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Fütterung und Gesundheit
Das Gewicht deines Pferdes berechnen
Ein gesundes und fittes Pferd sollte weder zu dick noch zu dünn sein. Beide Extreme können der Gesundheit deines Pferdes erheblich schaden. Daher ist es wichtig, dass du das Gewicht deines Pferdes kennst, denn dies ist auch die Grundlage zur Berechnung der optimalen täglichen Futterration und dient zusätzlich als Richtlinie für die Dosierung von Medikamenten sowie Wurmkuren. Wenn dir keine Tierwaage zur Verfügung steht, kannst du das Gewicht deines Pferdes ganz einfach berechnen. Du hast verschiedene Möglichkeiten, um das Gewicht deines Pferdes zu bestimmen. Die einfachste und genauste Art der Gewichtsbestimmung ist eine Waage. Ein Pferd kann natürlich nicht auf einer handelsüblichen Waage gewogen werden. Stattdessen gibt es spezielle Waagen, die für Tiere über 300 kg geeignet sind. Diese sind aber in der Regel sehr teuer und oft lohnt sich eine Anschaffung für den privaten Gebrauch nicht. Auch LKW-Waagen können sich für das Wiegen deines Pferdes eignen. Die Wiegegeräte finden sich häufig bei Genossenschaften oder Speditionen. Vielleicht kannst du in deiner Umgebung einmal nachsehen und fragen, ob du dein Pferd wiegen darfst. Am besten wiegst du das Gespann einmal ohne und einmal mit Pferd. Die Differenz ergibt dann das Gewicht deines Pferdes. Darüber hinaus gibt es mobile Pferdewaagen, die direkt auf dem Hof gefahren werden. Oftmals werden die Preise nach Anzahl der Pferde gestaffelt. Schließe dich mit anderen Pferdebesitzern zusammen, um die Kosten möglichst gering zu halten. Wie viel wiegt dein Pferd? Nicht alle Pferdebesitzer haben die Möglichkeit, eine Tierwaage zu organisieren. Wenn dieser Fall eintritt und du dennoch wissen möchtest, wie viel dein Pferd ungefähr auf die Waage bringt, kannst du das Gewicht bis auf wenige Kilogramm berechnen. Alles, was du dafür brauchst, ist ein mindestens 2 Meter langes Maßband und ein bisschen Mathematik. Am besten suchst du dir einen Helfer, der dich beim Maßnehmen unterstützt. Das Gewichtsmaßband zur ersten, groben Gewichtsbestimmung Mit speziellen Gewichtsmaßbändern kannst du durch das Messen des Brustumfanges an der Gurtlage das Gewicht deines Pferdes bestimmen. Das Band wird direkt hinter den Widerrist angelegt und einmal um das Pferd gelegt. Es ist wichtig, dass du das Maßband straff hältst, damit das Gewicht präzise gemessen werden kann. Die Gewichtsbestimmung mit einem Maßband dient zur ersten, groben Einschätzung des Gewichts deines Pferdes. Durch den regelmäßigen Einsatz des Gewichtsmaßbands werden etwaige Schwankungen deines Pferdes schnell festgestellt, sogar noch bevor diese mit den bloßen Augen erkennbar sind. Bestimme dazu einfach im Zweiwochenrhythmus das Gewicht deines Pferdes und notiere dir die Werte. Für ein genaueres Ergebnis empfehlen wir dir die Verwendung folgender Formeln: 1. Formel zur Errechnung des Pferdegewichts Bei der Gewichtsberechnung durch Formeln benötigst du ein flexibles Maßband mit Zentimeterangaben. Als erstes misst du den Brustumfang deines Pferdes in der Gurtlage und notierst dein Ergebnis. Anschließend wird die Länge des Pferdes von der Spitze der Schultervom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker ermittelt. Diese beiden Werte setzt du dann in die sogenannte "Carroll und Huntington Formel" ein: (Brustumfang in cm x Brustumfang in cm x Länge in cm) / 11.877 = Gewicht deines Pferdes in Kilogramm Beispiel: Du hast den Brustumfang deines Pferdes mit 180 cm gemessen und dein Pferd ist 192 cm lang. Diese Werte setzt du in die Formel ein und bestimmst so das ungefähre Gewicht deines Pferdes: (180 cm x 180 cm x 192 cm) / 11.877 = 523,77 kg 2. Formel zur Errechnung des Pferdegewichts Die 2. Formel benötigt wieder den Brustumfang deines Pferdes in Zentimetern zur optimalen Gewichtsberechnung. Wie bei der 1. Formel wird dieser auch hier in der Gurtlage gemessen. Zusätzlich bestimmst du die Länge deines Pferdes von der Schulter bis zur Hinterhand. Die beiden Ergebnisse werden in die Formel eingesetzt: (Brustumfang in cm x Brustumfang in cm x Länge in cm) / 8.717 = Gewicht des Pferdes in Kilogramm Beispiel: Dein Pferd besitzt einen Brustumfang von 180 cm und ist etwa 141 cm lang. Diese Werte setzt du dann in die Formel ein und bestimmst so das ungefähre Gewicht: (180 cm x 180 cm x 141 cm) / 8.717 = 524,08 kg Mit beiden Formeln kannst du das Gewicht deines Pferdes bis auf etwa 20 kg (+/-) seines tatsächlichen Gewichts berechnen. Die genaue Zahl kannst du aber nur mit einer Waage erfassen. Das durchschnittliche Idealgewicht einzelner Pferderassen Nachdem du das Gewicht deines Pferdes bestimmt hast, vergleiche dieses doch einmal mit dem durchschnittlichen Gewicht der Rasse. Vielleicht hast du für deinen Haflinger ein Gewicht von 590 kg ermittelt und dir erscheint diese Zahl sehr hoch? Aber für ein Pferd dieser Rasse ist dies nicht unüblich. In der folgenden Tabelle haben wir dir ein paar bekannte und beliebte Pferderassen mit ihrem Durchschnittsgewicht und ihrer durchschnittlichen Größe zusammengestellt. Rasse Gewicht in Kilogramm Größe (Stockmaß) Andalusier 390 - 490 kg 150 - 172 cm Araber 380 - 450 kg 145 - 155 kg Deutsches Reitpony 320 - 330 kg 138 - 148 cm Englisches Vollblut 480 - 520 kg 152 - 173 cm Friese 500 - 750 kg 155 - 175 cm Haflinger 450 - 600 kg 138 - 148 cm Hannoveraner 530 - 760 kg 160 - 185 cm Holsteiner 700 - 850 kg 165 - 175 cm Isländer 300 - 500 kg 130 - 150 cm Oldenburger 510 - 700 kg 165 - 179 cm Paint Horse 470 - 600 kg 150 - 158 cm Quarter Horse 530 - 550 kg 150 - 160 cm Rheinländer 600 - 740 kg 165 - 175 cm Schwarzwälder Fuchs 600 - 700 kg 148 - 160 cm Shetlandpony 100 - 200 kg 87 - 107 cm Shire Horse 700 - 1000 kg 170 - 195 cm Traber 500 - 700 kg 150 - 175 cm Trakehner 460 - 670 kg 160 - 170 cm Welsh Pony 345 - 355 kg Bis 122 cm Westfale 530 - 740 kg 162 - 175 cm   Auch innerhalb der Pferderassen gibt es verschiedene Typen, die vielleicht vom Idealgewicht ihrer Rasse abweichen, aber dennoch gesund und nicht zu dick oder zu dünn sind. Darüber hinaus gibt es Unterschiede zwischen Stuten, die oft leichter sind als Hengste, die etwas mehr Masse besitzen. Mit der Berechnung hast du bereits eine gute Grundlage zum Gewicht deines Pferdes ermittelt. Nun solltest du feststellen, ob dein Pferd zu viel oder zu wenig „auf den Rippen“ hat. Dazu eignet sich das sogenannte Body Condition Scoring, bei dem du verschiedene Bereiche, wie z.B. den Hals oder den Bauchbereich deines Pferdes, durch abtasten beurteilst. In unserem Ratgeber „Gewicht des Pferdes zu dick oder zu dünn“ erklären wir „Step-by-Step“, wie das Body Condition Scoring funktioniert. Hast du nach dem Messen und auch nach dem Body Condition Scoring festgestellt, dass dein Pferd einige Kilos zu viel auf den Rippen hat? Damit dein Pferd die überflüssigen Pfunde wieder verliert, ist das richtige Management essentiell. Erfahre im Pavo InShape Abnehmprogramm, wie dein Pferd auf gesunde und verantwortungsvolle Weise abnehmen kann. Erhalte von unseren Experten wertvolle Tipps zur Fütterung, Haltung und zum Training, damit dein übergewichtiges Pferd gesund abnehmen und sein Normalgewicht langfristig halten kann.  Hier gratis Pavo InShape Programm downloaden und direkt mit dem Abnehmen starten! Wenn du dir unsicher bist, ob dein Pferd zu wenig oder zu viel wiegt, dann lasse dich auch einmal von unseren Pavo Fütterungsexperten oder deinem Tierarzt beraten. Er wird dein Pferd mit seinem fachmännischen Auge beurteilen und dir den besten Rat geben. Das Gewicht des Pferdes als Grundlage zur Berechnung der Futterrationen Die Kenntnis über das Gewicht und den Zustand deines Pferdes dient als optimale Grundlage für die Bestimmung der Futterration. Besonders die tägliche Raufutterration kannst du unter Zuhilfenahme des Gewichts errechnen. Denn dort gilt die Faustregel: ein Pferd muss täglich mindestens 1,5 % seines Körpergewichts an Trockenmasse aus Raufutter aufnehmen. Auch bei anderen Futterprodukten, wie Mineralfutter, Kraftfutter oder Ergänzungsfutter, wird zur täglichen Rationsempfehlung das Körpergewicht des Pferdes herangezogen. Achte auf die Angaben des Herstellers auf der Verpackung. Wenn dein Pferd vom Idealgewicht abweicht, wird das Durchschnittsgewicht der Rasse des Pferdes als Berechnungsgrundlage für die tägliche Futterration genutzt. Beispiel: Du hast errechnet, dass dein Schwarzwälder Fuchs 550 kg wiegt und mindestens 50 kg Untergewicht hat. Die täglichen Heurationen berechnest du am besten mit 650 kg, dem Durchschnittsgewicht der Rasse. Demnach benötigt dein Pferd täglich mind. 10 kg Heu oder einen entsprechenden Raufutterersatz. Beachte aber unbedingt den Typ und den Zustand deines Pferdes und passe die Berechnungsgrundlage dementsprechend an. Bei einem übergewichtigen Pferd nutzt du ebenfalls das durchschnittliche Idealgewicht als Rechnungsgrundlage für die tägliche Futterration. Beispiel: Deine Rechnung ergibt, dass dein Isländer 550 kg wiegt und somit wenigstens 50 kg Übergewicht hat. Für die Berechnung der Futterration nutzt du die 400 kg Durchschnittsgewicht als Rechnungsgrundlage. Dein Pferd sollte also ca. 7 kg Raufutter täglich bekommen. Es ist wichtig, bei der Futterration für dein übergewichtiges Pferd niemals auf Raufutter zu verzichten. Eine bedarfsgerechte Fütterung im Zusammenspiel mit einem gesunden Training lassen die überflüssigen Pfunde langsam purzeln. Unterziehe deinem Pferd keiner Radikaldiät oder überfüttere es nicht. Eine gewichtsbedingte Futterumstellung muss langsam und mit Bedacht erfolgen. Hast du noch weitere Fragen zur optimalen Bestimmung der täglichen Futterration? Dann setze dich mit unserer Fütterungsberatung in Verbindung!​
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Fütterung und Gesundheit
Druse bei Pferden
Alles andere als eine einfache Erkältung oder „nur“ Husten: Druse bei Pferden ist eine hoch ansteckende Erkrankung, die sich schnell im gesamten Stall ausbreiten und den Betrieb dort für einige Zeit lahmlegen kann. Wird die Druse nicht behandelt, kann sie sogar dramatisch verlaufen. Aber was ist Druse überhaupt? Wie kannst du sie an deinem Pferd erkennen? Und wie kannst du sie in enger Zusammenarbeit mit deinem Tierarzt am besten behandeln? Was ist eigentlich Druse? Druse ist eine hochansteckende Pferdekrankheit. Dabei gelangt das Bakterium Streptococcus equi in den Organismus des Pferdes, und die oberen Atemwege entzünden sich stark. Insbesondere die Lymphknoten im Hals-, Kehl- und Rachenbereich sind von der Entzündung betroffen. Die Lymphknoten schwellen stark an und es bilden sich eitrige Entzündungsherde. Diese bereiten deinem Pferd starke Schmerzen, können die Atmung einschränken und sogar zu Atemnot führen. Junge Pferde sowie Senioren gehören zur Risikopferdegruppe, die häufiger an Druse erkranken, da ihr Immunsystem noch nicht oder nicht mehr stabil ist. Auch Pferde, die sehr anfällig für Krankheiten sind oder sich gerade erst von einer Krankheit erholen, gehören zu der Risikopferdegruppe, da ihr Immunsystem ebenfalls schwächer ist. Bricht Druse im Stall aus, kann sich jedes Pferd anstecken. An Druse erkranken aber nicht immer alle Pferde in einem Stall. Einige Pferde bleiben durch ein besonders starkes Immunsystem und einer Grundimmunität von dieser Krankheit verschont. Ist Druse gefährlich? Druse kann für dein Pferd nur ernsthaft gefährlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt wird. Gehe daher niemals leichtfertig mit Druse um und verständige bei den ersten Symptomen deinen Tierarzt. Fehlt eine fachgerechte Behandlung und wird dein Pferd nicht ausreichend geschont, breiten sich die eitrigen Entzündungen im Körper des Pferdes aus. Es kann zu weiteren schmerzhaften Abszessen in den inneren Organen kommen. Diese schränken die Körperfunktion des Pferdes stark ein. In diesem Fall ist die Behandlung weitaus komplizierter als bei den ersten Entzündungen an den Lymphknoten. Fehlt die Behandlung auch hier vollkommen, kann die Druse lebenswichtige Organe wie z.B. das Gehirn sowie die Brust- oder Bauchhöhle angreifen. In diesem Stadium kann Druse dann auch tödlich enden. Aber malen wir den Teufel mal nicht an die Wand! Wenn dein Tierarzt rechtzeitig involviert wird, ist die Druse gut zu behandeln und die Prognose auf eine Genesung sehr positiv. Typische Symptome von Druse bei Pferden Die ersten Anzeichen einer Druse sind oft unspezifisch. Daher wird die Erkrankung in manchen Fällen zuerst mit einem „normalen“ Husten oder einer Bronchitis verwechselt. Zu diesen unspezifischen Symptomen zählen u.a.: Dein Pferd wirkt matt und schlapp. Es zeigt wenig Lust und Elan an der Arbeit mit dir oder auf der Weide. Dein Pferd frisst weniger und ist appetitlos. Es kommt zu vermehrtem Husten sowie Nasenausfluss. Die Temperatur deines Pferdes ist erhöht oder es hat sogar deutliches Fieber. Verständige am besten bereits bei diesen Symptomen deinen Tierarzt, denn auch Husten und Bronchitis sollten rasch untersucht und behandelt werden. Als Vorsichtsmaßnahme kannst du das betroffene Pferd direkt isolieren, um das Risiko einer Ausbreitung im gesamten Stall einzudämmen. Die folgenden Symptome sind schon deutliche Anzeichen für eine Druse bei Pferden: Die Lymphknoten im Hals- und Rachenbereich sind angeschwollen. Diese kannst du vorsichtig am Unterkiefer ertasten. Darüber hinaus können vereinzelt Eiterabszesse an den betroffenen Stellen auftreten. Schwellen die Lymphknoten weiter an, verengen sie die Atemwege. Erkrankte Pferde halten den Kopf und Hals gestreckt sowie leicht gesenkt, um die Atemwege zu entlasten. Der Nasenausfluss wirkt bei vorangeschrittener Krankheit grünlich gelb. Verständige spätestens jetzt deinen Tierarzt und isoliere sofort das betroffene Pferd, damit sich die Druse nicht weiter im Stall ausbreitet. Ursachen von Druse bei Pferden Eine Druse bei Pferden wird durch den Erreger Streptococcus equi verursacht. Das Bakterium ist sehr überlebensfähig und kann, wenn es einmal in den Stall, auf die Weide oder in das Paddock gelangt, bis zu 5 Tage bei jeglichen Bedingungen überleben. Auch am Zaumzeug, in der Einstreu, im Futter, im Pferdeanhänger oder sogar im Wasser kann sich der Erreger bilden und die gefürchtete Pferdekrankheit im gesamten Stall auslösen. Es wird ferner angenommen, dass einige Fliegenarten den Erreger in sich tragen und von Pferd zu Pferd übertragen. Darüber hinaus überlebt das Bakterium an menschlichen Händen oder an der Kleidung. Aber mach dir um deine eigene Gesundheit keine Sorgen: Der Erreger gelangt nicht in den menschlichen Organismus. Wir Reiter können uns daher nicht bei unseren Pferden anstecken.Wir Reiter können uns daher nicht bei unseren Pferden anstecken. Achte trotzdem besonders sorgfältig darauf, dass du deine Hände nach dem Kontakt mit einem erkrankten Pferd gründlich reinigst und auch deine Kleidung sofort in die Waschmaschine gibst. Vermeide außerdem den Kontakt zu anderen Pferden während dem Krankheitsverlauf deines Pferdes. So minimierst du das Risiko, dass sich andere Pferde anstecken. In der Regel erfolgen die meisten Ansteckungen von Pferd zu Pferd via Tröpfcheninfektion. Wenn ein Pferd also den Erreger in sich trägt und hustet, geht das Bakterium in den Organismus des anderen Pferdes über. So gelangen die Bakterien in die Blutbahn und nisten sich schlussendlich in die Lymphe ein. Die ersten Symptome treten etwa 3 bis 14 Tagen nach der Infektion auf. Da Pferde in großen Ställen und auf der Weide oft eng nebeneinanderstehen, ist die Ansteckungsgefahr von Druse besonders hoch. Wenn der Stall zusätzlich schlecht belüftet wird, ist die Ansteckungsgefahr sogar noch größer. Stress, Nährstoffmangel durch einseitige Fütterung oder andere Krankheiten können den Ausbruch der Druse ebenfalls beeinflussen und diesen eventuell beschleunigen. Behandlung von Druse bei Pferden Verständige bei den ersten Anzeichen und Symptomen unbedingt und unverzüglich deinen Tierarzt. Dieser wird dann einen Abstrich nehmen und die Probe ins Labor schicken, um zu überprüfen, ob es sich um Druse handelt oder ob dein Pferd vielleicht an einer anderen Krankheit leidet. Isoliere das Pferd mit den ersten Symptomen unbedingt von der restlichen Herde und beobachte die Pferde, die keine Symptome zeigen. Eine Quarantäne im Stall ist wichtig, da Druse bis zu 3 Wochen, in manchen Fällen auch länger, ansteckend sein kann. Unser Tipp: Richte im Stall 3 Bereiche ein. Bereich: In diesem Bereich werden die Pferde mit Druse behandelt. Nur eine Handvoll Menschen sollte Zugang zu diesem Bereich haben. Stelle darüber hinaus Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe bereit, die bei jedem Eintreten und Verlassen des Bereichs genutzt werden müssen. Isoliere die betroffenen Pferde bis zu 8 Wochen für eine vollständige Genesung. Erst wenn sie rund 1 Woche fieberfrei sind, sich an den Lymphknoten keine weiteren Schwellungen bzw. eitrige Abszesse befinden und sie mindestens 3 Mal vom Tierarzt ohne Befund auf Druse untersucht wurden, gelten Pferde als gesund und dürfen aus diesem Bereich entlassen werden.   Bereich: Pferde, die (noch) keine Anzeichen zeigen, aber Kontakt mit betroffenen Pferden hatten, gehören in diesen Bereich und werden dort genau beobachtet. Miss regelmäßig Fieber. Sobald ein Pferd Druse-Symptome zeigt oder das Fieber steigt, wird es in den ersten Bereich umgestellt und dort vom Tierarzt behandelt.   Bereich: Gesunde Pferde gehören in den 3. Bereich, der strikt von den anderen Bereichen getrennt sein muss. Diese Pferde dürfen nicht in Kontakt mit kranken Pferde gelangen. Am effektivsten ist es, wenn auch das entsprechende Betreuungspersonal nur für die gesunden Pferde zuständig ist. Bei Pferden mit Druse steht nun eine schnelle und ausgewogene Behandlung im Mittelpunkt. Führe diese unbedingt mit deinem Tierarzt durch. Wichtig ist jetzt, dass du die Schmerzen deines Pferdes linderst und die Reifung der eitrigen Abszesse an den Lymphknoten unterstützt. Diese müssen nämlich aufgehen, damit der Eiter herausfließen kann. Mit wärmenden „Drusewickeln“ und milden Zugsalben unterstützt du dein Pferd am besten. Die Kombination der Wärme und der Zugsalbe wirken an den geschwollenen Lymphknoten durchblutungsfördernd und entzündungs- sowie schmerzlindernd. Nutze für die Wärme z.B. eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen. Achte aber darauf, dass die warmen Umschläge nicht zu heiß werden. Die milden Zugsalben kannst du direkt auf die angeschwollenen Stellen auftragen. Zumeist sind die Salben sehr fest und sehen ein bisschen aus wie Straßenteer. Sie lassen sich daher leicht auftragen. Unser Tipp: Hast du noch Kartoffelbrei übrig? Dann kannst du daraus einen effektiven Drusewickel machen. Wärme den Brei einfach auf, fülle ihn in eine Plastiktüte und befestige den Drusewickel z.B. mit einem weichen Strick locker um den Pferdehals. Da Kartoffelbrei weich, aber nicht flüssig ist, legt er sich optimal am Körper an. Sobald die Abszesse aufplatzen und der Eiter abfließt, müssen die Wunde und die Nase sauber gehalten werden. Hygiene ist hierbei ganz wichtig. Achte auch auf eine sterile Umgebung, damit sich die Wunde nicht entzündet. Gehen die Lymphknotenabzesse nicht auf oder beeinträchtigen sie die Atemwege deines Pferdes stark, wird der Tierarzt diese öffnen und mit einer desinfizierenden Lösung ausspülen müssen. Während der gesamten Behandlung ist es essentiell, das Fieber deines Pferdes regelmäßig zu messen. So kannst du am besten feststellen, ob die Genesung stagniert und du deinen Tierarzt verständigen musst oder ob sich dein Pferd auf den Weg der Besserung befindet. Kann eine Druse auch medikamentös behandelt werden? Experten raten in der Regel von Antibiotika ab. Im frühen Stadium einer Druse, d.h. wenn sich noch keine Abszesse an den Lymphknoten gebildet haben, kann Antibiotikum helfen. Mithilfe von Penicillin wird dann der Verbreitung sowie einer Infektion entgegengewirkt. Allerdings entwickeln Pferde bei der Gabe von Penicillin nur eine geringe Immunität und sind bei einem erneuten Ausbrechen von Druse anfälliger. Sobald sich Abszesse gebildet haben, wirkt kein Antibiotikum mehr. Verzichte auch, wenn möglich, auf fiebersenkende Medikamente. Werden diese Medikamente gegeben, kann nämlich eine „kalte Druse“ entstehen. Dabei kommt es dann zu Komplikationen: die Abszesse reifen nicht und platzen nicht auf. Betroffene Pferde bleiben über einen längeren Zeitraum ansteckend und der Heilungsprozess dauert viel länger. Dein Pferd gegen Druse impfen? Eine Impfung gegen Druse kann helfen, die Infektionskette zu minimieren und die Symptome erkrankter Pferde zu lindern. Der Impfschutz ist jedoch nicht zu 100% gegeben, da der Erreger Streptococcus equi, ähnlich wie das Influenza-Virus, unterschiedliche Varianten aufweist. Somit können auch bereits geimpfte Pferde noch an Druse erkranken. Allerdings kann die Impfung helfen, den Schweregrad der Krankheitssymptome zu verringern. Um einen bestmöglichen Schutz aufzubauen, sollte dein Pferd zu Anfang 2x mit einem Abstand von 4 Wochen geimpft werden. Danach muss diese Impfung ca. alle 6 Monate wiederholt werden, um den Schutz aufrecht zu erhalten. Fütterungsempfehlungen bei Druse Pferde, die an einer Druse erkranken, haben durch die geschwollenen Lymphknoten oft Schluckbeschwerden. Das tägliche Raufutter schmerzt durch die Struktur stark und nicht selten verweigert ein Pferd die Futteraufnahme. Da der Appetit deines Pferdes während einer Druse ohnehin schon recht gering ist, liegt es nun an dir mit der optimalen Fütterung dein Pferd in der anstrengenden Krankheitsphase zu unterstützen und diese so stressfrei wie nur möglich zu gestalten. Um dein Pferd trotzdem ausreichend mit Raufutter zu versorgen, kannst du ihm alternativ einen nassen Raufutterersatz anbieten, da es diesen einfacher schlucken kann. Insbesondere eingeweichte Rübenschnitzel oder ein Mix aus Rübenschnitzel und Luzerne tun deinem Pferd in der Krankheitsphase besonders gut. Geht es schon wieder etwas bergauf, aber dein Pferd nimmt immer noch zu wenig Raufutter auf, dann füttere ihm zusätzlich eingeweichte Heucobs. Als Kraftfutterzugabe eignet sich eine Mahlzeit aus wohltuendem, warmem Mash. Achte bei der Fütterung grundsätzlich auf eine ausgewogene und hochwertige Vitamin- und Mineralstoffversorgung, um das Immunsystem deines Pferdes optimal zu unterstützen. Pavo Ergänzungsfutter-Tipps zur Unterstützung einer gesunden Abwehr: Pavo HealthBoost aktiviert die körpereigene Abwehr, unterstützt das Darmgleichgewicht deines Pferdes und liefert schnell verfügbare Energie. Pavo MultiVit15 ist ein kompletter Vitaminzusatz für dein Pferd. Es enthält ein breites Spektrum an Vitaminen und Antioxidantien, wie die Vitamine A, E und C, und bietet deinem Pferd die optimale Unterstützung, um wieder topfit zu werden. Was tun bei Druse: Alles auf einem Blick Druse ist eine hochansteckende Pferdekrankheit und wird von vielen Pferdebesitzern gefürchtet. Wir haben dir hier eine einfache Checkliste mit 10 Punkten zusammengestellt, solltest du bei einem Krankheitsausbruch vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen: Verständige direkt bei den ersten Symptomen auf Druse deinen Tierarzt. Isoliere die Pferde, die Druse-Symptome zeigen. Stelle genügend Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe im Stall bereit. Führe 3 Stallbereiche ein, die du strikt trennst: Gesunde Pferde, Verdachtsfälle und kranke Pferde. Jeder Bereich sollte ein entsprechendes Betreuungspersonal haben, welches auch nur für seinen eigenen Bereich zuständig ist. Ist dies nicht möglich, versorge immer zuerst die gesunden Pferde, dann die Verdachtsfälle und zum Schluss die kranken Pferde. Gewähre nur wenigen Menschen Zutritt zum Stall, um das Infektionsrisiko einzudämmen. Betriebsfremde Menschen oder Hunde und Katzen dürfen den Stall erstmal nicht mehr betreten. Miss täglich Fieber und beobachte die kranken Pferde, die Verdachtsfälle und auch die gesunden Pferde genau. Jedes Pferd bekommt ein eigenes Thermometer, sodass du die Erreger nicht im Stall verteilst. Stellst du eine erhöhte Temperatur fest, muss dieses Pferd isoliert und dein Tierarzt verständigt werden. Unterstütze dein Pferd während der Behandlung mit wärmenden „Drusewickeln“ und milden Zugsalben. Wechsle deine Kleidung und desinfiziere deine Hände gründlich, sobald du in Kontakt mit dem betroffenen Pferd gekommen bist. Ein Pferd benötigt für seine Genesung rund 8 Wochen. Erst wenn dein Pferd 1 Woche fieberfrei ist und der Tierarzt dein Pferd mindestens 3 Mal ohne Befund auf Druse untersucht hat, darf es wieder in die Herde integriert werden.
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Fütterung und Gesundheit
Hauterkrankungen bei Pferden: Ursachen, Symptome & Behandlung
Die Haut des Pferdes ist ein großes und wichtiges Organ, welches eine Vielzahl an Aufgaben übernimmt: Die Haut ist Aufprallschutz, Klimaanlage und Wärmedämmung. Sowohl im Winter als auch im Sommer wird die Haut so gut wie täglich beansprucht. Sie absorbiert die UV-Strahlung und speichert in ihren Depots Fett, um die kältesten Nächte zu überstehen. Bei all diesen Aufgaben ist es kein Wunder, dass kaum eine Pferdehaut auf Dauer unversehrt bleibt. Zudem begünstigen einige Faktoren, dass die Haut zusätzlich mürbe wird, z.B. wenn Pferde immer eingedeckt werden und ihre Haut nie richtig „atmen“ kann oder die Ställe zu stark beheizt sind. Je mehr die Haut strapaziert wird, desto anfälliger ist sie für diverse Hautkrankheiten, wie Mauke oder Hautpilz. 1. Ekzeme bei Pferden Ekzeme sind Hauterkrankungen, die durch eine Überreaktion des Organismus auf Umwelteinflüsse oder Unverträglichkeiten ausgelöst werden. Diese Art der Hauterkrankung wird in 2 verschiedene Arten unterteilt: Es gibt das Sommerekzem, welches in den wärmeren Monaten zwischen Frühjahr und Herbst auftritt sowie das Regenekzem, auch bekannt unter Dermatophilose, Regenräude oder Winterekzem, welches bevorzugt in der feuchteren Jahreszeit zwischen Herbst bis Frühjahr vorkommt. Ekzeme treten bei jeglichen Pferderassen auf. Pferde, die eine empfindliche oder bereits vorgeschädigte Haut haben, sind für Ekzeme besonders anfällig. Dennoch gibt es einige Regionen, in denen Pferde öfter Symptome zeigen. Am Niederrhein gibt es beispielsweise viele stehende Gewässer, in denen sich Mückenlarven wohlfühlen. Die Stechmücken vermehren sich in einem feuchtwarmen Klima und können dann ein Sommerekzem bei Pferden auslösen. An der Nordsee wiederrum zeigen Pferde kaum Symptome. In nass-kalten Regionen oder Moorlandschaften leiden Pferde vermehrt an einem Regenekzem. Ursachen von Sommer- und Regenekzemen bei Pferden Die typische Ursache eines Sommerekzems ist eine allergische Reaktion auf den Stich einer Stechmücke. Wenn Mücken stechen, sondern sie ein spezielles Sekret ab. Dieses enthält Eiweißbausteine, auf die Pferde allergisch reagieren können. Dann bildet sich ein Sommerekzem auf der Haut des Pferdes. Das Sommerekzem ist nicht ansteckend. Ein Regenekzem hat einen bakteriellen Ursprung. Das Bakterium Dermatophilus congolensis bildet sich vermehrt in einer nasskalten Umgebung. Durch Risse in der Haut des Pferdes oder durch eingeweichte, empfindliche Hautstellen nistet sich das Bakterium in die Hautschichten des Pferdes ein. Dort vermehrt es sich unter Luftabschluss, so dass sich Ekzeme auf der Haut des Pferdes bilden. Das Regenekzem kann an Pferde übertragen werden, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Bei gesunden Pferden besteht keine Ansteckungsgefahr. Symptome von Sommer- und Regenekzemen bei Pferden Ein Sommerekzem äußert sich durch einen sehr starken Juckreiz. Betroffene Pferde schubbeln sich an diesen Stellen besonders intensiv. Kahle oder wunde Stellen sind die Folge, die Hautschutzbarriere wird gestört und entzündet sich. Weitere typische Symptome von Sommerekzem: Hautausschlag und/oder Pusteln an Hals, Mähne, Kruppe und Schweifansatz Vermehrtes Scheuern und Schubbeln Verkrustungen und Schuppenbildungen Offene und blutige Stellen, oft ohne Fell Nässende Wunden Sekundärinfektionen, ausgelöst durch offene und verkrustete Wunden Bei einem Regenekzem ist ein Juckreiz eher selten. Stattdessen haben Pferde an den betroffenen Stellen Schmerzen und möchten dort nicht angefasst werden. Ein Regenekzem tritt häufig an Beinen, Rücken, Hals und Kruppe auf. Weitere typische Symptome von Regenekzem: Pustelbildung an den betroffenen Stellen Verkrustung der Pusteln Geschwollene, verhärtete und gerötete Hautstellen Kahle Stellen Hitzebildung an betroffener Hautpartie Berührungsempfindlichkeit Fieber Behandlung von Sommer- und Regenekzemen bei Pferden Verständige bei den ersten Anzeichen auf Sommer- oder Regenekzem deinen Tierarzt und beginne sofort mit der Behandlung. Behandlung von Sommerekzem: Linderung des Juckreizes mit Shampoos und Cremes, z.B. Zinksalbe. Nutze widerstandsfähige und atmungsaktive Ekzemerdecken mit dichten Nähten. Sprühe die freien Körperstellen deines Pferdes mit natürlichen Anti-Mückenmitteln ein. Schicke dein Pferd nicht früh morgens oder abends bei Sonnenuntergang auf die Weide, denn zu dieser Zeit sind Mücken vorwiegend aktiv. Die Weide sollte nicht neben Gewässern liegen. Entferne feuchte Misthaufen, in denen Mücken ihre Larven ablegen können. Überprüfe die Stärke-, Zucker- sowie Eiweißzufuhr deines Pferdes, denn Ekzemerpferde dürfen nicht zu viel Energie bekommen. Ergänzungen von Selen, Eisen, Kupfer und Zink kurbeln den Stoffwechsel an und stärken gleichzeitig das Immunsystem. Weitere Tipps zur Fütterung bei einem Sommerekzem findest du in unserem Ratgeber. Behandlung von Regenekzem: Die Behandlung kann bis zu 6 Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Desinfiziere die Putzsachen und Decken deines Pferdes, lege dazu das Putzzeug z.B. bis zu 24 Stunden lang in Essigwasser ein. Sei bei der Behandlung hygienisch und nutze am besten Einweghandschuhe. Weiche die betroffenen Hautstellen mit einer warmen Seifenlauge aus Kernseife und Wasser ein und befreie die betroffenen Hautstellen sehr vorsichtig von den Krusten. Für eine gute Heilung benötigen die Wunden genügend Luft und eine trockene Umgebung. Verständige den Tierarzt, wenn die Wunden schwer oder gar nicht verheilen. Halte dein Pferd auch in den Wintermonaten mit z.B. gut absorbierenden Abschwitzdecken nach anstrengenden Trainingseinheiten trocken oder trockne es unter dem Solarium. 2. Mauke bei Pferden Mauke ist eine häufige und sehr gefürchtete Hauterkrankung bei Pferden. Die ansteckende Hautinfektion hat einen bakteriellen Ursprung und befällt den Fesselbereich, kann sich aber auf das gesamte Bein des Pferdes ausbreiten. Mauke tritt in der kalten und nassen Jahreszeit verstärkt auf. Mauke kann jede Pferderasse treffen. Wenn dein Pferd im Frühjahr oder Herbst sein Fell wechselt, der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft und die Immunabwehr geschwächt ist, tritt die Infektion verstärkt auf. Bei Pferden mit langem Behang an den Beinen ist das Risiko größer, da dieser schneller verschmutzt und einen guten Nährboden für Bakterien bietet. Auch Pferde mit nicht pigmentierten (hellen) Beinen sind etwas anfälliger für Mauke. Ursachen von Mauke bei Pferden In den Herbst- und Wintermonaten bleibt die Einstreu in der Box deines Pferdes länger feucht. Es bildet sich eine ammoniakhaltige Lauge, welche die Haut des Pferdes angreift. Dies fördert außerdem das Wachstum von Bakterien, Parasiten und anderen Schädlingen auf der Haut. Daraufhin kann Mauke im Fesselbereich entstehen. Wenn dein Pferd auf einem trockenen und sauberen Boden steht und trotzdem Mauke entsteht, kann ein geschwächtes Immunsystem die Ursache für die Infektion sein. Stresssituationen wie z.B. ein Stallwechsel oder eine falsche Fütterung belasten ebenfalls das Immunsystem. Vor allem ein Zinkmangel begünstigt die Entstehung von Mauke bei Pferden. Symptome von Mauke bei Pferden Eine Mauke erkennst du bereits im Frühstadium an Hautrötungen im Fesselbereich. Oft tritt dieses erste Symptom mit kahlen, krustigen Stellen auf und der betroffene Fesselbereich wirkt geschwollen. Nimmt die Schwellung zu, leidet dein Pferd an Schmerzen, die unter Umständen zu Lahmheiten führen können. Weitere typische Symptome von Mauke: Wunde Hautstellen am Fesselbereich und an den Beinen Starker Juckreiz Bläschenbildung Nässende Ekzeme Schorfbildung an den betroffenen Hautstellen Behandlung von Mauke bei Pferden Bei einer fehlenden Behandlung kann die Mauke chronisch werden. Es ist enorm wichtig, deinen Tierarzt schon bei den ersten Anzeichen zu informieren. Je nach Schwere der Mauke kann auch eine Antibiotikabehandlung nötig werden. Nutze Pflegemittel sowie Putzzeug ausschließlich für das betroffene Pferd und reinige alles im Anschluss sehr gründlich. Behandlung von Mauke: Sorge bei den ersten Mauke-Symptomen für saubere und vor allem trockene Haltungsbedingungen, denn Schmutz fördert Mauke. Halte den Fesselbereich deines Pferdes so trocken wie möglich, bis die Entzündung vollständig verheilt ist. Miste die Box mehrmals täglich, um Feuchtigkeit und Schmutz zu vermeiden. Hygiene und Sauberkeit sind bei Mauke sehr wichtig, aber übertriebene Reinlichkeit reizt die Haut deines Pferdes zusätzlich – sei deswegen nicht zu eifrig. Wenn dein Pferd einen starken Fesselbehang besitzt, ist es sinnvoll diesen mit einer Schere vorsichtig zu stutzen. Stärke als zusätzliche Vorbeugungsmaßnahme die Immunabwehr deines Pferdes mit Vitaminboostern. Weitere Informationen über die optimale Fütterung bei Mauke findest du in unserem Ratgeber „Pferdefutter bei Mauke“. 3. Nesselfieber bei Pferden  Nesselfieber ist eine der häufigsten Hautkrankheiten bei Pferden, welche auch unter dem Namen „Urticaria“ bekannt ist. Bestimmte Reize sorgen hier für die Bildung von Quaddeln auf der Pferdehaut. Der Verlauf des Nesselfiebers hängt oft besonders vom Auslöser der Krankheit ab. Für die richtige Behandlung spielt vor allem die Ursachenforschung eine große Rolle. Beim Nesselfieber handelt es sich um keine ansteckende Krankheit.  Ursachen von Nesselfieber bei Pferden  Die Ursachen von Nesselfieber sind sehr vielfältig, da sie als eine Reaktion des Immunsystem gelten. Generell wird Nesselfieber durch einen bestimmten Reiz ausgelöst. Mögliche Reize sind z.B.: Insektenstiche Schimmelpilzsporen Chemikalien Pollen Zusatzstoffe Giftige Stoffe, wie z.B. auch Giftpflanzen Bestehende Infektionen Etc. Symptome von Nesselfieber bei Pferden  Nesselfieber ist beim Pferd zwar sichtbar, jedoch bleibt die Haut an der Oberfläche unverletzt. Die Quaddeln auf der Pferdehaut sind rund, mit Flüssigkeit gefüllt und treten vor allem im Bereich des Halses, an den Schultern und dem Brustbereich auf. In manchen Fällen kommt es zur Bildung von Nesselstreifen, deren Quaddeln parallel zueinander verlaufen. In den der Regel leiden Pferde mit Nesselfieber nicht unter Juckreiz oder Schmerzen. Ist die Krankheit stärker ausgeprägt, können jedoch Fieber und Juckreiz auftreten.   Behandlung von Nesselfieber bei Pferden  Die unschönen Quaddeln verschwinden oftmals ganz von alleine wieder. Bemerkst du, dass diese über einen längeren Zeitraum nicht abklingen, kann dein Tierarzt mit bestimmten Cortisonpräparaten behilflich sein. Außerdem kannst du dein Pferd mit kaltem Wasser abduschen, um seine Symptome etwas zu lindern. Beachte hier allerdings, dass die Wassertemperatur nicht zu kalt ist. Verständige deinen Tierarzt in jedem Fall, wenn dein Pferd am Kopf-, bzw. Halsbereich unter Quaddeln leidet. In diesem Fall kann eine Cortisoninjektion notwendig sein, um lebensbedrohliche Schwellungen zu vermeiden. 4. Hautpilz bei Pferden Pilze gehören zu einer natürlichen Hautflora des Pferdes. Sie unterstützen verschiedene Körperfunktionen. Bei einer starken Vermehrung der Pilzsporen kann es jedoch zu einer Hautpilzerkrankung kommen, die sofort behandelt werden muss. Die Hautpilzerkrankung ist hochinfektiös und breitet sich gut und gerne im gesamten Stall aus. Es gibt keine Risikopferdegruppen für eine Hautpilzinfektion, stattdessen ist jede Pferderasse gleichstark betroffen. Allerdings sind manche Pferde nur Überträger der Infektion und geben den Erreger an andere Pferde weiter. Dies ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Besonders anfällig sind Pferde während des Fellwechsels, also im Frühjahr und Herbst, sowie Pferde mit geschwächtem Immunsystem. Ursachen von Hautpilz bei Pferden Die Ursachen für eine Hautpilzerkrankung finden sich häufig in der Haltung des Pferdes. Wenn es warm und feucht ist, fühlen sich Pilze wohl. Reife Hautpilze entwickeln Pilzsporen, die sich in der Haut einnisten und eine Infektion auslösen können. Diese Bedingungen treten in schlechtgelüfteten Ställen und unter Pferdedecken auf. Faktoren, wie ein geschwächtes Immunsystem durch eine mangelhafte Ernährung, Stress oder Krankheiten, begünstigen die Pilzinfektion. Gesunde Pferde haben mit den Pilzerregern meist keine Probleme. Auch eine unzureichende Stallhygiene kann eine Ursache für eine Hautpilzerkrankung sein. Eine schmierige und fettige Pferdehaut bietet Pilzsporen einen ergiebigen Nährboden. Symptome von Hautpilz bei Pferden Kleine, kreisrunde und haarlose Stellen überall auf der Pferdehaut deuten auf eine Hautpilzerkrankung hin. Die Pilzinfektion wird im Anfangsstadium nicht immer gleich erkannt, da die ersten Symptome sehr unauffällig sind. Viele Pferdebesitzer erkennen die Hautpilzerkrankung erst dann, wenn sich das Fell an den betroffenen Stellen gleich büschelweise herausziehen lässt. Hautpilz setzt sich vermehrt an Hals, Kopf und Schulterregion fest. Allerdings kann auch der Kopf deines Pferdes von einer unangenehmen Pilzinfektion betroffen sein. Darüber hinaus kann sich der Hautpilz weiter auf die Sattel- sowie Gurtlage ausbreiten. Achte daher bereits auf kleine Veränderungen der Haut, um einen möglichen Pilz bei deinem Pferd frühzeitig zu erkennen. So besteht die Chance, eine folgenschwere Ausbreitung der Infektion zu stoppen und deinem Pferd größeres Leid zu ersparen.  Weitere typische Symptome von Hautpilz: Krusten- und Eiterbildung Knotige Schwellungen Aufplatzende Bläschen Ein Juckreiz tritt nicht zwangsläufig und eher selten auf Oft treten begleitend zur Pilzinfektion weitere Erkrankungen wie u.a. Mauke, Milbenbefall, Kotwasser sowie Atemwegsinfektionen auf. Behandlung von Hautpilz bei Pferden Die Behandlung von Hautpilz kann sehr langwierig sein und viel Geduld von dir fordern. Ziehe also bei den ersten Symptomen deinen Tierarzt zu Rate, denn eine Hautpilzerkrankung geht von alleine nicht mehr weg. Behandlung von Hautpilz: Verwendung von Lotionen vom Tierarzt, die einen keimtötenden Wirkstoff vorweisen und die Pilzsporen auf der Haut deines Pferdes abtöten. Verwendung von Fungiziden, die den Pilzsporen den Nährboden entziehen, so dass sich diese nicht weiter auf der Haut ausbreiten und vermehren. Nutze bevorzugt natürliche Mittel wie Obstessig oder Teebaumöl. Wasche dein Pferd gründlich etwa 3 Wochen täglich mit der Mischung. Wichtig: Essig und Teebaumöl niemals unverdünnt anwenden! Obstessig: Mische dazu einfach 1/3 Obstessig (z.B. Bio-Apfelessig) mit 2/3 Wasser. Teebaumöl: Mische dazu 10 ml Öl auf 1 l Wasser. Halte dein Putz- und Sattelzeug sauber und reinige es regelmäßig. Teile dein Putz- und Sattelzeug nicht mit anderen Pferden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Unterstütze die Abwehrkräfte deines Pferdes mit einem vollwertigen Mineralfutter. Auch spezielle Futtermischungen mit Vitaminen und Kräutern unterstützen das Immunsystem deines Pferdes. 5. Parasitenbefall bei Pferden Es ist nicht selten, dass Hautprobleme bei Pferden durch Parasiten wie Läuse, Milben und Haarlinge entstehen, die sich im Fell des Pferdes eingenistet haben. Die Parasiten ernähren sich von den Schweif- und Mähnenhaaren, Hautschuppen, Blut und von Gewebsflüssigkeit. In langen Mähnen- und Schweifregionen halten sich die Parasiten gerne auf. Ein dichtes und langes Haarkleid wird von den Parasiten bevorzugt. Es besteht die Möglichkeit, dass sich der Parasitenbefall von der Mähnen- und Schweifregion auf den gesamten Pferdekörper ausbreitet. Ursachen des Parasitenbefalls bei Pferden Eine mangelhafte Pflege und Hygiene, feuchte Umgebung und eine Stallhaltung auf engem Raum mit viel Kontakt zu anderen Pferden begünstigen einen Parasitenbefall. Wenn dein Pferd bereits ein geschwächtes Immunsystem vorweist, haben die Parasiten leichtes Spiel, sich im Fell einzunisten. Besonders sehr junge und ältere Pferde sind häufiger Betroffen, da sie eine schwächere Abwehr haben. Symptome des Parasitenbefalls bei Pferden Scheuert dein Pferd sich sehr häufig am Schweif, an der Mähne oder an anderen Hautstellen? Dann lohnt es sich, es einmal gründlich auf Parasiten zu untersuchen. Einen Parasitenbefall erkennst du an weißen Nissen und bräunlichen Haarlingen im Fell. Die Parasiten zeigen sich meist bei Bewegung und Erwärmung deines Pferdes. Klopfe eine benutzte Bürste über einem weißen Tuch aus, wenn du die Vermutung hegst, dass dein Pferd von Parasiten befallen ist. Wenn sich deine Vermutung bestätigt, wirst du hellbraune und bewegliche Parasiten auf dem Tuch erkennen. Weitere typische Symptome bei Parasitenbefall: Sehr starker Juckreiz und häufiges Scheuern Daraus resultierende Unruhe des Pferdes Fellverlust an den betroffenen Stellen, offene Stellen auf der Haut Krustenbildung Sekundärinfektionen Die Symptome sind mit denen des Sommerekzems vergleichbar. Der springende Punkt sind die beweglichen Parasiten, die mit bloßem Auge erkennbar sind. Behandlung des Parasitenbefalls bei Pferden Beginne so früh wie möglich mit der Behandlung der Scheuerstellen und der Bekämpfung der Parasiten, damit dein Pferd nicht unnötig gestresst wird. Außerdem verhinderst du so, dass sich die Parasiten auf den gesamten Pferdekörper ausbreiten. Behandlung bei Parasitenbefall: Entziehe den Parasiten den Nährboden mit speziellen Shampoos, die gleichzeitig desinfizierend wirken. Besonders akute Scheuerstellen sollten regelmäßig behandelt werden. Verwende spezielle Bürsten, um Hautschuppen und Parasiten gründlich aus dem Fell zu kämmen. Reinige dein Equipment wie Bürsten und Sattelzeug regelmäßig und beuge so einem Parasitenbefall mit einer gründlichen Hygiene vor. Stärke das Immunsystem und die Abwehrkräfte deines Pferdes mit einem breiten Spektrum an Vitaminen. Widerhole die Behandlung regelmäßig. Durch spezielle Waschmittel werden häufig nur die lebenden Parasiten entfernt. Deren Nissen bleiben jedoch im Fell zurück. Daher ist es unbedingt notwendig, dein Pferd erneut zu behandeln, sobald alle Larven geschlüpft sind, um die lästigen Parasiten vollständig loszuwerden.  Gib außerdem auch deine Kleidung nach dem Kontakt mit einem parasitenbefallenen Pferd sofort in die Waschmaschine. Andernfalls besteht das Risiko, dass sich die Parasiten in der Kleidung festsetzen und ggfs. auf andere Pferde übertragen werden können. Besonders Milben können so mehrere Wochen überleben. 6. Hauttumore bei Pferden Der bekannteste Hauttumor ist das Equine Sarkoid, eine tumoröse Hauterkrankung, die an verschiedenen Stellen am Pferdekörper auftreten kann. Besonders ärgerlich wird es, wenn der Tumor im Bereich der Gurtlage auftritt. Das Scheuern des Sattelgurtes über die Wucherungen des zumeist gutartigen Tumors ist für das Pferd sehr schmerzhaft. Ältere Schimmel sind häufiger betroffen. Tendenziell können aber alle Rassen an einem Equine Sarkoiden leiden. Manche Pferde weisen eine genetisch veranlagte Resistenz auf. Ursachen von Hauttumoren bei Pferden Als Erreger des Equine Sarkoid gilt der Bovine Papillomavirus, welcher zu den Herpesviren gehört. Bis heute herrscht noch keine Einigkeit über die Art der Übertragung. Es wird aber angenommen, dass das Virus über kleine Verletzungen in der Haut oder über die Schleimhaut in den Pferdekörper gelangt. Ernährungsbedingte Mangelerscheinungen und ein minderwertiges Hygienemanagement unterstützen den Ausbruch des Virus und die damit verbundene Entstehung des Equine Sarkoids. Symptome von Hauttumoren bei Pferden Bei einem Equine Sarkoid bilden sich unter der Haut des Pferdes viele Bindegewebeschwülste. Die Tumore sehen unterschiedlich aus, ähneln jedoch oft gewöhnlichen Warzen. Ein Sarkoid kann faustgroß werden. Weitere typische Symptome von Hauttumoren: Blutige Bereiche um und an den Wucherungen Beim Aufbrechen der tumorösen Hautschicht tritt ein faulig riechendes Sekret aus Starkes Tumorwachstum Behandlung von Hauttumoren bei Pferden Der Equine Sarkoide ist meist eine gutartige Wucherung, die dein Tierarzt unbedingt untersuchen muss. Er wird dir wichtige Tipps bezüglich der Behandlung geben.  Behandlung von Hauttumoren: Wenn der Tumor dein Pferd nicht beeinträchtig, können die betroffenen Stellen mit Salben behandelt werden. Diese Salben lassen einen Tumor natürlich nicht verschwinden. Treten die Tumore aber an störenden Stellen auf und beeinträchtigen so die Lebensqualität des Pferdes, solltest du über eine tiermedizinische Behandlung nachdenken. Es besteht die Gefahr, dass das Equine Sarkoid trotz Operation wiederkehrt Jeder Fall eines Hauttumors muss individuell Behandelt werden.
