenes Pferd mit genügend Bewegungsfreiheit scharrt in der Regel nicht.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Wenn dein Pferd mit den Scharren beginnt, solltest du es ignorieren, auch wenn es dir möglicherweise schwerfällt. Wenn du das Scharren bewusst oder unbewusst durch Aufmerksamkeit oder einem Leckerli belohnst, wird dieses Verhalten nur verstärkt und positiv bestätigt.

Vorbeugung

Dein Pferd benötigt täglich einen langen Weidegang, um den Bewegungsdrang zu befriedigen. Eine Haltung in der Box unterstützt diese Verhaltensstörung. Ideal ist eine Offenstallhaltung. Wenn dies nicht möglich ist, stimuliere den Bewegungsdrang deines Pferdes mit ausreichend Weidegang.

Sozialverhaltensstörungen bei Pferden

Sozialverhaltensstörungen sind seelisch und oftmals tief verankert. Sie zeigen sich in Kontakt mit Menschen oder in der Herde. Durch eine artgerechte Haltung, viel Ruhe und Geduld können diese Verhaltensstörungen behandelt werden.

Aggressivität

Ein natürliches Dominanzverhalten und leichte Aggressivität zwischen Artgenossen in dynamischen Herden ist auch in der Natur normal. Dies stellt nämlich ein Kommunikationsmittel unter den Pferden dar und ist für eine harmonische Herdenstruktur enorm wichtig. Sobald es aber zu abnormen Formen wie das ständige Schnappen, Zwicken und Treten nach Pferden oder Menschen kommt, spricht man von einer schwerwiegenden Verhaltensstörung.

Auslöser & Ursachen

Aggressivität bei Pferden hat oft psychische Ursachen. Schlechte Erfahrungen, oft durch Menschen verursacht, die nicht wissen, wie sie mit dem Pferd umzugehen haben und fehlende Fluchtmöglichkeiten machen das Pferd aggressiv. Ein Pferd, welches durch Menschen oder Artgenossen in die Ecke gedrängt wird und nicht fliehen kann, wird zum Angriff übergehen.

Auch schmerzhafte Krankheiten oder Verletzungen, die nicht erkannt und behandelt werden, können einige Pferde aggressiv machen. Daher solltest du bei einer erhöhten aggressiven Verhaltensweise deinen Tierarzt verständigen und dein Pferd untersuchen lassen.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Pferde, die aggressive Anomalien zeigen, sollten nur von erfahrenen Reitern oder Pferdetrainern mit viel Geduld therapiert werden. Es gilt nun, das Verhalten zu korrigieren, das Pferd angemessen zu maßregeln und konsequent mit dem Pferd umzugehen. Unerfahrene Reiter können schnell Fehler machen und die Aggressivität unterstützen statt sie zu verbessern.

Vorbeugung

Eine frühe Sozialisation von Fohlen an Menschen ist unentbehrlich und die beste Prävention von aggressiven Verhaltensweisen. Die Ausbildung von Fohlen spielt eine Schlüsselrolle und prägt das Sozialverhalten des Pferdes von Geburt an. Versäumnisse und falsche Ausbildungsweisen von Jungpferden unterstützen ein aggressives Verhalten.

Selbstverletzung

Verletzungen passieren im Pferdealltag immer mal wieder. Sobald dein Pferd ständig an Verletzungen leidet und sich aktiv selbst weitere Wunden durch das Reiben an scharfen Kanten zufügt, liegt eine ernsthafte Verhaltensstörung vor. Diese Verletzungen müssen unbedingt von einem Tierarzt behandelt werden, damit sich diese nicht entzünden.

Auslöser & Ursachen

Ein selbstverletzendes Verhalten hat oft seelische Ursachen und Auslöser. Permanenter Stress durch eine falsche Haltung, wenig Bewegung und lange Fresspausen bringen die seelische Gesundheit deines Pferdes aus dem Gleichgewicht. Besonders sensible Pferde versuchen dann den Stress durch ein selbstverletzendes Verhalten abzubauen und machen gleichzeitig so auf sich aufmerksam.

Darüber hinaus kann starker Druck in Wettbewerbs- oder Turniersituationen, welcher ein Reiter auf das Pferd ausübt, seelischen Stress und somit eine Verhaltensstörung fördern.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Entferne als erstes alle scharfen Kanten und Nägel im Stall und auf der Weide, sodass sich dein Pferd nicht weiter verletzen kann.

Ein Pferd, das an einem krankhaften selbstverletzenden Verhalten leidet, benötigt viel Ruhe und wenig Stress. Eine verständnisvolle Pflege von dem Reiter ist enorm wichtig. Setze dein Pferd nicht weiter unter Druck und verzichte auf Wettbewerbe und Turniere. Eine Abwechslung im Alltag ist essentiell, z.B. durch eine ruhige Bodenarbeit mit deinem Pferd. Die Behandlung dieser Verhaltensstörung benötigt viel Zeit und Geduld. Je nach Pferd kann die Behandlung auch einen sehr langen Zeitraum einnehmen.

Vorbeugung

Nur eine pferdegerechte Haltung kann ein selbstverletzendes Verhalten unterbinden. Überfordere dein Pferd nicht, setze es in Wettbewerbssituationen nicht unter Druck und sorge für eine stressfreie Umgebung, vor allem bei nervösen Pferden.

