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Durchfall beim Pferd

Eine funktionierende Verdauung ist für die Gesundheit des Pferdes ausgesprochen wichtig. Durchfallerkrankungen können dein Pferd stark belasten, da es dabei unter anderem auch viel Wasser und Elektrolyte verliert. Bei einer gestörten Magen-Darm-Flora können außerdem wichtige Nährstoffe nur schwer aus dem Futter aufgenommen werden. Pferde haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem. Wenn Pferden dann im Magen etwas „quer“ sitzt, gibt es nur den Weg durch den Magen-Darm-Trakt. Denn Pferden ist es nicht möglich sich zu übergeben: es befindet sich zwischen ihrem Magen und der Speiseröhre ein Schließmuskel, der verhindert, dass der Speisebrei erbrochen werden kann. Aus diesem Grund besteht bei Durchfallerkrankungen stets Handlungsbedarf.

Die möglichen Ursachen für Durchfall und Kotwasser bei Pferden sind vielseitig und nicht immer leicht festzustellen – geschweige denn schnell zu beheben. In jedem Fall solltest du den Tierarzt zu Rate ziehen, vor allem bei plötzlich auftretenden, starken Durchfallerkrankungen. Aber was können nun mögliche Ursachen für durchfallartigen Kot sein?

Mögliche Ursachen von Durchfallerkrankungen beim Pferd

Wurmbefall

Ein starker Befall von Parasiten oder Würmern kann bei Pferden zu Durchfall führen. Darum solltest du zuerst prüfen, wann die letzte Wurmkur verabreicht wurde. Gegebenenfalls kann diese dann nachgeholt werden. Damit du deinem Pferd aber nicht unnötig eine Wurmkur gibst, bzw. auch das richtige Mittel auswählst, ist es empfehlenswert, vorab eine Kotprobe zu entnehmen und diese auf Wurmbefall und Durchfallerreger, wie z. B. Kryptosporidien oder Kokzidien, analysieren zu lassen.

Infektionen

Durchfall bei Pferden kann auch ein Symptom einer ernsthaften Infektion sein. Sollte dein Pferd zusätzlich zum Durchfall Fieber haben, informiere umgehend deinen Tierarzt, um die genaue Ursache zu diagnostizieren. Wenn starker Durchfall länger als drei Tage andauert, verliert dein Pferd zu viel Flüssigkeit und trocknet zu sehr aus. Diese Phase kann dann unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Zu schnelle Futterumstellung oder zu schnelles Anweiden

Vor allem im Frühjahr, wenn die Pferde wieder länger auf den frischen Weiden stehen und viel Gras zur Verfügung steht, kann es durch eine zu schnelle Futterumstellung bzw. ein zu schnelles Anweiden zu Verdauungsproblemen wie Durchfall, Blähungen und Kotwasser kommen. Nehme dir viel Zeit für das Anweiden, damit deinem Pferd die Umstellung leichter fällt.

Gras als Auslöser

Der Grund, warum Gras bei Pferden zu Durchfallerkrankungen führen kann, ist simpel. Pferde haben sich ursprünglich von üppigem Steppengras ernährt und so ist ihr Verdauungsapparat auch gestaltet. Das meiste Gras, das man in weiten Teilen Deutschlands findet, ist aber ganz anders aufgebaut und meist nicht für Pferde, sondern eher für Kühe ausgelegt, um deren Milchproduktion optimal zu gestalten. Darum ist oft das Verdauungssystem von Pferden mit dem kohlenhydrathaltigen Gras überfordert und reagiert darauf mit Blähungen, Durchfall und Koliken.

Hier gibt es eine Möglichkeit, um dieses Problem zu beheben: die eigenen Pferdeweiden mit neuen Grassaatenmischungen einzusäen, die speziell für Pferdeweiden entwickelt wurden. 

Qualitätsmängel im Futter

Schimmeliges Heu oder verdorbenes Futter können ebenfalls schnell eine Durchfallerkrankung auslösen. Überprüfe dabei auch immer deinen Bestand an Heu und dein aktuelles Futter, um diesen möglichen Grund ausschließen zu können.

Psychische Faktoren

Pferde reagieren sehr sensibel auf Veränderungen und somit kann auch Stress, Kummer und Einsamkeit bei Pferden zu einer gestörten Verdauung führen. Lasse die vergangenen Tage revuepassieren und prüfe, ob dein Pferd besonderen Stresssituationen ausgesetzt war, die ggf. zu einer Reaktion mit Durchfall führen könnte.

Fremdkörper

Der Verdauungsapparat der Pferde kann durch Fremdkörper gereizt werden. Es gibt Pferde, die Sand fressen, was eine Durchfallerkrankung auslösen kann.

Was deinem Pferd bei Durchfall helfen kann

Stelle dein Pferd bei einer Durchfallerkrankung zunächst auf Schonkost (gutes Heu und reichlich frisches Wasser) um, so dass sich der Magen-Darm-Trakt beruhigen kann. Verzichte dabei auf Möhren, Äpfel und zu viel frisches Gras. Mit diesen Tipps kannst du dein Pferd zusätzlich unterstützen:

Heu

Wenn dein Pferd vor allem zu Beginn der Weidesaison Probleme mit Durchfall und Kotwasser hat, kannst du das in der Regel sehr gut durch die Zugabe von Heu (und auch Stroh) in den Griff bekommen. Das trockene und strukturreiche Heu schafft einen balancierten Ausgleich zum wässrigen und energiereichen Gras. Sollte sich dein Pferd bei so viel leckerem Gras nicht für das Heu oder Stroh interessieren, kannst du dem entgegenwirken, indem du die Weide über Nacht oder auch tagsüber für mehrere Stunden abtrennst. Dein Pferd wird sich dann automatisch mit dem Futter beschäftigen, welches ihm alternativ zu Gras angeboten wird.