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Fütterung und Gesundheit
Kolikarten beim Pferd
Was ist eine Kolik beim Pferd? Kolik ist ein Sammelbegriff für Krankheiten oder Unwohlsein (meist) im Magen-Darm-Trakt des Pferdes. Ursprünglich stammt das Wort vom lateinischen „colica“. Dennoch gibt es unterschiedliche Kolik-Ausprägungen, mit verschiedenen Ursachen und Krankheitsbildern. Es gibt milde oder heftige, auch chronische Ausprägungen, eine Kolik kann schnell lebensbedrohlich werden. Blähungen im Darm, Krämpfe, Verstopfung bis hin zu Darmverschlingungen und Darmverschluss sind die häufigsten Probleme. Koliken können harmlos enden aber auch tödliche Folgen haben. Schnelles Handeln ist unbedingt erforderlich. Die häufigste Kolikart beim Pferd ist die Darmkolik. Es werden 9 Kolikarten unterschieden. Kolikarten unterscheiden 1.Verstopfungen im Dickdarm Sehr vielen Verstopfungskoliken liegt eine verminderte Wasseraufnahme der Pferde zugrunde. Der Darminhalt des Pferdes wird durch die fehlende Flüssigkeit zu fest und kann nicht mehr ausgeschieden werden. Ursachen sind meistens Haltungsfehler bzw. Fehler in der Fütterung. Es kann beispielsweise an zu wenig Heu, zu viel Stroh oder zu wenig Wasser liegen. Auch Überfressen und schlechtes Kauen können Auslöser sein. Vorsicht: Dickdarmkoliken ziehen sich manchmal über Tage und verlaufen eher mild. Es gibt Phasen, in denen das Pferd keine Beschwerden zeigt, aber dennoch nicht gesund ist. Die Heilungschancen sind bei diesem Krankheitsverlauf allerdings gut. 2. Verstopfungen im Dünndarm Auslöser ist häufig falsches Futter wie Rasenschnitt. Aber auch Fettgeschwulste, die sich am Gekröse (Netzgewebe, an dem der Dünndarm in vielen Windungen in der Bauchhöhle aufgehängt ist) sammeln und den Dünndarm einschnüren, sind mögliche Auslöser dieser Kolikvariante. Verursacher können Spulwürmer oder natürliche Engpässe im Darm sein. Eine Operation ist in diesen Fällen häufig unumgänglich, die Heilungsaussichten sind jedoch recht gut. 3. Krampfkolik Krampfkoliken werden auch spastische Koliken genannt. Weil die Darmtätigkeit hier schubweise sehr hoch ist, leidet das Pferd immer wieder unter starken Krämpfen. Ursachen sind meist Stress, Fütterungsfehler, schlecht gekautes Futter oder starker Wurmbefall. Diese Form der Darmkolik kann im Anfangsstadium spontan wieder abklingen oder durch entsprechende Maßnahmen und Medikamente durch den Tierarzt gestoppt werden. 4. Gaskolik In erster Line wird die Gaskolik durch blähende Futtermittel wie Rasenschnitt, Rüben, Klee, in der Sonne gelagertes Grünfutter, weiches Brot, Mais oder Kartoffeln ausgelöst. Aber auch mit Pilzen und Bakterien verkeimte Futtermittel können lebensgefährlich werden. Betroffene Pferde neigen verstärkt zu Blähungen, auffällig ist auch der sichtbar größere Bauchumfang. 5. Sandkolik Bei einer Sandkolik lagert sich über längere Zeit Sand im Dickdarm ab und wird nicht weiter transportiert. Sie entsteht, wenn Pferde zu lange auf stark abgefressenen Weiden oder auch Sandausläufen gehalten werden. Auch die Futteraufnahme von sandigen Böden begünstigt Sandkoliken, da das Pferd auf diese Weise vermehrt Sand und Erde aufnimmt. Große Sandmengen im Darm können dazu führen, dass sich der Dickdarm verdreht – es muss operiert werden. 6. Darmdrehung – Verschlingung Fehlgärungen im Pferdedarm sind die häufigste Ursache für eine Darmverschlingung. Der Darm gast auf. Weil er nicht in der Bauchhöhle befestigt ist, steigt er nach oben. Wenn dann noch ein anderer Teil des Darms wegen Überladung absinkt, kann der Darm sich leicht verschlingen. Eine solches Missverhältnis von Bakterien ist meistens schlechtem Futter oder einer gravierenden Futterumstellung geschuldet. Hier bedarf es unbedingt schneller, meist operativer Hilfe. Merke: Dein Pferd ist kein Gourmet, sondern ein Gewohnheitstier. Am liebsten frisst es jeden Tag dasselbe Futter zu regelmäßigen Zeiten.    7. Darmverschluss Wenn die Darmmuskulatur nicht mehr arbeitet, verkrampft sich der Darm oder wird sogar gelähmt in seiner Aktivität. In der Folge kommt es zum Darmverschluss. Es ist auch möglich, dass sich Tumore im Darm ansammeln und leichte Koliken verursachen, die wiederum einen Darmverschluss auslösen. Mit Hilfe eines minimalinvasiven Eingriffs untersucht der Tierarzt das Pferd und schaut an beiden Seiten der Flanke in zwei Untersuchungen mit einem Endoskop ins Pferd hinein. Bei zeitnaher Behandlung sind die Heilungschancen recht gut. 8. Darmeinklemmung Wenn in der Bauchmuskulatur Lücken sind oder sich in der Bauchhöhle unnatürliche Öffnungen befinden, kann es zu einer Darmeinklemmung kommen. Hierbei verfängt und verklemmt sich der Darm in diesen Lücken. Bei Hengsten kann ein Abrutschen des Darms in den Hodensack verantwortlich sein. Eine Operation ist unausweichlich. 9. Magenüberladung Eine Magenüberladung beim Pferd kann verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet zwei Varianten. Hat das Pferd zu viel gärendes oder quellendes Futter gefressen, spricht man von einer primären Magenüberladung. Das Futter kann den Magen nicht normal schnell passieren, sammelt sich an und der Magen des Pferdes überdehnt sich. Stauen sich Speichel, Futterreste und Sekrete aus dem Dünndarm in den Magen zurück, handelt es sich um die sekundäre Variante. Dann liegt beispielsweise ein Darmverschluss vor, der Darminhalt wird nicht weiter transportiert. Eine Magenüberladung führt zu heftigen Schmerzen und Koliken beim Pferd. Manche Tiere speicheln, sie strecken den Hals vor und versuchen zu würgen, können sich aber nicht übergeben. Der Magen drückt auf das Zwerchfell, das Pferd hat Probleme mit der Atmung und der Kreislauf ist geschwächt. Warnung: Eine Magenüberladung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Dein Pferd benötigt auf der Stelle tierärztliche Versorgung! Im schlimmsten Fall kann der Magen durch die Überdehnung reißen. Der Futterbrei ergießt sich dann in den Bauchraum und infiziert die Organe, was zum Tod führt.           Symptome einer Kolik bei Pferden Es gibt eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten bei Pferden, die auf eine Kolik hindeuten können. Wenn dein Pferd sich untypisch verhält, beobachte es genau. Kolik Symptome in der Übersicht Das Pferd ist unruhig und scharrt häufig Starkes Schwitzen, Schweiß auf kaltem Fell Zum Bauch schauen und Treten unter den Bauch Häufiges und heftiges Wälzen Wiederholtes Hinlegen und Aufstehen Die Bauchmuskulatur ist verkrampft, das Pferd verweigert Futter und die Wasseraufnahme Stoßweiser Atem, aufgerissene Augen und ein trockenes Maul Hundeartiges Sitzen oder auf dem Rücken liegen Kreislaufversagen, erhöhter Puls oder gerötete Schleimhäute Keine Lust auf Bewegung Häufiges Flehmen Bleibe besonders aufmerksam, auch wenn sich die Kolik Symptome abschwächen. Das ist eine typische Phase im Krankheitsverlauf, kein Genesungsanzeichen. „In diesem Stadium ist höchste Eile geboten und der sofortige Transport in eine Pferdeklinik notwendig“, rät die Gesellschaft für Pferdemedizin. Sofortmaßnahmen bei einer Kolik Bewegung kann krampflösend wirken und Schmerzen verringern. Führe dein Pferd hierzu vorsichtig im Schritt. Will dein Pferd sich wälzen, lasse es zu. Achte aber darauf, dass es sich dabei nicht verletzen kann. Wenn dein Pferd stark geschwitzt hat, lege ihm eine Abschwitzdecke auf, damit es nicht auskühlt. Bevor der Tierarzt kommt, soll das Pferd nicht saufen und fressen. Möglicherweise muss der Magen ausgepumpt werden. Der Kreislauf muss regelmäßig kontrolliert werden. Ist dein Tierarzt eingetroffen, wird er dein Pferd sorgfältig untersuchen und mir dir das weitere Vorgehen besprechen. Je nach Kolikart und Schwere der Erkrankung bedarf es einer unterschiedlichen Behandlungsmethode. Bei einer leichten Kolik genügt deinem Pferd eventuell bereits eine krampflösende Spritze in Kombination mit leichter Bewegung. In schwereren Fällen kann jedoch auch ein Klinikaufenthalt sowie eine Operation unumgänglich sein. Fütterung nach einer Kolik Eine feste Futterregel nach einer Kolik gibt es natürlich nicht, da jedes Pferd individuell ist. Die Futteranpassung für dein Pferd richtet sich nach der Ursache und Behandlung der Kolik. Eine reduzierte „Schonkost“ ist in den ersten Tagen in jedem Fall ratsam. Tierärzte empfehlen häufig unterschiedliche Mash und Mischfutter mit einem hohen Anteil an Schleimstoffen. Heu sollte nicht zu grob in seiner Struktur sein, Stroh zunächst ganz vermieden werden. Auch Futteröle können sinnvoll sein. Bitte achte darauf, dass die für Kolikpferde empfohlenen Mischfuttersorten nicht grundsätzlich ideal sind. Sie enthalten viel Eiweiß und Kohlenhydrate - ungeeignet für ohnehin stoffwechselbelastete Pferde. Unter chronischer Darmträgheit leiden besonders alte Pferde häufiger. Diesen Tieren füttert man am besten Heu von sehr guter Qualität (1. Schnitt) oder Luzerne. Dazu kann man jeweils 0,2 kg Melasse, 2 kg Möhren oder 0,4 kg eingeweichte Trockenschnitzel pro 100 kg Körpergewicht geben. Ebenfalls wird empfohlen, dem Pferd Trockenbierhefe (50g pro 100kg Körpergewicht) zu geben. In manchen Fällen hat sich auch die Gabe von Laktulose (100g pro 100kg Körpergewicht) bewährt. Nach einer Sandkolik kann eine höhere Heugabe von 2,5kg pro 100kg Körpergewicht helfen, den Sand auszuschleusen. Häufig werden auch Flohsamen oder Flohsamenschalen gefüttert. Tipp: Eine Verstopfung im Dickdarm wird häufig auch durch eine übermäßige Aufnahme von Stroh ausgelöst. Pferde, die maßlos Stroh fressen, solltest du besser auf Holzpellets, Späne oder Torf stellen. Wichtig ist auch, dass dein Pferd ausreichend Wasser aufnimmt. Bei manchen Pferden reicht es, wenn das Wasser angewärmt ist, andere wollen die Wasserquelle erhöht stehen haben. Um die Vorlieben seines Pferdes herauszufinden, muss man meist etwas herumprobieren. Manchmal kann auch ein Schuss Apfelsaft hilfreich sein.   So beugst du einer Kolik bei Pferden vor  Wenn Pferde eine Kolik bekommen, liegt es fast immer an Fehlern bei der Fütterung. Ältere, gestresste oder nicht mehr ganz gesunde Pferde vertragen Fütterungsfehler noch schlechter als junge, gesunde Tiere. Auch Pferde, die in der Rangordnung der Herde ganz unten stehen, sind anfälliger als widerstandsfähige, ranghohe Pferde. Ursachen für eine Kolik sind in der Regel plötzliche Futterumstellung, zu viel Stroh bei zu wenig Bewegung und Flüssigkeit, zu viel Kraftfutter oder zu wenig Heu. Oft nimmt das Pferd auch in zu kurzer Zeit zu große Futterrationen auf. Zu kaltes Wasser sollte ebenfalls vermieden werden. Das für das Pferd ausgewählte Kraftfutter sollte sich nach der Rasse, dem Alter und der normalerweise stattfindenden körperlichen Belastung des Pferdes richten. Gefährlich wird es für dein Pferd, wenn die Futterqualität nicht einwandfrei ist. Schimmel im Futter ist absolut Tabu. Heu und Getreide müssen immer adäquat gelagert werden. Angefaultes oder stark verschmutztes Saftfutter sollte nicht gefüttert werden. Stroh mit einem hohen Windhalmanteil oder gähriges Gras sind nicht geeignet für Pferde. Regelmäßige Fütterung von kleinen Portionen mindestens 3-mal am Tag, besser öfter. Pferde sollten nie länger als 4 Stunden ohne Raufutter aushalten. Ideal ist ein ständiger Zugang zu Raufutter. Immer Heu vor dem Kraftfutter füttern, um den Magen-Darmtrakt des Pferdes optimal vorzubereiten. Immer ausreichend Wasser zu Verfügung stellen (ein Pferd braucht ca. 50 Liter am Tag, manchmal mehr) Kein kurz gehäckseltes Heu, Gras oder Stroh füttern. Zahnkontrollen (mind. 1x jährlich). Nicht zu lange auf abgefressenen Weiden stehen lassen (vermehrte Sand- / Erdaufnahme). Regelmäßige Kotproben und bei Bedarf Entwurmung. Ausreichende Bewegung. Kolik-Prävention durch Fütterungsanpassung Eine Neigung zu Kolik gibt es im Prinzip bei Pferden nicht. Pferdehalter können aktiv dazu beitragen, die Gefahren einer Kolik zu reduzieren oder im Idealfall komplett zu vermeiden. Wichtig ist eine einwandfreie Weide mit einem geeignetem Gras-Kräuter-Gemisch sowie sorgfältiges Anweiden. Vermeide blähendes Futter wie sehr junges Grünfutter, viele Leguminosen wie Klee oder Luzerne in der Ration, Kohl oder zu große Mengen Äpfel und Brot. Achte darauf, nicht zu viel Kleie oder Nachmehle zu füttern - diese können Darmsteine verursachen. Wichtig ist auch, dass du Rübenschnitzel nur gemäß Herstellerempfehlung einweichst und verfütterst. Eine gute Wahl sind hier z.B. die zuckerreduzierten Pavo SpeediBeet oder Pavo FibreBeet. Unterstütze darüber hinaus die Darmfunktion deines Pferdes mit speziellem Ergänzungsfutter wie z.B. Pavo GutHealth. Die 100% natürlichen Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass die gesunden Bakterien im Dick- und Dünndarm optimal ernährt werden. Beispiel Fütterung Salzleckstein zur freien Verfügung. Im Sommer Weidegang auf einer guten Weide (ohne Giftpflanzen). Im Winter gutes Heu (ohne Schadstoffe oder Giftpflanzen) zur freien Verfügung, gern auch durch eine Winterweide ergänzt. Gutes Strukturmüsli auf mehrere Portionen am Tag verteilt. Das Strukturmüsli sollte viele natürliche Vitalstoffe, kalt gepresste Öle oder Ölsamen, Kräuter und Bierhefe enthalten. Zur Belohnung ab und zu ein Leckerli oder ein Stück Obst und Gemüse ist völlig in Ordnung. Achtung: Pferde vertragen das Futter auf unterschiedliche Art. Das Beispiel soll daher nur eine Anregung sein. Die Fütterung muss selbstverständlich individuell auf die Bedürfnisse deines Pferdes angepasst werden. Lass dich hier am besten von unseren erfahrenen Pavo Futterspezialisten beraten.
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Fütterung und Gesundheit
Gesunde Heilkräuter und Pflanzen für Pferde
Seit Jahrtausenden gehören Kräuter zur gesunden Pferdefütterung. Aber wir Pferdebesitzer stehen vor Herausforderungen – Monokulturen auf der Weide und Schadstoffe in der Luft machen es uns nicht einfach, die richtigen und gesunden Pflanzen für unser Pferd zu finden. Wir greifen immer öfter auf synthetische Ergänzungsmittel zurück. Die wichtigen und natürlichen Hilfsmittel finden sich aber auch immer noch in der Natur. Und außerdem macht das Pflücken von Pflanzen und das Zubereiten in der eigenen Küche doch am meisten Spaß. Du kannst deinem Pferd ganz einfach etwas Gutes tun und das teilweise sogar mit Kräutern aus dem eigenen Garten. Gesunde Kräuter als Ergänzung zum Futter Der gesunde, grüne und natürliche Trend macht auch vor unseren tierischen Begleitern nicht halt. Inspirationen können wir ganz einfach bei den wilden Verwandten unserer Pferde finden. Seit Jahrtausenden vertrauen Wildpferde auf die Natur mit einer Diät voller Beeren, Kräutern, Blüten und Rinden. So stellen sich die Wildpferde ein ganzes Orchester an Nährstoffen zusammen. Auch wir haben die natürliche Kraft von Kräutern und Blüten für unsere Pferde wiederentdeckt. Bunte Kräutermischungen, die wir im Sommer unter das Heu mischen und warme Kräutertees, die im Winter die Atemwege freihalten, haben schon längst den Weg zurück in den Stall gefunden. Was du bei der Fütterung von Kräutern beachten solltest Wichtig ist natürlich, dass du grundsätzlich auf eine ausgewogene Ernährung für dein Pferd achtest. Am besten fütterst du eine auf dein Pferd abgestimmte Kräutermischung als Kur, um einen bestmöglichen Effekt erzielen zu können. Üblicherweise dauert die Kräuterkur 1 bis 3 Monate. Es gibt aber auch Kräuter, die für eine dauerhafte Fütterung geeignet sind. Achte bei der Auswahl der Kräuter auf eine gute Qualität und wähle die passenden Kräuter für das jeweilige Einsatzgebiet. Des Weiteren gilt es die richtige Dosis und Anwendungsdauer einzuhalten. Ob einzelne Kräuter oder Kräutermischungen sinnvoller sind, kommt auch wieder ganz auf den Anwendungsbereich an. Bei Arthrose hat sich beispielsweise die Fütterung der reinen Teufelskralle bewährt. Bei Husten wiederum sind Mischungen aus schleimlösenden Kräutern deutlich effizienter als Einzelkräuter. Achtung: Es gibt auch Kräuterkombinationen, die sich in ihrer Wirkung aufheben oder sogar einen negativen Effekt hervorrufen. Auch bei einer zu hohen Dosierung kann es zu Nebenwirkungen kommen. Verzichte daher auf ein willkürliches Füttern von Kräutern und eigne dir im Vorfeld ein gesundes Kräuterwissen an. Kräuter können zwar keine notwendige medizinische Versorgung deines Pferdes ersetzen. Aber in Absprache mit deinem Tierarzt kann der gezielte Einsatz von Kräutern langfristig die Medikamenteneinnahme reduzieren oder sogar ganz ersetzen. Dies ist vor allem bei chronischen Erkrankungen ein Vorteil. Soweit keine Unverträglichkeiten gegen bestimmte Kräuter bekannt sind, kann dein Pferd eigentlich mit jedem gesunden Kraut gefüttert werden. Die Kräuter sollten allerdings nach dem Bedarf und dem Anwendungsbereich ausgewählt werden. Wir Menschen nehmen ja auch nicht irgendwelche Naturheilmittel zu uns, sondern wählen diese danach aus, welches Problem wir damit lösen möchten. Du bist dir unsicher, welche Kräuter in welchen Mengen für dein Pferd in Frage kommen? Dann halte hierzu am besten Rücksprache mit deinem Tierarzt oder kontaktiere unsere Pavo FütterungsBeratung. Bei jeglichen Fütterungs- und Haltungsfragen helfen wir dir gerne weiter. Was macht Kräuter für dein Pferd so besonders?  Die meisten Kräuter haben eine besondere Wirkung und können so bei speziellen Problemen helfen. Werden Kräuter gezielt gefüttert, können sie dein Pferd stärken und sein Wohlbefinden deutlich verbessern. Zudem können Kräuter optimal im Verdauungstrakt des Pferdes verwertet werden. Deswegen kann es durchaus sehr sinnvoll sein, Pferdekräuter zu füttern. In der Natur finden sich viele gesunde Pflanzen und Kräuter. Aber es gibt mindestens genauso viele Giftpflanzen in der Natur, die deinem Pferd Schaden zufügen können. Als Sammler musst du unbedingt Heil- und Giftpflanzen sicher voneinander unterscheiden können. Daher ist es auch ratsam, bei Unsicherheit mit deinem Tierarzt Rücksprache zu halten oder auf gesunde Kräutermischungen aus dem Fachhandel zurückzugreifen. Neben Kräutermischungen findest du auch schmackhafte Kräutermüslis, die du deinem Pferd als vollwertiges Kraftfutter füttern kannst. Diese bestehen aus einer sorgfältig ausgewählten Variation an wertvollen Kräutern, kombiniert mit Luzerne und hochwertigen Energieträgern wie Soja- oder Leinsamenöl. Kräutermüslis fördern die Gesundheit deines Pferdes und unterstützen sein Immunsystem. Ist das gewählte Kräutermüsli dazu noch sehr strukturreich, wird zusätzlich eine gesunde Verdauung deines Pferdes unterstützt sowie ein natürliches Fressverhalten gefördert. Kräutermüslis sind also ideal, wenn du deinem Pferd auf natürliche Weise neben ausreichend Raufutter noch etwas Gutes tun möchtest. Achte bei der Auswahl des Müslis darauf, dass mindestens 3% Kräuter pro Kilogramm im Futter enthalten sind. Erst ab dieser Menge können die Kräuter nachweislich ihre positive Wirkung entfalten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe gesunder Kräuter Gesunde Kräuter bieten deinem Pferd ein ganzes Sammelsurium an Nährstoffen. Sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, wie zum Beispiel Flavonoide oder Carotinoide, die antioxidativ wirksam sind. Diese Stoffe binden Schadstoffe im Körper und stärken somit das Wohlbefinden deines Pferdes. Auch ätherische Öle wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Sie fördern den Auswurf bei Husten, regen die Durchblutung an und wirken entkrampfend. Bitterstoffe sind in vielen Kräutern, Pflanzen und Lebensmitteln zu finden. Sie wirken entschlackend und entgiftend auf den Körper. Ferner fördern Bitterstoffe die Verdauung und regen die Bildung körpereigener Flüssigkeiten an. Ein weiterer, wichtiger Bestandteil verschiedener Kräuter und Pflanzen sind die Gerbstoffe. Diese hemmen die Zersetzung von Gewebe und haben eine entzündungshemmende Wirkung. Außerdem binden Gerbstoffe Schwermetalle und Gifte im Körper. So gehören sie mit zu den wichtigsten und gesündesten Inhaltsstoffen einer Pflanze. Die bekanntesten Kräuter und Pflanzen für Pferde und ihre Wirkung  Auf der Weide oder auf einem Ausritt durch die Natur findest du viele verschiedene Kräuter und Pflanzen. In der nachfolgenden Übersicht zeigen wir dir bekannte Heilkräuter und Heilpflanzen, die du in der Natur finden, im eigenen Garten anpflanzen oder in jedem Fachhandel kaufen kannst.  Birke Bei Allergikern gefürchtet, können die Blätter des 20-30m hohen Birkenbaums mit weißer Rinde den Pferden jedoch eine gute Unterstützung bieten. Die harntreibenden Wirkstoffe regen die Nierentätigkeit an. Dadurch wird die körpereigene Entgiftungsfunktion unterstützt. Gifte und schädliche Stoffwechselprodukte können so besser über die Nieren ausgeschieden werden  Wichtig: Verwende Birkenblätter nur als Kur und sorge während der gesamten Zeit für eine ausreichende Wasserzufuhr bei deinem Pferd. So können die gelösten Toxine aus dem Körper ausgeschieden werden. Die Birke bietet sich aber auch bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege sowie bei schuppiger Haut und Ekzemen an. Brennnessel Die Brennnessel ist wohl mit eines der bekanntesten Kräuter, die du so gut wie überall finden kannst. Im Garten oftmals als lästig empfunden, lieben Pferde die getrockneten Blätter der Brennnessel. Sie ist ein erstaunliches Kraut und verfügt über eine wahre Fülle der wichtigsten Mineralien und Nährstoffen. Die Früchte enthalten viel Vitamin E. Außerdem speichert sie eine hohe Menge an Eisen, Calcium, Kalium, Magnesium, Vitamin A und C. Sie wirkt unterstützend bei der Bildung roter Blutkörperchen und regt den Verdauungstrakt an. Bei der Ernte von Brennnesseln ist allerdings Vorsicht geboten: Am besten trägst du dabei Handschuhe, um dich vor den Brennhärchen der Pflanze zu schützen. Getrocknet kannst du das Kraut zu Tee oder Leckerlis weiterverarbeiten oder ganz einfach unter das Heu mischen. Echinacea Echinacea (auch „Roter Sonnenhut“ genannt) stammt ursprünglich aus Amerika und ist inzwischen auch hierzulange wegen seiner Abwehrkraft stärkenden Wirkung nicht mehr wegzudenken. Das Kraut hat eine entzündungshemmende, immunstärkende und infektionslindernde Wirkung. Es hilft, den Körper zu entsäuern und senkt das allergene Potential. Verwendet wird in der Regel das ganze Kraut, also Stängel, Blätter und Blüten. Vor allem bei einem geschwächtem Immunsystem, erhöhtem Infektionsdruck sowie bei Erkrankungen der Atemwege kommt Echinacea bei Pferden unter allen Heilpflanzen am häufigsten zum Einsatz. Es steigert die Anzahl und die Aktivität der Abwehrzellen und wirkt darüber hinaus antiinfektiös, antiviral und entzündungshemmend. Fenchel Ursprünglich stammt Fenchel aus Südeuropa und Asien, wird heute aber weltweit als Gewürz- und Heilpflanze genutzt. Die charakteristisch duftenden Früchte werden im Spätsommer mit den Dolden geerntet und darin getrocknet. Fenchel liefert verschiedene Inhaltstoffe wie ätherisches und fettes Öl sowie Flavonoide. Aufgrund seiner krampflösenden und entblähenden Eigenschaften wird Fenchel bei Pferden oft bei Verdauungsstörungen und verschleimten Atemwegen eingesetzt.   Hagebutte Die typisch roten Beeren sind nicht nur ein wahrer Vitamin C-Booster, sondern enthalten gleich eine ganze Vitaminsammlung: Vitamin E, Vitamine des B-Komplexes, Vitamin A, Carotinoide und das so wichtige Vitamin K1. Außerdem sind Hagebutten reich an Fruchtsäuren und ungesättigten Fettsäuren. Damit die Fettsäuren allerdings verwertet werden können, müssen die Kerne zuvor gemahlen werden. Die Fettsäuren sorgen für mehr Glanz im Fell. Pferde, die mit Hagebutten regelmäßig gefüttert werden, zeigen zudem ein deutlich besseres Hufwachstum. Das liegt u.a. an der besseren Durchblutung der Huflederhaut und dem dadurch verbesserten Zellstoffwechsel, denn die enthaltenen Antioxidantien schützen die Membrane der roten Blutkörperchen.   Kamille Die Kamille blüht von Mai bis September. Ihr Erkennungszeichen ist der einzigartige Geruch. Die Kamillenpflanze wächst besonders gerne auf Brachland und Schuttplätzen, aber auch auf Ackern findest du vereinzelt die kleinen, weißen Blüten. Warmen Kamillentee kennen wir vor allem in der Erkältungszeit. Aber auch für unsere Pferde ist die Pflanze ein perfektes Kraut, denn die Kamille enthält viele ätherische Öle und Schleimstoffe. Sie wirkt entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend. Teemischungen mit Kamille können deinem Pferd bei Magen-Darm-Beschwerden, nervöser Unruhe und Blähungen helfen. Leinsamen Leinsamen finden sich in der Frucht der Leinpflanze, die zwischen Juni und August blüht. Oft wird der Lein, der auch Flachs genannt wird, gezielt gepflanzt. Deswegen wirst du die Leinpflanze eher selten in der Natur finden. Schleimstoffe und Fettsäuren machen die Leinsamen zu einem sogenannten Superfood. Diese Inhaltsstoffe helfen vor allem bei Magen-Darm-Problemen sowie Entzündungen und wirken sich positiv auf das Immunsystem aus. Leinsamen eignen sich besonders als Zusatz zum Futtermittel. Auch in vielen Futtermischungen sind Leinsamen als Inhaltsstoff enthalten. Löwenzahn Neben der Brennnessel ist der Löwenzahn eine der bekanntesten und auch ältesten Pflanze, die ab dem Frühjahr auf Wiesen, Weiden und Wegrändern zu finden ist. Charakteristisch sind die gelben Blüten und die besonders geformten Blätter. Da Löwenzahn reich an Bitter- und Schleimstoffen ist, ist frischer Löwenzahn im Geschmack nicht bei allen Pferden beliebt. Ab Mai kann er dann auch geerntet und getrocknet werden. Er wirkt harntreibend und soll durch die verschiedenen Inhaltsstoffe bei ausgewogener Anwendung das Immunsystem stärken. Auch bei Verdauungsproblemen wird der Löwenzahn gerne angewendet, da die Bitterstoffe die Sekretion der Magen-Darm-Säfte anregen soll. Mariendistel Die Mariendistel kann bis zu 1,5m hoch wachsen, besitzt einen aufrechten, verzweigten Stängel und endet in einer wunderschön lilafarbigen Blüte. Diese blüht von Juni bis September. Das Silymarin in den Samen der Mariendistel gilt als leberschützend, leberstärkend und entgiftend. Außerdem wird auch der Gallenfluss angeregt. In erster Linie dient die Mariendistel somit der Entgiftung von Leber, Galle und Milz. Deshalb wird sie auch häufig bei Pferden mit Stoffwechselproblemen eingesetzt. Es heißt, sie unterstützt die Zirkulation. Als wirksame Bestandteile gelten sowohl das blühende Kraut als auch die Frucht. Die Mariendistel enthält Gerbstoffe, fettes Öl, Bitterstoffe, biogene Amine, Eiweiß, Thyramin, Histamin, Agmatin und natürlich Silymarin. Da die Mariendistel durch ihre Dornen gut geschützt ist, meiden Pferde die frische Pflanze. Minze Das Aroma der Minze ist in Kräutergärten sehr beliebt und auch Pferde schätzen den besonderen Geschmack als Zugabe in ihrem Futter oder als Leckerli. Das ätherische Öl ist der Hauptbestandteil der Pflanze. Es macht das Futter verdaulicher und beruhigt Magen und Darm. Minze kann getrocknet oder auch frisch gefüttert werden. Genau wie die Kamillenblüten sind die Pfefferminzblätter eine geeignete Beigabe für eine Kräuterteemischung.   Salbei Der aromatisch riechende Halbstrauch wird bis zu 70 cm hoch und blüht von Mai bis Juni. Die wirksamen Inhaltsstoffe von Salbei befinden sich in den filzigen Blättern. Neben ätherischen Ölen enthalten sie Gerbstoffe, Bitterstoffe, Steroide und Flavonoide. Die Inhaltsstoffe von Salbei wirken vor allem antibakteriell, sekretionsfördernd, schweißhemmend und entzündungshemmend. Daher kommt Salbei vor allem bei Pferden zum Einsatz, die unter chronischen, nicht infektiösen Atemwegserkrankungen oder Entzündungen der Schleimhäute leiden. Salbei kann entweder getrocknet oder als Tee zubereitet eine echte Wohltat für dein Pferd sein. Schafgarbe Auf den Wiesen und an Wegrändern ist die Schafgarbe mit den staudenförmigen Blüten im Sommer zu finden. Zwar wird das Kraut oft als Unkraut bezeichnet, aber die Schafgarbe besteht zum Großteil aus ätherischen Ölen, die antientzündlich und krampflösend wirken. Bei der Weiterverarbeitung wird das gesamte Kraut genutzt. Verzichte dabei aber auf die Wurzel. Besonders beliebt ist die Schafgarbe in einer Kräuterteemischung, die zugleich auch appetitanregend für dein Pferd wirken kann. Wichtig: Das Pflücken von Schafgarbe kann zu Hautreizungen führen, daher trage unbedingt Handschuhe und vermeide den direkten Hautkontakt mit der frischen Pflanze. Spitzwegerich Überall auf Wiesen und Waldrändern ist der Spitzwegerich zu finden. Das Kraut erkennst du besonders gut an der charakteristischen, ährenförmigen Blüte, die etwa ab Mai sichtbar wird und im Laufe des Monats blüht. Vor allem die Blätter und Wurzeln der Pflanze eignen sich für die Weiterverarbeitung. Der Spitzwegerich enthält viele Schleimstoffe und Mineralsalze. Durch diese Inhaltsstoffe hat das Kraut eine schleimlösende Wirkung und beruhigt die Atemwege des Pferdes. Außerdem besitzt er einen besonderen Geschmack und kann appetitlose Pferde wieder zum Fressen animieren. Teufelskralle Die Teufelskralle gilt im Allgemeinen als eine sehr verträgliche Heilpflanze und ist daher auch zum dauerhaften Verzehr eignet. Zu den Hauptwirkstoffen zählen Bitterstoffe, Zimtsäure und Flavonoide. Diese bringen entzündungshemmende, schmerzlindernde Eigenschaften mit sich und führen zu einer positiven Wirkung auf die Verdauung. Aus diesem Grund wird Teufelskralle überwiegend bei Arthrose, Gelenk-, Sehnen- und Verdauungsproblemen bei Pferden eingesetzt.   Thymian Auch ein duftender Thymianstrauch findet sich häufig im Kräutergarten. Neben seinem typischen Duft erkennst du den Thymianstrauch auch an den schmalen und eingerollten Blättern, die an der Unterseite behaart sind. Der Thymian blüht von Mai bis Oktober. Hauptbestandteile des Thymians sind verschiedene ätherische Öle. Diese helfen besonders bei Atemwegsbeschwerden. Wenn dein Pferd zum Beispiel an chronischem Husten leidet, ist ein Tee mit Thymian eine gute Wahl. Achte darauf, den Thymian nur in kleinen Mengen und nicht dauerhaft zu verfüttern, denn zu viel der ätherischen Öle können die Schleimhaut von Magen und Darm reizen. Walnuss In der Kräuterkunde für Pferde sind Walnussblätter von jeher bekannt und werden vielfach sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet. Als heilkräftige Pflanzenteile werden im Juni die frischen Blätter, im Juni und Juli die unreifen Früchte und im September die reifen Früchte geerntet. Sie enthalten einen hohen Anteil an Gerbstoffen, Bitterstoffen, Flavonoiden, ätherischen Ölen und fetten Ölen sowie eine hohe Konzentration an Vitamin C. Die Blätter des Walnussbaums haben eine entzündungshemmende Wirkung und werden daher bei Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut, bei Wurmbefall, bei Leberstörungen oder Entzündungen der Lymphknoten eingesetzt. Sie reinigen das Blut und bauen den Stoffwechsel auf. Weißdorn Die Pflanze wächst an einem bis zu 8m hohen Strauch mit kleinen, weißen Blüten und blüht von Mai bis Juni. Im Weißdorn finden sich sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Gerbstoffe. Dem Weißdorn wird nachgesagt, dass er den Stoffwechsel des Pferdes ankurbelt. Gerade bei älteren Pferden kann die Pflanze die Durchblutung fördern und das Herz-Kreislauf-System unterstützen.   Allgemeiner Hinweis: Für manche Kräuter und Pflanzen wird eine Karenzzeit vorgeschrieben. Wenn du an Turnieren und Wettkämpfen teilnehmen möchtest, informiere dich daher bitte vor einer Kräuterfütterung, ob und welche Karenzzeiten gemäß den Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eingehalten werden müssen. Öle, Leckerlis und Tees – was du mit Kräutern machen kannst  Die richtige Trocknung und Lagerung ist entscheidend! Trockne die Kräuter zunächst an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort. Die Kräuter hierzu luftig und nicht zu dickschichtig verteilen, sonst besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Kräuter und Pflanzen haben nach einer sorgfältigen Trocknung eine Haltbarkeit von ca. 1 Jahr. Bewahre diese nach der Trocknung am besten in einer luftdichten, wiederverschließbaren Verpackung auf. So behalten die Kräuter ihr duftendes Aroma und sind vor Feuchtigkeit geschützt. Du hast vielfältige Möglichkeiten, die Kräuter zu verarbeiten und neben der klassischen Reinfütterung für dein Pferd schmackhaft zuzubereiten. Aus Kräutern Öle herstellen Mit einer Kräutermischung von 200 bis 300g und etwa 1 Liter Pflanzenöl wird ein Kaltauszug hergestellt. Für dieses Rezept eignen sich besonders die Kräuter, die einen hohen Anteil an ätherischen Ölen besitzen. In einem luftdichten Gefäß vermengst du das Öl mit der Kräutermischung. Die Mischung muss 3 bis 4 Wochen bei Raumtemperatur ziehen. Für ein optimales Öl wird das Gefäß einmal am Tag kräftig geschüttelt. Nach 4 Wochen ist das Öl fertig. Gib deinem Pferd bei Bedarf dann einen Schuss Kräuteröl über sein Futter. Es eignet sich besonders für Pferde, die einen Extra Kick Energie benötigen oder sehr wählerisch beim Fressen sind. Kräuter für gesunde Leckerlis Die im Sommer gesammelten Kräuter können perfekt zu Leckerlis verarbeitet werden und als eine gesunde Belohnung für zwischendurch und im Winter verfüttert werden. Besonders in der kalten Jahreszeit brauchen Pferde zusätzlich Vitamine und Mineralien zur Stärkung des Immunsystems. Und schmecken soll es ja schließlich auch! Gesunde Leckerlis sind ganz einfach und schnell selbst zubereitet: Das Grundrezept besteht aus: 1 Paket Haferflocken (500g) Etwas Wasser 1 TL Honig 2 - 3 EL Zuckerrübensirup Wahlweise kannst du hinzufügen: 2 geriebene Äpfel oder 2 – 3 geriebene Möhren Kräuter oder Kräutermischungen nach Bedarf hinzufügen (z.B. Echinacea, Brennnessel, Hagebutte, Anis, Thymian, Salbei, Spitzwegerich oder Fenchel) Zubereitung: Alle Zutaten verrühren bis ein klebriger Brei entsteht. Die Masse klecksweise auf ein gefettetes Backblech geben und bei ca. 180 – 200 Grad für ca. 30 Min. backen, bis die Kekse braun und fest sind. Abkühlen lassen und deinem Pferd als Leckerchen für zwischendurch servieren. Je nach Pferd und Bedarf kannst du dir deine Kräuterkekse individuell und bedarfsgerecht zusammenstellen. Heißer Tipp – warme Kräutertees Die meisten Pferde lieben warmen Tee. Diese wirken schleimlösend, beruhigend und halten im Winter warm. Für den perfekten Tee gießt du 3 bis 6 EL einer Kräutermischung mit heißem, aber nicht kochenden Wasser auf. Der Tee muss 10-15 Min. ziehen, dann ist er zum Verzehr bereit.