Komfortverhaltensstörungen bei Pferden

Komfortverhaltensstörungen zeigen sich durch kleine „Macken“ oder „Ticks“ des Pferdes. Dabei schlägt es z.B. ständig mit dem Schweif oder schüttelt seinen Kopf. Es ist möglich, dass diese Verhaltensanomalien ihren Anfang in einer Krankheit genommen haben und nach der Heilung als „Gewohnheit“ geblieben sind. In jedem Fall sollten Komfortverhaltensstörungen von einem Tierarzt untersucht werden, um Krankheiten oder Allergien auszuschließen.

Schweifscheuern

Der Schweif des Pferdes besitzt viele Aufgaben: Er schützt die Harnröhre und den Anus, dient zur Kommunikation, vertreibt Insekten und spielt während dem Reiten eine Rolle bei der Balance. Dass der Schweif geschlagen und bewegt wird, ist in der Natur eine ganz normale Verhaltensweise.

Problematisch wird es erst, wenn das Pferd den Schweif permanent schlägt. Das Fellkleid am Schweif wirkt als Folge stumpf. Wenn der Schweif selten in einer Ruheposition steht, solltest du unbedingt einen Tierarzt verständigen. Denn ein Schweifschlagen, Schweifreiben oder Schweifwetzen kann auf eine Hautkrankheit wie z.B. ein Parasitenbefall oder auf ein Sommerekzem hinweisen. Auch Kotwasser und ein schleppender Fellwechsel oder Fellprobleme an der Hinterhand rufen eine erhöhte Aktivität des Schweifes hervor.

Kann dein Tierarzt ausschließen, dass dein Pferd an keiner Krankheit leidet, liegt eine Verhaltensstörung vor.

Auslöser & Ursachen

Das krankhafte Schweifschlagen wird oftmals durch stressige Situationen ausgelöst, die in deinem Pferd Unbehagen auslösen. Auch ständige Nervosität oder Angst kann ein starkes Schweifschlagen auslösen.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Schon eine leichte Optimierung der Haltungsbedingungen ermöglicht deinem Pferd die Abgewöhnung des Schweifschlagens. Vermeide Stress und biete deinem Pferd auf der Weide Auslauf.

Vorbeugung

Situationen, in denen dein Pferd Unbehagen und Nervosität zeigt, sollten schnell erkannt und vermieden werden.

Headshaking

Ein Zucken oder Schlagen des Kopfes ohne erkennbaren Reiz wird als Headshaking (Kopfschütteln) bezeichnet. Die Symptome sind sehr vielfältig.

In der Regel ist das Headshaking eine natürliche Verhaltensweise. Damit vertreiben Pferde Insekten und andere Störfaktoren am Kopf. Sobald aber der Reiz fehlt, wird vom sogenannten Headshaking Syndrom gesprochen. Dies ist ein noch recht neues und wenig erforschtes Syndrom. Dabei wird zwischen einer Stereotypie, also einer Verhaltensstörung und einem gesundheitlichen Problem unterschieden.

Verständige deinen Tierarzt, sobald du das Kopfschütteln ohne ersichtlichen Grund bei deinem Pferd beobachtest. Dieser wird dein Pferd auf Allergien oder Entzündungen an der Nasenschleimhaut untersuchen.

Orthopädische Ursachen wie OCD können Headshaking verursachen. Daneben kann auch eine starke Sonnenstrahlung bei lichtempfindlichen Pferden diese Störung auslösen. Sollte es keine medizinischen Ursachen für das Headshaking geben, handelt es sich womöglich im eine Komfortverhaltensstörung. Da das Krankheitsbild des Syndroms sehr komplex ist, ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt enorm wichtig.

Auslöser & Ursachen

Die Verhaltensstörung wird durch falsche Haltungsbedingungen und Arbeitsfehlern ausgelöst. Durch das zwanghafte Headshaking kommuniziert das Pferd Ärger, Wut, Angst oder Stress.

Wenn dein Pferd überfordert und unter Druck gesetzt wird, einen monotonen Alltag durchlebt oder im Training falsch behandelt wird, kann sich das Headshaking entwickeln. Auch eine falsche Ausrüstung wie z.B. ein zu enger Sattel birgt das Risiko auf die Entstehung dieser Verhaltensstörung.

Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten

Überprüfe die Situation deines Pferdes und gehe auf Ursachenforschung. Wenn das Headshaking durch eine falsche Ausrüstung entstanden ist, tausche diese schnellstmöglich aus. Darüber hinaus ist eine Optimierung der Haltungsbedingung die beste Möglichkeit, deinem Pferd das Headshaking abzugewöhnen. Biete deinem Pferd viel Bewegung und begegne ihm während des Trainings mit Respekt und Verständnis.

Das chronische Headshaking kann nicht immer vollständig therapiert werden. Aber in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt und Geduld lernst du, mit dieser kleinen „Macke“ deines Pferdes umzugehen, sodass du dein Pferd weiterhin mit Spaß reiten kannst.

Vorbeugung

Nur eine pferdegerechte Haltung an der frischen Luft, ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Kontakt zu den Artgenossen stellt eine optimale Prävention dar.

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