Bei sehr fressgierigen Pferden kann es sich zudem anbieten, ihnen während dem Weideaufenthalt einen Maulkorb anzulegen. Diese Variante bietet deinem Pferd die Möglichkeit, dass es sich trotzdem auf der Weide mit dem frischen Gras beschäftigen und in der Herde verbleiben kann. Der Maulkorb verhindert, dass dein Pferd zu viel Gras auf einmal fressen kann. Trinken mit einem Maulkorb ist dabei kein Problem. Prüfe dennoch zu Beginn, ob dein Pferd dies auch richtig verstanden hat, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Probiotika

Zu den diätischen Klassikern gehören die Futterergänzung durch Hefe (z.B. Bierhefe) und probiotische Sauermilchprodukte wie z.B. Joghurt oder Quark, welche die Darmflora der Pferde unterstützen können.

Leinsamen

Leinsamen unterstützt die Darmschleimhäute und sorgt somit für eine gesunde Verdauung. Leinsamen ist außerdem reich an essentiellen Fettsäuren und Eiweiß. Gerade bei Durchfallerkrankungen kann der Zusatz von Leinsamen daher dein Pferd positiv unterstützen.

Öle

Mittlere Mengen pflanzlicher Speiseöle ergänzen die Energiezufuhr und wirken mitunter beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt.

Zubereitungsempfehlung von Futterergänzungen:

  • Leinsamen (3x täglich ca. 25g)
  • Hefe (3x täglich ca. 7g)
  • Sauermilchprodukte, wie Joghurt oder Quark (3x täglich ca. 250-350g)
  • Pflanzliches Speiseöl, z.B. Leinöl (3x täglich ca. 50ml)
  • Speisesalz (3x täglich 1/2 Teelöffel)
  • Tee aus Kamille oder Fenchel zum Auffüllen
  1. Koche den Leinsamen pro Mahlzeit gut auf. Alternativ kannst du hier auch auf ein vollwertiges, leinsamenreiches Fertigmash, wie das Pavo SlobberMash zurückgreifen.
  2. Mische dann die Hefe und die Sauermilchprodukte unter den Leinsamen-Mash. Statt Mash kannst du alternativ auch kleine Mengen Quetschhafer verwenden.
  3. Gebe nun noch das Öl und das Salz unter das Futter und runde dieses mit Kamillen- oder Fencheltee ab.

Auch Kräuter können bei Durchfall helfen

Pferdewiesen sind in den meisten Fällen eher artenarm und besitzen daher nur einen geringen Gehalt an natürlichen Kräutern. Dabei sind diese für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Magen-Darm-Trakt für Pferde sehr wichtig.

Unterstütze daher dein Pferd mit ausgewählten, natürlichen Kräutern und fördere so eine gesunde Verdauung.

  • Anis

Die Samen wirken krampflösend auf die Muskulatur von Magen und Darm. Gasansammlungen werden weiter transportiert, Schmerzen lassen nach, die Sekretion der Verdauungssäfte normalisiert sich.

  • Kamille

Dieses bekannteste Magenkraut zeichnet sich besonders durch seine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung aus. Es eignet sich daher vor allem bei Durchfallerkrankungen und zur Nachbehandlung von Darminfektionen.

  • Melisse

Melisse wirkt antibakteriell, krampflösend und beruhigend. Dieses Kraut eignet sich ideal z.B. zur Kolikprophylaxe.

  • Salbei

Die enthaltenen Bitterstoffe wirken appetitanregend durch eine Erhöhung der Sekretion von Verdauungssäften.

  • Scharfgabe

Sie ist leicht adstringierend (zusammenziehend) und hilft daher bei weichem Kot und Durchfall. Zugleich hat sie eine starke Heilwirkung auf gereizte, entzündete Darmschleimhaut.

Fütterungsempfehlung von Kräutern:

Stelle eine Kräutermischung zu je gleichen Teilen aus Anis, Kamille, Melisse, Salbei und Scharfgabe zusammen und gebe deinem Pferd 3x täglich 50g über das normale Futter oder dem Leinsamenmash. Achte darauf, dass du die Kräutermischung nicht auf zu heißes Futter gibst, da sie sonst ihre Wirkung verlieren.

Solltest du selbst die Kräuter sammeln wollen, solltest du vorsichtig sein. Je nach Gerbstoffgehalt können sowohl die Wirkung als auch die möglichen Nebenwirkungen sehr unterschiedlich ausfallen. Sobald der Durchfall vorbei ist, sollten gerbstoffreiche Kräuter abgesetzt werden, sonst könnte ein gegenteiliger Effekt eintreten! Achte auf die genaue Dosierung und frage hierzu deinen Tierarzt oder informiere dich vorab mit entsprechender Literatur zum Thema Kräuter.

 

Durchfall beim Pferd – Pavo Ratgeber

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