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Fütterung und Gesundheit
EMS bei Pferden
Ist ein Pferd zu dick, kann dies das Risiko auf die Entstehung von sogenannten Wohlstandkrankheiten erhöhen. Diese Art von Erkrankungen werden auch Zivilisationskrankheiten genannt, weil sie nur bei Pferden in menschlicher Obhut auftreten. Starkes Übergewicht belastet den gesamten Organismus der Pferde. Immer häufiger wird als Folge von starkem Übergewicht auch das Equine Metabolische Syndrom, kurz EMS, bei Pferden diagnostiziert. EMS ist ein klinisches Syndrom, welches den Stoffwechsel des Pferdes wesentlich stört und zu den heutigen Wohlstandskrankheiten gezählt wird. Warum erkranken Pferde heutzutage häufiger an Wohlstandskrankheiten? Ursprünglich waren Pferde in Herden lebende Steppentiere, die ihren Alltag mit der Suche nach Futter verbrachten. Die Umgebung bot oft nur karges, faserreiches Futter. Selten fanden Pferde in der freien Wildbahn energiereiches Futter wie frisches Obst oder Getreide. Sie mussten daher täglich weite Strecken zurücklegen, um genügend Futter zu finden. Die Domestizierung veränderte die Lebensweisen der Pferde. Zunächst wurden sie als Lasten-, Zug- oder Reitpferde genutzt und benötigten für ihre tägliche Arbeit mehr Energie. Neben ausreichend Raufutter wurde der erhöhte Bedarf mit energiereichem Getreide wie Hafer gedeckt. Im Laufe der Zeit sank jedoch das Arbeitspensum der Pferde und die Arbeit wurde weniger anstrengend. Heutzutage sind Pferde überwiegend der beste Freizeitbegleiter des Menschen. Mit Ausnahme der Hochleistungssportler müssen Pferde in Europa eigentlich keine schweren Arbeiten mehr leisten. Sie haben aufgrund der veränderten Haltungsbedingungen somit viel weniger Bewegung, stehen aber auf reichhaltigen Weiden und bekommen zusätzlich Energie über das Kraftfutter. Hierdurch gerät der Energiehaushalt der Pferde schnell aus den Fugen – sie nehmen an Gewicht zu und leiden häufig an Übergewicht. Bereits Übergewicht zählt zu den Wohlstandskrankheiten und begünstigt die Entstehung weiterer Wohlstandskrankheiten, wie EMS. EMS bei Pferden – Definition und Ursachen EMS ist die gängige Abkürzung für das Equine Metabolische Syndrom, eine häufig diagnostizierte Wohlstandskrankheit bei Pferden. EMS ist eine Stoffwechselerkrankung und wird als Symptomkomplex definiert. Ein Auslöser dieses Symptomkomplexes kann starkes Übergewicht bei Pferden sein, welches durch ein Ungleichgewicht in der Fütterung und Haltung entsteht: zu viel Energie aus dem Pferdefutter und zu wenig Bewegung. Davon sind besonders häufig Robustpferde- und Ponyrassen wie z.B. Islandpferde oder Shetlandponys betroffen. Die leichtfüttrigen Pferderassen sind in ihren Ursprungsländern karges Futter gewöhnt und benötigen in ihrer täglichen Fütterung viel weniger Energie als andere Pferderassen. Bei gesunden Pferden mit einer bedarfsgerechten Fütterung und ausreichend Bewegung steigt der Glukosespiegel bzw. Blutzucker bei der Futteraufnahme an und wird durch das Hormon Insulin aber wieder schnell gesenkt. Dabei werden die Zuckermoleküle (Glukose) aus dem Blut in die Zellen transportiert und als Energie während einer körperlichen Anstrengung verarbeitet. Starkes Übergewicht und fehlende Bewegung beeinträchtigen diesen Glucosestoffwechsel hingegen negativ. Durch das Futter-Überangebot steigt der Glukosespiegel im Blut deutlich an, was eine erhöhte Insulinausschüttung hervorruft. Hält diese hohe Insulinausschüttung längerfristig an, führt dies zu einer ansteigenden Insulinresistenz in den Zellen. Das Insulin kann somit seine eigentliche Funktion, den Transport von Glukose aus dem Blut in die Körperzellen, nicht mehr (ausreichend) ausführen. Die eingeschränkte Insulineinwirkung auf die Zellen verursacht einen erhöhten Glukosespiegel, so dass ein hoher Glukoseanteil in den Blutgefäßen verbleibt. Dies hat folgende Konsequenzen: Eine hohe Konzentration von Glukose im Blut schädigt langfristig das Gewebe. Diese Schädigung spiegelt sich bei EMS in erster Linie in den Hufen wieder – eine Hufrehe entsteht.   Die Insulinresistenz führt zu erhöhten Insulinausschüttungen und großen Insulinmengen im Blut (Diabetes), welche ebenfalls die Entstehung von Hufrehe begünstigen.   Die überschüssige Energie (Glukose) wird von den Fettzellen aufgenommen. Diese arbeiten insulinunabhängig, so dass die Fettzellen deutlich größer werden als normal. Hierdurch entstehen die für EMS typischen Fettdepots am Mähnenkamm, über den Augen, an der Brust sowie am Nacken.   Durch die Verfettung werden vermehrt Botenstoffe in den Fettzellen gebildet, die zu Entzündungen im ganzen Pferdekörper führen können. Eine häufige Entzündungsform ist hierbei auch wieder die Hufrehe.   Die Schmerzen, verursacht durch Hufrehe oder andere Entzündungen, lösen als Reaktion eine vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Kortisol aus. Dies hat bekanntermaßen eine Verstärkung der Insulinresistenz zur Folge. So entsteht ein scheinbar unaufhaltsamer Teufelskreis. Sorge daher dafür, dass dein Pferd nicht übergewichtig wird und es erst gar nicht in diesen Teufelskreis gelangt. Wichtig ist eine ideale Energiebilanz bei deinem Pferd, d.h. eine optimale Balance zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Du benötigst Hilfe bei der Futter-, Haltungs- und Trainingsumstellung deines dicken Pferdes? Dann empfehlen wir dir unser Pavo InShape Abnehmprogramm. In diesem umfangreichen Programm findest du wertvolle Tipps, die zu einer gesunden und verantwortungsvollen Gewichtsabnahme deines Pferdes beitragen. Natürlich kannst du dich auch persönlich mit unserer Pavo Fütterungsberatung in Verbindung setzen. Wir beraten dich gern und begleiten dich vor, während und nach dem Abnehmprozess deines Pferdes. Hier kannst du gratis das Pavo InShape Programm downloaden und direkt mit dem Abnehmen starten! Sollte dein Pferd bereits erste Anzeichen von EMS zeigen, sind eine genaue Diagnose durch deinen Tierarzt sowie eine schnelle und optimale Behandlung äußerst wichtig. Achtung! Bei einer EMS Erkrankung ist eine medikamentöse Behandlung mit Cortison nicht nur kontraproduktiv, sondern auch schädlich für dein Pferd, denn aufgrund der Schmerzen produziert der Pferdekörper bereits vermehrt Kortisol. Kortisol fördert die Insulinresistenz. Gehe daher gemeinsam mit deinem Tierarzt bei Begleiterscheinungen wie Hufrehe und Diabetes bei deinem übergewichtigen Pferd gut auf Ursachenforschung, bevor mit einer Medikamentengabe gestartet wird. Typische Symptome und Diagnose von EMS bei Pferden  EMS zeigt sich bei Pferden nicht plötzlich, sondern ist eine sehr schleichende Erkrankung. Die Symptome werden besonders in der Anfangsphase schnell übersehen oder nicht richtig erkannt. Darüber hinaus ist EMS ein Symptomkomplex und zeigt daher viele, variierende Krankheitsbilder. Das Risiko einer fehlerhaften oder unvollständigen Diagnose erhöht sich hierdurch. Die Fetteinlagerungen am Mähnenkamm, über den Augen, an der Brust und am Nacken sind für EMS charakteristisch und auffallend. Neben den markanten Fettpolstern können bei EMS die folgenden Symptome auftreten: Leistungsverlust, dein Pferd wirkt müde, träge und verliert an Ausdauer. Muskelabbau durch unzureichende Bewegung, dein Pferd wirkt durch die Fettpolster aber immer noch „gut genährt“. Steife Bewegungen, ähnlich wie beim Kreuzverschlag. Das Fell- und Haarkleid wirkt deutlich stumpfer. Schnelles und starkes Schwitzen, schon bei leichter Arbeit. Vermehrter Flüssigkeitsbedarf kombiniert mit häufigem Urinieren. Steigendes Infektionsrisiko durch den erhöhten Glukosespiegel im Blut. Symptome einer Hufrehe durch den gestörten Glukosestoffwechsel. Kotwasser tritt häufiger auf. Symptome einer Diabetes Typ 2 durch die entstehende Insulinresistenz. Stuten können eine Fruchtbarkeitsstörung aufweisen. Leidet dein Pferd an Übergewicht und zeigt zudem mindestens eins der oben aufgeführten Symptome, solltest du unbedingt deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Diagnose von EMS bei Pferden Die Symptome können auf vielfältige Stoffwechselkrankheiten, Infekte oder Viren hinweisen und müssen nicht immer die Folge von EMS sein. Besonders das Equine Cushing Syndrom (PPID) wird im Anfangsstadium häufig mit EMS verwechselt. Dennoch ist es wichtig, eine EMS Erkrankung in Betracht zu ziehen, wenn dein Pferd an Übergewicht leidet und zudem mindestens ein weiteres EMS typisches Symptom zeigt. Die Diagnose erfolgt über eine Beurteilung der gezeigten Symptome und über bestimmte Blutuntersuchungen. Dabei werden die Blutwerte des Pferdes vor allem auf einen erhöhten Insulin-Spiegel und einen erhöhten Blutfettwert untersucht. Blutuntersuchungen werden auf nüchternen Magen durchgeführt, denn so sind die Insulin- und Glukosewerte am aussagekräftigsten und werden nicht durch den Nährstoffgehalt des Futters verfälscht. Es wird empfohlen, einen Bluttest im Verdachtsfall mindestens einmal innerhalb von 3 Wochen zu wiederholen. Einige Bluttest-Werte werden von unterschiedlichen Faktoren wie die allgemeine körperliche Verfassung, Stress, die Jahreszeit oder andere Krankheiten beeinflusst und können bei einer einmaligen Durchführung falsch interpretiert werden. Vertraue dabei deinem Tierarzt und lasse dir bei der Diagnose Zeit. Behandlung von EMS bei Pferden  EMS bei Pferden ist behandelbar, wenn die ersten Anzeichen des Symptomkomplexes frühzeitig erkannt werden und du mit Geduld und Disziplin die Situation deines Pferdes optimierst. Bei der Behandlung hat eine Optimierung der Fütterungs- und Haltungsbedingungen oberste Priorität. An erster Stelle steht das Abspecken der überflüssigen Pfunde. Unterziehe deinem Pferd aber keine Radikaldiät, sondern lasse die Kilos ausgewogen purzeln. Einen Leitfaden sowie Fütterungs- und Trainingsempfehlungen findest du im Pavo InShape Abnehmprogramm. Biete deinem Pferd ausreichend energiearmes Raufutter, um eine gesunde Verdauung zu fördern. Ergänze das Raufutter mit einem vollwertigem Mineralfutter mit einem sehr geringen Zucker- und Stärkegehalt. Bist du dir über den Energiegehalt deines Raufutters unsicher? Dann führe am besten eine Raufutteranalyse durch. Üblicherweise decken Freizeitpferde ihren Bedarf bereits mit einer ausreichenden Ration an Raufutter und Mineralfutter. Füttere nur zusätzlich ein Kraftfutter, wenn dein Pferd dies auch wirklich benötigt. Wähle dann ein energie- und zuckerarmes Kraftfutter wie Pavo Liga, welches speziell für Robustpferderassen empfohlen wird. Auch das vollwertige Kräutermüsli Pavo Care4Life bietet sich als optimales Kraftfutter für Pferde mit EMS und weiteren Stoffwechselstörungen, wie z.B. Diabetes oder Cushing, an. Das Müsli enthält 11 verschiedene Kräuter und ist besonders strukturreich. Dein Pferd muss länger kauen und der Speichelfluss wird angeregt. Der Energie-, Zucker- und Stärkegehalt ist in diesem Kräutermüsli sehr niedrig. Dein Pferd befindet sich aktiv im Abnehmprogramm und benötigt essentielle Aminosäuren für den Konditions- und Muskelerhalt, aber wenig Energie, Zucker und Stärke? Dann ist die Fütterung von Pavo InShape empfehlenswert. InShape ist ein getreidefreies, vitaminisiertes Müsli, das reich an essentiellen Aminosäuren ist und speziell entwickelt wurde, um dein Pferd beim Abnehmen verantwortungsvoll zu unterstützen. Der Energie-, Zucker- und Stärkegehalt ist besonders niedrig. Füttere nur zusätzlich zum Raufutter ein Kraftfutter, wenn dein Pferd diese Energie auch wirklich benötigt. Wähle dann ein energiearmes Kraftfutter, welches auch für Robustpferderassen empfohlen wird. Üblicherweise decken Freizeitpferde ihren Bedarf an Energie jedoch bereits mit einer ausreichenden Ration an Raufutter. Genau wie bei uns Menschen bilden auch bei Pferden eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung eine ideale Kombination, um die Pfunde langfristig purzeln zu lassen. Biete deinem Pferd daher genügend Auslauf und stelle einen abwechslungsreichen Trainingsplan zusammen. Wie bei der Fütterungsumstellung gilt auch hier: Gewöhne dein Pferd mit Bedacht an die Bewegung. Besonders bei Pferden, die sich vorher kaum bewegt haben und stark übergewichtig sind, ist Geduld ein wichtiger Punkt. Durch das Übergewicht sind das Herz-Kreislauf-System und der Bewegungsapparat bereits belastet. Neue Bewegungsabläufe können dein Pferd schnell überfordern. Am Anfang bieten sich z.B. kurze Spaziergänge an, die pro Woche dann immer um ca. 10 Minuten verlängert werden. Sobald dein Pferd ein paar Kilos verloren hat und wieder fitter wird, kannst du mit ihm einen schönen Ausritt planen, Longiereinheiten integrieren oder ein paar weitere Bodenarbeitsübungen durchführen. 5 Tipps zur Vorbeugung von EMS bei Pferden  Damit es erst gar nicht zu EMS kommt, ist eine optimale Prävention das A und O. Hier sind 5 Tipps, wie du das Risiko von EMS bei deinem Pferd senkst: 1. Raufutter als Grundlage Die tägliche Fütterung deines Pferdes sollte zu 70 bis 100 % aus Raufutter bestehen. Die Rohfasern beschäftigen dein Pferd, stimulieren die Speichelproduktion und sind gut für das gesamte Verdauungssystem. Da sich Pferde den gesamten Tag mit Kauen und Fressen beschäftigen, ist rohfaserhaltiges Raufutter das optimale Futtermittel. Achte dabei auf ein qualitativ-hochwertiges, aber energiearmes Raufutter. Führe unseren Raufutter-Schnelltest durch, wenn du dir über die Qualität deines Raufutters unsicher bist. Ist dein Raufutter nur von mäßiger Qualität, biete deinem Pferd alternativ Raufutterersatzprodukte an. 2. Berücksichtige den tatsächlichen Energiebedarf deines Pferdes Gib deinem Pferd nur zusätzlich ein Kraftfutter, wenn es tatsächlich einen erhöhten Bedarf hat. Sportpferde haben in der Regel einen höheren Energiebedarf als Freizeitpferde. Aber auch dieser Bedarf kann sich je nach Trainingsphase ändern. Behalte hier das Gewicht deines Pferdes immer gut im Blick: verliert es an Gewicht oder nimmt nicht ausreichend an Muskelmasse zu, benötigt es mehr oder ein anderes Kraftfutter. Nimmt es an Gewicht zu, muss die Kraftfuttermenge reduziert oder die Sorte gewechselt werden. Zu viel Energie aus Kraftfutter belastet den Stoffwechsel deines Pferdes. Beachte, dass Robustpferde wie Isländer weniger Energie benötigen. Wenn dein Pferd dennoch Kraftfutter benötigt, biete ihm spezielles, energiearmes Kraftfutter, wie z.B. Pavo Liga, Pavo Care4Life oder Pavo InShape an. 3. Mineralfutter für eine ausgewogene Versorgung Bei einer reinen Raufutter-Fütterung oder geringer Kraftfuttergabe, ist der Zusatz eines vollwertigen Mineralfutters empfehlenswert, um eine optimale Versorgung an wichtigen Vitamine, Mineralstoffen und Spurenelementen sicherstellen zu können. Mit oder nimmt dein Pferd genügend essentielle Nährstoffe auf – ganz ohne zusätzliche Energie. 4. Denke über eine Offenstallhaltung nach Eine Offenstallhaltung im Herdenverband bietet deinem Pferd deutlich mehr natürlichen Bewegungsfreiraum. Die Wege zu den Futter- und Wasserstellen sowie den Unterstellmöglichkeiten sind weiter, so dass dein Pferd – wie früher – täglich längere Strecken zurücklegen muss, als bei einer reinen Boxenhaltung. 5. Bewegung, Bewegung, Bewegung! Bewegung ist für Pferde die Hauptsache. Halte dein Pferd tendenziell eher schlank und fit. Durch Bewegung bleibt dein Pferd agil und setzt nicht so schnell überflüssige Pfunde an. Schon ein paar kleine, tägliche Trainingseinheiten, wie z.B. ein Spaziergang, ein Ausritt oder Lektionen auf dem Reitplatz, bringen dein Pferd in Bewegung und kurbeln den Stoffwechsel an. Und gleichzeitig erlebst du mit deinem Pferd eine schöne, gemeinsame Zeit!
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Fütterung und Training
Pferdefutter bei Weidegang anpassen
Die Frühlings- und Sommermonate sind die typischen „Weidegang-Jahreszeiten“ für Pferde. Wenn die kalte und matschige Zeit überwunden ist, starten die Pferdebesitzer mit der Bewirtschaftung ihrer Pferdeweiden. Und wenn sich das Gras erholt hat und wieder eine widerstandfähige Grasnarbe gewachsen ist, startet die Weidesaison, so dass die Weide den Pferden vor allem als wichtige natürliche Futterquelle dient. Außerdem sorgt der regelmäßige Weidegang für ausreichend arttypische Bewegung, ist ein wichtiger Erholungsbereich und fördert bei Herdenhaltung das soziale Verhalten. Damit dein Pferd eine unbeschwerte Weidesaison genießen kann, ist es wichtig, neben dem richtigen Anweiden deines Pferdes außerdem die Fütterung rechtzeitig dem Weidegang anzupassen. So kannst du bei deinem Pferd Übergewicht, aber auch Nährstoffmängel vorbeugen. Wichtig ist auch zu wissen, dass sich der Nährstoffgehalt des Grases im Laufe des Jahres ändert. Hierdurch können sich die Bedürfnisse deines Pferdes an die Gesamtfütterung schon während der Weidesaison ändern. Benötigt dein Pferd zum Beispiel zu Beginn der Weidesaison kein zusätzliches Futter, so kann sich dies im Laufe der Weidesaison – und besonders zum Ende hin – verändern, da dann auch das Gras nährstoff- und energieärmer wird. Welches Pferdefutter ist bei Weidegang am besten geeignet? Bevor du dich fragst, welches Pferdefutter für dein Pferd während der Weidesaison geeignet ist, solltest du dir außerdem bewusst darüber werden, wie viel „Futter“ dein Pferd bereits mit dem Gras aufnimmt. Besonders das saftig frische Frühjahrsgras hat sehr hohe Nährwerte. Angesichts dessen, das Gras zu 85% aus Wasser besteht, solltest du immer mit den Nährwerten auf Basis der Trockenmasse rechnen. Auf einer Weide mit einer saftigen Grasnarbe frisst ein Pferd von 600kg ungefähr 3-5kg Gras pro Stunde. Wenn du das Wasser abziehst, bleiben somit 450 bis 750g Trockenmasse übrig, die pro Stunde aufgenommen werden. Angenommen dein Pferd bekommt täglich 5 Stunden Weidegang, ergeben sich also durchschnittlich 3kg Futter, welches dein Pferd bereits durch den Weidegang aufnimmt. Es ist ratsam, diese „Gras-Futterration“ bei der Berechnung der zusätzlichen Futterration entsprechend mit einfließen zu lassen. Worauf du bei frischen, jungen Weidegras achten musst: So schön eine grüne und saftige Wiese aussieht, so bringt das reichhaltige Gas auch seine Herausforderungen mit sich. Besonders junges Gras hat einen hohen Zuckergehalt (Fruktan), was in zu großen Mengen den Stoffwechsel deines Pferdes belasten kann. Ein hoher Zuckeranteil im Futter kann vor allem bei zuckerempfindlichen Pferden die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Durchfall, Diabetes, Hufrehe, EMS oder Cushing begünstigen. Zudem gerät bei zu viel Gras die Balance zwischen Energie-Aufnahme und tatsächlichem Bedarf schnell aus den Fugen. Die Folge ist Übergewicht, welches ebenfalls langfristig gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann. Hat dein Pferd schnell ein paar Kilos zu viel auf den Rippen? Dann sorge rechtzeitig für eine Anpassung der Fütterung, Haltung und Bewegung – die 3 wichtigen Säulen für ein gesundes Gewicht deines Pferdes. Begrenze dann z.B. die Weidezeit auf maximal 4 Stunden pro Tag oder nutze einen Maulkorb für dein Pferd, um die Kalorienaufnahme zu reduzieren. Mineralfutter – ein wichtiger Ganzjahreszusatz: Ob Dauerweide oder stundenweiser Weidegang: Generell ist zu beachten, dass unsere Böden mineralstoffärmer und auch artenärmer geworden sind. Hinzu kommt, dass viele Pferde und Ponys vor allem während der Weidesaison wenig oder gar kein Kraftfutter benötigen. Aber Gras (und auch Heu) alleine enthält Vitamine und Mineralstoffe nicht in ausreichender Menge, um den täglichen Bedarf deines Pferdes zu decken. Daher ist es ratsam, Pferde ganzjährig mit Mineralfutter zu versorgen. Besonders empfehlenswert ist Pavo Vital (Pellets) oder Pavo DailyFit (Briketts). Hierbei handelt es sich um getreidefreie Mineralfutter Sorten aus 100% natürlichen Zutaten, die dein Pferd mit genau den Nährstoffen versorgen, die es täglich benötigt: Pavo Vital ist komplett frei von Melasse und Getreide und hat einen sehr niedrigen Zucker- und Stärkegehalt. Es ist besonders gut geeignet für alle futterempfindlichen Pferde und Ponys, die wenig Kraftfutter erhalten und getreide- und zuckerarm ernährt werden müssen. 100 g Pellets täglich decken den gesamten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen eines Großpferdes. Für ein Pony genügen bereits 50 g Pavo Vital Pellets pro Tag. Pavo DailyFit liefert deinem Pferd zusätzlich wertvolle Nährstoffe aus Bierhefe, Kräutern und Blüten, die das allgemeine Wohlbefinden fördern. Es ist optimal geeignet für alle Pferde und Ponys, die viel Zeit auf der Weide verbringen und kein oder nur sehr wenig Kraftfutter neben ihrer Raufutterration erhalten. Die handliche Brikettform ermöglicht dir eine sehr einfache Fütterungsweise, z.B. kannst du das schmackhafte Brikett deinem Pferd einfach auf der Weide aus der Hand füttern. Mit nur einem Brikett pro Tag für ein Großpferd und einem halben Brikett täglich für ein Pony deckst du den kompletten Vitamin- und Mineralstoffbedarf. Gerade wenn Pferde 24 Stunden auf der Weide verbringen, ist es außerdem empfehlenswert, an jede Weide auch einen Salzleckstein anzubringen, an dem sich dein Pferd nach Belieben bedienen kann. Pferdefutter in Abstimmung zum Weidegras wählen: Sollte dein Pferd neben dem Gras und Mineralfutter aufgrund eines erhöhten Bedarfs oder eines zu geringen Grasangebots zusätzliches Kraftfutter benötigen, dann achte bei der Wahl des Kraftfutters auf die entsprechende Ergänzung: was das Gras schon enthält, musst du mit dem Kraftfutter nicht mehr beifüttern. Am besten eignet sich als Futter während der Weidesaison ein zuckerarmes Kraftfutter mit hohem Rohfaseranteil, welches zudem ein niedriges Energie- und Eiweißniveau hat. Besonders empfehlenswert ist Pavo Nature‘s Best, das ballaststoffreiche Müsli mit hohem Strukturanteil für alle Pferde und Ponys, die wenig Energie, Zucker und Stärke benötigen. Dieses Struktur-Müsli enthält wenig Getreide und stattdessen Timotheegras als Grundlage. Timothee ist eine Grassorte mit sehr guten Nährstoffwerten für Pferde. Es hat von Natur aus einen sehr niedrigen Fruchtzuckergehalt. Pferdeweiden sind oft wenig artenvielfältig. Wie wäre es daher, die gräser- und kräuterarme Fütterung mit einem energiearmen, aber dennoch vollwertigem Kräutermüsli, wie das Pavo Care4Life, zu verfeinern? Der Zucker- und Stärkegehalt ist besonders niedrig, dafür ist es mit 11 verschiedenen Kräutern angereichert, welche die Gesundheit deines Pferdes auf ganz natürliche Weise unterstützen. Da dieses Kräutermüsli frei von Getreide, Melasse und Hafer ist, eignet es sich auch für leichtfüttrige sowie stoffwechselerkrankte Pferde. Schon eine kleine Menge des Müslis versorgt dein Pferd mit allen essentiellen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen in organischer Form, die es täglich benötigt. Die hochwertigen Rohfasern und die grobe Struktur regen dein Pferd zum Kauen an und sorgen so für einen guten Speichelfluss sowie lange Fresszeiten. Weitere Pavo Fütterungsempfehlungen: Die erste Nahrungsaufnahme birgt das größte Risiko für Pferde, vor allem bei Pferden, die Hufrehe gefährdet sind. Innerhalb der ersten Stunde ist die Nahrungsaufnahme im Verhältnis am größten. Hierdurch ist die Gefahr, den Darm mit Zucker, insbesondere Fruktanen, zu überladen, am höchsten. Füttere daher deinem Pferd vor dem Weidegang eine Portion Raufutter oder Raufutterersatz. Pavo FibreNuggets oder Pavo HayChunks bieten deinem Pferd eine ausgewogene Menge an Raufutter und verringern gleichzeitig die Futteraufnahme von frischem Gras auf der Weide. Auch eingeweichte, zuckerarme Rübenschnitzel, wie Pavo SpeediBeet oder Pavo FibreBeet eignen sich dazu. Die Geschwindigkeit, mit der das aufgenommene Gras den Darm dann passiert, verlangsamt sich und es bleibt mehr Zeit für die Absorption des aufgenommenen Zuckers im Dünndarm. Dies kann das Risiko auf Verdauungsprobleme reduzieren. Was du bei einer Fütterung bei Weidegang auch berücksichtigen solltest Es hängt von mehreren Faktoren ab, ob neben dem Weidegang eine zusätzliche Fütterung bei deinem Pferd erforderlich sein kann. Beschaffenheit & Größe der Pferdeweide: Sowohl mit der Beschaffenheit als auch der Größe deiner Weide steht und fällt, ob und wieviel Futter dein Pferd neben dem Gras benötigt. Hierbei wird auch in verschiedene Weidetypen unterschieden. Weide Typ A: Saftig grüne, artenreiche Grasweide mit dichter Grasnarbe und ausreichend qualitativem Nachwuchs des Weidegrases. Bei diesem Weidetypen handelt es sich in der Regel um sehr reichhaltiges Gras. Bei den meisten Pferden, denen dieser Weide Typ als 24-Stunden-Fütterung zur Verfügung steht, ist – neben der Zugabe von Mineralfutter – keine weitere zusätzliche Fütterung nötig. Achte bei einer saftigen Weide aber unbedingt darauf, dass dein Pferd z.B. bei einem 24-Stunden-Weidegang nicht zu dick wird oder es Probleme mit der Verdauung bekommt. handle hier rechtzeitig, indem du den Weidegang, bzw.die Grasaufnahme einschränkst. Weide Typ B: Weide mit kargem und spärlichem Grasbewuchs, eventuell mit Kahlstellen und nicht flächendeckender Grasnarbe. Bei diesem Weidetypen handelt es sich in der Regel um weniger reichhaltiges Gras. Berücksichtige bei einer 24-Stunden-Fütterung bei diesem Weidetypen auch den Energiebedarf deines Pferdes. Neben der Mineralfutter-Zugabe kann eine zusätzliche Fütterung mit Kraftfutter und/oder Raufutter erforderlich sein, um mögliche Weidegras-Defizite auszugleichen. Nährstoffreiche, saftig grüne Grasweiden Typ A sind ideal für schwerfüttrige Pferde und Sport- und Zuchtpferde, die einen hohen Energiebedarf haben. Hingegen eignen sich Typ B Weiden mit kargem, spärlichem Grasbewuchs eher für leichtfüttrige Pferde, die schnell zu dick werden und somit von Natur aus einen geringeren Energiebedarf haben. Relevant ist auch, wie viele Pferde sich eine Weidefläche teilen müssen. Eventuell sind bei kleinen Weideflächen oder zu vielen Pferden pro Weide saftig grüne Wiesen schnell abgegrast, so dass sich der Weide Typ A auch in Weide Typ B ändern kann und eine Zusatzfütterung im Laufe der Weidesaison nötig wird. Dauer des Weideaufenthaltes: Grasende Pferde sind zufriedene Pferde! Daher solltest du die Weidesaison für dein Pferd ausnutzen und ihm die leckere Beschäftigung so lang wie möglich gönnen. Das Grasen sorgt nämlich nicht nur für Beschäftigung, sondern auch für eine natürliche Sättigung. Passe den Weidegang am besten immer auf den aktuellen Konditionszustand deines Pferdes an. Für adipöse Pferde, die einen Body Condition Score von 7-9 aufweisen, ist ein langer Weidegang mit viel Gras beispielsweise nicht empfehlenswert, da sie so zu viel Energie und Zucker aufnehmen. Dein Pferd sollte in diesem Fall seinen Bedarf an Raufutter bevorzugt durch eine angepasste Menge Heu decken. Achte darauf, dass dein Heu einen niedrigen Zuckergehalt hat. Du bist dir unsicher, welche Nährstoffzusammensetzung dein Heu hat? Dann führe am besten einen Raufutter-Test durch, um den Energie-, Eiweiß- und Zuckergehalt deines Heus bestimmen zu lassen. Um deinem adipösen Pferd außerdem ausreichend Auslauf und Abwechslung zu ermöglichen, wäre die Gesellschaft mit anderen leichtfüttrigen oder zu dicken Pferden auf dem Paddock ideal. Wie heißt es immer so schön – vor allem während einer Diät? Geteiltes Leid ist halbes Leid.  Warte mit der Begrenzung von Gras nicht zu lange. Auch wenn dein Pferd „nur ein bisschen“ zu mollig ist, solltest du die Graszufuhr schon begrenzen, um starkes Übergewicht zu vermeiden. Ziel ist immer der Erhalt eines Idealgewichtes. Um die Grasaufnahme einzuschränken, limitieren viele Pferdebesitzer den Zeitraum, den ihr Pferd auf der Weide verbringt. Eine US Studie zeigt allerdings, dass eine zeitliche Eingrenzung des Weidegangs nicht unbedingt auch einen positiven Effekt auf die Grasaufnahme hat. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass Pferde, die 24 Stunden auf der Weide verbringen, durchschnittlich 0,35 kg Gras pro Stunde aufnehmen. Wird die Weidezeit auf 6 Stunden begrenzt, steigt die durchschnittliche Grasaufnahme pro Stunde auf 0,75 kg. Bei einer limitierten Weidezeit von 3 Stunden steigt die Grasaufnahme im Schnitt sogar auf 1,00 kg pro Stunde. Desto kürzer die Weidezeit deines Pferdes also ist, desto hastiger frisst es auch sein Gras. Da Pferde aber über einen sehr kleinen Magen verfügen, sollten sie im Idealfall den ganzen Tag lang mehrere kleine Portionen Raufutter aufnehmen, um ihren Magen-Darm-Trakt gesund erhalten zu können. Verteile daher die Raufutter-Rationen gleichmäßig über den Tag und schaffe bei einem zeitlich begrenzten Weidegang ausreichend Alternativen für dein leichtfüttriges oder zu dickes Pferd.  Weidegang mit Fressbremse? Viele Pferdebesitzer mit molligen Pferden greifen zu einer Fressbremse, wenn es auf die Weide geht oder sie aufgrund der Haltungsform nicht die Möglichkeit haben, den Weideganz zu begrenzen. Eine Fressbremse erinnert auf den ersten Blick zunächst einmal an einen großen Maulkorb. Sie hindert dein Pferd nicht vollständig an der Nahrungsaufnahme, sondern erschwert diese lediglich. Mehrere Studien belegen, dass die Grasaufnahme durch eine Fressbremse um ca. 30-80% reduziert wird. Dies hat den großen Vorteil, dass dein Pferd trotz gleichbleibender Weidezeit weniger energiereiches Gras aufnehmen kann. Vor allem für Pferde, die schnell an Gewicht zunehmen, ist eine Fressbremse geeignet. Auf diese Weise dürfen sie die lange Weidezeit „auskosten“, ohne dabei zu viel Energie und Zucker aufzunehmen.   Allerdings weist der Weidegang mit Fressbremse auch einige Nachteile auf, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Beispielsweise schränkt eine Fressbremse die sozialen Kontakte deines Pferdes stark ein, da sie beim Spielen und auch beim gegenseitigen Knabbern oder Kraulen mit den Artgenossen störend ist. Sitzt die Fressbremse zudem nicht passgenau, kann es schnell zu Scheuerstellen am Kopf kommen. In manchen Fällen erschwert eine Fressbremse deinem Pferd außerdem die Wasseraufnahme. Entscheidest du dich also für einen Weidegang mit Fressbremse, dann achte im Vorfeld unbedingt darauf, dass diese auch gut sitzt und dein Pferd trotz Fressbremse in der Lage ist, ausreichend Wasser aufzunehmen. Beobachte außerdem auch die Nahrungsaufnahme deines Pferdes, nachdem du die Fressbremse wieder abnimmst. Manche Pferde tendieren nämlich dazu, die eingeschränkte Fütterung „aufholen“ zu wollen und beginnen zu schlingen, sobald die Fressbremse abgezogen wird. Als Alternative zum Weidegang mit Fressbremse eignet sich auch die räumliche Eingrenzung deiner Pferdeweide. Mit mobilen Weidezäunen kannst du z.B. einfach einen Bereich abtrennen, der unbeschwert abgegrast werden darf. So verlierst du nicht die Kontrolle über die Grasaufnahme und dein Pferd kann seine Zeit auf der Weide dennoch in vollen Zügen genießen. Das abgetrennte Stück sollte natürlich dennoch ausreichend Platz für die jeweilige Anzahl an Pferden bieten.  Was passiert im Herbst und Winter? Die Nächte werden länger, das Wetter schwingt um und das Winterfell deines Pferdes wird dicker. Wenn die ersten nasskalten Herbstmonate langsam in den Startlöchern stehen, verändert sich die Zusammensetzung des Grases. Auch wenn dieses gar nicht mehr so „saftig“ aussieht, so bringt vor allem dieses Gras seine Tücken mit sich. Aber was passiert konkret mit dem Gras im Herbst und Winter und worauf solltest du achten? Der Fruktananteil im Gras steigt an Ab September/Oktober wächst das Gras auf der Weide langsamer und stellt sich auf die kalte Jahreszeit um. Dies bedeutet, dass der Fruktananteil im Gras stark ansteigt. Vor allem bei leichtem Bodenfrost und in den frühen, kalten Morgenstunden ist der Fruktangehalt im Gras am höchsten. Eine erhöhte Fruktanaufnahme belastet jeden Pferdeorganismus und kann bei gefährdeten Pferden sogar eine Hufrehe auslösen. Lasse daher dein Pferd lieber erst ab dem spätem Vormittag, wenn die Sonne schon etwas kräftiger ist, auf die Weide und biete ihm in der weidefreien Zeit ausreichend hochwertiges und fruktanarmes Raufutter an.  Das Gras wird karger und weniger Im Winter wächst das Gras kaum bis gar nicht. Da Pferde das Gras mit Ihren Zähnen sehr kurz abfressen können, ist die Weide dann an vielen Stellen besonders karg und abgefressen. Dem winterlichen Gras fehlt es außerdem an wichtigen Nährstoffen. Viele Besitzer beenden zu diesem Zeitpunkt die Weidesaison. Gleichzeitig steigt der Verbrauch an Heu enorm an, denn der Bedarf an Raufutter bleibt bei Pferden unverändert hoch. Achte daher unbedingt auf eine ausreichende Raufutter-Fütterung. Solltest du nicht genügend Heu zur Verfügung haben, eignen sich auch Raufutterersatzprodukte, um den täglichen Bedarf deines Pferdes decken zu können. Schon gewusst? Mit einer an die veränderten Bedingungen angepassten, bedarfsgerechten Fütterung unterstützt du gleichzeitig auch das Immunsystem deines Pferdes. Die Witterungsbedingungen ändern sich stark Im Grunde vertragen viele Pferde Kälte sogar viel besser als lange Hitzeperioden. Daher können sie auch ruhig im Herbst und Winter auf der Weide oder im Paddock gehalten werden. Biete deinem Pferd aber – genauso wie im Sommer auch – eine Unterstellmöglichkeit. Besonders wenn es regnet und der Wind durch alle Ecken pfeift, sollte dein Pferd nicht völlig ungeschützt stehen müssen. Ein winddichter Unterstand mit einem stabilen Dach ist optimal. Halte auch den Unterstand stets trocken und sauber. Manche Pferde kommen mit Regen und Kälte jedoch nicht besonders gut zurecht, so dass in diesen Fällen ein Eindecken mit einer Regen- und/oder gefütterten Winterdecke empfehlenswert ist. Achte beim Kauf einer geeigneten Decke darauf, dass diese dein Pferd nicht nur vor Kälte und Nässe schützt, sondern außerdem atmungsaktiv und thermoregulierend ist. Denke daran, dass bei Frost auch die Tränken und Wasserstellen zufrieren können, so dass deinem Pferd über Tag nicht genügend Wasser zur Verfügung steht. Bequem sind hier natürlich beheizte Tränken – alternativ müsstest du die Wasserstellen regelmäßig prüfen und von der Eisschicht befreien.
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Fütterung und Gesundheit
Hufpflege bei trockenen, brüchigen Hufen
Gerade in der Sommerzeit leidet die Hufqualität bei Pferden. Die Trockenheit entzieht den Hufen die Feuchtigkeit. Die sandigen, steinigen Böden führen außerdem dazu, dass die Hufe ausbrechen oder starke Risse entstehen. Bricht zu viel tragende Hornwand aus, müssen Pferde vermehrt auf der fühligeren Sohle laufen, was die Belastbarkeit deines Pferdes in diesem Fall einschränken kann. Eine gute Hufpflege ist daher sehr wichtig für dein Pferd. Pferdehufe – echte Leistungsträger mit Verantwortung Pferdehufe sind dazu gemacht, schwere Lasten zu tragen und selbst bei unterschiedlichen Bodenverhältnissen verschiedene Gangarten zu ermöglichen. Wenn der Huf erkrankt oder beschädigt ist, hat dies Auswirkungen auf den kompletten Bewegungsapparat des Pferdes. Das Gewicht des Pferdes kann nicht mehr gleichmäßig verteilt werden und so zieht ein erkrankter Huf weitere in Mittleidenschaft. Der Zustand der Hufe beeinflusst selbst die Stellung der Beine. Bei einem schlechten oder ungleichmäßigen Hufwachstum kann das Bein eine falsche Stellung bekommen. Eine regelmäßige Kontrolle und Hufpflege sind daher eine Grundvoraussetzung und sollten im täglichen Umgang mit deinem Pferd berücksichtigt werden. Gesunde Pferdehufe in Bewegung unterstützen auf natürliche Weise (Hufmechanismus) die Durchblutung. Die Bewegung ist außerdem sehr wichtig für die Entwicklung von gesunden Hufen und des Hufgelenks. Tipps zur richtigen Hufpflege Die tägliche Pflege ist für eine Gesunderhaltung der Hufe essentiell und sollte wenigstens die tägliche Kontrolle sowie das Auskratzen der Hufe beinhalten. Dies sind die 6 Tipps für eine gesunde Hufpflege: 1. Die Hufe regelmäßig durch einen Hufschmied kontrollieren lassen Ob nun Hufeisen genutzt werden oder nicht, die regelmäßige Hufpflege ist essentiell. Sobald die Hufe zu lang werden oder aus der Form geraten, verändert sich auch der Stand der Beine, wie auch die Hufachse. Besonders für Sehnen und Gelenke ist diese Veränderung nicht gut. Der Hufschmied bringt die Hufe in die korrekte Form und kontrolliert diese auf rote Flecken, Quetschungen und Geschwüre. Wie oft dein Pferd einen Hufschmied benötigt hängt von dem jeweiligen Pferd und Zustands der Hufe ab, wobei anzuraten ist alle 6-8 Wochen die Hufe kontrollieren zu lassen. Besonders bei jungen Pferden ist die regelmäßige Überprüfung der Hufe wichtig, um eine korrekte Stellung schon während der Wachstumsphase zu gewährleisten. 2. Täglich die Hufe auskratzen Durch das Auskratzen der Hufe werden diese nicht nur sauber gehalten, sondern auch auf Unregelmäßigkeiten oder kleine Steine überprüft. Dabei ist es wichtig, dass kein zu starker Druck auf den Hufstrahl ausgeübt wird, um diesen nicht zu beschädigen. Die Hufe „auskratzen“ ist von der Begrifflichkeit daher eigentlich etwas zu hart ausgedrückt – die Hufe „räumen“ ist hier zutreffender. 3. Für einen sauberen und trockenen Stall sorgen Ein dreckiger und feuchter Boden im Stall erhöht das Risiko auf die Entstehung von Strahlfäule. Miste den Stall daher täglich aus und sorgen für ausreichend saubere Einstreu. 4. Nicht zu oft die Hufe einfetten Viele Pferdebesitzer denken, dass das Einfetten der Hufe so ähnlich ist, wie regelmäßig eine Handcreme zu benutzen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Gerade durch das Auftragen von Huffett wird verhindert, dass der Huf Feuchtigkeit aufnehmen kann. Hierdurch können die Hufe schnell austrocknen. Sollen die Hufe aus ästhetischen Gründen gefettet werden, z.B. für eine Prüfungssituation, ist es anzuraten, nur die Huf-Außenwand und nicht die Sohle einzufetten. 5. Hufe müssen ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen Hiermit ist nicht gemeint, dass dein Pferd den ganzen Tag in einem nassen Stall oder in einem Matsch-Paddock stehen soll. Aber Wasser ist grundsätzlich notwendig für die Hufe. Wenn dein Pferd ab und zu auf einer grasnassen Weide steht, so stärkt dies seine Hufe und macht sie glänzend. Besteht diese Möglichkeit nicht, ist es sinnvoll die Hufe regelmäßig zu wässern, z.B. nach dem Reiten. 6. Für ausreichende Bewegung sorgen Bewegung – ohne Hufeisen – stimuliert den Hufmechanismus und somit das Herz- und Blutkreislaufsystem des Pferdes. Diese Durchblutungsförderung ist notwendig für den Transport von Nährstoffen, um auch den Huf gesund, elastisch und in einer optimalen Kondition zu erhalten. Steht dein Pferd auf Hufeisen? Denke einmal darüber nach, ob es wirklich notwendig ist. Einige Monate ohne Eisen ist sehr zu empfehlen, um die Stabilität der Hufe zu erhalten und den Hufmechanismus zu unterstützen. Welche besondere Pflege brauchen trockene, brüchige Hufe? Trockene, brüchige und spröde Hufe, auch Bröckelhufe genannt, können entweder durch sehr lang anhaltendes trockenes Wetter, unzureichende, Fütterungsdefizite oder einen nicht gut passenden oder alten Beschlag verursacht werden. Sind die Hufe zu trocken, entstehen Risse in der Hufwand, die Hufe brechen aus, Hufeisen halten schlecht und fallen leichter ab. Staubiger, trockener Sand, ammoniakbelastete Einstreu und trockene Koppeln sorgen dafür, dass dem Huf Feuchtigkeit entzogen wird. Diese Hufe benötigen dann eine spezielle Pflege, um sich schnell wieder regenerieren und richtig nachwachsen zu können. Sei sparsam mit Huffet bei trockenen, brüchigen Hufen Immer noch besteht der Irrglaube, dass trockene Hufe mit Fettprodukten mehr Elastizität erhalten und man meint es besonders gut beim Fetten der Hufe. Aber trockenen, brüchigen Hufen fehlt es nicht an Fett, sondern an Feuchtigkeit. Eine dicke Fettschicht aus Huffett oder Huföl verhindern somit eher, dass Feuchtigkeit in den Huf eindringen kann. Dadurch ergibt sich eine negative Spirale. Die Hufe sind trocken, es wird viel gefettet – der Huf wird noch trockener, noch mehr und häufiger wird Huffett verwendet…Durchbreche diesen Kreislauf. Tipp, wenn du Huffett verwenden möchtest: Wässer vorab die Hufe deines Pferdes. Gebe auf die noch feuchten Hufe eine dünne Schicht Huffett oder Huföl. Die Feuchtigkeit kann so länger im Horn gespeichert werden und verdunstet nicht so schnell. Spare dabei dann die Hufsohle nicht aus, da über diesen Bereich des Hufes die Feuchtigkeit sonst verloren gehen kann. Verwende Huffett maximal ein bis zwei Mal die Woche, das ist absolut ausreichend. Nutze Wasser zur Feuchtigkeitsversorgung von trockenen Hufen Fehlende Feuchtigkeit im Hufhorn kann am besten mit reinem Wasser wieder ausgeglichen werden. Dadurch erlangt es seine Elastizität zurück und wird strapazierfähiger. Um den Huf mit viel Wasser zu versorgen reicht es nicht, ihn nur kurz zu befeuchten. Mindestens 15 Minuten sollte der Huf „eingeweicht“ werden, um genügend Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Fußbad für Pferde: Geduldige Pferde können Sie mit den Hufen für ca. 15 Minuten in wassergefüllte Kübel stellen. Diese Methode verbraucht wesentlich weniger Wasser, als wenn du dein Pferd über Minuten mit Wasser abspritzt. Aber nicht jedes Pferd ist so geduldig. Hier ist das Motto „Übung macht den Meister“: auch wenn dein Pferd zu Anfang nicht wirklich begeistert sein wird und nicht ruhig im Eimer stehenbleiben möchte, so wird es mit viel Geduld und Übung mit der Zeit immer besser funktionieren. Also nicht gleich nach dem ersten Versuch das Handtuch werfen. Solltest du die Gelegenheit haben mit deinem Pferd in die Nähe eines Bachlaufs oder niedrigen Flusses zu kommen, dann kannst du auch versuchen, dort dein Pferd etwas im Wasser verweilen zu lassen.   Waterboots: Sollte dein Pferd kein Fan von Wasser sein und sich auch nur wenig für ein Fußbad begeistern lassen, dann können auch sogenannte Waterboots zum Befeuchten der Hufe eingesetzt werden. Die speziellen Hufglocken werden mit Wasser getränkt und um den Huf gelegt. Das Material speichert die Feuchtigkeit und gibt es dann langsam an den Huf ab. So kann zumindest die Hufwand mit Feuchtigkeit versorgt werden.   Windeln: Wer keine Waterboots kaufen möchte, kann auch Windeln verwenden. Ja, richtig! Ganz normale Wegwerfwindeln für Babys können mit Wasser getränkt denselben Effekt haben. Durch ihren Saugkern speichern Windeln das Wasser und geben dieses auch, wie Waterboots, an den Huf ab. Anwendung der Windeln: Lege die Windel in Wasser bis sich diese vollgesaugt hat. Lege den Huf auf die Innenseite der feuchten Windel. Umschließe den Huf mit der Windel und befestige diese z.B. mit Klebeband. Dein Pferd sollte auch hier mind. 15 Minuten die Windeln anbehalten, damit ausreichend Feuchtigkeit vom Huf aufgenommen werden kann. Fütterungsempfehlungen bei trockenen, brüchigen Hufe Schlechte Hufe können auch durch einen Mangel oder einen erhöhten Bedarf an bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen oder aber auch durch eine krankheitsbedingte Vorgeschichte, wie z.B. Hufrehe, entstehen. Zur Vorbeugung sowie Unterstützung kann es daher sinnvoll sein, den Mineral- und Vitaminhaushalt mit einem speziellen Ergänzungsfuttermittel auszugleichen. Biotin für starke Hufe Das wasserlösliche Biotin zählt zu der Familie der B-Vitamine (Vitamin B7) und ist für die Hufe, das Fellkleid und die Haut des Pferdes unerlässlich. Ein ausgewachsenes Pferd von etwa 600 kg benötigt täglich rund 0,6 µg Biotin pro Tag. Darüber hinaus haben junge Pferde, die sich noch mitten im Wachstum befinden, einen hohen Bedarf an Biotin. Auch tragende Stuten haben einen fast 5-mal höheren Bedarf. Das Vitamin wird über die tägliche Fütterung aufgenommen. Besonders im frischen Gras und Heu ist je nach Qualität genügend Biotin vorhanden. Ebenso sind Karotten ein großer Biotin-Lieferant. Sollte die tägliche Zufuhr von Biotin nicht ausreichen, empfiehlt sich eine unterstützende Zufütterung von Ergänzungsfuttermitteln mit Biotin. In Kombination mit Zink und weiteren Nährstoffen wie Kupfer und essentiellen Aminosäuren wirkt sich Biotin positiv auf ein gesundes Hufwachstum aus. Es dauert jedoch bei regelmäßiger Fütterung gut 4 bis 6 Monate, bis eine Verbesserung der Hornqualität sichtbar wird. Da vor allem die trockenen Sommermonate für die Hufe sehr belastend sein können, ist es ratsam bei Pferden mit schlechten Hufen schon kurz nach dem Winter mit dem Zufüttern zu beginnen. Bei manchen Pferden ist auch eine ganzjährige Ergänzung erforderlich. Zur Unterstützung der Bildung von neuem Hufhorn eignet sich Pavo BiotinForte. Die Qualität des Hufhorns wird sich hierdurch von innen heraus deutlich verbessern. Die Hufe werden elastischer und auch das Haarkleid erhält eine gesunde Ausstrahlung. Pavo BiotinForte enthält neben einer hohen Konzentration Biotin auch elementare Bausteine wie Aminosäuren, Lecithin, Kupfer, Zink und Schwefel. Es ist damit ein hochwertiges Ergänzungsfutter zur Hufversorgung. 
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Fütterung und Gesundheit
Luzerne in der Pferdefütterung
Luzerne, oder auch Alfalfa genannt, ist eine der ältesten Futterpflanzen in der Pferdefütterung. Sie ist sehr nährstoffreich und hat eine Vielzahl positiver Eigenschaften, welche die Gesundheit deines Pferdes unterstützen können. Beispielsweise wird die Futterpflanze häufig mit dem Kraftfutter vermischt, um die Kautätigkeit des Pferdes zu steigern und die Speichelproduktion anzuregen. Dies fördert das natürliche Fressverhalten und sorgt gleichzeitig für eine gesunde Verdauung. Allerdings ist Luzerne aufgrund der besonderen Nährstoffzusammensetzung nicht für jedes Pferd geeignet. Daher solltest du immer individuell entscheiden, ob eine Fütterung von Luzerne für dein Pferd geeignet ist. Besondere Eigenschaften von Luzerne 1. Niedriger Zucker- und Stärkegehalt Luzerne zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie sehr zucker- und stärkearm ist. Die Futterpflanze enthält einen Zuckeranteil von ca. 3%. Zum Vergleich: Heu enthält oftmals einen Zuckergehalt von bis zu 10%. Allerdings solltest du hier beachten, dass Zucker im Heu natürlicher Zucker ist, während Luzerne oft mit Melasse behandelt wird, um die Nährstoffe der Pflanze zu erhalten. 2. Hoher Eiweißgehalt Der sehr hohe Eiweißgehalt von 16% ist die nächste auffallende Eigenschaft der Luzerne. Besonders die Aminosäure Lysin ist hier hochdosiert enthalten. Für Sportpferde, die schwere Arbeit verrichten, ist Luzerne somit eine hervorragende Eiweißquelle, damit sie ihren guten Konditionszustand erhalten können. Auch Pferde, die an Gewicht zunehmen sollen, können von dem hohen Eiweißgehalt der Luzerne profitieren. Freizeitpferde und Pferde, die leichte Arbeit verrichten, erhalten durch Luzerne allerdings mehr Eiweiß als sie eigentlich benötigen. In diesem Fall spricht man von einem Eiweißüberschuss, welcher besonders die Leber, die Niere und den Darm deines Pferdes belasten können. Auch während der Weidesaison solltest du die Luzernezufuhr gut im Auge behalten, damit dein Pferd durch die Kombination aus jungem Gras und Luzerne keine Überversorgung an Eiweißen erhält. Passender als reine Luzerne sind in diesem Fall Luzernemischungen, die außerdem einen Anteil an Heu und Stroh enthalten. So kann dein Pferd von den positiven Eigenschaften der Luzerne (Steigerung der Kautätigkeit und Verlängerung der Fresszeiten) profitieren, ohne dass es einen Nährstoffüberschuss erhält. 3. Hoher Calciumgehalt Luzerne enthält einen hohen Anteil an Calcium und auch an Eisen. Besonders auffällig ist das für Pferde eher ungünstige Calcium-Phosphorverhältnis von 4:1. Idealerweise sollte ein Pferd diese Nährstoffe in einem Verhältnis von 2:1 aufnehmen. Zu viel Calcium in der Pferdefütterung kann die Aufnahme anderer Nährstoffe beeinflussen und hat eine antagonistische (gegensätzliche) Wirkung auf die Verwertung von Magnesium, Kupfer, Phosphor, Zink, Mangan und Selen. Um die optimale Balance in der Nährstoffaufnahme deines Pferdes zu sichern, ist es daher sehr wichtig, dass du den hohen Calciumgehalt in seinem Futter ausgleichst. Das gelingt z.B. einfach durch die Zugabe bestimmter Ergänzungsfuttermittel oder auch Leinsamen. 4. Neutralisierung des sauren Magensafts Luzerne ist eine sehr struktur- und faserreiche Futtersorte. Mischt du diese zum Kraft- oder Mineralfutter deines Pferdes, wird seine Fresszeit verlängert und die Speichelproduktion angeregt. Der vermehrte Speichelfluss deines Pferdes wirkt dann neutralisierend auf den sauren Magensaft. So können Krankheiten, wie beispielsweise Magengeschwüre, vorgebeugt werden. Der hohe Calciumgehalt in der Luzerne trägt außerdem zusätzlich dazu bei, die Magensäure deines Pferdes effektiv zu neutralisieren. Für welche Pferde ist Luzerne in der Fütterung geeignet? Luzerne in der Fütterung ist prinzipiell für alle Pferde geeignet, die einen hohen Bedarf an Eiweißen haben. Viel Eiweiß in der Fütterung benötigen zum Beispiel hochtragende Stuten, heranwachsende Fohlen und Sportpferde. Luzerne eignet sich für diese Pferde optimal, um ihren Konditionszustand zu sichern. Achte bei einer Fütterung von mehr als 2 kg pro Tag Luzerne allerdings darauf, das ungünstige Calcium-Phosphor-Verhältnis auszugleichen. Für Freizeitpferde und leicht arbeitende Pferde ist eine Fütterung von großen Luzernemengen nicht zu empfehlen, da es zu eiweißreich für ihren Bedarf ist. Für Freizeitpferde eignet sich Luzerne daher eher als Kraftfutterzugabe zur Anregung der Kautätigkeit. Um hier den Eiweißgehalt möglichst gering zu halten, kannst du deinem Pferd Luzernemischungen füttern, die mit anderen Raufuttersorten angereichert sind. Durch seinen niedrigen Zucker- und Stärkegehalt scheint Luzerne auf den ersten Blick ein ideales Futter für vorbelastete Pferde mit Hufrehe, EMS oder Cushing zu sein. Allerdings ist der Eiweißgehalt der Futterpflanze auch für dein vorbelastetes Pferd zu hoch. Eine Fütterung von großen Mengen an Luzerne würde den ohnehin schon empfindlichen Organismus deines Pferdes sogar noch mehr belasten. Ähnlich wie bei Freizeitpferden, solltest du für dein empfindliches Pferd also auf eine Fütterung von Luzerne als alleiniges Futtermittel verzichten. Alternativ kannst du einen Luzernemix wählen, den du deinem Pferd einfach unter sein Mineral- oder Kraftfutter mischt, um seine Kautätigkeit zu steigern.   Wie viel Luzerne kannst du deinem Pferd füttern?  Wie viel Luzerne du deinem Pferd füttern kannst, ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise dem Eiweißgehalt deines Raufutters oder auch, was du durch eine Fütterung von Luzerne erzielen möchtest. Möchtest du z.B. einzig die Kautätigkeit deines Pferdes anregen, um seine Verdauung zu unterstützen? Dann genügen 1-2 Hände Luzerne pro Mahlzeit. Oder möchtest du deinem Pferd mehr Energie und Eiweiß zuführen? Dann kannst du deinem ca. 600 kg schweren Pferd 1,5-3 kg Luzerne pro Tag füttern. Achte auch hier darauf, den hohen Calciumgehalt zu kompensieren, damit dein Pferd alle essentiellen Nährstoffe optimal aufnehmen kann. Gut zu wissen: In vielen Kraftfuttersorten ist bereits ein Anteil an Luzerne enthalten. Dies hat den Vorteil, dass dein Pferd zusätzlich mit wertvollen Fasern versorgt wird und sein Futter länger kauen muss. In diesen Kraftfuttersorten ist der hohe Calciumgehalt meist schon durch andere Futtermittel ausgeglichen. Daher brauchst du dir keine Sorgen über ein ungünstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis machen, sollte Luzerne in deinem Kraftfutter enthalten sein.   Worauf du beim Kauf von Luzerne achten solltest  Luzerne wird generell in 2 verschiedenen Arten angeboten: als künstlich getrocknete Luzerne und als sonnengetrocknete Luzerne. Luzerne für den Einsatz in der Pferdefütterung wird häufig künstlich getrocknet. Dazu wird die geerntete Luzerne in einen Heißlufttrockner gegeben. Bei 400-600°C wird die Futterpflanze in nur wenigen Minuten vollständig getrocknet. Durch die enorme Hitze lagert sich dann allerdings oftmals Staub auf den Blättern der Luzerne ab. Vor allem die Blätter enthalten aber viele wertvolle Nährstoffe wie Aminosäuren, Vitamine und Mineralien. Um nun das Stauben des Futtermittels zu verhindern, werden die Luzerneblätter zunächst abgesiebt und anschließend mit Melasse in kleine Pellets gepresst, um den restlichen Staub zu binden. Diese Pellets werden dann dem Endprodukt zugesetzt, sodass der gesamte Nährwert der Pflanze erhalten bleibt. Andere Hersteller sortieren die Blätter der Luzerne komplett aus und verwenden einzig die Stängel der Luzerne. Luzernestängel bestehen allerdings aus weniger verdaulichen Fasern und sind sehr grob in der Struktur, weshalb sie auch bei Pferden nicht sehr beliebt sind. Achte bei künstlich getrockneter Luzerne also immer darauf, dass auch die wertvollen Nährstoffe der Luzerneblätter im Endprodukt enthalten sind. Sonnengetrocknete Luzerne enthält meistens weniger Staub als künstlich getrocknete Luzerne. Allerdings sind ihre Nährwerte nicht immer konstant. Für die Weiterverarbeitung zu anderen Futtermitteln ist dies nicht problematisch, da die fehlenden Nährstoffe einfach durch andere Fütterungskomponenten ausgeglichen werden können. Bei einer reinen Fütterung von sonnengetrockneter Luzerne können die Nährstoffangaben allerdings sehr stark variieren. Dadurch weißt du also nie genau, wie viel Eiweiß, Vitamine und Mineralien dein Pferd wirklich aufnimmt.   Luzerne als Raufutterersatz? Reine Luzerne eignet sich aufgrund des hohen Eiweißgehalts eher nicht als Raufutterersatz für Freizeitpferde in gutem Konditionszustand und vorbelastete Pferde. Ein passender Raufutterersatz für dein (vorbelastetes) Freizeitpferd sind z.B. melassefreie Heucobs oder zuckerreduzierte Rübenschnitzel. So kannst du dein Pferd mit essentiellen Fasern versorgen, ohne ihm überschüssige Nährstoffe zuzuführen. Ein passender Raufutterersatz für Pferde, die an Gewicht zulegen sollen sind zuckerreduzierte Rübenschnitzel, die unter anderem mit Luzerne angereichert werden, wie beispielsweise Pavo FibreBeet. Pavo FibreBeet ist ein „gesunder Dickmacker“, bestehend aus einer wertvollen Kombination aus Fasern und Eiweißen, der deinem Pferd hilft, wieder in einen guten Erhaltungszustand zu kommen. Fütterst du deinem Pferd kein oder nur wenig Kraftfutter neben seinem Raufutter(ersatz)? Dann ist eine Ergänzung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen notwendig. Mit einem Mineralfutter versorgst dein Pferd täglich mit allen wichtigen Vitalstoffen, die es benötigt.​
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Fütterung und Gesundheit
Durchfall beim Pferd
Eine funktionierende Verdauung ist für die Gesundheit des Pferdes ausgesprochen wichtig. Ein häufiges Äppeln, in der Beschaffenheit weich bis sehr flüssig, kann dein Pferd stark belasten, da es dabei unter anderem auch viel Wasser und Elektrolyte verliert. Bei einer gestörten Magen-Darm-Flora können außerdem essentielle Nährstoffe nur schwer aus dem Futter aufgenommen werden. Pferde haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem. Wenn Pferden im Magen etwas „quer“ sitzt, gibt es nur den Weg durch den Magen-Darm-Trakt. Pferden ist es nämlich nicht möglich, sich zu übergeben: es befindet sich zwischen ihrem Magen und der Speiseröhre ein Schließmuskel, der verhindert, dass der Speisebrei erbrochen werden kann. Aus diesem Grund besteht bei Durchfallerkrankungen stets Handlungsbedarf.   Durchfall und Kotwasser: Gibt es Unterschiede? Kotwasser und Durchfallerkrankungen werden bei Pferden oft im gleichen Atemzug genannt. Und es stimmt, dass einige Symptome ähnlich sind. Dennoch ist es erstmal wichtig, eine Abgrenzung vorzunehmen. Im Darm befindet sich Flüssigkeit. Diese wird während der Verdauung gebunden und im Dickdarm absorbiert. Ist es dem Pferd aufgrund verschiedener Ursachen nicht möglich, die Flüssigkeit über den Kot zu binden, entsteht Kotwasser. Dieses wird über die Darmbewegung nach außen geleitet und fließt oft unschön und sehr flüssig an den Pferdebeinen herab. Sind nun auch noch die Äppel deines Pferdes sehr breiig oder sogar dünnflüssig, wirkt dein Pferd zudem eher abgeschlagen und zeigt wenig bis keinen Appetit, könnte es an Durchfall erkrankt sein. Durchfall belastet den Körper deines Pferdes in der Regel stärker und länger. Bei einer Durchfallerkrankung gerät oft die gesamte Darmflora durcheinander und dein Pferd verliert viel Flüssigkeit und wichtige Elektrolyten. Darüber hinaus wird das Immunsystem durch eine ernsthafte Durchfallerkrankung schnell angegriffen. Sowohl Kotwasser als auch Durchfall sollten beobachtet werden. Kotwasser kann bei einer fehlenden Behandlung in Durchfall umschlagen. Wirkt dein Pferd während der Durchfallerkrankung besonders schlapp, empfehlen wir dir eine Rücksprache mit deinem Tierarzt.  Mögliche Ursachen von Durchfallerkrankungen beim Pferd Die möglichen Ursachen für Durchfall bei Pferden sind vielseitig und nicht immer leicht festzustellen – geschweige denn schnell zu beheben. Auch spielen das Alter und die Haltung bei der Betrachtung der Ursachen eine wichtige Rolle. So sind Senioren anfälliger für Fütterungsumstellungen als junge Pferde, die sich z.B. schnell an frisches Gras im Frühjahr gewöhnen. Ziehe auf jeden Fall deinen Tierarzt bei plötzlich auftretenden oder länger anhaltenden Durchfallerkrankungen zu Rate. Typische Ursachen von Durchfall können sein: Wurmbefall Ein starker Befall von Parasiten oder Würmern kann bei Pferden zu Durchfall führen. Prüfe daher zuerst, wann die letzte Wurmkur verabreicht wurde. Gegebenenfalls kann diese dann nachgeholt werden. Damit du deinem Pferd aber nicht unnötig eine Wurmkur gibst, bzw. das richtige Mittel auswählst, ist es empfehlenswert, vorab eine Kotprobe zu entnehmen und diese auf Wurmbefall und Durchfallerreger, wie z. B. Kryptosporidien oder Kokzidien, analysieren zu lassen. Infektionen Durchfall bei Pferden kann auch ein Symptom einer ernsthaften Infektion sein. Sollte dein Pferd zusätzlich zum Durchfall auch Fieber haben, informiere umgehend deinen Tierarzt, um die genaue Ursache zu diagnostizieren. Wenn starker Durchfall länger als 3 Tage andauert, verliert dein Pferd zu viel Flüssigkeit und trocknet zu sehr aus. Diese Phase kann dann unter Umständen lebensbedrohlich werden. Fehler im Futtermanagement Die falsche bzw. fehlerhafte Fütterung ist eine häufige Ursache für Durchfallerkrankungen bei Pferden. Eine Fütterung, die hauptsächlich aus viel Getreide, frischem Gras, Kraftfutter oder Öl besteht, belastet das empfindliche Verdauungssystem des Pferdes enorm. Die Nährstoffe wie Zucker, Stärke, Fett und Proteine verwertet der Pferdemagen nur in geringen Maßen. Finden sich viele dieser Komponenten im Verdauungssystem, gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht und eine Durchfallerkrankung entsteht. Zu schnelle Futterumstellung oder zu schnelles Anweiden Vor allem im Frühjahr, wenn Pferde wieder länger auf den frischen Weiden stehen und viel frisches Gras geknabbert wird, kann es durch eine zu schnelle Futterumstellung bzw. ein zu schnelles Anweiden zu Verdauungsproblemen wie Durchfall und Blähungen kommen. Nimm dir viel Zeit für das Anweiden, damit deinem Pferd die Umstellung leichter fällt. Gras als Auslöser Der Grund, warum Gras bei Pferden zu Durchfallerkrankungen führen kann, ist simpel. Pferde haben sich ursprünglich von üppigem Steppengras ernährt, worauf auch ihr Verdauungsapparat eingestellt ist. Das meiste Gras, welches in weiten Teilen Deutschlands wächst, ist aber ganz anders aufgebaut. Es ist meist nicht für Pferde, sondern eher für Kühe geeignet, um deren Milchproduktion optimal zu gestalten. Darum ist häufig das Verdauungssystem von Pferden mit dem kohlenhydrathaltigen, sehr nährstoffreichen Gras überfordert und reagiert darauf mit Blähungen, Durchfall und Koliken. Hier gibt es eine Möglichkeit, um dieses Problem zu beheben: die eigenen Pferdeweiden mit neuen Grassaatenmischungen einzusäen, die speziell für Pferdeweiden entwickelt wurden.  Qualitätsmängel im Futter Schimmeliges Heu oder verdorbenes Futter können ebenfalls schnell eine Durchfallerkrankung auslösen. Überprüfe dabei immer deinen Bestand an Heu und dein aktuelles Futter, um diesen möglichen Grund auszuschließen. Schlechte Zähne Senioren sind häufiger von Zahnproblemen betroffen. Dadurch haben sie Schwierigkeiten beim Kauen und große Futterstücke gelangen in den Verdauungstrakt, die nicht optimal verwertet werden. Kommt dies öfter vor, kann eine Durchfallerkrankung entstehen. Futter, das eingeweicht gefüttert werden kann, senkt das Risiko von Durchfall bei älteren Pferden. Psychische Faktoren Pferde reagieren sehr sensibel auf Veränderungen und somit kann auch Stress, Kummer und Einsamkeit bei Pferden zu einer gestörten Verdauung führen. Lasse die vergangenen Tage Revue passieren und prüfe, ob dein Pferd besonderen Stresssituationen ausgesetzt war, die ggf. zu einer Reaktion mit Durchfall führen könnte. Fremdkörper Fremdkörper im Verdauungsapparat des Pferdes reizen die Darmflora und können Durchfall auslösen. Eine vermehrte Aufnahme von Sand oder anderen, nicht verdaulichen Stoffen ist schädlich und führt zu Durchfall, Verstopfungen oder Koliken. Was deinem Pferd bei Durchfall helfen kann Stelle dein Pferd bei einer Durchfallerkrankung zunächst auf Schonkost (gutes Heu und reichlich frisches Wasser) um, so dass sich der Magen-Darm-Trakt beruhigen kann. Verzichte dabei auf Möhren, Äpfel und zu viel frisches Gras. Informiere umgehend einen Tierarzt, wenn die Durchfallerkrankung plötzlich auftritt oder nach einigen Tagen nicht besser wird. Mit diesen Tipps unterstützt du dein Pferd zusätzlich: Heu Wenn dein Pferd vor allem zu Beginn der Weidesaison Probleme mit Durchfall hat, kannst du das in der Regel sehr gut durch die Zugabe von Heu (und auch Stroh) in den Griff bekommen. Das trockene und strukturreiche Heu schafft einen Ausgleich zum wässrigen und energiereichen Gras. Interessiert sich dein Pferd bei so viel leckerem Gras nicht für das Heu oder Stroh, kannst du dem entgegenwirken, indem du die Weide über Nacht oder tagsüber für mehrere Stunden abtrennst. Dein Pferd beschäftigt sich dann automatisch mit dem Futter, welches ihm alternativ zu Gras angeboten wird. Bei sehr fressgierigen Pferden kann es sich zudem anbieten, ihnen während dem Weideaufenthalt einen Maulkorb anzulegen. Diese Variante bietet deinem Pferd die Möglichkeit, dass es sich trotzdem auf der Weide mit dem frischen Gras beschäftigt und in der Herde verbleibt. Der Maulkorb verhindert, dass dein Pferd zu viel Gras auf einmal frisst. Trinken mit einem Maulkorb ist dabei kein Problem. Prüfe dennoch zu Beginn, ob dein Pferd dies richtig verstanden hat, um ein Austrocknen zu vermeiden. Weitere Raufutterprodukte Neben Heu können auch Raufutterprodukte dein Pferd bei Durchfall unterstützen. Beide bestehen überwiegend aus Rohfasern und Ballaststoffen, die den Bakterien im Darm als Nahrung dienen. Diese Bakterien zersetzen die Ballaststoffe während der sogenannten „Fermentation“ in flüchtige Fettsäuren, die dann wiederrum in die Blutbahn abgegeben werden. Dein Pferd nutzt die Fettsäuren als weitere Energiequelle. So bringen sowohl Raufutter als auch Raufutter(ersatz)produkte den angeschlagenen Darm wieder „in Schwung“. Zusätzlich regen rohfaserhaltige Raufuttermittel das Kauen und somit die Speichelproduktion an. Sie verlängern deutlich die Fresszeiten, so dass über einen längeren Zeitraum Speichel produziert wird. Der Speichel wirkt neutralisierend auf den Magen, sorgt für einen „geschmeidigen“ Futterbrei und beugt Gasbildungen, Darmverschlingungen sowie Magengeschwüren vor. Besonders empfehlenswert bei Durchfall ist die Fütterung von Pavo SpeediBeet, ein Raufutterprodukt aus melassefreien und entzuckerten Zuckerrübenschnitzeln. Es hat einen hohen Anteil an löslichen Ballaststoffen, hauptsächlich Pektin. Dieser Ballaststoff besitzt eine präbiotische Wirkung und unterstützt das Wachstum gesunder Bakterien im Darm. SpeediBeet ist leicht verdaulich und gut bekömmlich. Dein Pferd soll zusätzlich schnell an Gewicht zunehmen? Dann ist Pavo FibreBeet am besten für dein Pferd geeignet, denn es handelt sich hierbei um die eiweißreiche Variante von SpeediBeet. Spezielles Ergänzungsfutter Ziel der Behandlung einer Durchfallerkrankung ist es, die Bakterienpopulation im Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Genau zu diesem Zweck wurde das Pavo Ergänzungsfutter GutHealth entwickelt. Mit seinen 100% natürlichen Zutaten sorgt Pavo GutHealth so für eine optimale Unterstützung der gesunden Bakterien im Dick- und Dünndarm und hilft gezielt bei Durchfall. Wasser & Elektrolyte Während einer Durchfallerkrankung verliert dein Pferd viel Flüssigkeit und Elektrolyten. Werden diese Verluste nicht ausreichend wieder aufgefüllt, können schnell Störungen im Organismus auftreten. Stelle sicher, dass dein Pferd genügend Flüssigkeit aufnimmt und uneingeschränkten Zugang zum Wassertrog hat. Um den Elektrolytenhaushalt wieder in Balance zu bringen, eignen sich spezielle Ergänzungsfuttermittel, wie Pavo E’lyte. Probiotika Mit den sogenannten Probiotika kann die Darmflora während einer Durchfallerkrankung unterstützt werden. Sie stellen das Gleichgewicht der gesunden Darmbakterien wieder her, die nach einer Erkrankung aus den Fugen gerät. Zu den diätischen Klassikern gehören z.B. Milchsäurebakterien aus Joghurt und Quark oder Hefen. Unterstütze die Darmflora deines Pferdes gezielt mit Pavo HealthBoost. Dieses Ergänzungsfutter enthält ein breites Spektrum an Vitaminen, Antioxidantien sowie Präbiotika und unterstützt so eine gesunde Magen-Darm-Funktion. Leinsamen Leinsamen unterstützt die Darmschleimhäute und sorgt somit für eine gesunde Verdauung. Leinsamen ist außerdem reich an essentiellen Fettsäuren und Eiweiß. Gerade bei Durchfallerkrankungen kann der Zusatz von Leinsamen daher dein Pferd positiv unterstützen. Öle Mittlere Mengen pflanzlicher Speiseöle ergänzen die Energiezufuhr und wirken mitunter beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt. Beachte aber hier, dass du deinem Pferd Öl nur in kleinen Mengen anbietest, denn zu viel Öl kann den Durchfall wiederum verstärken. Zubereitungsempfehlung von Futterergänzungen: Leinsamen (3x täglich ca. 25g) Hefe (3x täglich ca. 7g) Sauermilchprodukte, wie Joghurt oder Quark (3x täglich ca. 250-350g) Pflanzliches Speiseöl, z.B. Leinöl (3x täglich ca. 50ml) Speisesalz (3x täglich 1/2 Teelöffel) Tee aus Kamille oder Fenchel zum Auffüllen Koche den Leinsamen pro Mahlzeit gut auf. Alternativ kannst du hier auch auf ein vollwertiges, leinsamenreiches Fertigmash, wie das Pavo SlobberMash zurückgreifen. Mische dann die Hefe und die Sauermilchprodukte unter den Leinsamen-Mash. Statt Mash kannst du alternativ auch kleine Mengen Quetschhafer verwenden. Gib nun noch das Öl und das Salz unter das Futter und runde dieses mit Kamillen- oder Fencheltee ab. Hast du noch mehr Fragen zur richtigen Fütterung während einer Durchfallerkrankung? Dann kontaktiere die Pavo Fütterungsberatung – unsere Experten helfen dir gerne weiter! Auch Kräuter können bei Durchfall helfen Pferdewiesen sind in den meisten Fällen eher artenarm und besitzen daher nur einen geringen Gehalt an natürlichen Kräutern. Dabei sind diese für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Magen-Darm-Trakt für Pferde sehr wichtig. Unterstütze daher dein Pferd mit ausgewählten, natürlichen Kräutern und fördere so eine gesunde Verdauung.  Anis Die Anissamen wirken krampflösend auf die Muskulatur von Magen und Darm. Gasansammlungen werden weiter transportiert, Schmerzen lassen nach, die Sekretion der Verdauungssäfte normalisiert sich. Kamille Dieses bekannteste Magenkraut zeichnet sich besonders durch seine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung aus. Es eignet sich daher vor allem bei Durchfallerkrankungen und zur Nachbehandlung von Darminfektionen. Melisse Melisse wirkt antibakteriell, krampflösend und beruhigend. Dieses Kraut eignet sich ideal z.B. zur Kolikprophylaxe. Die Melisse beruhigt den Magen und wirkt innerlich entblähend. Salbei Die enthaltenen Bitterstoffe des Salbeis wirken appetitanregend. Sie erhöhen die Sekretion von Verdauungssäften und helfen bei einem gereizten Magen-Darm-Trakt. Scharfgabe Der Schafgarbe wird eine leicht adstringierende (zusammenziehende) Wirkung nachgesagt. Das Kraut kann daher bei weichem Kot und Durchfall helfen. Zugleich zeigt Schafgarbe eine Heilwirkung auf die gereizte, entzündete Darmschleimhaut. Fütterungsempfehlung von Kräutern: Stelle eine Kräutermischung zu je gleichen Teilen aus Anis, Kamille, Melisse, Salbei und Scharfgabe zusammen und gebe deinem Pferd 3x täglich 50 g über das normale Futter oder dem Leinsamenmash. Achte darauf, dass du die Kräutermischung nicht auf zu heißes Futter gibst, da sie sonst ihre Wirkung verliert. Sei vorsichtig, wenn du die Kräuter selbst sammelst. Je nach Gerbstoffgehalt können sowohl die Wirkung als auch die möglichen Nebenwirkungen sehr unterschiedlich ausfallen. Sobald der Durchfall vorbei ist, sollten gerbstoffreiche Kräuter abgesetzt werden, um einen gegenteiligen Effekt zu vermeiden. Achte auf die genaue Dosierung und frage hierzu deinen Tierarzt oder informiere dich vorab mit entsprechender Literatur zum Thema Kräuter.
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Fütterung und Gesundheit
Was bewirkt Zucker bei deinem Pferd?
Zucker ist eine schnell verfügbare Energiequelle für dein Pferd und zählt, wie auch die Stärke, zu den Kohlenhydraten. Da die in der Natur vorkommenden Kohlenhydrate überwiegend pflanzlichen Ursprungs sind, bilden sie auch den Hauptbestandteil der Nahrung von Pferden. Für eine gute Funktion des Gehirns und des Nervensystems ist Zucker für Pferde wichtig und notwendig. Sowohl Gräser als auch Getreide produzieren durch Sonnenlicht Glukose und speichern diesen Zucker in konzentrierter Form als Stärke in ihren Samen oder in der Wurzel. Zu viel Zucker kann aber den Organismus deines Pferdes belasten und Krankheiten auslösen. Was passiert, wenn dein Pferd zu viel Zucker über das tägliche Futter aufnimmt? Kohlenhydrate werden in Nicht-Struktur- und Struktur-Kohlenhydrate eingeteilt Zu den Nicht-Struktur-Kohlenhydraten gehören sämtliche Zuckerverbindungen aus Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzuckerverbindungen, wie z.B. Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker), Rübenzucker und Stärke. Diese Kohlenhydrate gelten als Energiespeicher. Die Verdauung von Nicht-Struktur-Kohlenhydraten erfolgt bei einer ausgewogenen Ernährung bei Pferden überwiegend im Dünndarm. Struktur-Kohlenhydrate haben ihren Namen zurecht, denn sie zählen zu den Rohfasern und bilden das Gerüst aller pflanzlichen Zellwände. Zu den Struktur-Kohlenhydraten gehören z.B. Cellulose, Hemicellulose und Pektine. Die Rohfasern haben einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel deines Pferdes und sorgen außerdem für ein gesundes Verdauungssystem. Die Verdauung von Struktur-Kohlenhydraten erfolgt bei einer ausgewogenen Fütterung bei Pferden ausschließlich im Dickdarm. So funktioniert der Kohlenhydratstoffwechsel des Pferdes Die Verdauung von Nicht-Struktur-Kohlenhydraten beim Pferd Grundsätzlich dient Zucker der Energieversorgung des Pferdes. Im Stoffwechsel werden Kohlenhydrate in Form von Einfachzucker transportiert und als Glykogen bis zur Nutzung zwischengespeichert. Der Blutzuckerspiegel wird über das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon „Insulin“ reguliert. Bei Einfachzucker wie Glukose und Fruktose ist die Molekülgröße bereits so klein, dass sie im Dünndarm des Pferdes nicht weiter aufgespalten werden müssen. Sie können von der Darmwand direkt aufgenommen werden und gelangen somit direkt in die Blutbahn. Die meisten Pferdefutter-Sorten bestehen weniger aus Einfachzuckern, sondern haben eher Stärke als Hauptkomponente. Stärke muss zunächst durch den Speichel und später im Dünndarm des Pferdes durch das körpereigene Enzym „Amylase“ in Einfachzucker abgebaut werden, bevor es die Darmwand passieren kann. Sowohl Zucker als auch Stärke gehören in der Pferdenahrung zu den „leichtverdaulichen Kohlenhydraten“ und sorgen somit kurzfristig für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Ein hoher Blutzuckerspiegel erzeugt eine schnelle Ausschüttung von Insulin, welches die Leber-, Muskel- und Fettzellen dazu veranlasst, den Überschuss an Zucker im Blut aufzunehmen und als Glykogen zu speichern. Die Verdauung von Struktur-Kohlenhydraten beim Pferd Strukturbildende Kohlenhydrate passieren den Dünndarm weitgehend unverändert und werden erst im Dickdarm verarbeitet. Dort werden sie dann mikrobiell verdaut. Hierdurch entstehen kurzkettige Fettsäuren, die über die Dickdarmwand aufgenommen werden und dem Pferd ebenfalls als Energie zur Verfügung stehen. Der Dickdarm ist auf die mikrobielle Verdauung dieser pflanzlichen Strukturstoffe ausgelegt. Durch eine rohfaserreiche Pferdefütterung, welche gleichzeitig arm an leichtverdaulichen Kohlenhydraten ist, steigt der Blutzuckerspiegel deutlich langsamer an. Berechnung von Zucker und Stärke im Pferdefutter Gesunde Großpferde mit Idealgewicht können zwischen 2 bis 2,5 kg Zucker und Stärke pro Tag tolerieren. Dieses Maximum sollte allerdings niemals angestrebt werden. Bei einem Überangebot besteht sonst nämlich immer die Gefahr, dass Zucker und Stärke nicht vollständig im Dünndarm verdaut werden und unverdaut in den Dickdarm gelangen können Es ist daher wichtig, die richtige Menge und das Verhältnis der kompletten Futtermenge im Auge zu behalten. Schaue nicht nur auf die Zusammensetzung eines Teils deiner Futterration, z.B. nur auf das Raufutter oder nur auf das Kraftfutter. Es geht um die Gesamtmenge an Futter, die dein Pferd täglich aufnimmt. Aber weißt du ganz genau, was du deinem Pferd täglich fütterst? Und wie viel von welchem Futter? Um deinem Pferd ein ausgewogenes Verhältnis von Struktur- und Nicht-Struktur-Kohlenhydraten anbieten zu können, ist es wichtig, die genauen Mengen an Raufutter und Kraftfutter mit den jeweiligen Inhaltsstoffen zu kennen. Gerade bei zu dicken Pferden sollte nämlich die Fütterung mit zucker- und stärkereichen Futtersorten drastisch reduziert werden. Getreide: Hafer, Gerste und Mais Die Verdauungskapazitäten für Stärke sind bei Pferden begrenzt. Die Stärkezufuhr pro Mahlzeit sollte daher eine Menge von 200 g je 100 kg Idealkörpergewicht nicht übersteigen. Dies bedeutet bei einem gesunden Pferd mit 600 kg Idealgewicht: max. 2,5 kg Hafer, 2 kg Gerste oder 1,5 kg Mais pro Mahlzeit. Füttere daher stärkehaltige Getreidesorten mit Bedacht. Gras Frisches Gras ist sehr zuckerhaltig. Der Gehalt beträgt um die 400 g je Trockensubstanz. Davon entfallen etwa 80 bis 100 g auf reine Zuckerverbindungen. Mit 1 kg frischem Gras nimmt dein Pferd also etwa 16 bis 20 g Zucker auf. Dies entspricht einer Menge von 3-6 Zuckerwürfeln. Steht dein Pferd ganztägig auf der Weide, nimmt es ca. 40 kg Gras auf, was ungefähr einer Menge von ca. 1 kg reinem Zucker entspricht. Auch typische Hochleistungsgräser, wie sie für Kuhwiesen verwendet werden, sind daher für die Pferdefütterung ungeeignet.Allerdings kann die Zucker- bzw. Fruktanmenge, die dein Pferd durch das Gras aufnimmt, je nach Jahreszeit, Tageszeit und Außentemperatur variieren. Bei Sonnenlicht produzieren Graspflanzen vermehrt Fruktan. Dieses Fruktan wird von der Pflanze zwischengespeichert und anschließend für ihr Wachstum eingesetzt. Je wärmer es ist, desto mehr Fruktan verbraucht auch der Wachstumsprozess der Pflanze, so dass Weidegras unter diesen Umständen weniger Fruktan enthält. Ist es nun aber umgekehrt sehr sonnig bei gleichzeitig frostigen Temperaturen, ist ein sehr hoher Fruktangehalt im Gras messbar. In diesem Fall speichert das Gras dann aufgrund der Sonneneinstrahlung viel Fruktan, kann es aber wegen der Kälte nicht umwandeln. Wird dein Pferd nun auf die Weide gelassen, nimmt es demnach auch mehr Zucker auf. Eine hohe Fruktanaufnahme kann den empfindlichen Verdauungstrakt deines Pferdes durcheinanderbringen und somit auch seinen Organismus belasten. Langfristig kann dies sogar zu gesundheitlichen Folgen wie Hufrehe führen. Achte daher immer auch auf die Außentemperaturen und die Tageszeit, wenn du den Weidegang deines Pferdes planst. Verwende für deine Pferdeweide bevorzugt spezielle Grassamen für Pferde. Heu Heu und auch überständiges Gras enthalten weniger Zuckerverbindungen als Frischgras. Aber auch im Heu ist Zucker enthalten. Ein Zuckergehalt von 10% im Heu ist keine Seltenheit und ist vor allem auch von der Grassorte abhängig. Pferde benötigen durchschnittlich 1,5-2,0 % ihres Körpergewichts an Raufutter (Trockenmasse). So benötigt ein 600 kg schweres, normalgewichtiges Pferd rund 9-12 kg Raufutter am Tag, damit es mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Probleme bei Zuckerüberschuss im Pferdefutter Obwohl Zucker und Stärke schnell verdaut werden können, ist es doch möglich, dass die Ration zu hohe Anteile an Zucker und Stärke enthält. In diesem Fall reicht die Zeit im Dünndarm meist nicht aus, um den Zucker und die Stärke komplett zu verdauen. Der unverdaute Teil gelangt dann in den Dickdarm und kann dort nicht mehr richtig aufgenommen werden. Dies kann den Organismus aus dem Gleichgewicht bringen. Auch eine hohe Aufnahme von Fruktan aus Gras oder frischen Pflanzen können im Dickdarm nicht optimal verdaut werden und dein Pferd gesundheitlich belasten. Ein nicht bedarfsgerechter, zu hoher Anteil an Stärke und Zucker kann auf längere Sicht daher zu folgenden Problemen führen: Kotwasser, Durchfall und Koliken Zu viel Zucker im Dickdarm stören das bakterielle Gleichgewicht. Der Dickdarm arbeitet dann weniger effizient, so dass es zu Kotwasser, Durchfällen oder sogar zu Koliken wie z.B. einer Gaskolik kommen kann. Übergewicht Ein klassisches Symptom von zu viel Zucker ist Übergewicht. Zucker stellt eine große Energiequelle dar, selten werden unsere Freizeitpferde aber ausreichend bewegt. Der Zucker setzt schnell an und macht dein Pferd dick. Ein paar wenige Kilos sind erstmal kein Weltuntergang: Mit einer Haltungs- sowie Fütterungsanpassung und einem ausgewogenen Training unterstützt du dein Pferd, die Kilos schnell wieder abspecken. Triffst du aber keine Maßnahmen, wenn dein Pferd zu dick ist, kann Übergewicht Stoffwechselkrankheiten wie z.B. EMS, Diabetes oder Hufrehe auslösen. EMS (Equine Metabolisches Syndrom) Als Folge von starkem Übergewicht wird bei Pferden immer häufiger das Equine Metabolische Syndrom festgestellt. Das ist eine schwerwiegende Stoffwechselerkrankung, die häufig mit großem Symptomkomplex auftritt: Hufrehe, Diabetes sowie unnatürlich starke Fettablagerungen an z.B. dem Mähnenkamm oder über den Augen sind typisch für EMS. Eine erhöhte Aufnahme an Zucker kann den Stoffwechsel des Pferdes durcheinanderbringen und EMS auslösen.  Diabetes (Insulinresistenz) Zucker und Stärke werden im Darm verdaut. Dabei entsteht Glucose, ein Stoff der vom Blut aufgenommen wird und über die Blutbahnen in verschiedenen Zellen gespeichert wird. Das Signal wird über das Hormon Insulin gegeben, welches vom Körper in entsprechenden Mengen produziert wird. Ist viel Glucose im Blut, produziert der Körper auch viel Insulin. Bei einer ausgewogenen und gesunden Zuckeraufnahme entstehen keine Probleme. Ist der Blutzuckerspiegel durch eine große und regelmäßige Zuckeraufnahme besonders hoch, wird der Stoffwechsel überbelastet. Als Folge wird Insulin überproduziert, was wiederrum die Zellen belastet und eine Diabetes (Insulinresistenz) auslösen kann. Diabetes bei Pferden sollte unbedingt von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden. Hufrehe Bei einer Hufrehe entsteht eine starke Entzündung in der Verbindungsschicht zwischen Hornkapsel und Hufbein. Für ein Pferd ist eine Hufrehe besonders schmerzhaft, die Erkrankung sollte daher von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden. Bis heute sind die Ursachen von Hufrehe vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Viele Tiermediziner gehen aber davon aus, dass die Zuckerarten Fruktan und Stärke einen Einfluss auf den Organismus haben, diesen Übersäuern und so das Risiko einer Hufrehe erhöhen können. Besonders ein stetiger Überschuss an Zucker kann eine Hufrehe auslösen. Cushing Cushing bezeichnet eine Hormonstörung, die besonders bei älteren Pferden ab den 15. Lebensjahr auftritt. Bei Cushing funktioniert die Hirnanhangsdrüse nicht mehr richtig und sie gibt zu viele Hormone in den Organismus ab. Das hormonelle Ungleichgewicht stört viele Prozesse im Pferdekörper wie z.B. den gesunden Fellwechsel sowie die Abwehrkräfte. Die Ursachenforschung von Cushing steht noch am Anfang, allerdings gehen einige Tiermediziner davon aus, dass eine zuckerhaltige Fütterung bei älteren Pferden die Hormonstörung auslösen, bzw. verschlimmern kann. 5 Tipps für ein ausgewogenes Zuckerverhältnis Raufutter ist die Futtergrundlage Generell sollte das Futter für alle Pferde, aber vor allem für zu dicke Pferde, in erster Linie auf Raufutter basieren. Achte beim Heu darauf, dass es spät geschnitten wurde (1. Schnitt), strohig im Griff ist und viele Blütenstände enthält. Das grob stengelige Heu hat in der Regel einen niedrigen Zuckergehalt. Wenn du dir unsicher bist, wie viel Zucker in deinem Raufutter enthalten ist, kannst du auch einen Raufutter-Schnelltest durchführen.   Passe den Weidegang deines Pferdes an Der Zuckergehalt im jungen Gras ist oftmals erhöht. Wenn dein Pferd auf der Wiese zu viel frisches Gras frisst und somit zu Übergewicht neigt, bietet sich ein begrenzter Weidegang in „Portionen“ an. Du kannst auch über die Nutzung eines Maulkorbs nachdenken, um die Aufnahmemengen von zuckerhaltigem Gras zu reduzieren.   Beurteile die Kraftfutterzufuhr deines Pferdes Einige Kraftfuttersorten bieten deinem Pferd viel Energie, sind aber auch oft zuckerhaltiger als das tägliche Raufutter. Verzichte daher auf eine große Kraftfutterzufuhr, wenn dein Pferd die Energie nicht benötigt. Sollte dein Pferd keinen oder wenig Weidegang haben und neben Raufutter und Mineralfutter doch zusätzliche Energie durch Kraftfutter benötigen, greife hier bevorzugt zu zucker- und stärkeärmeren Futtersorten, wie z.B. Care4Life Kräutermüsli oder Pavo InShape Müsli.Auch zur Beginn der Weidesaison empfiehlt es sich, die aktuelle Kraftfuttermenge einmal kritisch zu hinterfragen und sie direkt an den Weidegang anzupassen. Viele Pferde nehmen durch das nährstoffreiche Gras bereits viel Energie auf, weswegen sie während der Weidesaison deutlich weniger Kraftfutter benötigen. Biete Leckerlis nur in Maßen an Leckerlis wie frisches Obst oder spezielle Pferdeleckerlis sind oft zuckerhaltig. Wenn dein Pferd weniger Zucker aufnehmen soll, lasse die Leckerlis weg oder biete in Maßen gesunde, zuckerarme Leckerlis als schmackhafte Belohnung an.   Bewege dein Pferd regelmäßig Halte dein Pferd außerdem auf „Trab“, um den Kohlenhydratstoffwechsel anzuregen und bei deinem Pferd ein gesundes Idealgewicht beibehalten zu können.  Schon 30 Minuten stramm traben täglich können helfen, den Zuckerstoffwechsel ordentlich in Schwung zu bringen. Faustregel: Vermeide ein Überangebot von energiereicher Ernährung und sorge stets dafür, dass das Futterangebot an die Grundbedürfnisse deines Pferdes angepasst wird. Pavo Produkte mit niedrigem Zuckergehalt: Pavo FibreNuggets Die Heucobs können als hochwertiger Raufutterersatz eingesetzt werden. Die kräuterreichen Weidegrasbrocken fördern die Kau- und Speichelbildung des Pferdes. Der Zuckergehalt beträgt 7,8%. Stärke ist nur zu 2,2% enthalten. FibreNuggets sind reich an Ballaststoffen, natürlichen Vitaminen und Spurenelementen. Dieser Heuersatz ist melasse- und getreidefrei und ist somit nicht nur für Pferde geeignet, die Probleme mit der Raufutteraufnahme haben, sondern auch für zuckerempfindliche Pferde. Pavo Speedibeet Das sind Zuckerrübenschnitzel mit kurzer Einweichzeit. Zuckerrüben als Futtersorte mit wenig Zucker und Stärke? Klingt verrückt, oder? Pavo SpeediBeet besteht allerdings aus entzuckerten Zuckerrübenschnitzel ohne Zusatzstoffe, also auch ohne Melasse. Es enthält keine Stärke, nur 5% Zucker und viele gesunde Ballaststoffe wie Pektin. Es sorgt für eine langsam freiwerdende Energie und einen optimalen Feuchtigkeitsvorrat im Verdauungstrakt des Pferdes. Somit ist es ideal geeignet für Pferde und Ponys mit Konditionsrückständen oder einem schlechten Gebiss, die so wenig wie möglich an Zucker und Stärke aufnehmen sollen. Pavo FibreBeet Diese Zuckerrübenschnitzel sind zusätzlich mit Eiweißen aus Luzerne und Soja angereichert. Ideal für zuckerempfindliche Pferde, die extra Energie und Proteine benötigen. Genau wie SpeediBeet besteht FibreBeet aus entzuckerten Zuckerrübenschnitzeln. Es enthält nur 3% Stärke und 5% Zucker. Pavo HayChunks Pavo HayChunks sind Raufuttersnacks aus hochwertigem Wiesenheu von Bergweiden aus deutschen Naturschutzgebieten. Die Chunks werden in feste Rollen in der Größe einer Getränkedose gepresst und sind eine ideale Ergänzung zum täglichen Raufutter und ein gesunder Snack als besondere Beschäftigung für dein Pferd. Die Chunks können einfach unter die Heuration gemischt oder in einem kleinen Heunetz gefüttert werden. Pavo HayChunks haben einen niedrigen Zucker- und Stärkegehalt und sind daher sehr gut für zuckerempfindliche und/oder übergewichtige Pferde geeignet. Pavo Care4Life Dieses vollwertige, strukturreiche Kräutermüsli ist mit 11 verschiedenen Kräutern angereichert und enthält einen sehr niedrigen Zucker- und Stärkegehalt. Außerdem enthält es kein Getreide oder Getreideerzeugnisse und ist melasse- und haferfrei. Pavo Care4Life ist geeignet für Pferde, die Probleme mit dem Kohlenhydrat-Stoffwechsel haben oder getreidefrei ernährt werden müssen. Selbst geringe Mengen versorgen dein Pferd mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Durch die grobe Struktur wird dein Pferd zum Kauen angeregt. So sorgt das Müsli für eine ausgiebige Fresszeit. Pavo InShape Pavo InShape ist ein vollständig vitaminisiertes Müsli mit natürlichen Antioxidantien. Das Müsli wurde im Rahmen des Pavo InShape Programms speziell für übergewichtige Pferde und Ponys entwickelt. Das Müsli unterstützt als wichtige Fütterungskomponente dein Pferd beim gesunden und verantwortungsvollen Abnehmen. Pavo InShape ist getreidefrei und hat einen sehr niedrigen Zucker- und Stärkegehalt von nur 4% bzw. 3%. Pavo Nature's Best Pavo Nature's Best ist vollwertiges Müsli und eine ideale Ergänzung für Pferde, denen Gras und/oder Heu als Energiequelle nicht ausreichen. Es enthält pro Tagesration alle wichtigen Vitamin- und Mineralstoffe bei einem geringen Getreidegehalt ohne Hafer. Der Gehalt an Zucker und Stärke ist mit 2% und 16% geringer als bei vielen anderen Müslisorten. Pavo Vital Pavo Vital ist ein ausgewogenes Mineralfutter für Pferde und Ponys, die neben ihrem Raufutter kein oder nur wenig Kraftfutter erhalten. Mit einer schmackhaften, gesunden & natürlichen Basis aus Timotheegras und Luzerne. Pavo Vital ist getreide- und melassefrei.  Für eine optimale Verfügbarkeit gehen wir mit Pavo einen neuen Weg und nutzen IntelliBond® Spurenelemente. Das patentierte Verfahren macht die hochkonzentrierten Spurenelemente geschmacksneutral, da sie sich nicht vorzeitig durch den Speichel auflösen. Dadurch werden die Intellibond® Spurenelemente gut von Pferden aufgenommen und optimal verdaut. Pavo DailyFit Die getreidefreien Briketts sind ein tägliches Ergänzungsfutter mit Vitaminen und Mineralstoffen zu einer Futterration mit ausreichend Raufutter und keinem bis wenig Kraftfutter. Dank der verbesserten Rezeptur ist Pavo DailyFit nun noch zucker- und stärkeärmer. Ein DailyFit Brikett enthält 7,5% Zucker und 4,5% Stärke. Das ergibt einen kombinierten Zucker-Stärke-Gehalt von nur 12%. Damit du erst einmal eine Vorstellung davon bekommst, wie viel 12% sind, geben wir dir hier ein Rechenbeispiel: Pavo DailyFit enthält 12% Zucker und Stärke. Ein Brikett wiegt ca. 140 g. Über 1 Brikett erhält dein Pferd daher 12% x 140 g = 16,8 g Zucker und Stärke pro Tag. Ein Apfel enthält ebenfalls 16 g Zucker. Folglich erhält dein Pferd durch ein Pavo DailyFit Brikett nur minimal mehr Zucker und Stärke als durch einen Apfel.   Pavo Healthy Treats Viele Reiter greifen auf Pferdeleckerlis zurück, wenn sie ihren Pferden auch mal zwischendurch etwas Gutes tun wollen. Die meisten Pferdeleckerlis sind für Pferde sehr lecker, enthalten aber auch viel Zucker. Daher haben wir unsere Pavo Healthy Treats entwickelt: gesunde und schmackhafte Leckerlis ohne künstliche Zusatzstoffe und Getreide. Der Zucker und Stärkegehalt ist sehr niedrig, sodass du dein Pferd zwischendurch mit einem leckeren Leckerli belohnen kannst. Die Healthy Treats eignen sich auch optimal für Pferde mit Stoffwechselproblemen oder Übergewicht. Unsere gesunden Pferdeleckerlis kannst du in den Geschmacksrichtungen Apfel, Karotte, Brennnessel, Leinsamen und rote Beete kaufen. Bist du dir noch nicht ganz sicher, welche Futtermittel mit wenig Zucker du deinem Pferd anbieten möchtest? Unsere Pavo Futterberatung hilft dir gern weiter und kann dich ganz individuell beraten!​
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Fütterung und Gesundheit
Zucker und Stärke als Auslöser von Hufrehe bei Pferden
Für viele Pferdeliebhaber gehört die Hufrehe zur Albtraum-Diagnose. Die schmerzhafte Erkrankung des Hufes betrifft in den letzten Jahren immer mehr Pferde. Und nicht nur unsere Tiere leiden unter der Entzündung – auch wir Reiter fühlen mit und wollen unserem Pferd natürlich etwas Gutes tun. Daher ist es wichtig, die Rehe schnell zu erkennen, sie optimal zu behandeln und bereits im Vorfeld das Risiko mit einer sorgfältigen Vorbeugung einzudämmen. Was ist Hufrehe? Eine Hufrehe ist eine Erkrankung der Verbindungsschicht zwischen Hornkapsel und Hufbein, also des Hufbeinträgers. Es entsteht eine starke Entzündung der Huflederhaut, die anschwillt und die Blutzirkulation im Huf stört. Die starke Schwellung in der Hornkapsel kann sich im Pferdehuf nicht ausbreiten und es entsteht ein hoher Druck im Huf. Dies führt zu einem starken Druckschmerz, der dein Pferd sehr belastet. Schreitet die Entzündung weiter fort, wird der Huf durch die eingeschränkte Blutzirkulation nicht mehr mit den benötigten Nährstoffen versorgt. Der Hufbeinträger kann sich lockern. Ohne Behandlung führt diese schmerzhafte Entzündung zum Absenken des Hufbeines und letztendlich zum sogenannten „Ausschuhen“. Beim Ausschuhen erleidet das Pferd einen vollständigen Verlust der Hornkapsel.  Ursachen von Hufrehe bei Pferden Warum ein Pferd an Hufrehe erkrankt, ist noch nicht vollständig erforscht und die Ursachen können vielfältig sein. Tiermediziner gehen davon aus, dass eine Hufrehe in vielen Fällen bei falschen Fütterungsbedingungen entsteht. Auch als Begleiterscheinung von Erkrankungen wie Diabetes oder weiteren Stoffwechselstörungen (z.B. Cushing und EMS), Belastungen und starkem Stress oder Vergiftungen kann eine Hufrehe entstehen. Fütterungsbedingte Hufrehe Bei einer fütterungsbedingten Hufrehe sind die Auslöser die Zuckerarten Fruktan und/oder Stärke – und nicht wie früher angenommen das Eiweiß. Eine ständige Überbelastung mit Zucker und Stärke in der Fütterung, welche den individuellen Bedarf des Pferdes übersteigt, kann somit erhebliche Konsequenzen haben. Welche Rolle spielen Zucker und Stärke bei Hufrehe in der Fütterung? „Hauptverursacher der fütterungsbedingten Rehe ist nach neuesten Erkenntnissen der Mehrfachzucker Fruktan, der im Gras gebildet wird“, erläutert Futterexperte Vincent Hinnen, Mitglied des Pavo Grooming Teams, ein Service-Team aus Experten, die Pferdebesitzern bei Pavo mit kostenlosem Rat zur Seite stehen. Er stützt sich auf Forschungen des australischen Professors Christopher Pollitt. Der Mehrfachzucker Fruktan, ein sogenanntes Polysaccharid, entsteht durch die Photosynthese – einen Stoffwechselprozess in den Gräsern. Er dient der Pflanze als kurzfristiger Energiezwischenspeicher: produziert die Pflanze überschüssige Energie, die kurzfristig nicht für das Pflanzenwachstum eingesetzt werden kann, wird diese in Form von Fruktan in der Pflanze zwischengelagert. „Der Zusammenhang zwischen Hufrehe und Eiweiß ist fälschlicherweise hergestellt worden, weil die Krankheit vor allem im Frühjahr auftrat, eine Periode, in der das Gras wächst und viel Eiweiß enthält“, stellt Tierarzt Dr. Jürgen Bartz klar. Der Autor verschiedener Fachbücher ist ebenfalls Mitglied des Pavo Grooming Teams. Die Folgen eines Fruktanüberschusses beim Pferd Die Schwankungsbreite des Fruktangehaltes im Gras ist erheblich: Bei kühlem, sonnigen Wetter liegt der Wert bis zu 200 x höher als an warmen, wolkenverhangenen Tagen oder Regentagen. Vincent Hinnen warnt: „Die höchsten Fruktankonzentrationen sind bei sonnigem, frostigem Wetter zu erwarten, wenn die Temperaturen nachts unter 5 Grad Celsius gefallen sind, wenn die Wiesen nicht mit speziellem Pferdedünger gedüngt werden oder wenn es extrem trocken ist. Eiweiß hingegen sei, auch wenn es saisonbedingt viel aufgenommen wird, kein echtes Problem. Tierarzt Dr. Bartz: „Mit einer zeitlich begrenzten Überversorgung kommt das Pferd zurecht. Sie schadet nicht, wenn das Pferd allmählich angeweidet und an die zeitlich begrenzte Spitze gewöhnt wird.“ Problematisch sei etwas Anderes, betont Vincent Hinnen: „Die Darmflora im Dickdarm kann große Fruktanmengen nicht verarbeiten.“ Tierarzt Dr. Bartz warnt zusätzlich: „Die energiehaltigen Bestandteile in großen Rationen von stärke- und zuckerhaltigem Kraftfutter, insbesondere bei reiner Gerste und Mais, können im Magen und vorderen Dünndarm nicht komplett in ihre Bestandteile zerlegt werden. Sie gelangen teilweise unvollständig verdaut in den Dickdarm.“ Den weiteren Prozess erläutert Vincent Hinnen in einfachen Worten: „Die teilweise oder nicht verdaute Masse wird in den Dickdarm geschleust, wo rohfaser- und kohlenhydratverdauende Bakterien leben. Durch das Überangebot an Kohlenhydraten vermehren sich diese Bakterien explosionsartig und scheiden als Nebenprodukt Milchsäure aus. Dies verändert den pH-Wert von 7 neutral auf bis zu 6 in den sauren Bereich. Das hat ein Massensterben der rohfaser- und kohlenhydratverdauenden Bakterien zur Folge. Durch das Absterben entstehen Giftstoffe, sogenannte Endotoxine. Gleichzeitig schädigen die sauren Bedingungen die Darmwand. Die Toxine sowie die Milchsäure gelangen in die Blutbahn. Die Folge: der gesamte Organismus wird langsam übersäuert.“ Diese Systematik bedingt zudem die weiteren Vorgänge im Huf: eine akute Huflederhautentzündung entsteht, die dann die häufig irreversible und schmerzhafte Hufbeinsenkung und -rotation auslösen kann. Mit anderen Worten: Hufrehe kann die Folge eines permanenten Zucker- und Stärkeüberschusses sein. Wann ist die Gefahr einer Hufrehe durch einen Fruktan-Überschuss am höchsten? Wie viel Energie in der Pflanze zwischengelagert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Intensität der Sonneneinstrahlung, Wärme, Tageszeit und Pflanzenart: Sonne mit Wärme bedeuten Pflanzenwachstum und wenig verbleibendes Fruktan im Gras. Sonne und Kälte bewirken eine hohe Photosynthese-Rate, dennoch wächst die Pflanze nicht oder wenig – überschüssige Energie wird in Form von Fruktan (90%) und Stärke gespeichert. Rehe-Faktoren / Rehegefahr Wetterbedingung Pflanzenwachstum Sinkende Rehegefahr Feucht-warmes Wetter mit bedecktem Himmel Wenig Energieproduktion bei erhöhtem Wachstum und Abbau des Fruktanspeichers Geringe Rehegefahr Warmes, trockenes Wetter mit bedecktem Himmel Wenig Energieproduktion bei geringem Wachstum Mittlere Rehegefahr Warmes, trockenes Wetter mit Sonnenschein Leicht erhöhte Energieproduktion und Fruktanspeicherung bei geringem Wachstum Hohe Rehegefahr Kaltes oder frostiges, trockenes Wetter mit bedecktem Himmel Erhöhte Fruktanspeicherung ohne Wachstum Sehr hohe Rehegefahr Kaltes oder frostiges Wetter mit Sonnenschein Sehr hohe Energieproduktion und sehr hohe Fruktanspeicherung ohne Wachstum Weitere Ursachen von Hufrehe bei Pferden Einige Studien zeigten, dass Pferde mit Diabetes – also Pferde, die an einer Insulinresistenz leiden – ein erhöhtes Risiko auf die Entstehung einer Hufrehe haben. Bei einer Insulinresistenz wird der aufgenommene Zucker, trotz einer stark erhöhten Insulinproduktion, nicht in den Zellen eingelagert. Der andauernd hohe Insulinspiegel kann dann eine Hufrehe auslösen. Zu dicke Pferde, die z.B. unter dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) leiden, sowie Pferde mit dem Equinen Cushing Syndrom haben oft Diabetes als Begleiterscheinung. Diese beiden Erkrankungen gehen daher nicht selten aufgrund der Insulinresistenz und der Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen aus dem Fettgewebe mit Hufrehe einher. Die Hufrehe wird somit letztendlich auch hier durch eine nicht an die Insulinresistenz angepasste Fütterung verursacht. Bekannt ist auch die sogenannte Belastungsrehe. Ständiges Stehen auf hartem Boden und viel Stress können dein Pferd sehr stark beanspruchen. Kommt noch eine Verletzung am Bein oder Huf hinzu, kann das Risiko einer Hufrehe steigen. Wenn dein Pferd seine Hufe nicht mehr optimal entlasten kann, entsteht Druck im gesamten Hufmechanismus und weniger Blut wird durch die Gefäße des Hufes geleitet. Die bekannte Unterversorgung tritt auf und eine Hufrehe entsteht. Eine Belastungsrehe ist nicht durch die Fütterung beeinflussbar.  Eine Vergiftungsrehe entsteht häufig durch giftige Pflanzen wie Eibe oder Bergahorn, aber auch Schimmelpilzen im Futtermittel bringen den Organismus des Pferdes stark durcheinander. Wie bei der futterbedingten Rehe übersäuert der Organismus des Pferdes und beeinflusst die Entstehung einer Entzündung im Pferdehuf. Symptome und erste Hilfe Maßnahmen bei Hufrehe Oft beginnt die Hufrehe mit ersten, leichten Symptomen die für dich vielleicht nicht ganz so eindeutig sind. Wenn du dein Pferd aber genau beobachtest, kannst du Anzeichen für eine Rehe schnell erkennen. Typische Symptome bei Hufrehe: Der Gang deines Pferdes wird „fühlig“ und es entlastet wegen den starken Schmerzen seine Zehenspitze und belastet überwiegend die Trachten.​ ​Die Haltung deines Pferdes verändert sich leicht. Durch den Versuch der Entlastung steht ein betroffenes Pferd oft etwas nach hinten gelehnt. Erste Lahmheiten sind sichtbar. Rehepferde setzen jeden Huf sehr zögernd und vorsichtig mit den Trachten auf. Auch Wendungen sind bei Pferden mit akuter Hufrehe kaum möglich. Die Hufe sind besonders an der Hufkapsel und der Hufkrone sehr warm. Häufig ist eine starke Pulsation in Höhe des Fesselkopfes spürbar. Rehepferde haben oft auch eine (leicht) erhöhte Körpertemperatur oder sogar Fieber aufgrund des Entzündungsprozesses in den Hufen. Bei einer Hufzangenprobe zeigt dein Pferd deutliche Schmerzreaktionen. Schreitet die Hufrehe fort und wird chronisch, entstehen Querrillen und weiße Linien auf den Hufen. Die Form der Hufe kann sich im Laufe der Hufrehe verändern: in der Zehenwand entsteht ein Knick. Ein Reheschub verursacht enorme Schmerzen bei deinem Pferd. Verständige daher umgehend deinen Tierarzt, wenn du die genannten Symptome erkennst. Weitere erste Hilfe Maßnahmen bei Hufrehe: Nachdem du deinen Tierarzt verständigt hast, steht die Unterstützung und Schmerzlinderung deines Pferdes an erster Stelle. Kühle die Hufe und Beine deines Pferdes. Dies wirkt für dein Pferd sehr erleichternd und lindert außerdem die Schmerzen. Wenn du keinen Schlauch mit fließend kaltem Wasser zur Verfügung hast oder dein Pferd die Hufe nicht im Eimer stehen lässt, kannst du alternativ auch einen Hufverband anlegen und diesen stetig mit kaltem Wasser aufgießen. Bewege dein Pferd nicht unnötig – jeder Auftritt des Hufes ist sehr schmerzhaft. Auch nach einem Reheschub sollte das Pferd erst bei vollständiger Lahmfreiheit bewegt werden. Sprich dich hier am besten mit deinem Tierarzt ab und beginne mit Schrittspaziergängen als erste Bewegungseinheit. Bewege dein Pferd nicht unnötig – jeder Huf-Auftritt ist sehr schmerzhaft. Sorge für einen besonders weichen Untergrund und für eine dick eingestreute Box. Sollte dein Pferd liegen, treibe es nicht panisch auf. Es möchte vermutlich nur kurz seine schmerzenden Hufe entlasten. Geduldige dich hier bis zur Ankunft deines Tierarztes. Sobald dein Tierarzt eingetroffen ist, wird er dein Pferd anhand der gezeigten Symptome untersuchen. Ist der Status der Hufrehe nicht ganz sicher oder möchte dein Tierarzt feststellen, wie weit die Hufrehe bereits fortgeschritten ist, wird er eine Röntgenuntersuchung durchführen. Ist die Diagnose erfolgt, wird dein Tierarzt dir die optimale Behandlung vorstellen. In der Regel wird Hufrehe beim Pferd über orthopädische Maßnahmen behandelt. Es ist auch möglich, dass ein Teil des Hufs abgeraspelt wird. Das ist nichts Schlimmes für dein Pferd, sondern hilft dabei, den Huf zu entlasten. Gipsverbände und Hufschuhe können zum Einsatz kommen. In vielen Fällen werden auch schmerzstillende und durchblutungsfördernde Medikamente eingesetzt. Wurde die Hufrehe schnell erkannt, kannst du oft schon nach wenigen Tagen mit einer Besserung rechnen. Sobald die Lahmheit verschwindet und sich das Hufbein nicht verlagert, gilt die Hufrehe als geheilt. Bei einer weit fortgeschrittenen Hufrehe kann die Behandlung auch mehr als ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen. Weitere Komplikationen wie Knochenentzündungen können entstehen und dein Pferd stark belasten. Daher sollte es essentiell sein, die Hufrehe schnell zu erkennen und fachgemäß von deinem Tierarzt behandeln zu lassen. 5 Tipps zur Fütterung bei reheanfälligen Pferden Du kannst dein reheanfälliges Pferd mit den folgenden Tipps optimal unterstützen. Lasse dein rehegefährdete Pferde an frostigen und zudem sonnigen Tagen nicht direkt morgens auf die Weide. Bei diesem Wetter und zu dieser Tageszeit sind die höchsten Fruktankonzentrationen zu erwarten. Stelle rehegefährdete Pferde nicht direkt und zu lang auf frisch abgemähte Wiesen. Da in den kurzen Grashalmen Fruktan in wesentlich höheren Konzentrationen gespeichert wird als in den Blättern, nehmen grasende Pferde auf einer frisch abgemähten Weide unter Umständen wesentlich mehr Fruktan auf. Andererseits kann das Pferd bei geringerem Wuchs weniger Gras aufnehmen, was die Rehegefahr senkt. Bevorzuge daher für dein Pferd eher eine gut gepflegte Weide mit entsprechend hohem Blattanteil. Dies erreichst du auch, indem du zum Einsäen oder Nachsäen ausschließlich Grassamen speziell für Pferdeweiden verwendest. Begrenze gerade bei rehegefährdeten Pferden die Weidezeit. Stelle deinem Rehepferd aber dennoch ausreichend zucker- und stärkearmes Raufutter zur Verfügung. Solltest du nicht genügend Raufutter zur Verfügung haben, kannst du den Bedarf deinen Pferdes auch mit Raufutterersatzprodukten, decken. Die Pavo HayChunks Raufuttersnacks sind zudem ideal zur Verlängerung der Fresszeiten sowie zur zusätzlichen Beschäftigung geeignet. Die lange Kautätigkeit erhöht zum einen die Zufriedenheit deines Pferdes und sorgt zum anderen für eine gute Verdauung. Passe rechtzeitig zur Weidesaison die Fütterung deines Pferdes an, um einen Zucker- und Stärkeüberschuss zu vermeiden.  Sollte dein Pferd neben Gras und Raufutter eine zusätzliche Energiequelle benötigen, greife hier bevorzugt zu zucker- und stärkearmen Futtersorten, wie z.B. das Kräutermüsli Pavo Care4Life oder das Allroundmüsli Pavo Nature´s Best. Auch Pavo SpeediBeet und Pavo FibreBeet sind ideal zur Fütterung von hufreheanfälligen Pferden und Ponys, denn die Rübenschnitzel enthalten keine Stärke und nur sehr wenig Zucker. Dennoch ist der Energiewert mit dem von Getreide vergleichbar. Als vollwertige Ergänzung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen eignen sich bei einer kraftfutter-reduzierten Fütterung Pavo DailyFit oder Pavo Vital. Vorbeugende Maßnahmen bei hufrehegefährdeten Pferden Eine optimale Vorbeugung ist essentiell, damit dein Pferd erst gar nicht an Hufrehe erkrankt. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko einer Rehe senken: Ist dein Pferd zu dick, sollte es dringend abspecken. Benötigst du dabei Hilfe? Dann empfehlen wir dir das Pavo InShape Abnehmprogramm. Im umfangreichen Abnehmprogramm geben wir dir wertvolle Tipps, wie du über die Haltung, die Fütterung sowie mit einem optimalen Trainingsplan dein Pferd bei einer verantwortungsvollen Gewichtsabnahme unterstützen kannst. Der Energiebedarf deines Pferdes sollte in erster Linie über qualitativ hochwertiges Raufutter (Heu) abgedeckt werden. Bei vielen Pferden ist eine zusätzliche Fütterung mit Kraftfutter oft nicht erforderlich. Wenn du dennoch Kraftfutter füttern möchtest, biete deinem Pferd stärke- und zuckerarme Futtermittel wie Pavo InShape Müsli oder das Kräutermüsli Care4Life an. Achtung: der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen muss bei reiner Raufütterung und bei geringer Kraftfuttergabe unbedingt ergänzt werden. Hierzu eignen sich z.B. Pavo DailyFit (kein-wenig Kraftfutter) oder Pavo Vital (wenig Kraftfutter). Verzichte auf „Leckerchen“ wie gezuckerte „Pferde-Bonbons“ oder zu viel Obst und Möhren. Möchtest du dein Pferd dennoch ab und zu belohnen, biete ausschließlich gesunde und zuckerarme Leckerlis in Maßen an. Verzichte auf eine stärkehaltige Getreidefütterung (z.B. auf Hafer, Gerste oder Mais). Sollte dein Pferd besonders „fühlig“ sein, bevorzuge beim Reiten weiche Untergründe. Eventuell bietet sich auch die Nutzung von Hufschuhen bei Ausritten ins Gelände an – oder es kann sogar ein Hufbeschlag erforderlich sein. Sorge grundsätzlich in der Box und im Paddock für nachgebende, weiche Untergründe. Die Rehegefahr besteht generell über das ganze Jahr hinweg, schwankt aber entsprechend der Witterung. Zwar sind die Prognosen bei einer frühzeitigen Diagnose und entsprechender Behandlung vielversprechend, aber Hufrehe ist immer sehr schmerzhaft für dein Pferd. Mit einer ganzjährigen bedarfsgerechten Fütterung und Haltung sowohl von gesunden als auch rehegefährdeten Pferden, kann der Entstehung einer Hufrehe sehr gut vorgebeugt werden.
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Fütterung und Gesundheit
Alte Pferde richtig füttern
Mit steigendem Alter verändert sich der Nährstoffbedarf deines Pferdes: zwar sinkt in der Regel der Grundumsatz und somit der Energiebedarf, jedoch steigt gleichzeitig der Bedarf an essentiellen Nährstoffen, wie hochwertige Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Damit dein Pferd bis ins hohe Alter fit und vital bleibt, solltest Du daher nicht nur für eine gute Haltung und für genügend Bewegung sorgen, sondern außerdem die Fütterung individuell auf die Bedürfnisse deines Seniors abstimmen. „Die optimale Zusammensetzung des Futters richtet sich nach dem Gesundheitszustand, dem Körpergewicht und dem Stoffwechsel des jeweiligen Pferdes", sagt Dr. Ingrid Vervuert, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik der Universität Leipzig. Ein Seniorenfutter sollte auf die speziellen Probleme alter Pferde abgestimmt sein. „Es sollte zum Beispiel eine niedrige Futteraufnahme aufgrund von Zahnproblemen, Gewichtsverlust oder altersbedingte Stoffwechselprobleme kompensieren", weiß die Expertin. In der Regel ist ein Seniorfutter für Pferde ab circa 18 Jahren sinnvoll. Doch wichtiger als das Alter ist der Gesundheitszustand. Ab wann ist denn ein Pferd „alt“? Auch wenn der Anteil der Pferde deutlich ansteigt, die aufgrund von optimierter und bedarfsgerechter Fütterung mit Raufutter und Kraftfutter weit über 20 Jahre oder sogar über 30 Jahre alt werden, so kann ein Pferd dennoch als „alt“ bezeichnet werden, wenn es die 20er Jahresmarke erreicht. In Menschenjahren gerechnet ist es dann nämlich schon 60 Jahre alt. Woran erkennst Du, dass dein Pferd alt wird? Vor allem das Aussehen deines Pferdes verrät, wenn es in die Jahre kommt. Die äußeren Erscheinungen sind auch ein Zeichen dafür, dass dein Pferd auch im „Inneren“ altert. Absenken des Rückens. Abbau der Muskulatur, auch Gewichtsabnahme. Schlaffere, oft auch trockenere Haut. Die Augen beginnen zu trüben und über den Augen bildet sich immer tiefer werdende Kuhlen. Vor allem im Gesicht ergraut das Fell deines Pferdes. Schlechter, bzw. länger andauernder Fellwechsel. Entstehung typischer „Alterskrankheiten“ wie Zahnprobleme, verschlechterte Verdauung, PPID oder Hufrehe. Warum Du deinem Senior besondere Aufmerksamkeit schenken solltest Mit dem Alter werden nicht nur die äußerlichen Merkmale sichtbar, sondern dein Pferd kann auch anfälliger für Krankheiten aufgrund des gealterten Immunsystems werden. Ist ein Senior erstmal erkrankt, so erholt er sich deutlich langsamer von seiner Krankheit. Die Fütterung mit einer bedarfsgerechten Versorgung kann hier einen wesentlichen Beitrag zur Regeneration, bzw. Gesunderhaltung deines alten Pferdes beitragen. Achte vor allem auch auf eine ausreichende Zufuhr hochwertiger Eiweiße mit essentiellen Aminosäuren. Worauf solltest Du bei der Fütterung älterer Pferde achten? Alte Pferde haben einen höheren Bedarf an Nährstoffen. Dies liegt unter anderem daran, dass Senioren ihr Futter sowie zusätzlich benötigte Futterzusätze schlechter verwerten können. Daher muss die Art und Menge der Nahrung auf diese Umstände angepasst werden. Auch ein veränderter Hormonhaushalt und der verlangsamte Stoffwechsel tragen dazu bei, dass die Nährstoffe im Futter schlechter verdaut und vom Körper aufgenommen werden können. Wie ändert sich der Bedarf älterer Pferde beim Futter? Das Futter sollte eine gute Bioverfügbarkeit haben und leicht verdaulich sein. Hierbei ist also wichtig, dass die Nährstoffe in hochwertiger, natürlicher Qualität vorliegen und somit vom Körper leicht aufgenommen und verwertet werden können. Gleichzeitig sollte das Futter eine ausreichende Menge an Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung enthalten. Gras Im Sommerhalbjahr ist regelmäßiger Weidegang ein wichtiger Bestandteil der Fütterung. Pferde mit Zahnproblemen können Gras meistens besser fressen als Heu oder Heulage, weil es weicher ist. Außerdem regt die freie Bewegung auf der Weide das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes an. „Wenn genügend Gras vorhanden ist und alte Pferde in Ruhe fressen können, ist 24 Stunden Weidegang vom Frühjahr bis Herbst ideal", sagt Dr. Ingrid Vervuert. Einzige Ausnahme: Stark übergewichtige Pferde und Pferde mit Stoffwechselkrankheiten wie Hufrehe oder Cushing (PPID). Raufutter oder Raufutterersatz Wie viel Raufutter oder Raufutterersatz dein Pferd benötigt, hängt vom Grasangebot, dem Gesundheitszustand und dem Körpergewicht deines Pferdes ab. Als Faustregel gilt: Alte Pferde brauchen mindestens 1,5 bis 2% ihres Körpergewichtes an Raufutter. Ein 600kg schweres Pferd sollte also 9 bis 12kg Heu, Heulage oder eine dementsprechende Menge Raufutterersatz am Tag fressen. Beachte hierbei, dass der Energiegehalt beim Raufutter erheblich schwanken kann. „Je eher im Jahr das Heu oder die Heulage geerntet wurde, desto höher ist der Energiegehalt in der Regel", hält Dr. Ingrid Vervuert fest. Auch bis ins hohe Alter hinein, sofern die Futteraufnahme dies zulässt, sollte der Hauptbedarf der Energieversorgung durch hochwertiges Raufutter gedeckt werden. Tipp: Sollte dein Pferd kein oder nur sehr wenig Kraftfutter neben der Raufutterversorgung bekommen, so ist der Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sehr wichtig. Der Bedarf kann, unabhängig vom Alter, in der Regel nicht ausschließlich über Gras, Heu oder Stroh gedeckt werden. Hier empfehlen wir dir Pavo DailyFit oder Pavo Vital als tägliches Ergänzungsfuttermittel. Ein Bricket deckt bereits den Tagesbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen ohne Energieüberschuss. Kraftfutter Alte Pferde, die zu dünn sind oder dazu neigen, Körpermasse abzubauen, benötigen häufig ein spezielles Kraftfutter. Dr. Ingrid Vervuert empfiehlt thermisch aufgeschlossene Getreideflocken, hochwertige Pflanzenöle, Sojasextraktionsschrot, Kartoffel- oder Erbsenflocken. „Diese Futtermittel sind für alte Pferde besonders gut geeignet, weil sie leicht verdaulich sind und hochwertige Protein- und Energiequellen darstellen", sagt die Fachtierärztin. Diese Anforderungen sind zum Beispiel in Pavo18Plus berücksichtigt. Da alte Pferde die Nährstoffe in der Nahrung aufgrund von Zahnproblemen oder eventuell wegen einer geringeren Sekretion von Verdauungsenzymen häufig nur noch reduziert ausnutzen können, muss vielfach Energie und Protein bedarfsüberschreitend gefüttert werden. Das Kraftfutter können Sie, genau wie den Raufutterersatz, mit Wasser einweichen. Wenn dein Senior den Futterbrei nur ungern frisst, gebe einfach ein paar getrocknete Karotten- oder Apfelchips, eingeweichte Zuckerrübenschnitzel oder ähnliches dazu. Das peppt den Geschmack auf und sorgt für zusätzliche Vitamine sowie Rohfasern. Zink, Selen und Kupfer Seniorenpferde haben einen höheren Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralien, wie Zink, Selen und Kupfer. Zink spielt beim Haar- und Hautstoffwechsel eine große Rolle und ist wichtig für das Immunsystem. Selen schützt die Körperzellen und ist Teil des Muskelstoffwechsels und des Wachstums. Genau wie bei Fohlen, die wachsen müssen, ist es bei älteren Pferden wichtig neue Zellen zu bilden, z.B. um Gewichtsverlust zu verhindern. Kupfer spielt eine Rolle bei der Synthese von Eiweißen für Sehnen und Knorpel und bei der Pigmentierung der Haare. Vitamin C, B und K Vitamin C können gesunde Pferde selber bilden. Im Alter funktioniert das aber immer weniger gut und dann ist die Verabreichung von Vitamin C erforderlich. Aufgrund der verringerten Aufnahme von Raufutter und Ballaststoffen werden die Darmbakterien nicht zur Bildung von Vitamin B und K stimuliert. Mit zusätzlichen Ballaststoffen im Pferdefutter, z.B. mittels SpeediBeet oder FibreBeet kann man die Bildung dieser essentiellen Vitamine anregen. Calcium, Natrium und Phosphor Das Futter für ältere Pferde darf nicht zu viel Calcium, Phosphor und Natrium enthalten. Diese Nährstoffe müssen über die Nieren ausgeschieden werden. Möglicherweise wird die Nierenfunktion im Alter eingeschränkt und dadurch können Abfallstoffe nicht mehr so gut ausgeschieden werden. Wenn dein Pferd plötzlich anfälliger für Infektionen wird, starke Probleme mit dem Fellwechsel hat oder sehr schlapp wirkt, lasse es am besten von deinem Tierarzt untersuchen – vielleicht fehlt ihm ein wichtiger Nährstoff, den Sie über die Fütterung gezielt ergänzen können. 8 Fütterungstipps für ältere Pferde  Um das Wohlbefinden deines älteren Pferdes zu steigern, ist eine bedarfsgerechte Fütterung sehr wichtig. Worauf solltest Du in der Fütterung deines Seniors am besten achten? Auf einen höheren Anteil an Rohprotein und zusätzliche Aminosäuren (Lysin) für die Erhaltung des Körpergewichts. Auf einen niedrigen Anteil an Zucker und Stärke, um Stoffwechselproblemen vorzubeugen (Cushing, PPID/Hufrehe etc.). Auf einen höheren Öl-Anteil (als Energielieferant). Auf Vitamin C und E zur Stärkung des Immunsystems. Auf organisch gebundene Spurenelemente (für eine optimale Aufnahme). Auf zusätzliche Omega 3- und 6-Fettsäuren. Auf ein angepasstes Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Auf hochwertige Rohfasern zur Unterstützung der Verdauung. Außerdem sollte das Futter auch die folgenden 3 Bedingungen erfüllen: Es sollte besonders schmackhaft sein. Es sollte leicht zu kauen und zu schlucken sein. Es sollte staubfrei sein. Pavo Futterempfehlungen für alte Pferde: Pavo 18Plus Ab einem Alter von ca. 18 Jahren verändert sich der Organismus eines Pferdes. Der Stoffwechsel verschlechtert sich und die Verdauung arbeitet weniger effizient. Zuerst bemerkt man das nicht, denn viele Pferde können auch im fortgeschrittenen Alter noch Top-Leistungen erbringen. Aber auch die Bedürfnisse des Pferdes ändern sich. Der Organismus braucht beispielsweise mehr Proteine, um die Kondition der Muskeln zu erhalten und er kann Zucker und Stärke weniger gut verwerten. In dem Moment, in dem man eine äußere Veränderung wahrnimmt, ist der Prozess bereits weit fortgeschritten. Fange daher rechtzeitig mit der richtigen Fütterung an. Pavo SpeediBeet Hierbei handelt es sich um melassefreie Rübenschnitzelflocken mit kurzer Einweichzeit. Passend für jede Futterration. Bitte beachte, dass Du 1 Teil Pavo SpeediBeet mit der 5-fachen Wassermenge (in g) anrichten. Nach ca. 10 Minuten können die Rübenschnitzel verfüttert werden. Sie sollten komplett aufgeweicht sein. Die Pektine dieser hochwertigen Rohfasern in Pavo SpeediBeet sorgen dafür, dass die aufgenommene Energie vom Pferd besser verwertet werden kann. Pavo FibreBeet Pavo FibreBeet wurde speziell für (alte) Pferde und Ponys mit Konditionsrückstand entwickelt. Es ist eine schmackhafte und sorgfältig zusammengesetzte Kombination aus SpeediBeet (Rübenschnitzen), Luzerne und leicht verdaulichen Rohfasern aus Sojaschoten. Auch diese Rübenschnitzel dürfen nur eingeweicht im Verhältnis 1 zu 3 (1 Teil FibreBeet + 3 Teile Wasser) gefüttert werden, haben aber ebenfalls eine kurze Einweichzeit. Pavo FibreNuggets Diese strukturreichen Heucobs aus 100% Weidegras aus den Voralpen Süddeutschlands fördern die Kau- und Speichelbildung deines Pferdes und sind ein hochwertiger Raufutterersatz. Ideal für alte Pferde, die Zahnprobleme oder sonstige Probleme mit der Heuaufname haben. Die Heucobs können sowohl trocken als auch eingeweicht gefüttert werden und sind reich an Ballaststoffen, natürlichen Vitaminen und Spurenelementen. Pavo SlobberMash Dies kann als Ergänzung verabreicht werden und ist ein sehr schmackhaftes Kraftfutter, das mit heißem Wasser angerührt wird. Durch den hohen Anteil an reinem Leinsamen und zusätzlichem Vitamin C fördert Pavo SlobberMash die Darmfunktion für eine gesunde Verdauung. Es ist daher besonders für ältere Pferde geeignet. Fütterungsempfehlung pro Tag für ein 600kg Senioren-Pferd ohne oder mit leichter Arbeit: Mind. 7,5 – 8,5kg Heu (ergänzend zu Gras, alternativ FibreNuggets) ca. 2,0kg Pavo 18Plus ca. 0,5kg Pavo SlobberMash Bei Bedarf die Ration um ca. 0,3kg Pavo SpeediBeet oder FibreBeet anreichern. Worauf Du bei der Haltung von älteren Pferden achten solltest Überprüfe parallel zur Qualität des Grundfutters auch die übrigen Haltungsbedingungen. Dazu zählen: Regelmäßige Zahnkontrolle: Wenn Du feststellst, dass dein Pferd nicht mehr so schnell frisst wie früher, das Heu in kleinen Röllchen wieder ausspuckt oder Gewicht verliert, leidet es höchstwahrscheinlich unter Zahnproblemen. Eine Fütterung in möglichst vielen kleinen Portionen. Ausreichend freie Bewegung und frische Luft sowie ein möglichst stressfreier Sozialkontakt zu Artgenossen. Ausreichend Zeit und Ruhe bei einer verlangsamten Futteraufnahme bieten. Auch die hygienisch einwandfreie Qualität und die Darreichungsform des Trinkwassers sind wichtig. Viele alte Pferde trinken aufgrund von Zahnproblemen lieber aus großen Bottichen als aus Selbsttränken. Außerdem bevorzugen sie bei kalten Temperaturen lauwarmes Wasser. Im Winter solltest Du den Gesundheitszustand deines Seniors besonders gut beobachten. Viele ältere Pferde benötigen bei kalter oder nasser Witterung eine Decke und eine Extraportion Energie über das Futter. Welche Probleme treten besonders häufig bei alten Pferden auf?  Bereits ab dem 15 Lebensjahr können sich schon erste Zipperlein und Wehwehchen bei Ihrem Pferd einstellen. Der Prozess des Älterwerdens zeigt sich bei jedem Pferd anders und hängt stark von den Fütterungs- und Haltungsbedingungen, aber auch von der sportlichen Belastung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Pferdes ab. Arthrosen in den Gelenken. Zahnprobleme wie stark abgenutzte, lockere oder fehlende Zähne. Veränderte Leber- und Nierenfunktionen. Veränderungen im Hormonhaushaltes, welches sich durch PPID oder Hufrehe äußern können. Was tun, wenn die Wehwehchen zu Problemchen und Problemchen zu Problemen werden? Jedes Leben ist endlich – auch das deines Pferdes. Bleibe daher immer ein verantwortungsbewusster Pferdebesitzer und erkenne, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem das Leben deinem Pferd keine Freude mehr bereitet. Auch wenn diese Entscheidung schmerzlich für dich ist – dein Pferd hat sein ganzes Leben immer versucht, es dir Recht zu machen und in deinem Sinne zu handeln – tue es zur gegebenen Zeit auch für dein Pferd.
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Fütterung und Gesundheit
Energie im Futter für Freizeitpferde
Der Energiebedarf deines Pferdes ist ein sehr individueller Faktor. Er ist unter anderem abhängig von Trainingshäufigkeit, Trainingsdauer, Trainingsintensität, Alter und Gewicht. Freizeitpferde können ihren Grundenergiebedarf meistens schon durch eine Fütterung von ausreichend Raufutter und einem guten Mineralfutter decken. Anders als Hochleistungssportpferde, benötigen sie nicht immer die Zugabe eines Kraftfutters. Zu entscheiden, ob dein Freizeitpferd zur Deckung seines Energiebedarfs ein Kraftfutter benötigt, ist allerdings nicht immer einfach. Um diese Entscheidung treffen zu können, musst du zunächst den genauen Energiebedarf deines Pferdes bestimmen. Kennst du diesen Bedarf, kannst du das optimale Fütterungskonzept für dein Freizeitpferd wählen. Für die Gesundheit deines Pferdes ist es sehr wichtig, die richtige Menge an Energie zu füttern. Erhält es z.B. zu viel Energie, steigt das Risiko auf ernstzunehmende Wohlstandskrankheiten. Den Energiebedarf deines Freizeitpferdes bestimmen  Grundsätzlich hat ein 600 kg schweres Freizeitpferd, welches nur leicht gearbeitet wird, einen Energiebedarf von ca. 91 Mj vE (verdauliche Energie). Verständlicherweise wirst du dich nun vermutlich fragen:  Was genau definiert denn „leichte Arbeit“? Und welches ist dann jetzt das richtige Futter für mein Pferd? Als Antwort auf diese Fragen wurde der Pavo Energy Level Plan  entwickelt. Das Pavo Energy Level hilft dir, den individuellen Energiebedarf deines Freizeitpferdes zu bestimmen und zeigt dir zusätzlich, welche Futtersorten optimal für diesen Bedarf geeignet sind. Der Pavo Energy Level Plan besteht aus 3 Stufen: Energy Level Low Energy Level Medium Energy Level High Energy Level Medium und Energy Level High beziehen sich hauptsächlich die Trainingsintensität von Sportpferden. Für dich und dein Freizeitpferd ist jedoch besonders interessant herauszufinden, ob ihr auf Energy Level Low trainiert oder vielleicht sogar darunterliegt. Energy Level Low beschreibt leichte Arbeit und bedeutet wöchentlich mindestens 3-4 Trainingseinheiten mit durchschnittlich 30-60 Minuten pro Tag, davon ca. 48% Schritt, 48% Trab und 2% Galopp. Das Training umfasst alle bewussten Bewegungen, wie z.B. auch das Longieren oder das Spazierengehen. Ob du mit deinem Pferd auf Energy Level Low trainierst, kannst du ganz einfach anhand weniger Schritte bestimmen. Miss hierfür eine Woche lang, wie viele Minuten du dein Pferd im Schritt reitest, trabst und galoppierst. Teile diese Werte dann durch 7, um die durchschnittliche Trainingsdauer pro Tag zu erhalten. Rechnest du diese Minuten dann in Prozentzahlen um, kannst du sie einfach mit der Pavo Energy Level Übersicht vergleichen. Ein Wochentrainingsplan auf Energy Level Low könnte beispielsweise so aussehen: Vergleichst du nun die prozentuale Auswertung dieses Trainingsplans mit den prozentualen Angaben des Pavo Energy Level Plans, erfährst du, ob sie den Werten von Energy Level Low entsprechen. Mit einer durchschnittlich täglichen Trainingsdauer von 31,6 Minuten liegt dieser Trainingsplan knapp über der Mindesttrainingsdauer für Energy Level Low. Pferde, die auf diesem Niveau trainieren, haben einen leicht erhöhten Bedarf an Energie, welcher problemlos durch eine angepasste Fütterung gedeckt werden kann.   Trainierst du mit deinem Pferd weniger als in Energy Level Low angegeben? Dann hat es vermutlich auch keinen erhöhten Energiebedarf. Würdest du deinem Pferd nun zusätzlich ein Kraftfutter füttern, würde es mehr Energie erhalten, als es eigentlich benötigt. Je nach Höhe des Kalorienüberschusses, führt dies zu einem leichten bis starkem Übergewicht. Die zusätzlichen Kilos belasten dann die Gelenke deines Pferdes und steigern zudem das Risiko auf Krankheiten wie Hufrehe, EMS und Diabetes. Im Falle eines geringen Bedarfs genügt es demnach, dein Freizeitpferd mit ausreichend Raufutter und einem guten Mineralfutter zu versorgen, um seinen Energiebedarf zu decken. Möchtest du deinem Pferd doch ein kleines Extra in den Futtertrog legen, um beispielsweise Futterneid zu vermeiden, eignen sich sehr energiearme Kräutermüslis ohne Getreide und Melasse. Du trainierst mit deinem Pferd intensiver, als in Energy Level Low angegeben? Dann sieh dir unseren Ratgeber „Energie im Futter für Sportpferde“ an, um das passende Futter für dein Pferd zu finden. Das passende Fütterungskonzept für dein Freizeitpferd Dein Freizeitpferd leistet leichte Arbeit auf Energy Level Low und hat somit einen geringen Energiebedarf. Damit dein Pferd nun durch sein Futter genau so viel Energie enthält, wie es benötigt, ist es wichtig, seine Futterration auf eine geringe Energiezufuhr auszulegen. Betrachte daher die gesamte Fütterung deines Freizeitpferdes, um das passende Fütterungskonzept wählen zu können.     Raufutter ist die Basis Eine ausreichende Fütterung von Raufutter ist essentiell wichtig für die Gesundheit aller Pferde. Die Futterration deines Freizeitpferdes sollte daher immer zu 70% bis 100% aus hochwertigem Raufutter bestehen. Durch das Kauen von Raufutter produziert dein Pferd Speichel. Dieser Speichel hilft nicht nur, das aufgenommene Futter in den Magen zu befördern, sondern neutralisiert zusätzlich den sauren Magensaft und fördert die Zufriedenheit. Dieser Prozess kann vorbeugend auf ernsthafte Magenprobleme, wie z.B. Magengeschwüre, wirken. Außerdem dienen die Ballaststoffe aus dem Raufutter den gesunden Bakterien im Dickdarm und Blinddarm deines Pferdes als Nahrung. Somit sorgt eine ausreichende Raufutterversorgung für eine gesunde Darmflora. Spare daher nie an Raufutter für dein Pferd, ganz gleich ob Freizeit- oder Sportpferd. Energiearmes Kraftfutter als Ergänzung Trainiert dein Pferd auf Energy Level Low, benötigt es neben dem Raufutter ein energiearmes Kraftfutter, welches seinen leicht erhöhten Bedarf deckt. Ein Blick auf die Nährstoffe zeigt dir, welche Futtersorten für dein Freizeitpferd geeignet sind: Geringer Eiweißgehalt: Pferde, die auf Energy Level Low trainieren, haben keinen erhöhten Bedarf an Eiweißen. Demnach eignen sich Futtersorten mit geringem Eiweißgehalt ideal für dein gesundes Freizeitpferd. Zählt dein Pferd jedoch bereits zu den Senioren, benötigt es zusätzliche Eiweiße für den Konditionserhalt. Hier eignen sich eiweißreiche Müslis, die speziell auf den Bedarf von älteren Pferden abgestimmt sind. Auch sehr dünne Pferde im Konditionsaufbau können von einer eiweißreichen Fütterung profitieren. Achte bei einer eiweißreichen Fütterung immer darauf, die Eiweißzufuhr an den individuellen Bedarf deines Pferdes anzupassen. Zu viel Eiweiß im Futter kann bei deinem Pferd Überschuss führen und die Nieren sowie die Leber belasten. Wenig Zucker und Stärke: Zucker und Stärke liefern schnell verfügbare Energie und sind daher vor allem im Futter für Spring- und Rennpferde relevant. Für dein Freizeitpferd genügt bereits ein zucker- und stärkearmes Pferdefutter, um seinen geringen Bedarf an Energie zu decken. Erhält dein Freizeitpferd zu viel Zucker und Stärke, kann dies seinen empfindlichen Verdauungstrakt sogar durcheinanderbringen und so Krankheiten wie z.B. Hufrehe begünstigen.   Wenig Fette und Öle: Fette und Öle erhöhen den Energieanteil im Pferdefutter und sind daher vor allem für Sportpferde relevant. Dein Freizeitpferd benötigt demnach kein Extra an Fetten und Ölen in seinem Futter. Einzig in besonderen Situation, wie z.B. dem Fellwechsel, kann es sinnvoll sein, dein Pferd mit einem Öl zu unterstützen. Bei einer Fütterung von Öl ist es generell sehr wichtig, eine Gesamtmenge von 500 ml pro Tag nicht zu überschreiten. Wird diese Menge langfristig überschritten, kann dies den Darm und die Leber deines Pferdes belasten. Der Pavo Energy Level Plan hilft Damit du nicht jede Kraftfuttersorte genau auf ihren Energiegehalt und ihre Inhaltsstoffe prüfen musst, wurde der Pavo Energy Level Plan entwickelt. Alle Pavo Kraftfuttersorten verfügen über abgebildete Sterne auf den einzelnen Futtersäcken, welche jeweils ein Energy Level repräsentieren.  Hierbei zeigt 1 Stern das Energy Level Low, 2 Sterne das Energy Level Medium und 3 Sterne das Energy Level High. Die Energiewerte basieren auf internationalen Richtlinien der NRC und CVB. Trainierst du mit deinem Pferd also auf Energy Level Low, eignen sich alle Futtersorten mit einem Stern auf dem Futtersack. Die Kraftfuttermenge kannst du einfach der Fütterungsempfehlung der einzelnen Sorten entnehmen. Fütterst du deinem Pferd weniger Kraftfutter pro Tag als der Hersteller empfiehlt, ist außerdem die Zugabe eines Mineralfutters wichtig, um es mit allen nötigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen.   Futterergänzungen bei erhöhtem Nährstoffbedarf Fellprobleme: Fellprobleme können dazu führen, dass der Nährstoffbedarf deines Pferdes ansteigt. Besonders der Fellwechsel verlangt gleich 2-mal im Jahr sehr viel Energie von deinem Pferd. Ergänzungsfuttermittel mit extra Vitaminen, wie z.B. Pavo MultiVit 15, können dein Freizeitpferd in dieser Phase mit hilfreichen Nährstoffen versorgen. Die enthaltenen Vitamine in Pavo MultiVit15 unterstützen zahlreiche Körperfunktionen deines Pferdes, sorgen für einen schnellen Fellwechsel und helfen bei einer strapazierten Haut.  Magen-Darm-Probleme: Pferde haben von Natur aus einen sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt.  Bekannte Probleme, wie z.B. Kotwasser und Durchfall, können bereits durch kleine Futterumstellungen, Stallwechsel oder Stress ausgelöst werden. Verdauungsprobleme sind generell auf ein Ungleichgewicht der Darmbakterien zurückzuführen. Um dieses Gleichgewicht wieder in Einklang zu bringen, eignen sich bestimmte Ergänzungsfuttermittel. Pavo GutHealth z.B. enthält pektinreiche Apfel- und Rübenschnitzel, sowie wertvolle Prä- und Probiotika. In Kombination mit weiteren hochwertigen Inhaltsstoffen, hilft Pavo GutHealth eine stabile Bakterienpopulation im Darm aufzubauen und so ein gesundes Verdauungssystem zu erhalten. Hufprobleme: Gerade im Sommer, wenn es draußen trockener wird, haben viele Pferde Probleme mit brüchigen Hufen. Um die Hufqualität zu verbessern, benötigt dein Pferd zusätzlich zu einer entsprechenden Hufpflege wichtige Nährstoffe. Futterergänzungen können in diesem Fall die Lösung sein. Pavo BiotinForte enthält zusätzlich zu Biotin außerdem Kupfer, Zink und wichtige Aminosäuren, die eine optimale Hufqualität unterstützen. Auch das Fell deines Pferdes aus profitiert von dieser wertvollen Nährstoffkombination.  
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Fütterung und Gesundheit
Magengeschwüre beim Pferd
Magengeschwüre gehören leider zu den häufigsten Magenerkrankungen beim Pferd. Vor allem eine nicht artgerechte Fütterung und Haltung sowie zu viel Stress machen den Pferdemagen „sauer“. Studien haben herausgefunden, dass bis zu 40% alle Freizeitpferde, bis zu 50% aller Fohlen, bis zu 60% aller Turnierpferde und sogar bis zu 90% aller Rennpferde unter Magengeschwüren leiden. Anders als beim Menschen, der nur nach der Nahrungsaufnahme Magensäure produziert, wird diese beim Pferd kontinuierlich, also rund um die Uhr, produziert. Sind die Schutzmechanismen gestört, kommt die Magensäure in direkten Kontakt mit der Magenschleimhaut. Dies führt zu Reizungen der Magenschleimhaut (Gastritis). Hält dieser Zustand länger an, können die gefürchteten Magengeschwüre (Magenulzera), auch Equine Gastric Ulcer Syndrome (EGUS) genannt, entstehen. Symptome bei Magengeschwüren Oft sind die Symptome zunächst unspezifisch und lassen nicht direkt auf ein Magenproblem schließen. Es gibt aber Anzeichen, bzw. Verhaltensweisen, die auf Magengeschwüre hinweisen können. Welche Symptome treten bei ausgewachsenen Pferden auf? Akute oder wiederkehrende Koliken, besonders nach dem Fressen von Kraftfutter Schlechtes oder selektives Fressen Vermehrtes oder reduziertes Trinken Maulgeruch Zähneknirschen Flehmen Leerkauen Aufstoßen Schlechter Allgemeinzustand Gewichtsverlust Verhaltensveränderungen Welche Symptome treten bei Fohlen auf? Durchfall Kolik Schlechtes Milchtrinken oder ständiges Abbrechen Starkes Speicheln Zähneknirschen Aufgeblähter Bauch Fieber und Veränderungen im Blutbild Stumpfes Fell Schlechter Entwicklungszustand Diagnose von Magengeschwüren Wenn du diese Symptome bei deinem Pferd ungewöhnlich oft bemerkst, ist eine tierärztliche Abklärung empfehlenswert. Eine exakte Diagnose kann nur durch deinen Tierarzt und auch nur mithilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt werden. Diese wird am stehenden, sedierten Pferd vorgenommen. Dein Pferd darf einige Stunden vorher nichts fressen und trinken, damit die Sicht im Magen frei bleibt. Bei der Gastroskopie wird ein flexibles Endoskop mit Kamera über die Nüstern eingeführt, zum Kehlkopf vorgeschoben und nach dem Abschlucken vorsichtig über die Speiseröhre bis in den Magen und anschließend in den vorderen Dünndarmabschnitt weitergeschoben. Durch dieses Verfahren können alle relevanten Verdauungsabschnitte direkt auf dem Bildschirm betrachtet und beurteilt werden. Sollte eine Magenspiegelung bei deinem Pferd nicht möglich sein, wird dein Tierarzt hier eine sogenannte diagnostische Therapie durchführen. Dies bedeutet, dass dein Pferd die Therapie erhält, welche auch Pferde mit Magengeschwüren erhalten. Sollten sich die Symptome sichtbar bessern, ist ein Magengeschwür als Ursache sehr wahrscheinlich. Was sind die Ursachen von Magengeschwüren bei Pferden? Besonders Fehler in der Fütterung, Haltung, dem Training sowie Stress gehören zu den Hauptrisikofaktoren, die zur Entstehung von Magengeschwüren beitragen können. Fütterung: Vor allem ein Mangel an Raufutter, zu viel stärkehaltiges Kraftfutter in zu geringen Portionen und zu lange Fresspausen werden für das Entstehen von Magengeschwüren bei Pferden verantwortlich gemacht. Haltung: Aber auch eine nicht artgerechte Haltung mit wenig bis keinem Weide- und/oder Paddockgang, fehlende Sozialkontakte zu Artgenossen und stressige Transporte können ebenfalls eine Rolle spielen. Training: Vor allem durch intensives Training mit viel Trab und Galopp steigt der Druck im Bauchraum, so dass der saure Magensaft länger mit der Magenwand in Kontakt kommt. Im Pferdesport lässt sich Leistungsstress in akuten Phasen kaum vermeiden. Intensives Training und Turniere sind immer mit körperlichem und psychischem Stress verbunden, unabhängig davon, wie gut du dein Pferd auf diese Situationen vorbereitest. Darum steigt, selbst bei optimaler Haltung und Fütterung, mit der Intensität der Wettkampfteilnahme das Risiko auf die Entstehung von Magengeschwüren. Stress: Die Stressbelastbarkeitsgrenze ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Es ist wichtig, diese zu kennen, so dass du besser abschätzen kannst, was du deinem Pferd zumuten kannst und was nicht. Denke dabei auch an emotionalen Stress durch den Verlust von Artgenossen, was bei einer Umstallung kein irrelevanter Faktor ist. Krankheiten und Medikamente: Auch Kolikarten wie z.B. Darmverstopfung, Darmverlagerung oder Aufgasung, können die nachträgliche Förderung von Magengeschwüren fördern. Hierfür sind natürlich auch die Schmerzen, der Futterentzug sowie die Gabe von Medikamenten verantwortlich. Typische Medikation bei Magengeschwüren: In der Regel können Magengeschwüre bei Pferden medikamentös gut behandelt werden. Die Therapiedauer sowie der Behandlungserfolg sind aber auch abhängig vom Schweregrad des ausgeprägten Magengeschwürs, der Optimierung der Fütterungs-, Haltungs- und Trainingsbedingungen sowie der Behandlung anderer Grundkrankheiten, sollten diese Verursacher des Geschwürs sein. Bei der medikamentösen Therapie wird der Wirkstoff „Omeprazol“ eingesetzt. Hierbei handelt es sich um einen Protonenpumpenblocker, welcher sehr schnell und effektiv die Magensäureproduktion reduziert, so dass der Heilungsprozess einsetzen kann. Omeprazol ist als Paste für Pferde zugelassen. Bei Fragen zur Medikation sowie dem Therapieplan wende dich am besten an den behandelnden Tierarzt. Magengeschwüre bei Pferden vorbeugen Magengeschwüre sind für Pferde sehr schmerzhaft, außerdem ist die Behandlung sehr teuer. Daher gilt: besser vorbeugen. Fütterung für einen gesunden Pferdemagen: In der Natur beschäftigen sich Pferde ca. 16 Stunden mit der Nahrungsaufnahme. Sie legen in der Regel keine Fresspausen ein, die länger als 4 Stunden sind. Und dies auch aus gutem Grund: der Pferdemagen hat nur ein Füllvolumen von ca. 18 Litern und ist somit relativ klein, produziert aber ununterbrochen Magensäure. Durch die regelmäßige Futteraufnahme in kleinen Portionen wird der Magen zum einen immer ideal gefüllt und zum anderen sorgt der Speichelfluss für eine Neutralisierung der Magensäure. Wenn du mehr über die Verdauung des Pferdes erfahren möchtest, lese dazu auch unseren Ratgeber „Verdauungstrakt des Pferdes“. Tipps: Fördere das natürliche Fressverhalten deines Pferdes“. Biete deinem Pferd ausreichend Raufutter an. Ein Pferd benötigt mind. 1,5 – 2,0% seines Gewichts an Raufutter (Trockenmasse). Jeder Kraftfutter-Fütterung sollte auch eine Raufütterung vorangestellt werden. Idealerweise hat dein Pferd uneingeschränkten Zugang zu Raufutter (Heu, Stroh). Ist ein uneingeschränkter Zugang nicht möglich, biete deinem Pferd Raufutterersatzprodukte an. Diese verlängern die Fresszeiten, beschäftigen dein Pferd und stimulieren die Speichelproduktion. Füttere möglichst wenig Kraftfutter. Greife bei der Kraftfutter-Wahl eher zu stärkearmen Futtermittelsorten. Die Fütterung von Hafer ist den anderen Getreidesorten vorzuziehen. Vermeide stark melassierte Futtermittel. Füttere deinem Pferd auch gekochten Leinsamen. Diese enthalten ausreichend aufquellende Kohlenhydrate und bilden so einen natürlichen Schutz für die Magenschleimhaut. Auch die Fütterung von Mash mit einem hohen Anteil an Leinsamen ist bestens geeignet. Der gesunde Leckerbissen unterstützt die Regeneration. Verzichte bei der Fütterung auf säurehaltiges Obst (Äpfel). Sowohl das Raufutter und der Raufutterersatz als auch das Kraftfutter sollten immer von einwandfreier Qualität und absolut schimmelfrei sein. Verteile das Futter auf möglichst viele kleine Portionen. Gönne deinem Pferd regelmäßig eine Kur von wohltuenden „Magenkräutern“. Hier haben sich in der Naturheilkunde besonders Hopfen, Kamille, Kümmel und die Passionsblume durchgesetzt. Schon gewusst? Klinische Versuche haben gezeigt, dass Pektin bei einem hohen Säureniveau im Magen ein Gel bildet, welches die Magenschleimhaut stärkt und verdickt. Pavo SpeediBeet und Pavo FibreBeet sind entzuckerte, melassefreie Zuckerrübenschnitzel, die mit annähernd 30% besonders reich an Pektinen sind. Die verschiedenen Kraftfutterarten haben eine unterschiedliche Fähigkeit, die Magensäure aufzunehmen, bekannt als Säurebindungsfähigkeit (Acid Binding Capacity bzw. ABC). Gemessen wird dies mit der Menge an Säure, die bei einem unterschiedlichen Magensäureniveau im Futter verbleibt. Je größer der Wert, desto größer die ABC. Getreide oder stärkehaltige Futtermittel, haben eine relativ niedrige ABC. Jedoch haben Futtermittel mit einem hohen Proteinanteil (Schmetterlingsblütler) oder löslichem Zucker (Zuckerrüben) wesentlich höhere ABC-Werte. Pavo SpeediBeet und Pavo FibreBeet eignen sich hervorragend, um überschüssige Magensäure aufzusaugen, insbesondere wenn es am Morgen gefüttert wird. Säurebildungs-Fähigkeit (ABC) Getreide Gemüse, einschl. Alfalfa Fruchtfleischprodukte einschl. Zuckerrübenfleisch ABC @ ph 3 meq/kg 72 – 100 280 – 640 200 – 370 ABC @ ph 4 meq/kg 180 – 400 470 – 1.070 480 – 880 Artgerechte Haltung als Schutz vor Magenproblemen Die Haltung trägt auch wesentlich zum Wohlbefinden und der Gesundheit der Pferde bei. Je näher die Haltung ihrem natürlichen Ursprung entspricht, desto wohler fühlt sich ein Pferd, was sich auch positiv auf seinen Gesundheitszustand auswirkt. Tipps: Stress ist Gift für den Magen! Vermeide daher Dauerstress bei deinem Pferd. Gönne deinem Pferd möglichst viel freie und eigenständige Bewegung: täglicher Weidegang, Offenstallhaltung, große Boxen mit Außenpaddock. Kontakt mit Artgenossen in einer harmonischen Herde ist für Pferde Balsam für die Seele. Fördere daher die sozialen Kontakte und sorge für eine ausgeglichene Herde. Beachte die individuellen Grundbedürfnisse deines Pferdes und fördere diese. Achte auf Verhaltensauffälligkeiten und forsche hier nach den Ursachen. Angepasstes Training und Leistungsstress vermeiden: Um das Risiko auf Magenprobleme so gering wie möglich zu halten, kannst du vor allem beim Training einen positiven Beitrag leisten: Baue in den Trainingsphasen regelmäßige Schrittpausen ein. Hierdurch regeneriert sich die Blutzufuhr zum Verdauungstrakt und der erhöhte Druck auf den Bauch wird gesenkt, so dass sich der Mageninhalt aus den oberen, säureempfindlichen Magenbereichen wieder absenkt. Denke auch an die Reduzierung des psychischen Leistungsstresses, indem du dein Pferd positiv motivierst und das Training sukzessive aufbaust. Versteht dein Pferd eine neue Aufgabe nicht, gehe einen Schritt zurück oder ändere die Lernmethodik, denn unter Stress kann auch dein Pferd nicht effizient lernen. Im Umgang ist es wichtig, selbst stressresistent zu sein. Dein Stress als Besitzer überträgt sich auch auf dein Pferd. Tipps: Bleibe selbst entspannt! Überfordere dein Pferd nicht. Bestärke dein Pferd durch individuell passende Belohnungen und vermeide negative Motivation. Strukturiere das Training und kombiniere mehr und weniger anstrengende Lektionen. Lege zwischen temporeichen und leistungsintensiven Aufgaben regelmäßige Schrittpausen ein. Schon gewusst? Auch schlecht sitzendes Sattelzeug und zu fest gegurtete Sättel können Magenprobleme verursachen. Kontrolliere daher regelmäßig den Sitz des Sattels. Hierbei auch das Trensengebiss nicht vergessen, denn wird die Kautätigkeit und somit der Speichelfluss behindert, kann dies langfristig ebenfalls zu Problemen führen. Einmal entstandene Magengeschwüre benötigen viel Zeit und Ruhe, bis diese wieder vollständig abgeheilt sind. Daher gelten die oben aufgeführten Maßnahmen vor allem vorbeugend, so dass Magengeschwüre bei deinem Pferd gar nicht erst entstehen.
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Fütterung und Gesundheit
Lebererkrankung beim Pferd
Die Leber ist des Pferdes größtes Verdauungsorgan. Sie besteht aus zwei Hälften und wiegt bei einem normalen Warmblutpferd ca. 5kg. Anatomisch setzt sich die Leber des Pferdes aus den Leberlappen, den Leberbälkchen und den Leberzellen (Hepatozyten) zusammen. Die Leber besitzt zwei Zugänge: Die Leberarterie transportiert mit Sauerstoff angereichertes Blut vom Herzen kommend, während die Pfortader Blut mit Nährstoffen aus dem Magen-Darm-Trakt, Milz-Abbauprodukte sowie Hormone der Bauspeicheldrüse zur Leber transportiert. Die wichtigsten Aufgaben einer Pferdeleber Die Leber ist maßgeblich am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten beteiligt. Außerdem ist sie ein wichtiges Reservedepot für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Erst in der Leber können durch die Zusammenarbeit und Produktion verschiedener Proteine, Enzyme und Hormone, die meisten Nährstoffe verwertet und für den Organismus zur Verfügung gestellt werden. Neben der Aufgabe im Fett-Kohlenhydratstoffwechsel übernimmt die Pferdeleber außerdem eine ganz entscheidende Funktion als Entgiftungsorgan. Die Leber kann Medikamente, toxische Verbindungen und über das Futter aufgenommene Gifte bis zu einem gewissen Maß abbauen, so dass die Abbauprodukte dann über die Nieren ausgeschieden werden können. Wie die Pferdeleber sich selbst zu helfen weiß Die Leber des Pferdes hat ein enorm großes Regenerationsvermögen. Trotz Überbelastung zeigt sie lange keine signifikant erkennbaren Symptome. Erst wenn mehr als 70-80 % der Leber nicht mehr funktionieren, werden klinische Symptome sichtbar. Dies sind für das Pferd Fluch und Segen zugleich, denn durch diese Fähigkeit der Pferdeleber ist es für Besitzer oft sehr schwierig, eine Lebererkrankung bei ihrem Pferd frühzeitig zu erkennen. Lebererkrankungen bei Pferden nehmen zu Leider kommen Lebererkrankungen bei Pferden immer häufiger vor. Dies wird vor allem mit dem Vormarsch der für Pferde hochgiftigen Jakobskreuzkraut Pflanze in Verbindung gebracht. Die Leber kann durch die Aufnahme von giftigen Stoffen, wie sie beispielsweise im Jakobskreuzkraut zu finden sind, aber auch durch Infektionen, Bakterien oder Parasiten, schwer geschädigt werden. Bei einer geschädigten Leber steigen die Konzentration der Leberenzyme im Blut und die Konzentration, der nicht von der Leber herausgefilterten Abfallstoffe wie Bilirubin. Aus diesem Grund kann die Diagnose einer Lebererkrankung auch am eindeutigsten über die sogenannten Leberwerte im Blutbild ermittelt werden. Die Ursache kann allein über das Blutbild in den meisten Fällen jedoch nicht ermittelt werden. Zum Beispiel Gamma GT und alkalische Phosphatase (ALP) steigen vor allem bei Problemen im Abtransport der Giftstoffe, während ein erhöhter Gehalt von GLDH, LDH und AST (GOT) auf eine Schädigung der Leberzellen selbst hinweist. Doch nicht alle Enzyme nehmen im gleichen Maße zu bzw. ab und somit kann die Geschwindigkeit dieser Veränderung allein nicht auf den Grad der Leberschädigung hinweisen. Ist beispielsweise allein der LDH-Wert deines Pferdes erhöht, ist dies zunächst von geringer Aussagekraft für den aktuellen Gesundheitsstatus der Leber. Allerdings kann eine Aufteilung des LDH-Werts in die Leberisoenzyme LDH 3 und LDH 4 helfen, eine genauere Diagnose über die Lebergesundheit deines Pferdes zu stellen. Da diese Methode jedoch sehr kostenintensiv ist, betrachten viele Tierärzte meist die Enzyme AST und Gamma GT. Mithilfe des Gamma GT Werts lässt sich eine deutliche Aussage über den Zustand der Leber deines Pferdes treffen, da er proportional zum Ausmaß der Leberschädigung verläuft. Das bedeutet: je höher der Gamma GT Wert, desto höher der Grad der Lebererkrankung. Außerdem ist das Enzym GLDH zu betrachten. Ein erhöhter GLDH Wert im Blut ist immer ein Hinweis auf eine schwere Schädigung der Leber und somit von großer Bedeutung. Achte bei einer Blutentnahme zusätzlich darauf, dass das Serum innerhalb von 24 Stunden ausgewertet wird. Die Leberwerte haben nur eine sehr kurze Halbwertzeit. Weist dein Pferd erhöhte Leberwerte auf, ist es in jedem Fall sehr wichtig, die genaue Ursache festzustellen, um eine vollständige Heilung zu erzielen. Dein Tierarzt hilft dir sicher gerne bei der Spurensuche und unterstützt dich mit seiner Anamnese, relevante Anhaltspunkte zur aktuellen Haltung und Fütterung zu finden.    Lebererkrankungen bei Pferden frühzeitig erkennen Da die Pferdeleber über einen hohen Kompensations- und Regenerationsmechanismus verfügt, ist eine frühzeitige Diagnose oft schwierig. Erhöhte Leberwerte sind erst im fortgeschrittenen Stadium einer Lebererkrankung im Blut nachweisbar. Erste Anzeichen deuten nicht direkt auf eine Lebererkrankung deines Pferdes hin. Genauso gut könnten diese auch Anzeichen einer anderen Krankheit abbilden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass du dein Pferd aufmerksam beobachtest und Veränderungen kritisch bewertest. Die Symptome der Leberkrankheiten bei Pferden entsprechen der Schwere des Leberschadens. Ziehe daher bei folgenden Symptomen auch immer eine Lebererkrankung deines Pferdes in Betracht: Verhaltensänderungen: Appetitlosigkeit Trägheit und Mattheit Apathisches Verhalten Leistungsschwäche Lichtempfindlichkeit Aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen Körperliche Veränderungen: Beschwerden des Bewegungsapparates, Ataxie Muskelabbau Abmagerung Haut- und Haarprobleme Vermehrtes Schwitzen Temperaturanstieg Beschleunigter Puls ohne Anstrengung Kolikartige Schmerzen Verstopfung Gelbverfärbung der Augenschleimhäute Kleine punktförmige Blutungen auf Nick- und Schleimhäute Dunkel verfärbter Urin (eventuell mit Blut im Urin) Ziehe beim Verdacht auf eine Lebererkrankung sofort deinen Tierarzt zu Rate. Es wird zwischen einer primären und einer sekundären Lebererkrankung unterschieden: Primäre Lebererkrankung: Die Pferdeleber ist direkt betroffen, z.B. bei einem Parasitenbefall. Sekundäre Lebererkrankung: Die Erkrankung der Pferdeleber tritt in Folge einer Krankheit auf, z.B. bei Hufrehe, Vergiftungen oder Infektionen. Mögliche Ursachen von Lebererkrankungen Verzehr giftiger Pflanzen, allen voran das Jakobskreuzkraut Schimmelpilze oder Bakterien in qualitativ schlechtem Kraftfutter, Heu oder Stroh Fütterungsfehler: Nur selten liegt eine Mangelerscheinung vor. Häufiger ist die Ursache eine Überversorgung (zu proteinreiches Futter, zu viel synthetisches Mineralfutter). Schwermetalle, z.B. alte rostige Trinkwasser-Bleirohre Holzschutzmittel oder Weichmacher Farben und Lacke sowie Formaldehyd in Späne-Einstreu Parasiten oder Leberegel Infektionserkrankungen Tumore Medikamente Überdüngte oder mit Pestiziden behandelte Weiden Leberkrankheiten bei Pferden stehen auch oft im Zusammenhang mit Erkrankungen des Magen- Darm-Trakts. Die Leber ist ein wichtiges Stoffwechselorgan und kann durch weitere Erkrankungen des Organismus somit auch stark in seiner Funktion in Mitleidenschaft gezogen werden. Behandlung von Lebererkrankungen beim Pferd Halte alle leberschädigenden Stoffe von deinem Pferd fern, um es langfristig vor Erkrankungen zu schützen. Berücksichtige hierfür folgende Checkliste: Kontrolliere regelmäßig die Weiden und Paddocks, damit diese stets frei von Giftpflanzen  sind. Die gängigsten Giftpflanzen sind: Jakobskreuzkraut, Bergahorn, Sumpfschachtelhalm oder Herbstzeitlose. Kraftfutter und Raufutter müssen stets in einem schimmelfreien Zustand sein. Vermeide eine Überdosierung von synthetischem Mineralfutter und wähle bevorzugt ein natürliches Vitamin- und Mineralfutter. Vermeide sowohl eine Überfütterung als auch einen radikalen Futterentzug (wie es manchmal bei Hufrehe empfohlen wird) bei deinem Pferd. Beides kann zur Bildung einer Fettleber führen. Reduziere den Eiweiß- und Fettgehalt im Futter und sorge dabei für ausreichendes Raufutter als Basisfütterung. Verwende für die Trinkwasserversorgung keine alten Bleirohre. Vorsicht bei Futter- oder Wassereimern: schwarze Mörteleimer enthalten oft Weichmacher. Entwurme dein Pferd regelmäßig. Verzichte auf chemische Holzschutzmittel, Farben und Lacke für Pferdeboxen oder Weide- und Paddockzäune. Sollte dein Pferd Medikamente bekommen, lies sorgfältig den Beipackzettel und informiere dich bei deinem Tierarzt über mögliche Nebenwirkungen. Bewirtschafte deine Weiden „pferdefreundlich“ und verzichte auf Pestizide. Lies dazu auch unseren Ratgeber „Pferdeweiden richtig bewirtschaften.“​ Kräuter können die Leber zusätzlich unterstützen Bestimmte Kräuter unterstützen ganz besonders die Leberfunktion. Dabei wird durch sogenannte Bitterstoffe der Gallenfluss erhalten und angeregt. Bitterstoffe sind z.B. in Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn enthalten. Insbesondere Mariendistel (mit hohem Gehalt an Silymarin) und Artischocke sind als bitterstoffreiche „Leberkräuter“ bekannt. Mariendistel beeinflusst den Zellstoffwechsel der Leber. Artischocke regt den Gallenfluss an. Eine Unterstützung der Leber durch eine bitterstoffreiche Kräutermischung kann ganzjährlich erfolgen. Besonders zur Zeit des Fellwechsels bietet sich eine Kur von 6-8 Wochen an. Dein Pferd wird es dir danken! Bei allen Maßnahmen und Behandlungen von Lebererkrankungen bei Pferden gilt: Nur die Beseitigung der Ursachen kann zum dauerhaften Erfolg führen.  
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Fütterung und Gesundheit
Pferdefutter bei einem Sommerekzem
Sommerekzem wird durch eine allergische Reaktion auf Stiche von Stechmücken hervorgerufen. Um die Blutgerinnung zu hemmen und das Blutsaugen zu vereinfachen, sondern die weiblichen Stechmücken Speichel und ein spezielles Sekret direkt unter die Haut des Pferdes ab. Das Speichel-Sekret-Gemisch enthält Eiweißbausteine, auf die Pferde allergisch reagieren können. Somit werden die schönen Frühlings- und Sommermonate für Ekzemer-Pferde zu einem echten Laster. An Sommerekzem erkrankte Pferde reagieren auf die Stechmücken deutlich heftiger als nicht erkrankte Pferde. Die Folge ist ein unerträglicher Juckreiz, dem dein Pferd durch kräftiges Schubbern und Scheuern Abhilfe verschaffen möchte. Dies führt zu einer erheblich gestörten Hautschutzbarriere mit teilweise entzündlichen Stellen – der Jucken-Kratzen-Jucken-Teufelskreislauf beginnt! Welche Faktoren begünstigen Sommerekzem bei Pferden? Der Hauptverursacher bleibt die allergische Reaktion auf das eiweißhaltige Sekret der Stechmücken. Begünstigst wird das Ekzem bei Pferden aber auch durch folgende Faktoren: Zu viel Weidegang auf zucker- und eiweißreichen Pferdeweiden Zu eiweiß- sowie zuckerlastige und wenig hochwertige Kraftfuttersorten Fehlende bedarfsgerechte Fütterung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen Übergewicht kombiniert mit zu wenig Bewegung Darmprobleme und eine gestörte Darmfunktion Überbelastung der Entgiftungsorgane Leber und Nieren Aufnahme zu großer Mengen an körperfremden und belastenden Stoffen wie Toxinen, biogenen Aminen sowie Zusatzstoffen im Futter Andauernder physischer und psychischer Stress Rassebedingte und erbliche Veranlagungen Welche Rolle spielt die Pferdefütterung bei Sommerekzem? Bei Pferden mit Sommerekzem wird der Stoffwechsel deutlich stärker belastet als bei gesunden Pferden. Der Organismus muss permanent gegen die Entzündungsherde in der Ekzemer-Haut ankämpfen. Der Entzündungsprozess verursacht das Absterben von Zellen und geht somit mit Gewebeschädigungen einher. Der Körper steht ständig im „Reparatur-Modus“, was wiederum den Stoffwechsel des Pferdes stark belastet und einen erhöhten Nährstoffbedarf zur Folge hat. Sorge daher immer für eine bedarfsgerechte Fütterung deines Ekzemer-Pferdes mit einer ausreichenden Versorgung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, um für einen intakten Stoffwechsel und ein starkes Immunsystem zu sorgen. Vor allem B-Vitamine und Vitamin A spielen für einen intakten Hautstoffwechsel eine essentielle Rolle. Dies gilt auch für einige Spurenelemente, wie Zink und Kupfer, die sowohl für die Regeneration der Haut als auch für ein intaktes Immunsystem wichtig sind. Hautprobleme auf „Leber und Nieren“ prüfen Die Haut ist nicht nur das größte Organ der Pferde, sondern ist zusammen mit Leber und Nieren maßgeblich an der Entgiftung des Körpers beteiligt. Hautprobleme wie Ekzeme können daher auch ein Hinweis auf eine gestörte Entgiftungsfunktion des Pferdekörpers sein. Berücksichtige deshalb in der Fütterung bei Sommerekzem auch eine Unterstützung von Leber und Niere. Hier können harntreibende oder bitterstoffhaltige Kräuter dazu beitragen, die Entgiftungsleistung zu optimieren und Hautprobleme zu verbessern. Fütterungs- und Haltungsempfehlungen bei Pferden mit Sommerekzem  Bis heute gibt es nicht das eine Wundermittel, um ein Sommerekzem bei Pferden zuverlässig zu heilen. Zu unterschiedlich sind die möglichen Faktoren dieser Hypersensibilität auf die Insektengifte. Hier musst du als Pferdebesitzer mehrere Wege ausprobieren, um den für dein Pferd passenden Therapieansatz zu finden. Fest steht allerdings, dass die konsequente Einhaltung des Weide- und Futtermanagements die Symptome des Sommerekzems lindern. Pferde mit Sommerekzem haben einen erhöhten Bedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, den Sie mit der Fütterung in jedem Fall decken sollten. Hierzu zählen vor allem: Zink: Dieses essentielle Spurenelement spielt in der Wundheilung bei Pferden mit Ekzemen eine ganz entscheidende Rolle. Es unterstützt die Stabilität der Zellwände und fördert die Bildung neuer Hautzellen. Darüber hinaus reguliert Zink die Produktion von körpereigenen Stoffen, die entzündungshemmende und juckreizstillende Eigenschaften besitzen. Durch offene Wunden und eine gestörte Hautbarriere kommt es zu erhöhten Zinkverlusten, welcher in jedem Fall mit der Nahrung ergänzt werden sollte. Zink kommt auch natürlich z.B. in Fischöl oder Nachtkerzenöl vor. Kupfer: Dieses Spurenelement ist relevant für die Hautpigment-Bildung, die Blutbildung und den zellulären Energiestoffwechsel. Gerade bei einem geschwächtem Hautbild und Immunsystem ist der Bedarf erhöht. Selen: Selen ist Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase, welches wiederum zur Inaktivierung schädlicher Radikale beiträgt. Selen ist somit unentbehrlich für ein gesundes und starkes Immunsystem. Durch die allergischen Hautreaktionen ist das Immunsystem bei Ekzemern kontinuierlich belastet und sollte in jedem Fall zusätzlich gestärkt werden. Biotin, B-Vitamine und Vitamin A: Vor allem Biotin ist als das Fell-, Haut- und Hufvitamin schlechthin bekannt. Biotin und auch andere B-Vitamine sowie Vitamin A tragen zu einem normalen Hautbild bei. Auch hier ist der Bedarf bei Hautproblemen erhöht. Die oben genannten Mineralstoffe gelangen über das tägliche Pferdefutter in den Organismus. Wenn dein Pferd ausschließlich Raufutter und nur wenig oder kein Kraftfutter bekommt, füttere ihm zusätzlich ein Mineralfutter, welches außerdem den täglichen Bedarf an Selen und Biotin ausreichend deckt, wie z.B. Pavo Vital. Das schmackhafte Mineralfutter ist außerdem mit Kupfer und Zink angereichert. Pavo Vital ist darüber hinaus melasse- und getreidefrei. Auch Pavo DailyFit bietet eine komplette Ergänzung an wichtigen Mineralstoffen wie Kupfer, Zink und Selen. Die Briketts sind leicht zu brechen und für alle Pferde sowie Ponys geeignet. Für mehr Vitalität und ein starkes Immunsystem eignen sich spezielle Ergänzungsfuttermittel wie Pavo Healthboost. Es enthält Vitamine, Antioxidantien sowie Präbiotika und ist mit Kupfer, Zink und Selen angereichert. Geeignete Kräuter für Pferde mit Sommerekzem Die positiven Eigenschaften einiger Kräuter sind allgemein bekannt. Manche Kräuter wirken sich vor allem auf das Immunsystem, das Hautbild sowie die Entgiftungsorgane aus. Gerade bei Pferden mit Sommerekzem kann sich die Zugabe von speziellen Kräutermischungen sowohl als Kur als auch dauerhaft gefüttert demnach positiv auswirken. Besonders geeignet sind Kräuter wie Brennnessel, Birkenblätter, Kamillenblüten, Knoblauch, Löwenzahn, Melisse, Salbei, Spitzwegerich oder Zinnkraut. Eine individuelle Kräutermischung für dein Pferd stellst du am besten gemeinsam mit deinem Tierheilpraktiker oder Tierarzt zusammen. Die richtige Auswahl des Kraftfutters: Sollte dein Ekzemer-Pferd einen erhöhten Energiebedarf haben, wähle neben einer ausreichenden Versorgung von qualitativ hochwertigem Raufutter ein bedarfsgerechtes Kraftfutter. Hierzu eignen sich z.B. Pavo Nature´s Best und Pavo Condition. Beide Produkte sind haferfrei, haben einen niedrigen Zucker-und Stärkegehalt und beinhalten alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zur Deckung des täglichen Bedarfs bei Pferden mit leichter Arbeit. Pavo Care4Life ist eine getreide- und melassefreie Futtermischung. Mit ballaststoffreichen, natürlichen Rohstoffen und 11 wertvollen Kräutern hat dieses Futter alles, was aus ernährungsphysiologischer Sicht die Gesundheit deines Pferdes unterstützt. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Prä- und Probiotika, Hefe, Kollagen, Vitamine und Mineralstoffe in organischer Form fördern zudem das Immunsystem deines Pferdes. Auch die Haltung und Pflege ist bei Sommerekzem entscheidend Vermeide so gut es geht den Kontakt zu den allergieauslösenden Insekten. Dies kannst du unter anderem durch folgende Maßnahmen erreichen: Dunkelheit schützt vor Insekten Biete deinem Pferd während der Mückensaison ausreichend Schutz. Diese Quälgeister sind gern morgens und in der Dämmerung abends, aber vor allem an windstillen Tagen, auf feuchten Weiden, in Wassernähe und am Waldrand unterwegs. Daher kann es sich in Extremsituationen auch manchmal anbieten, dein Pferd in dieser Zeit nicht ausschließlich auf einer Weide ohne Unterstand, sondern in einem dunklen (Offen)Stall zu halten. Bedenke aber, dass eine permanente Stallhaltung nicht pferdegerecht ist und außerdem zu Atemwegsproblemen führen kann. Oberstes Ziel ist die Beseitigung jeglicher allergieauslösender Stoffe, um das Wohlbefinden deines Pferdes wieder herzustellen. Ekzemerdecken verwenden Auch auf der Weide oder im Paddock kannst du dein Pferd ausreichend gegen Insektenstiche schützen. Hierzu eigenen sich entsprechende Ganzkörper-Fliegendecken inkl. Kopfteil speziell für Ekzemerpferde. Zusätzlich kannst du dein Pferd an den freien Körperstellen oder aber auch während der deckenfreien Zeit mit wirksamen Repellentien schützen. So können auch Pferde mit Sommerekzem die Zeit an der frischen Luft ausreichend genießen. Tipp: Die Auswahl sowie die Preisunterschiede bei Ekzemerdecken und Anti-Mückensprays sind groß und nicht alle sind für dein Pferd geeignet. Lasse dich daher vor dem Kauf fachgerecht beraten. Stallpflege gegen Insekten Sprühe auch den Stall mit Anti-Mückensprays oder Essig ein. Fliegengitter oder Streifenvorhänge an den Fenstern und Türen sorgen am Stall ebenfalls für eine Ruhezone ohne lästige Insekten. Besondere Pflege für juckende, gereizte Ekzemer-Haut Denke neben der optimierten Haltung und Fütterung außerdem an die Pflege der empfindlichen Ekzemer-Haut. Dies ist besonders wichtig! Wenn dein Pferd unter starkem Juckreiz leidet und sich wundscheuert, dann behandel die betroffenen Hautstellen regelmäßig mit einem milden, fettenden und beruhigenden Pflegemittel. Diese Hautpflege speziell für Pferde mit Sommerekzem sollte die Regeneration der geschädigten Hautstellen unterstützen und im Idealfall auch die lästigen Insekten abwehren. Die Behandlung mit Pflegemitteln führt unvermeidlich dazu, dass sich Krusten aus Pflegeprodukten und abgestorbenen Hautzellen bilden, welche auch die Hautporen verstopfen können. Reinigen Sie daher die betroffenen Hautstellen mit einem milden, rückfettenden Medizin-Shampoo. Bei der Hautpflege ist das Ziel, die Hautschädigungen zu regenerieren, die Hautbarriere dauerhaft aufzubauen und zu stärken, den Juckreiz zu lindern und Insekten abzuwehren. Wenn Stress die Psyche deines Pferdes zusätzlich belastet Viele Ekzemer-Pferde reagieren psychisch extrem heftig auf Mücken und Bremsen. Sie drehen förmlich durch und scheuern sich schon, noch bevor die Insekten gelandet und gestochen haben. Auch Stress in der Herde, keine Ruhe- oder Rückzugsmöglichkeiten, Turnieratmosphäre oder Immunkrankheiten fördern die Sensibilität auf Insektenstiche und somit die Ausprägung des Sommerekzems bei deinem Pferd. Lege daher auch ein besonderes Augenmerk darauf, dass diese zusätzlichen Allergieauslöser möglichst vermieden werden. Weitere Behandlungsmöglichkeiten Sind Pferde sehr hochgradig allergisch, dann sind die aufgeführten Maßnahmen im Bündel zwar absolut unerlässlich, aber leider meist nicht ausreichend. Einige Insektenstiche sind unvermeidbar und können bei hoch allergischen Pferden bereits schwere Symptome wie Schwellungen, starken Juckreiz und wunde Hautstellen auslösen. In diesen Fällen kann dann eine Verabreichung von Medikamenten oder der Anwendung von anderen medizinischen Methoden erforderlich werden. Als Therapie und zur Behandlung von Sommerekzem bei Pferden werden Corticoide („Kortison"), Antibiotika oder Antihistaminika eingesetzt. Auch Pilzimpfungen, Eigenbluttherapien und Desensibilisierungen haben sich bei der Behandlung von Sommerekzem bewährt. Lasse dich hier ausführlich von deinem Heilpraktiker und Tierarzt beraten und wende  Medikamente und Arzneimittel nur im Notfall und nach Rücksprache an. Starte hier bevorzugt mit natürlichen Heilmitteln oder homöopathischen Mitteln. Im Regelfall dürfte die Behandlung mit Medikamenten fast immer vermeidbar sein, was auch erstrebenswert ist, wenn du die Fütterung und Haltung bedarfsgerecht an deinen Ekzemer anpasst. Sommerekzem bei Pferden – ein ganzjähriges Projekt Häufig reagieren Pferdebesitzer erst, wenn ihr Pferd bereits erste Anzeichen des Sommerekzems zeigen. Ein wirklicher Therapieerfolg ist dann kaum mehr möglich. Handle daher vorbeugend und langfristig. Starte bereits im Winter damit, dein Pferd ausreichend auf die nächste Mückensaison vorzubereiten. Eine Therapie und Behandlung des Sommerekzems kann nur erfolgversprechend sein, wenn die Überreaktion des Immunsystems (= Allergie) dauerhaft reguliert und das Immunsystem sowie der Stoffwechsel gestärkt werden. Bringe daher den Magen-Darm-Trakt deines Pferdes für ein gesundes Immunsystem auf Vordermann und stärke seine Entgiftungsorgane, vorwiegend die Leber. Fülle die Vitalstoffdepots deines Pferdes auf und versorge es mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Vernachlässige auch in der Nebensaison nicht die Pflege der Haut deines Pferdes und nutzte dafür ausschließlich spezielle Hautpflegeprodukte. Die Haut wird dadurch nachhaltig regeneriert und die Hautschutzbarriere gestärkt – die beste Vorbereitung auf die neue Insektensaison und eine möglichst beschwerdefreie Zeit deines Pferdes trotz Sommerekzem. Von dir als Pferdebesitzer wird in erster Linie Geduld, Ausdauer und Konsequenz in der Sommerekzem Behandlung abverlangt. Die Therapie und Behandlung des Sommerekzems kann Jahre andauern und sollte in jedem Fall ganzjährig berücksichtigt und durchgeführt werden.
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Fütterung und Gesundheit
Mash für Pferde
Schon die alten Reitmeister rührten Mash für ihre Pferde an und wussten die Vorteile dieses besonderen Futtermittels zu schätzen. Auch heute sind die meisten Pferde völlig verrückt nach diesem warmen, breiigen Futter. Kennst du das auch? Kaum ist das Mash serviert, ist es auch schon wieder weg, nämlich bis zum letzten Rest leergefuttert. Mash ist bei Pferden einfach beliebt. Aber in welchen Situationen ist das „Schlabber-Futter“ nicht nur ein willkommener, abwechslungsreicher Leckerbissen, sondern auch richtig sinnvoll? Zum Beispiel während oder nach anstrengenden Turnieren, an sehr heißen Tagen, im Alter oder bei Zahnproblemen. Auch während des Fellwechsels oder im Winter kann Mash dein Pferd eine wertvolle Nährstoffkombination bieten. Sogar nach Krankheiten ist Mash ein optimales Futtermittel: es fördert die Regeneration und unterstützt die Darmfunktion. Aber was macht Mash denn jetzt so besonders?   Was ist Mash überhaupt?  Mash ist ein spezielles Futtermittel, dass je nach Zusammensetzung zu Kraftfutter bzw. Ergänzungsfutter gezählt wird. Traditionell besteht Mash aus Kleie, Leinsamen und weiteren Zutaten. Die Mischung wird mit warmem Wasser angerührt und als schmackhafter Brei an dein Pferd gefüttert.   Welche Inhaltsstoffe sind in Mash enthalten?  Mash kombiniert viele verschiedene Vitalstoffe. Die enthaltenen Leinsamen unterstützen den Fellwechsel und verleihen dem Fell deines Pferdes einen gesunden Glanz. Sie liefern zusätzlich Schleimstoffe, welche die Darmwand vor Reizen schützen können. Kleie unterstützt die allgemeine Darmgesundheit und hilft dem gesamten Verdauungstrakt dabei, „in Schwung“ zu bleiben. Angereicherte Mash-Sorten enthalten zudem einen vollwertigen Vitamin-Mineralstoff-Spurenelement-Komplex, wie z.B. Biotin, Vitamin A, D3 und E, Magnesium, Kupfer, Eisen und Zink.   Warum wird Mash gefüttert?  Die Gründe zur Fütterung von Mash sind vielseitig – genauso wie seine Inhaltsstoffe. Mash wird oft zur Unterstützung der Darmfunktion und einer gesunden Verdauung gefüttert. Vor allem der hohe Gehalt an Leinsamen und Weizenkleie trägt zur allgemeinen Darmgesundheit bei. Die Inhaltsstoffe sind leicht verdaulich und werden sehr gut vom Dünndarm resorbiert. Auch Pferde, die Probleme mit Kotwasser und Durchfall haben, können von den positiven Eigenschaften profitieren. Die Fütterung von Mash ist zudem für Pferde empfehlenswert, die sich nach einer Krankheit schnell regenerieren müssen oder grundsätzlich schlecht fressen. Pferde fressen den warmen Leckerbissen nämlich sehr gern. Gleichzeitig unterstützt Mash den Regenerationsprozess. Zum Beispiel ist Mash eins der ersten Futtersorten, welche du deinem Pferd nach einer überstandenen Kolik oder Operation anbieten kannst. Hat dein Pferd beim Turnier wieder Höchstleistungen erbracht und sich körperlich stark verausgabt? Dann hat es sich auf jeden Fall einen gesunden, warmen Leckerbissen für eine schnelle Regeneration verdient. Das warme Kraftfutter versorgt dein Pferd mit allen wichtigen Nährstoffen und fördert seine Flüssigkeitsaufnahme – harte Arbeit muss schließlich angemessen belohnt werden. Der gesunde Nährstoffmix im Mash mit seinem hohen Anteil an reinem Leinsamen verleiht deinem Pferd nicht nur einen herrlichen Glanz, sondern unterstützt es zudem beim Fellwechsel. Die breiige Konsistenz von Mash bietet aber noch einen weiteren, ganz entschiedenen Vorteil: Senioren haben es bekanntlich schwerer, festes und trockenes Futter optimal aufzunehmen. Kommen Zahnprobleme hinzu, wird es umso schwerer, die Kondition alter Pferde aufrecht zu erhalten. Die breiige Konsistenz eines vollwertigen Senioren-Mashfutters ist nicht nur schmackhaft, sondern kann auch mit einem schlechten Gebiss einfach „weggeschleckt“ werden. Ein Highlight für jeden Senior! Mash ist auch sehr gut zur Fütterung bei Pferden geeignet, die grundsätzlich (zu) wenig trinken oder stark schwitzen, denn es wird mit Wasser zubereitet und fördert somit zusätzlich die Flüssigkeitsaufnahme.   Wie wird Mash zubereitet?  Mash wird in der Regel einfach und schnell mit heißem Wasser zubereitet und anschließend handwarm gefüttert. Rühre 1 Teil Mash einfach mit 1 Teil warmem, nicht kochendem Wasser an. Das Wasser sollte nicht kochend übergossen werden, da sonst die nicht hitzebeständigen Vitamine zerstört werden. Rühre die Mischung einmal kräftig durch und lasse diese anschließend etwas abkühlen. Sobald der Brei handwarm ist, kannst du diesen deinem Pferd als warmen Leckerbissen servieren. Tipp: Mash kann zudem auch mit gesunden Kräutern verfeinert werden.   Wie oft wird Mash gefüttert?  Üblicherweise wird Mash ergänzend oder statt der üblichen Kraftfutterration gefüttert. Beachte für die passende Dosierung am besten die Hinweise auf der Verpackung. Vielleicht hast du auch schon einmal gehört, dass du bestimmte Mash-Futtersorten nicht täglich füttern solltest? Dies liegt an der phosphorhaltigen Weizenkleie, die oft eins der Hauptzutaten von Mash ist. Wenn viel Kleie gefressen wird, wird gleichzeitig viel Phosphor aufgenommen – zu viel Phosphor hemmt allerdings die Aufnahme von Calcium. Calcium ist unter anderem ein essentieller Baustoff für starke Knochen. In Bezug auf die Fütterungsempfehlungen kannst du dich aber auf die Hinweise des Herstellers verlassen. Gibt dieser an, dass sein Mash auch täglich (als Kraftfutterersatz) gefüttert werden kann, kannst du davon ausgehen, dass es nicht nur vitaminisiert, sondern zusätzlich mit Calcium angereichert wurde. Es gibt z.B. auch Kraftfutter speziell für alte Pferde, welches sowohl trocken als auch eingeweicht dauerhaft gefüttert werden kann. Grundsätzlich gilt: Fütterst du deinem Pferd außer Raufutter nur sehr wenig oder gar kein Kraftfutter, ist die Zugabe eines vollwertigen Mineralfutters wichtig.   Welche Mash-Produkte gibt es?  Welches Mash du deinem Pferd anbieten möchtest, kommt ganz auf die Bedürfnisse deines Pferdes an. Wähle bei Pavo Pferdefutter zwischen 2 Sorten: Pavo SlobberMash ist ein warmer Leckerbissen. Das vollwertige, vitaminreiche Kraftfutter kannst du ganz einfach mit heißem Wasser anrühren und lauwarm verfüttern. Da die Inhaltsstoffe bereits optimal verarbeitet sind, muss das Mash nicht lange ziehen. Der hohe Anteil an Leinsamen verleiht dem Fell deines Pferdes einen tollen Glanz. Die Weizenkleie unterstützt eine gesunde Verdauung. Da auch Calcium ein wichtiger Bestandteil von Pavo SlobberMash ist, kannst du den leckeren Brei regelmäßig anbieten. SlobberMash darf nur eingeweicht gefüttert werden!   Pavo 18Plus ist ein Spezialfutter für deinen Senior ab 18 Jahren. Das schmackhafte Müsli ist mit Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren angereichert, enthält ein optimales Calcium-Phosphorverhältnis sowie Antioxidantien und unterstützt somit das Immunsystem. Zudem ist der Zucker- und Stärkegehalt an den Bedarf älterer Pferde angepasst. Das Müsli kannst du sowohl trocken als auch eingeweicht als Mash füttern. Pavo 18Plus kann zudem sehr gut mit feuchten Raufutterprodukten wie z.B. Pavo FibreBeet, Pavo SpeediBeet oder Pavo FibreNuggets kombiniert werden – ideal für Pferde mit Zahnproblemen, die Kraftfutter und Raufutter nicht mehr gut fressen können. Kann Mash auch selbst zubereitet werden?  Ja, Mash kannst du auch selbst herstellen. Die Grundzutaten Leinsamen, Weizenkleie und Hafer kannst du im Drogeriemarkt, Reformhäusern oder im landwirtschaftlichen Fachhandel erwerben. Achte dabei auf unbehandelte und natürliche Zutaten ohne Zusatzstoffe. Mash selber machen ist zwar einfach, aber auch zeitintensiv und kann schnell teuer werden. Im selbstgemachtem Mash ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis unausgeglichen, da die Anreicherung im optimalem Verhältnis fehlt. Achte daher darauf, deinem Pferd das selbstgemachte Futter nicht zu häufig anzubieten. Eine schöne Idee ist selbstgemachtes Mash aber bestimmt. Grundrezept Mash Für ein Pferd von etwa 600 kg benötigst du: 70 g Leinsamen 250 g Weizenkleie 250 g geschroteter Hafer 1 l heißes Wasser Beachte: Braune Leinsamen müssen vorher immer noch einmal gekocht werden. Alternativ kannst du goldene Leinsamen kaufen. Zubereitung: Koche die Leinsamen mit 1 l Wasser 30 Minuten lang auf. Dabei gelegentlich umrühren. Lasse die Leinsamen mit etwas Sud auf etwa 40°C bis 50°C abkühlen. Gib die Weizenkleie und den Hafer in einen großen Eimer. Schütte anschließend die warmen, feuchten Leinsamen dazu und vermische die Masse. Lasse den Brei nun bis zu 30 Minuten quellen. Rühre den Mash kräftig durch und achte darauf, dass er nicht zu flüssig wird. Zur Not musst du noch ein bisschen Flüssigkeit abschütten. Ist der Brei zu fest, kannst du noch ein wenig lauwarmes Wasser hinzugeben. Deinen selbstgemachten Mash kannst du jetzt nach Belieben und Geschmack gesund verfeinern. Kräuter, Honig, Bierhefe oder ein Teelöffel Salz sind perfekte Ergänzungen und machen das Mash noch schmackhafter. Und fertig ist das selbstgemachte Mash! Jetzt kannst du den Leckerbissen lauwarm oder auch kalt füttern.
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Fütterung und Gesundheit
10 Tipps für die Gewichtsabnahme dicker Pferde
Bei Pferden ist Übergewicht ein bekanntes Problem. Besonders in der heutigen Haltung bewegen sich Pferde viel weniger als in der freien Wildbahn. Bei nicht bedarfsgerechter Fütterung und zu wenig Bewegung setzt dein Pferd schnell Fettreserven an. Ein paar Kilo zu viel auf den Rippen ist oftmals kein allzu großes Problem. Sollte dein Pferd aber sehr mollig werden, musst du unbedingt dafür sorgen, dass dein Pferd ein paar Pfunde verliert. Ein dickes Pferd erkennst du schnell an seiner runden, weichen Form. Pferde, die etwas zu dick sind, lassen einen leichten Kamm am Hals erkennen. Auch die Rippen sind mit Fettpolstern abgedeckt. Wird dein Pferd adipös, prägt sich der Kamm am Hals deutlich aus und die Fettauflagerungen über den Rücken werden ungleichmäßig – dein Pferd gerät dann aus der Form. Du kannst die Körperverfassung deines Pferdes selbst beurteilen. Dazu eignet sich z.B. das Fat Scoring bzw. das Body Condition Scoring. Wie genau du dein Pferd beurteilst, erfährst du in unserem Ratgeber „Gewicht des Pferdes zu dick oder zu dünn“. Wie du dein dickes Pferd wieder in Form bringst Allein die Grundbedürfnisse eines Pferdes geben schon vor, wie wichtig lange Fresszeiten für Pferde sind. Dennoch gibt es viele Pferde, bei denen die Balance zwischen Energieaufnahme und Energiebedarf schnell aus den Fugen gerät – sie werden zu dick. Kandidaten sind hier bestimmte Pferde- und Ponyrassen wie beispielsweise Haflinger, Fjordpferde oder Shetlandponys. Auch eine Überfütterung gekoppelt mit zu wenig Bewegung sind häufige Ursachen für zu dicke Pferde. Gerade zur Weidesaison ist es wichtig, das Pferdefutter anzupassen. Lies hierzu auch unseren Ratgeber „Pferdefutter bei Weidegang anpassen“. Beachte, dass Übergewicht langfristig schwere gesundheitliche Folgen, wie Hufrehe, Diabetes oder EMS für dein Pferd bedeuten können.     Mit diesen 10 Tipps unterstützt du dein Pferd bei der Gewichtsabnahme: 1. Arbeite an deinem „Mindset“ Verwöhnst du dein Pferd hin und wieder mal mit einem, zwei oder doch eher vielen Leckerlis? Bekommt dein Pferd mit der aktuellen Fütterung doch mehr Energie als es eigentlich benötigt? Fütterst du Kraftfutter, obwohl dein Pferd dies eventuell gar nicht braucht? Wenn du dir ganz offen und ehrlich eingestehen kannst, dass du diese Fragen eigentlich mit „Ja“ beantworten müsstest, ist der erste Schritt in die richtige Richtung schon getan. Mach dir keine Sorgen darüber, dass du eigentlich schon früher hättest erkennen müssen, dass dein Pferd zu dick ist – das ist gut nachvollziehbar. Es ist doch immer schön anzusehen, wie dein Pferd sich über Futter oder kleine Leckereien freut, die Ohren spitzt und aufgeregt mit den Hufen scharrt. Wenn dein Pferd abnehmen muss, dann sei dir aber bewusst, dass sich etwas verändern muss. Nur so kannst du dein Ziel erreichen und langfristig einhalten. Möchtest du dein Pferd trotzdem hin und wieder mit einem Leckerli belohnen? Dann wähle vor allem natürliche und zuckerreduzierte Leckerlis und sei sehr sparsam mit den Mengen – auch Leckerlis müssen bei der Energieaufnahme deines Pferdes berücksichtigt werden.  2. Beginne sofort Dein Pferd ist zwar etwas zu dick, aber es befindet sich noch nicht im „roten Bereich“? Dann handle trotzdem sofort. Ist dein Pferd nur leicht übergewichtig, lassen sich bereits durch kleine Veränderung schnell Resultate erzielen. Passt du dein Fütterungs- und Trainingsmanagement nicht an, wird dein Pferd weiterhin an Gewicht zunehmen. Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Gesundheit deines Pferdes. Strebe daher immer sein Idealgewicht an und vermeide lange Abnehmprozesse. Dies ist nicht nur angenehmer für dein Pferd, sondern vermeidet auch Sorgen, Stress und Tierarztkosten. 3. Beurteile kritisch die tägliche Kraftfutterration deines Pferdes Hat dein Pferd Probleme mit Übergewicht, findet sich die Ursache oft in der Fütterung. Besonders zu viel Kraftfutter, welches nicht auf den Bedarf deines Pferdes abgestimmt ist, treibt die Energiezufuhr in die Höhe. Beginne daher mit der Reduzierung des Kraftfutters oder lasse es sogar ganz weg. Die meisten (Freizeit-)Pferde können ihren täglichen Energie- und Nährstoffbedarf bereits ausreichend mit Raufutter (Gras, Heu, Heulage, Stroh) und Mineralfutter decken. Sollte dein Pferd zusammen mit anderen Pferden gefüttert werden, die Kraftfutter erhalten, kannst du ihm stattdessen zuckerreduzierte Raufutterersatzprodukte anbieten. Dadurch erhält dein Pferd keine übermäßige Energie, aber es bleibt dennoch beschäftigt und Futterneid wird vermieden.  Sollte dein Pferd dennoch zusätzlich ein Kraftfutter benötigen (z.B. zur Unterstützung des Konditions- und Muskelaufbaus) während des Abnehmtrainings, dann füttere am besten zucker- und stärkearme Sorten. Insbesondere Müslis wie Pavo Care4Life Kräutermüsli mit 11 verschiedenen Kräutern oder Pavo InShape mit extra hohem Eiweißgehalt sind vollwertige Kraftfuttermittel und versorgen dein Pferd mit allen essentiellen Nährstoffen, sind dabei aber besonders energie-, zucker- und stärkearm. Sie eignen sich daher sehr gut für Pferde, die ein paar Kilos abspecken sollen und (mehr) trainiert werden. Beachte! Bei einer Raufütterung mit wenig oder keinem Kraftfutter ist die Fütterung eines Mineralfutters wichtig, um den täglichen Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. Hierzu eignen sich Pavo DailyFit in Brikettfrom oder Pavo Vital in Pelletform. 4. Biete genügend Raufutter an Raufutter ist das A und O in der Pferdefütterung und für eine gesunde Verdauung essentiell wichtig. Verzichte daher auch bei einer Diät niemals auf Raufutter. Pferde benötigen mind. 1,5% ihres Körpergewichts an Raufutter (Trockenmasse). Wenn dein Pferd zu wenig Raufutter zur Verfügung hat, fehlt ihm außerdem Beschäftigung, was zu unerwünschtem Verhalten führen kann. Tipp: Verwende engmaschige Heunetze, aus denen dein Pferd das Heu zupfen muss. Hierdurch verlängern sich die Fresszeiten, so dass dein Pferd deutlich länger mit seiner Ration beschäftigt ist. Du kannst die Fresszeiten deines Pferdes auch durch die Ergänzung von zuckerarmen Raufuttersnacks verlängern. Hierbei den Snack einfach auf den Boden im Heu, im Futtertrog oder im Heunetz verstecken. Dein Pferd ist damit nicht nur lange beschäftigt, sondern nimmt außerdem gesundes Raufutter auf. Achte auch darauf, dass du energiearmes Heu fütterst. Den Energie- und Nährstoffgehalt deines Heus kannst du ganz einfach mit dem Pavo Raufutter-Schnelltest bestimmen. Neben den gängigen Raufuttersorten wie Gras, Heu oder Heulage, kannst du auch Raufutterersatzprodukte anbieten. Dies kann der Fall sein, wenn dein Pferd Zahnprobleme hat oder dein Raufutter von mäßiger Qualität ist. Bei zu dicken Pferden eignen sich als Raufutterersatz Heucobs und/oder entzuckerte Rübenschnitzel. 5. Begrenze den Weidegang deines Pferdes Junges Gras hat einen höheren Zuckergehalt. Wenn dein Pferd ein paar Pfunde verlieren soll, ist es darum wichtig, auf einen 24-Stunden-Weidegang zu verzichten. Stattdessen ist ein begrenzter Weidegang, der „portionsweise“ eingeteilt ist, oder die Nutzung eines Maulkorbes für ein dickes Pferd besser geeignet.  6. Langeweile vermeiden Wird der Weidegang begrenzt, hat dein Pferd auch weniger Beschäftigung. Biete ihm daher ausreichend Abwechslung sowie Bewegung an und vermeide Langeweile, denn dies kann zu unerwünschtem Verhalten führen. Im Idealfall verbringt dein Pferd seine Freizeit zusammen mit anderen (leichtfuttrigen) Pferden auf einem Paddock. In einer Herde fühlt sich dein Pferd nicht nur wohler, sondern wird sich auch mehr bewegen. Dies reduziert Stress sowie Langeweile während der Abnehmphase.  7. Trainiere regelmäßig mit deinem Pferd, überstürze aber nichts  Das beste Training für dein Pferd, um Gewicht zu verlieren, ist Schritt reiten oder gleichmäßiges Traben. In einer schnelleren Gangart (Galopp) werden mehr Kohlenhydrate als Fett verbrannt. Alternativ kannst du dein Pferd natürlich auch longieren oder mit ihm spazieren gehen – jegliche Art der Bewegung ist prima. Überstütze zu Beginn des Trainings aber noch nichts, denn dein Pferd muss erst eine Grundkondition aufbauen und ein paar Kilos verlieren, bevor es ohne Probleme schwerer und länger arbeiten kann. Du bist dir nicht sicher, wie fit dein Pferd aktuell ist? Das ist auch nicht immer leicht zu beurteilen, denn was für dich anstrengend ist, kann dein Pferd vielleicht mit Leichtigkeit wegstecken. Es kann aber auch sein, dass du dein Pferd überschätzt und ihm vor allem zu Beginn des Abnehmens zu viel zumutest. Daher ist es sicherlich interessant zu wissen, auf welchem Fitnesslevel sich dein Pferd befindet. Führe dazu doch einfach den Pavo Fitnesstest aus dem Pavo InShape Programm durch. Anhand des Ergebnisses stellst du dann einen Trainingsplan auf, der genau auf die Bedürfnisse deines Pferdes und deinen Anspruch angepasst ist.  8. Bring den Stoffwechsel deines Pferdes in Schwung Wenn die Temperaturen nicht zu tief abfallen, dann deck dein Pferd nicht zu früh/zu schnell ein. Dein Pferd hat dann nämlich mehr damit zu tun, seine Körpertemperatur konstant warm zu halten, was den Stoffwechsel zusätzlich zum täglichen Training in Schwung bringt. Vielleicht kommt für dich auch eine Offenstall-Haltung in Frage? Pferde sind hier automatisch mehr in Bewegung als bei reiner Boxenhaltung. Auch das natürliche Klima im Offenstall sorgt für einen gesunden Stoffwechsel. Somit kannst du schon mit kleinen Veränderungen in den Haltungsbedingungen dein Pferd beim Abnehmen zusätzlich unterstützen. 9. Vorbeugung  Wie auch bei uns Menschen werden leichtfüttrige Pferde schneller dazu tendieren wieder zuzunehmen. Hat dein Pferd erfolgreich abgenommen? Super! Dann ist es jetzt wichtig, dass es sein Idealgewicht auch langfristig halten kann. Durch eine angepasste Fütterung, ausreichend Training und einer pferdegerechten Haltung sollte dies nun kein großes Problem mehr darstellen. Verfalle nicht gleich in Panik, wenn der Zustand deines Pferdes phasenweise leicht schwankt, z.B. zu Beginn der Weidesaison – das ist ganz normal. Auch bedeutet ein dicker Bauch nicht immer gleich, dass dein Pferd zu dick ist. Halte daher am besten immer den Body Condition Score deines Pferdes im Auge. Dies ist der beste Messwert, um den tatsächlichen Fettanteil beurteilen zu können. Handle aber sofort, wenn du merkst, dass der Body Condition Score gestiegen ist.  10. Kontaktiere einen Experten Du hast dein Fütterungs- und Haltungsmanagement angepasst und trotzdem bleibt dein Pferd stark übergewichtig? Dann ist es empfehlenswert, dies einmal von deinem Tierarzt untersuchen zu lassen. Er kann feststellen, ob eventuell ein gesundheitlicher Grund hinter dem starken Übergewicht deines Pferdes liegt. In unserem Pavo InShape Programm findest du außerdem weitere Tipps für eine verantwortungsvolle und gesunde Gewichtsabnahme deines Pferdes. Du bevorzugst eine persönliche Beratung? Dann nimm Kontakt mit unserer Pavo Fütterungsberatung auf. Unsere Fütterungsexperten stehen dir gern mit Rat zur Seite.  Pavo InShape: Das komplette Abnehmprogramm für Pferde Lass dein Pferd nun auf eine verantwortungsvolle und gesunde Weise abnehmen und sorge im Anschluss dafür, dass es sein Idealgewicht auch langfristig beibehalten kann. Wie genau du dein Pferd beim Abnehmen unterstützen kannst, erfährst du in unserem umfangreichen Pavo InShape Programm. Unsere Pavo Experten bieten dir ausführliche Tipps und Tricks zu den 3 wichtigen Säulen des Abnehmprozesses: Haltung, Bewegung und Fütterung.  Hier gratis unser Pavo InShape Programm downloaden und direkt mit dem Abnehmen starten!​
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Fütterung und Gesundheit
Barhuf oder Hufeisen – der Hufmechanismus bei Pferden
Die Frage, ob dein Pferd besser Barhuf oder mit Hufeisen laufen sollte, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Befürworter des Barhuf-Laufens vertreten die Ansicht, dass die Natur das Pferd bereits mit allem ausgestattet hat, was es braucht und ein Hufeisen daher überflüssig oder gar schädlich sein kann. Jedoch kann man diese Aussage nicht pauschalisieren, da jedes Pferd andere Ansprüche hat und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Pferd Barhuf laufen kann. Bevor du dich entscheidest, was das Beste für dein Pferd ist, ist es wichtig, dass du einige Grundlagen zum Hufmechanismus verstehst und seine Bedeutung für die Gesundheit deines Pferdes kennst. Sowohl der Beschlag mit Hufeisen als auch das Barhuf-Laufen können Vor- und Nachteile mit sich bringen, die du vor einer Entscheidung berücksichtigen solltest. Was ist der Hufmechanismus? Vereinfacht ausgedrückt, versteht man unter dem Hufmechanismus die elastische Verformung des Hufes bei jedem Auf- und Abfußen deines Pferdes. Bei einer Belastung des Hufes weitet sich der Huf durch den Druck des Körpergewichts von oben und den Gegendruck des Bodens von unten. Dies führt zur Formveränderung der Hufe und lässt Blut in die Huflederhaut strömen. Sobald dein Pferd abfußt, findet eine Entlastung der Hufe statt und die Hufe nehmen wieder ihre ursprüngliche Form ein. Aber auch wenn dein Pferd steht, wechselt das Druckverhältnis in den Hufen und eine minimale Formveränderung der Hufe findet statt. Der Hufmechanismus verläuft nämlich nicht nur statisch, sondern bereits ein veränderter Stellungswinkel oder feine Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit können den Hufmechanismus auslösen. Welche Funktionen hat der Hufmechanismus? Im Vergleich zur Körpermasse haben Pferde ein eher kleines Herz, das die Unterstützung der Hufe benötigt, um ausreichend Blut durch den Pferdekörper zu transportieren. Durch den Hufmechanismus entsteht ein Sog, der den Blutumtrieb fördert und das Blut wieder von den Hufen in Richtung Herz befördert. Daher wird der Hufmechanismus auch als „Hufpumpe“ oder „Die Kraft der 4 Herzen“ bezeichnet, denn er unterstützt das gesamte Herz-Kreislauf-System eines Pferdes. Sobald dein Pferd 10 Schritte macht, sind aufgrund der „Hufpumpe“ ca. 1 Liter Blut durch jeden Huf geflossen. Im vollen Umfang funktioniert dies aber nur bei Pferden, die Barhuf laufen und dadurch einen direkten Bodenkontakt haben, um den Hufmechanismus zu betätigen. Somit sind die Hufe aktiv am Stoffwechsel beteiligt und unterstützen den Organismus deines Pferdes auch bei der Ausleitung von Schad- bzw. Giftstoffen. Wenn der Hufmechanismus beeinträchtigt ist, bedeutet das eine Mehrarbeit für den restlichen Körper deines Pferdes. Außerdem ist der Hufpumpen-Mechanismus wichtig für dein Pferd, weil es unterhalb des Sprunggelenks und der Vorderfußwurzel keine Muskulatur besitzt. Deswegen übernimmt der Hufmechanismus die Kontraktion, die normalerweise eine Aufgabe der Muskulatur ist.     Die Hornkapseln der Hufe – also die äußere Hornschicht – bieten deinem Pferd zusammen mit dem Hufmechanismus eine wichtige Dämpfung von Stößen, Schritten und Sprüngen. Hierbei werden ca. 80 - 90% der Aufprall- und Wuchtenergie allein durch den Hufmechanismus abgefedert und z.B. in Wärmeenergie umgewandelt. Dadurch werden die unteren Gliedmaßen, aber auch die höher liegenden Gewebe und Organe deines Pferdes geschützt. Der Huf selbst besteht aus solidem, nachwachsendem Horn, welches die Pferdehufe vor äußeren Einwirkungen und Schädigungen, aber auch vor Temperaturschwankungen schützen. Die Hufe sind zudem ein sensibles Sinnes- und Tastorgan. Hierdurch kann dein Pferd die Bodenbeschaffenheit wahrnehmen und seine Bewegungen sowie Muskelarbeit darauf abstimmen, um auf jedem Bodenuntergrund einen möglichst sicheren Halt und Gang zu finden. Außerdem liefert der Hufmechanismus zusätzlichen Bodenhalt, da sich beim Auffußen die Hornkapsel der Hufe spreizt und sich dabei die Lage der Eckstreben verändert. Diese stemmen sich wie eine Art Keil in den Untergrund und sorgen für zusätzliche Stabilität und Rutschfestigkeit. Was genau passiert beim Hufmechanismus? Bei jedem Schritt deines Pferdes betätigt sich der Hufmechanismus, bei dem ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Komponenten stattfindet: Zehenwand: Beim Auffußen wird die vordere, obere Zehenwand nach hinten gedrückt. Die untere Zehenwand und der Tragerand bewegen sich nicht. Die Trachtenwände, die sich seitlich der Hufe an der äußeren Zehenwand befinden, erweitern sich vom Kronrand ausgehend bis hin zum Tragerand. Sohle: Die Sohle wird beim Auffußen nur geringfügig flacher. In Richtung des Tragrands findet keine Bewegung der Sohle statt.   Strahl: Der Strahl nimmt beim Auffußen Kontakt mit dem Boden auf.   Ballen: Die Ballen senken und weiten sich beim Auffußen.   Barhuf und Hufeisen im direkten Vergleich Ein gut funktionierender Hufmechanismus ist für die Gesundheit deines Pferdes sehr wichtig. Das bedeutet allerdings nicht, dass du deinem Pferd sofort die Hufeisen abnehmen und es Barhuf laufen lassen solltest, denn nicht jedes Pferd kann problemlos ohne Hufeisen laufen. Falls dein Pferd schon viele Jahre mit einem permanenten Beschlag unterwegs ist, kann eine radikale Umstellung auf das Barhuf-Laufen auch zu Komplikationen führen. Ob Hufeisen oder Barhuf – informiere dich über die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten und entscheide selbst, was für dein Pferd das Richtige ist. Vorteile & Nachteile von Hufeisen Der Vorteil des Hufeisens besteht darin, dass es wie eine Art Gehhilfe für dein Pferd funktioniert: Dein Pferd kann dadurch länger stehen, also nicht aktiv bewegt werden. Die Hufeisen können gut an den Huf angepasst werden, dadurch sind auch verschiedene Korrektur- und Spezialbeschläge möglich. Auf hartem und steinigem Boden ist das Hufeisen eine Erleichterung für dein Pferd. Der Huf wird vor übermäßiger Abnutzung geschützt. Ein Beschlag kann bei Hufproblemen, wie z.B. Hufrehe, eine schmerzlindernde Wirkung haben. Diese Entscheidung aber bitte nie ohne den Rat eines Tierarztes treffen. Bei bestimmten sportlichen Veranstaltungen sind Hufeisen Pflicht. Folgende Nachteile können sich durch den starren Eisenbeschlag ergeben: Einschränkung bzw. Lahmlegung des Hufmechanismus und Tastsinns. Mögliche Beschädigung der Hornkapsel. Höhere Verletzungsgefahr anderer Pferde, wenn Pferde austreten. Höhere Rutsch- und Unfallgefahr auf glatten Böden. Langfristige Stellungsfehler und schiefe Hufe bei unsachgemäßem Beschlag. Übermäßige Beanspruchung der Gelenke durch den schweren Beschlag. Lastenverteilung fast nur auf dem Tragerand der Hufe. Zusätzliches Gewicht, das auch die Fliehkraft erhöht. Einschränkung des Hornwachstums, häufig gepaart mit minderer Hornqualität. Beeinträchtigung der Thermoregulation (besonders in der kalten Jahreszeit). Vorteile & Nachteile des Barhuf-Laufens Neben der gesundheitlichen Notwendigkeit, die sich aus dem Barhuf-Laufen für dein Pferd ergibt, sind noch weitere Vorteile des Barhufens nennenswert: Volle Funktionsfähigkeit des Hufmechanismus und Tastsinns (bei gesunden Hufen). Bessere Durchblutung des Hufes. Bessere Stoßdämpfung der Gelenke und Organe. Feinere Korrekturmöglichkeiten bei Fehlstellungen. Natürliche Hornabnutzung. Lastenverteilung auf Tragerand, Sohle und Strahl. Rutschfestigkeit auf glattem Bodengrund. Nachteile durch das Barhuf-Laufen ergeben sich meist dann, wenn dein Pferd es nicht gewohnt ist und zuvor über einen langen Zeitraum einen permanenten Beschlag trug: Umstellung von Beschlag auf Barhuf benötigt viel Zeit und Geduld. Gefahr einer Überbelastung. Höhere Abnutzung des Horns auf hartem Bodengrund. Bei erhöhter Abnutzung kann das Hufhorn ggf. nicht schnell genug nachwachsen. Deutlichere Fühligkeit auf unebenem, steinigem Bodengrund. Die Umstellung von Hufeisen auf Barhuf beim Pferd Nicht jedes Pferd kann problemlos und auf Anhieb Barhuf laufen. Wenn dein Pferd viele Jahre mit Hufeisen gelaufen ist, dann haben sich die Hufe mit der Zeit an die Hufeisen gewöhnt und dadurch auch sehr wahrscheinlich leicht verformt. Ohne Hufeisen braucht es ca. 1 Jahr, bis sich der Huf wieder komplett regeneriert und zurück zur alten Form gefunden hat. Hierbei muss der Huf einmal vom Kronrand komplett herunter zum Boden wachsen. Dein Pferd muss sich also erstmal wieder daran gewöhnen, ohne Hufeisen zu laufen und den Boden neu zu fühlen. Bedenke auch, dass nur ein gesunder Huf volle Leistung erzielen kann. Unterstütze dein Pferd daher mit einer guten Hufpflege. Hierzu gehört auch eine hygienische Stall- und Wiesenpflege. Insgesamt benötigst du viel Zeit und Geduld mit deinem Pferd! Achte darauf, dass deinem Pferd ohne Hufeisen die Arbeit auf weichem Boden viel leichter fällt als auf steinigem Boden. Das solltest du beim Training unbedingt berücksichtigen, ansonsten kann eine Überbelastung zu geschwollenen Gelenken, Abszessen und langfristig zu Herzproblemen führen. Daher ist es ratsamer, dein Pferd lieber etwas zu schonen und auf harten Böden eher im Schritt zu reiten oder diese in der ersten Zeit ganz zu vermeiden. Nach und nach kannst du dann verschiedene Böden ausprobieren, damit sich die Hufe deines Pferdes an die unterschiedlichen Anforderungen gewöhnen können. Tatsächlich kann es auch sein, dass Pferde, die ihr Leben lang einen starren Hufbeschlag hatten, große Probleme bei der Umstellung auf das Barhufen bekommen können und womöglich auch nie in der Lage sein werden, ohne Hufeisen zu laufen. Somit ist es immer eine Einzelfallentscheidung, ob dein Pferd mit oder ohne Beschlag durch sein Leben trabt. Alternativen zwischen Barhuf und Hufeisen Jedes Pferd hat andere Bedürfnisse, ein anderes Umfeld und andere Erwartungen, die es zu erfüllen hat. Manche Pferde verbringen ihre gesamte Lebenszeit auf weichen Wiesen, in der Halle oder der Box und haben dementsprechend „untrainierte Hufe“, die keinen harten Bodengrund gewöhnt sind. Andere Pferde werden ausschließlich für harte Arbeit und lange Ausritte genutzt. Je nach Ausgangslage kann der Weg vom Hufeisen zurück zum Barhuf-Laufen sehr langwierig sein. Wahrscheinlich wirst du dein Pferd in der Zeit der Umstellung nicht wie gewohnt arbeiten können. Besonders auf steinigem Boden oder Asphalt ist der Abrieb der Hufe eher stärker, was das Nachwachsen des Horns wiederum verzögert. In dieser Übergangszeit können sogenannte Hufschuhe ein guter Kompromiss für dich und dein Pferd sein, um die Hufe vor übermäßigem Abrieb zu schützen. Weitere mögliche Alternativen zum Hufeisen bieten dir z.B. Aluminium-, Kombi- und Kunststoffbeschläge oder auch ein Klebehufschutz. Im Folgenden erläutern wir dir die gängigsten Möglichkeiten: Aluminiumbeschläge Bei Aluminiumbeschlägen handelt es sich um ursprünglich orthopädisch oder therapeutisch genutzte Hufeisen. Mittlerweile finden sie auch häufig Einsatz als Sportbeschläge, weil Aluminiumbeschläge ein deutlich niedrigeres Gewicht haben als Eisenbeschläge, was die Fliehkraft verringert. Auch kann dein Pferd durch das deutliche Gewichtsersparnis eine bessere Ausdauer erzielen. Außerdem werden die Bänder und Sehnen geringer belastet. Bei leichten Stellungsfehlern kann eine Verbesserung der Gangqualität erzielt werden. Die Stoßdämpfung liegt bei ca. 50% gegenüber Eisenbeschlägen. Daher sollte diese Alternative eher auf weichem Boden eingesetzt werden. Für Pferde, die viel Strecke laufen müssen, sind die Aluminiumbeschläge weniger geeignet. Preislich sind die Aluminiumbeschläge etwas kostspieliger als Eisenbeschläge und weisen eine geringere Haltbarkeit auf. Kunststoffbeschläge Die Kunststoffbeschläge haben ein leichtes Gewicht und weisen außerdem eine höhere Elastizität auf als Aluminium- und Eisenbeschläge. Dadurch wird der Hufmechanismus nicht allzu stark eingeschränkt. Außerdem dämpfen Kunststoffbeschläge ca. 90% der Stoßenergie gegenüber Eisenbeschlägen. Weitere Vorteile bestehen in der Rutschfestigkeit auf glatten Böden, sowie einer geringeren Verletzungsgefahr, wenn es in der Herde einmal zu Rangeleien und somit zum Austreten kommt. Allerdings neigen einige Kunststoffbeschläge dazu, sich unter schwerer Last nach innen zu wölben, was zur Weitung des Hufes oder langfristig sogar zur Lahmheit führen kann. Im Vergleich zu Eisenbeschlägen sind die Kunststoffbeschläge meist etwas teurer und aufwendiger beim Auskratzen. Die Umstellung von Eisenbeschlag auf Kunststoffbeschlag kann in manchen Fällen zu einer Reizung der Huflederhaut führen und ist als Alternative nur bedingt zur Korrektur von Fehlstellungen empfehlenswert. Kombinationsbeschläge Bei Kombinationsbeschlägen handelt es sich meist um eine Kombination aus Kunststoff- und Metallbeschlägen, die üblichen Eisenbeschlägen ähneln, jedoch wesentlich leichter, aber auch dicker sind. Der Kern der Kombinationsbeschläge besteht aus Eisen oder Aluminium und die Ummantelung wird aus Kunststoff oder Gummi gefertigt. Die Stoßdämpfung ist ähnlich effektiv wie beim Barhuf. Auch bergen Kombinationsbeschläge eine geringere Verletzungsgefahr. Ein möglicher Nachteil ist die teilweise schwierige Anpassung an außergewöhnliche Hufformen. Außerdem sind Kombinationsbeschläge deutlich teurer als andere Alternativen. Klebeschuhe Klebeschuhe sind Hufschuhe zum Ankleben eignen sich Pferde aller Disziplinen. Der Vorteil von Klebeschuhen im Vergleich zu den bisher genannten Alternativen ist, dass Klebeschuhe ohne Hufnägel befestigt werden. Da somit keine Nagellöcher in den Hufen entstehen, wird einer Schädigung der Hornwände oder der Hornkapsel vorgebeugt. Dies hat vor allem bei Huflederhautentzündungen eine große Bedeutung. Klebeschuhe können auch verwendet werden, wenn die Hufe eine sehr schlechte Qualität aufweisen und andere Hufbeschläge keine Option mehr darstellen. Aber Vorsicht bei Pilzbefall: dann solltest du auf Klebeschuhe verzichten, damit ausreichend Luft an die Hufe kommt. Positiv ist auch, dass die Klebeschuhe meist aus Kunststoff gefertigt werden und daher – ähnlich wie Kunststoffbeschläge – ein geringeres Gewicht bei relativ hoher Stoßdämpfung aufweisen. Wenn bei der Anbringung von Klebeschuhen sauber und sorgfältig gearbeitet wurde, dann halten diese genauso lange wie ein genagelter Hufschutz. Hufschuhe Hufschuhe sind Schuhe für dein Pferd, die aus verschiedenen Materialien gefertigt werden können und einfach über den Huf deines Pferdes gezogen werden. Die Befestigung der Hufschuhe erfolgt durch einen Form- oder Zugschluss, die den Schuh an den Huf pressen. Häufig finden Hufschuhe Einsatz als therapeutische Maßnahme bei Hufkrankheiten. Sie bieten deinem Pferd eine gute Alternative zum permanenten Hufbeschlag und können es vor allem in der Umstellung von Beschlag auf Barhuf unterstützen. Die Hufschuhe können bei sehr langen Ausritten oder bei Bodengrund, der einen hohen Abrieb des Hufhorns fördert, eingesetzt werden. Aber auch wenn dein Pferd nach der Umstellungsphase auf steinigem Grund noch fühlig läuft, sorgen die Hufschuhe für einen schmerzfreien Gang. Auf weichem Bodengrund kann dein Pferd dann ohne Hufschuhe laufen.  Für einen permanenten Einsatz sind Hufschuhe nicht geeignet, sondern werden nur angezogen, wenn Bedarf besteht, denn die meisten Hufschuhe sind wenig luftdurchlässig und können nach einer gewissen Tragezeit scheuern, was für dein Pferd unangenehm werden kann. Außerdem wird der Hufmechanismus durch die meisten Hufschuhe zu sehr beeinträchtigt. Die Gesundheit der Pferdehufe unterstützen Für die Gesundheit der Hufe ist eine gute Hufpflege Grundvoraussetzung. Diese wirkt sich positiv sowohl auf das Hornwachstum als auch die Hornqualität aus. Zusätzlich kannst du die Huf-Durchblutung durch ausreichende Bewegung und Trainingseinheiten deines Pferdes fördern. Umgekehrt kann sich die Durchblutung durch Bewegungsmangel verschlechtern, was wiederum negative Auswirkungen auf die Hufe und damit auf den gesamten Organismus haben kann. Auch die richtige Fütterung spielt eine große Rolle bei der Hufgesundheit. Die Hufe werden – wie auch die Fingernägel bei uns Menschen – von innen nach außen gebildet. Für die Bildung des Hufhorns werden essentielle Aminosäuren benötigt und in Horn umgewandelt. Für diesen Prozess benötigt dein Pferd außerdem weitere Nährstoffe, wie z.B. Biotin, aber auch Kupfer und Zink. Ein gutes Ergänzungsfutter kann helfen, eine optimale Hornqualität zu erreichen und das Hornwachstum zu unterstützen.
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Fütterung und Gesundheit
Verhaltensstörungen bei Pferden
Statt entspannt auf der Weide zu grasen, rennt dein Pferd auf dem Paddock auf und ab? Oder es wetzt seine Zähne an den Gitterstäben? Wenn diese oder andere untypischen Verhaltensweisen selten und unregelmäßig auftauchen, ist das per se nichts Schlimmes. Ein wiederholtes Koppen, Gitterwetzen oder weitere Verhaltensanomalien sollten jedoch beobachtet und mit den richtigen Maßnahmen frühzeitig therapiert werden. Verhaltensstörungen entstehen oft durch einen falschen Umgang mit dem Pferd oder durch eine nicht artgerechte Haltung. Im Herzen ist jedes Pferd immer noch ein Wildpferd. Auch wenn es sich an Menschen gewöhnt hat und gerne in seiner Nähe ist, benötigt es die Freiheit, frische Luft, Beschäftigung und Abwechslung genauso wie einst seine freilebenden Vorfahren. Eine stabile Herdensituation, genügend Raufutter und lange, stressfreie Fresszeiten sind essentiell für ein ausgeglichenes Pferd. Pferde sind nämlich gut und gern den ganzen Tag nur mit ihrer Nahrungsaufnahme beschäftigt. Wird dieses natürliche Fressverhalten von Pferden dauerhaft nicht gestillt, können sich leicht Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, welche in der freien Wildbahn nicht bekannt sind. In der Fachliteratur werden diese als Untugend oder Stereotypien bezeichnet. Je sensibler dein Pferd ist, desto schneller können Verhaltensstörungen auftreten. Wie werden Verhaltensstörungen behandelt? Verhaltensanomalien sind in der Regel Störungen im Verhalten des Pferdes. Jede Behandlung setzt als erstes bei den Fütterungs- und Haltungsbedingungen an. Bereits durch kleine Veränderungen können einige Stereotypien abgewöhnt oder eingedämmt werden. Ideal ist eine pferdegerechte Haltung in einem Offenstall mit viel Abwechslung, Kontakt zu anderen Pferden und Weidegang. Versorge dein Pferd außerdem täglich mit ausreichend Raufutter, an welches es immer wieder knabbern kann und somit mehr oder weniger den gesamten Tag beschäftigt ist. Nur durch Kauen wird Speichel produziert. Dies fördert nicht nur die Gesundheit deines Pferdes, sondern auch seine Zufriedenheit. In einer pferdegerechten Haltung ist Raufutter daher essentiell wichtig. Biete deinem Pferd mindestens 12 Stunden am Tag die Möglichkeit, Raufutter zu fressen. Wenn dein Pferd keinen uneingeschränkten Zugang zu Raufutter haben kann, z.B. weil nicht ausreichend Raufuttermengen zur Verfügung stehen, dann ergänze die Menge mit entsprechenden Raufutterersatzprodukten. Besonders die Pavo HayChunks sind ideal für Pferde, die Verhaltensstörungen zeigen oder sich schnell langweilen. Die HayChunks sind gepresste Rollen aus deutschem Wiesenheu, die dein Pferd für einen längeren Zeitraum beschäftigen. Lege am besten 1 bis 3 Chunks auf den Boden, in den Futtertrog oder in ein Heunetz. Du kannst die Snacks dabei auch in der normalen Heuration verstecken. Je schwieriger du es deinem Pferd machst, desto mehr ist dein Pferd abgelenkt. Langeweile und Verhaltensstörungen können so reduziert werden. Nicht alle Anomalien können durch eine Optimierung der Fütterungs- und Haltungsbedingungen komplett therapiert werden. Aber Pferd und Reiter können lernen, mit den „Macken“ richtig umzugehen und falsche Haltungsweisen oder Stresssituationen zu vermeiden. Die meisten Verhaltensauffälligkeiten zeigen sich im Fressverhalten, Sozialverhalten, Komfortverhalten oder im Bewegungsablauf mit verschiedenen Symptomen und Ursachen. Fressverhaltensstörungen bei Pferden Macken und Verhaltensstörungen, die das Fressverhalten des Pferdes beeinflussen, treten am häufigsten auf. Oftmals sind Ursachen oder Auslöser dieser fehlerhaften Verhaltensweisen auf die tägliche Fütterung oder Haltung zurückzuführen. Koppen Wenn dein Pferd koppt, setzt es die Schneidezähne auf einen waagerechten Gegenstand ab, wie z.B. auf eine Mauer, den Zaunbalken oder den Futtertrog in der Box. Dies wird als „Aufsatzkopper“ bezeichnet. Diese Pferde haben häufig ein oder zwei Lieblingsstellen, an die sie sich zum Koppen zurückziehen. Durch eine Anspannung der Unterhalsmuskulatur wird der Schlundkopf geöffnet und das Pferd zieht Luft in die Speiseröhre. Dabei entsteht der sogenannte Kopperton, ein röhrendes und charakteristisches Geräusch. Das Pferd schluckt dabei Luft, allerdings landet nur ein geringer Anteil im Magen. Ein Großteil der Luft entweicht beim wiederholten entspannen der Muskulatur. Daher ist das Risiko von Koliken durch Luft in der Bauchhöhle bei koppenden Pferden nicht höher als bei Pferden, die diese Verhaltensstörung nicht vorweisen. Ein Aufsatzkopper nutzt seine Schneidezähne schnell ab. Auch die Halsmuskulatur wird durch Koppen verstärkt. Beides sollte durch einen Tierarzt beobachtet werden, beeinträchtigt in der Regel die Leistungsfähigkeit deines Pferdes aber nicht. Auch sogenannte Freikopper gibt es. Das Pferd benötigt dann keine Hilfsmittel, sondern spannt die Halsmuskulatur mittels einer Kopfbewegung, die an ein Nicken erinnert, an. Freikopper sind recht selten. Sowohl Fohlen, ausgewachsene, fitte Pferde als auch alte Pferde können mit den Koppen anfangen. Auslöser & Ursachen Viele verschiedene Untersuchungen und Studien haben belegt, dass es eine genetische Veranlagung zum Koppen gibt. Koppen kann also vererbbar sein. Aus diesem Grund werden koppende Pferde auch nicht zur Zucht eingesetzt. Diese Veranlagung im Erbgut bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Pferd auch mit dem Koppen beginnt. Oft ist der Auslöser eine Kombination aus der erblichen Veranlagung und äußerlichen Einflüssen. Zu den äußerlichen Einflüssen zählen u.a. eine schlechte Haltung, unangemessenes Training, ständiger Turnierdruck oder ein traumatisches Erlebnis, wie z.B. das Auseinanderreißen einer intakten Herde. Diese Erlebnisse versetzen ein Pferd in eine stressige Phase. Um den Stress abzubauen, fangen manche Pferde mit dem Koppen an. Auch ein falsches Verhältnis von Raufutter und Kraftfutter kann ein Auslöser dieser Verhaltensstörung sein. Hat ein Pferd zu lange Fresspausen und wenig Beschäftigung, gerät sein natürliches Verhalten aus den Fugen. Dies wird bei anfälligen oder sensiblen Pferden mit Koppen verdrängt. Wenn Pferde mit dem Koppen angefangen haben, zeigen sie diese Verhaltensstörung manchmal dann auch bei freudiger Erregung, wie z.B. vor dem Fressen oder beim Putzen. Dass Koppen ansteckend ist oder durch Nachahmung im Stall entsteht, ist ein Irrglaube. In einer pferdegerechten Haltung fangen Pferde in der Regel nicht mit dem Koppen an. Wenn aber ein Stressfaktor im Stall vorliegt, können auch mehrere Pferde diese Verhaltensstörung zeigen. Nur selten machen Pferde ihren koppenden Stallnachbarn nach. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Sobald dein Pferd mit dem Koppen angefangen hat, erweist sich eine Therapie als schwierig. Es ist kaum möglich, das Koppen komplett abzugewöhnen. Nur durch eine artgerechte Haltung kann das Koppen leicht reduziert werden. Von einem Kopperriemen ist abzuraten. Dieses Produkt verspricht eine Abgewöhnung, verursacht aber nur noch mehr Stress. Eine zwanghafte Unterdrückung ohne tatsächliche Ursachenbehebung verstärkt nur das Bedürfnis des Koppens. Wenn dein Pferd koppt, ist dies kein Weltuntergang. Ermögliche deinem Pferd eine stressfreie Haltung und lerne, mit dieser Verhaltensstörung umzugehen. Behalte auch die Gesundheit deines koppenden Pferdes im Blick. Regelmäßige Checks des Tierarztes sind bei koppenden Pferden enorm wichtig. Vorbeugung Nur bei guten Haltungsbedingungen mit genügend Abwechslung und wenig Stress wird das Risiko des Koppens bei anfälligen Pferden eingedämmt. Krippen- oder Gitterwetzen Bei Krippen- oder Gitterwetzen wird es laut im Stall. Das Pferd setzt dabei die Schneidezähne auf die eisernen Gitterstäbe oder auf dem hölzernen Krippenrand ab und schabt diese hin und her. Wetzen kommt hin und wieder vor und deutet daraufhin, dass dein Pferd nach Aufmerksamkeit oder Futter buhlt. Nur wenn dieses Verhalten regelmäßig auftritt und dein Pferd zu einem „Gewohnheitswetzer“ wird, spricht man von einer Verhaltensstörung. Diese kann allerdings schwerwiegende, gesundheitliche Folgen haben. Der gesamte Mundraum des Pferdes wird beim Wetzen in Mitleidenschaft gezogen: Die Schneidezähne werden stark abgenutzt, es besteht das Risiko von Zahnverlust und starken Zahnfleischblutungen sowie -entzündungen. Wenn dein Pferd wetzt, empfiehlt sich eine Rücksprache mit deinem Tierarzt für eine optimale Behandlung des gesamten Mundraums. Auslöser & Ursachen Eine falsche Haltung und Fütterung sind Auslöser für das Krippenwetzen. Wenn dein Pferd sich in der Box langweilt und seine Fresspausen zu lang sind, sucht es sich andere Beschäftigungen. Dazu zählt auch das Wetzen. Freudige Ereignisse, wie die tägliche Fütterung, können das Wetzen bestärken. Wenn die Krippe gefüllt wird, fühlt sich dein Pferd bestätigt und die Verhaltensstörung wird verstärkt. Und auch wenn du dein Pferd ansprichst, wird es das Wetzen als positives Verhalten erlernen. Ein Pferd kann das Wetzen von seinen Artgenossen erlernen. Daher ist es essentiell, deinem Pferd das Wetzen schnell abzugewöhnen, sobald es damit angefangen hat. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Wenn dein Pferd durch Wetzen nach Aufmerksamkeit buhlt, solltest du es ignorieren. Dies funktioniert nur, wenn du alle Tiere im Stall gleichbehandelst. Wenn du z.B. ein Pferd bei der Fütterung auslässt, weil es mit den Schneidezähnen schabt, wird es nur unter Stress gesetzt. Ein positiver Lerneffekt setzt dabei nicht ein. Vorbeugung Eine Offenstallhaltung mit Weidegang ist für ein wetzendes Pferd die beste Haltungsmethode. Wenn eine Offenstallhaltung nicht möglich ist, kannst du im Stall durch Spielzeug für Abwechslung sorgen. Hänge z.B. ein Knabberholz aus Haselnussbaum- oder Birkenholz in den Stall. So wird auch die Kautätigkeit und die Speichelproduktion des Pferdes angeregt. Zungenspiel Das Zungenspiel zeigt sich bei Pferden in vielen verschiedenen Varianten. Manche Pferde strecken einfach nur die Zunge für einen längeren Zeitraum heraus, andere hingegen beschäftigen sich stundenlang mit ihrer Zunge und verdrehen diese. Die Bewegungen sehen lustig aus, deuten aber auf eine Verhaltensanomalie hin. Diese sogenannten Zungenfehler beeinträchtigen die Gesundheit deines Pferdes in der Regel nicht. Auslöser & Ursachen Die Auslöser eines Zungenspiels sind unspezifisch und vielfältig. Oftmals provozieren Mängel in der Haltung, ein stressiges Training oder Langeweile auf der Weide das Zungenspiel. Darüber hinaus kann das Zungenspiel eine Reaktion auf den unliebsamen Stallnachbar in der Box sein. Dein Pferd versucht durch ein Zungenspiel einen hohen Stresspegel abzubauen, wenn es keine anderen Beschäftigungen oder Ablenkungen im Stall findet. Ein Zungenspiel lässt sich auch in der Fütterungsphase erkennen. Wenn dein Pferd nicht ausreichend mit Raufutter versorgt ist, zeigt es seine freudige Erwartung während der Fütterung unter Umständen mit dem Rausstrecken der Zunge. Fohlen erlernen das Zungenspiel von der Mutterstute. In den ersten Lebensmonaten ist dieses Verhalten keine Anomalie, sollte aber dennoch beobachtet werden. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Die Abgewöhnung des Zungenspiels ist sehr schwierig. Wenn Pferde bereits mit dem Zungenspiel angefangen haben, strecken sie oft aus Gewohnheit in Leerlaufzeiten auf der Weide oder im Stall ihre Zunge heraus. Solange die Gesundheit deines Pferdes nicht beeinträchtigt wird und das Zungenspiel nicht überhandnimmt, kannst du diese „Macke“ deines Pferdes akzeptieren. Eine artgerechte Fütterung und tägliche Abwechslung können das Zungenspiel eindämmen. Senke auch unnötige Stressfaktoren im Alltag. Verständige deinen Tierarzt, wenn dein Pferd permanent mit der Zunge spielt. Es ist durchaus möglich, dass dein Pferd so auf Schmerzen im HNO-Bereich aufmerksam machen möchte. Vorbeugung Damit dein Pferd erst gar nicht mit dem Zungenspiel anfängt, solltest du ihm von Beginn an eine pferdegerechte Haltung, wenig Stress und viel Beschäftigung im Alltag durch Weidegang sowie Kontakt zu anderen Pferden bieten. Bewegungsverhaltensstörungen bei Pferden Verhaltungsstörungen im Bewegungsablauf deines Pferdes zeigen sich durch Anomalien im täglichen Verhalten. Dazu zählen unter anderem das Weben oder das laute und wiederholte Scharren der Vorder- oder Hinterbeine. Weben Das Weben ist eine Verhaltensstörung, die bei vielen verschiedenen Tieren auftreten können, die in menschlicher Obhut leben. In der freien Wildbahn kommt das Weben nicht vor. Beim Weben tritt das Pferd stundenlang von einem Vorderbein auf das Andere. Im gleichbleibenden Rhythmus wird dabei der Kopf von links nach rechts geschwungen. Der Kopf befindet sich dabei entweder in einer Aufrechtstellung oder wird leicht zu den Hufen gesenkt. Die Vorderbeine werden abwechselnd mit Gewicht belastet. Es kann passieren, dass die Vorderbeine bis zu 1,75 Meter auseinandergespreizt werden. Bei extremen Webern werden die Beine angehoben und es kann zu Verletzungen kommen, indem sich das Pferd selbst am Kopf trifft. Das Weben tritt selten auch in Verbindung mit anderen Verhaltensstörungen, wie z.B. dem Gitterwetzen oder dem Zungenspiel, auf. Im Grunde kann jedes Pferd anfangen zu Weben. Allerdings neigen Vollblüter eher zu dieser Verhaltensstörung. Weben ist nicht ansteckend und nur überaus selten ahmen Stallgenossen diese Anomalie nach. Bleibe aufmerksam, wenn mehrere Pferde im Stall diese Verhaltensanomalie zeigen. Häufig liegt dann ein allgemeiner Haltungsfehler vor, welcher alle Pferde unter Stress setzt. Es ist wichtig, die Gelenke eines webenden Pferdes zu beobachten und durch einen Tierarzt regelmäßig untersuchen zu lassen. Es lässt sich aber feststellen, dass das Weben nicht übermäßig krank macht, die Gelenke verschleißt oder das Risiko einer Arthrose erhöht. Auslöser & Ursachen Die Ursachen des Webens finden sich in der Haltung der Pferde. Besonders fehlende Bewegungsmöglichkeiten, stundenlanges Stehen in engen Boxen, ein fehlender Kontakt zu anderen Pferden sowie lange Fresspausen erhöhen den Stresspegel und die Langeweile. Um sich die Zeit zu vertreiben und den Stress zu senken, fangen manche Pferde mit dem Weben an. Sobald dein Pferd das Weben „gelernt“ hat, wird dein Pferd womöglich bei jeder Abwechslung, vor der Fütterung oder bei dem Putzen mit dem Weben anfangen. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Deinem webenden Pferd kannst du am besten durch eine Offenstallhaltung helfen. Diese Haltung ermöglicht viel Abwechslung und Freiheit. Ein Weidegang stimuliert den Bewegungsdrang des Pferdes. Ist eine Offenstallhaltung nicht möglich, gilt es, deinem Pferd einen täglichen und ausgewogenen Weidegang zu bieten. Trotz der Verbesserung der Haltungsbedingungen kann es sein, dass das Weben nicht immer komplett abklingt. Vorbeugung Eine artgerechte Haltung mit genügend Weidegang, viele Raufutterstellen und Kontakt zu Artgenossen begrenzt das Risiko des Webens und unterstützt die Gelassenheit eines Pferdes.  Scharren Scharren ist in der Natur normal. Pferde scharren mit den Vorderbeinen zur Futtersuche oder vor dem Liegen, um den Untergrund zu überprüfen. Auch auf der Weide oder in der Box kommt es von Mal zu Mal vor, dass dein Pferd scharrt. Sobald Scharren aber zur Gewohnheit wird, zählt es zu einer Verhaltensstörung. Auslöser & Ursachen Das Scharren ist oftmals ein Zeichen von Ungeduld, Nervosität, Stress oder Bewegungsdrang. Besonders nach einem langen Aufenthalt in der Box gibt dein Pferd mit Scharren zu verstehen, dass es Bewegung und Abwechslung braucht, sich in einer langen Fresspause langweilt oder unter Stress steht. Ein ausgeglichenes Pferd mit genügend Bewegungsfreiheit scharrt in der Regel nicht. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Wenn dein Pferd mit den Scharren beginnt, solltest du es ignorieren, auch wenn es dir möglicherweise schwerfällt. Wenn du das Scharren bewusst oder unbewusst durch Aufmerksamkeit oder einem Leckerli belohnst, wird dieses Verhalten nur verstärkt und positiv bestätigt. Vorbeugung Dein Pferd benötigt täglich einen langen Weidegang, um den Bewegungsdrang zu befriedigen. Eine Haltung in der Box unterstützt diese Verhaltensstörung. Ideal ist eine Offenstallhaltung. Wenn dies nicht möglich ist, stimuliere den Bewegungsdrang deines Pferdes mit ausreichend Weidegang. Sozialverhaltensstörungen bei Pferden Sozialverhaltensstörungen sind seelisch und oftmals tief verankert. Sie zeigen sich in Kontakt mit Menschen oder in der Herde. Durch eine artgerechte Haltung, viel Ruhe und Geduld können diese Verhaltensstörungen behandelt werden. Aggressivität Ein natürliches Dominanzverhalten und leichte Aggressivität zwischen Artgenossen in dynamischen Herden ist auch in der Natur normal. Dies stellt nämlich ein Kommunikationsmittel unter den Pferden dar und ist für eine harmonische Herdenstruktur enorm wichtig. Sobald es aber zu abnormen Formen wie das ständige Schnappen, Zwicken und Treten nach Pferden oder Menschen kommt, spricht man von einer schwerwiegenden Verhaltensstörung. Auslöser & Ursachen Aggressivität bei Pferden hat oft psychische Ursachen. Schlechte Erfahrungen, oft durch Menschen verursacht, die nicht wissen, wie sie mit dem Pferd umzugehen haben und fehlende Fluchtmöglichkeiten machen das Pferd aggressiv. Ein Pferd, welches durch Menschen oder Artgenossen in die Ecke gedrängt wird und nicht fliehen kann, wird zum Angriff übergehen. Auch schmerzhafte Krankheiten oder Verletzungen, die nicht erkannt und behandelt werden, können einige Pferde aggressiv machen. Daher solltest du bei einer erhöhten aggressiven Verhaltensweise deinen Tierarzt verständigen und dein Pferd untersuchen lassen. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Pferde, die aggressive Anomalien zeigen, sollten nur von erfahrenen Reitern oder Pferdetrainern mit viel Geduld therapiert werden. Es gilt nun, das Verhalten zu korrigieren, das Pferd angemessen zu maßregeln und konsequent mit dem Pferd umzugehen. Unerfahrene Reiter können schnell Fehler machen und die Aggressivität unterstützen statt sie zu verbessern. Vorbeugung Eine frühe Sozialisation von Fohlen an Menschen ist unentbehrlich und die beste Prävention von aggressiven Verhaltensweisen. Die Ausbildung von Fohlen spielt eine Schlüsselrolle und prägt das Sozialverhalten des Pferdes von Geburt an. Versäumnisse und falsche Ausbildungsweisen von Jungpferden unterstützen ein aggressives Verhalten. Selbstverletzung Verletzungen passieren im Pferdealltag immer mal wieder. Sobald dein Pferd ständig an Verletzungen leidet und sich aktiv selbst weitere Wunden durch das Reiben an scharfen Kanten zufügt, liegt eine ernsthafte Verhaltensstörung vor. Diese Verletzungen müssen unbedingt von einem Tierarzt behandelt werden, damit sich diese nicht entzünden. Auslöser & Ursachen Ein selbstverletzendes Verhalten hat oft seelische Ursachen und Auslöser. Permanenter Stress durch eine falsche Haltung, wenig Bewegung und lange Fresspausen bringen die seelische Gesundheit deines Pferdes aus dem Gleichgewicht. Besonders sensible Pferde versuchen dann den Stress durch ein selbstverletzendes Verhalten abzubauen und machen gleichzeitig so auf sich aufmerksam. Darüber hinaus kann starker Druck in Wettbewerbs- oder Turniersituationen, welcher ein Reiter auf das Pferd ausübt, seelischen Stress und somit eine Verhaltensstörung fördern. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Entferne als erstes alle scharfen Kanten und Nägel im Stall und auf der Weide, sodass sich dein Pferd nicht weiter verletzen kann. Ein Pferd, das an einem krankhaften selbstverletzenden Verhalten leidet, benötigt viel Ruhe und wenig Stress. Eine verständnisvolle Pflege von dem Reiter ist enorm wichtig. Setze dein Pferd nicht weiter unter Druck und verzichte auf Wettbewerbe und Turniere. Eine Abwechslung im Alltag ist essentiell, z.B. durch eine ruhige Bodenarbeit mit deinem Pferd. Die Behandlung dieser Verhaltensstörung benötigt viel Zeit und Geduld. Je nach Pferd kann die Behandlung auch einen sehr langen Zeitraum einnehmen. Vorbeugung Nur eine pferdegerechte Haltung kann ein selbstverletzendes Verhalten unterbinden. Überfordere dein Pferd nicht, setze es in Wettbewerbssituationen nicht unter Druck und sorge für eine stressfreie Umgebung, vor allem bei nervösen Pferden. Komfortverhaltensstörungen bei Pferden Komfortverhaltensstörungen zeigen sich durch kleine „Macken“ oder „Ticks“ des Pferdes. Dabei schlägt es z.B. ständig mit dem Schweif oder schüttelt seinen Kopf. Es ist möglich, dass diese Verhaltensanomalien ihren Anfang in einer Krankheit genommen haben und nach der Heilung als „Gewohnheit“ geblieben sind. In jedem Fall sollten Komfortverhaltensstörungen von einem Tierarzt untersucht werden, um Krankheiten oder Allergien auszuschließen. Schweifscheuern Der Schweif des Pferdes besitzt viele Aufgaben: Er schützt die Harnröhre und den Anus, dient zur Kommunikation, vertreibt Insekten und spielt während dem Reiten eine Rolle bei der Balance. Dass der Schweif geschlagen und bewegt wird, ist in der Natur eine ganz normale Verhaltensweise. Problematisch wird es erst, wenn das Pferd den Schweif permanent schlägt. Das Fellkleid am Schweif wirkt als Folge stumpf. Wenn der Schweif selten in einer Ruheposition steht, solltest du unbedingt einen Tierarzt verständigen. Denn ein Schweifschlagen, Schweifreiben oder Schweifwetzen kann auf eine Hautkrankheit wie z.B. ein Parasitenbefall oder auf ein Sommerekzem hinweisen. Auch Kotwasser und ein schleppender Fellwechsel oder Fellprobleme an der Hinterhand rufen eine erhöhte Aktivität des Schweifes hervor. Kann dein Tierarzt ausschließen, dass dein Pferd an keiner Krankheit leidet, liegt eine Verhaltensstörung vor. Auslöser & Ursachen Das krankhafte Schweifschlagen wird oftmals durch stressige Situationen ausgelöst, die in deinem Pferd Unbehagen auslösen. Auch ständige Nervosität oder Angst kann ein starkes Schweifschlagen auslösen. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Schon eine leichte Optimierung der Haltungsbedingungen ermöglicht deinem Pferd die Abgewöhnung des Schweifschlagens. Vermeide Stress und biete deinem Pferd auf der Weide Auslauf. Vorbeugung Situationen, in denen dein Pferd Unbehagen und Nervosität zeigt, sollten schnell erkannt und vermieden werden. Headshaking Ein Zucken oder Schlagen des Kopfes ohne erkennbaren Reiz wird als Headshaking (Kopfschütteln) bezeichnet. Die Symptome sind sehr vielfältig. In der Regel ist das Headshaking eine natürliche Verhaltensweise. Damit vertreiben Pferde Insekten und andere Störfaktoren am Kopf. Sobald aber der Reiz fehlt, wird vom sogenannten Headshaking Syndrom gesprochen. Dies ist ein noch recht neues und wenig erforschtes Syndrom. Dabei wird zwischen einer Stereotypie, also einer Verhaltensstörung und einem gesundheitlichen Problem unterschieden. Verständige deinen Tierarzt, sobald du das Kopfschütteln ohne ersichtlichen Grund bei deinem Pferd beobachtest. Dieser wird dein Pferd auf Allergien oder Entzündungen an der Nasenschleimhaut untersuchen. Orthopädische Ursachen wie OCD können Headshaking verursachen. Daneben kann auch eine starke Sonnenstrahlung bei lichtempfindlichen Pferden diese Störung auslösen. Sollte es keine medizinischen Ursachen für das Headshaking geben, handelt es sich womöglich im eine Komfortverhaltensstörung. Da das Krankheitsbild des Syndroms sehr komplex ist, ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt enorm wichtig. Auslöser & Ursachen Die Verhaltensstörung wird durch falsche Haltungsbedingungen und Arbeitsfehlern ausgelöst. Durch das zwanghafte Headshaking kommuniziert das Pferd Ärger, Wut, Angst oder Stress. Wenn dein Pferd überfordert und unter Druck gesetzt wird, einen monotonen Alltag durchlebt oder im Training falsch behandelt wird, kann sich das Headshaking entwickeln. Auch eine falsche Ausrüstung wie z.B. ein zu enger Sattel birgt das Risiko auf die Entstehung dieser Verhaltensstörung. Weitere Behandlungs- & Therapiemöglichkeiten Überprüfe die Situation deines Pferdes und gehe auf Ursachenforschung. Wenn das Headshaking durch eine falsche Ausrüstung entstanden ist, tausche diese schnellstmöglich aus. Darüber hinaus ist eine Optimierung der Haltungsbedingung die beste Möglichkeit, deinem Pferd das Headshaking abzugewöhnen. Biete deinem Pferd viel Bewegung und begegne ihm während des Trainings mit Respekt und Verständnis. Das chronische Headshaking kann nicht immer vollständig therapiert werden. Aber in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt und Geduld lernst du, mit dieser kleinen „Macke“ deines Pferdes umzugehen, sodass du dein Pferd weiterhin mit Spaß reiten kannst. Vorbeugung Nur eine pferdegerechte Haltung an der frischen Luft, ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Kontakt zu den Artgenossen stellt eine optimale Prävention dar.​
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Fütterung und Gesundheit
Arthrose beim Pferd
Die wohl am meist gefürchtete Krankheit bei Pferden ist die Arthrose, da sie immer noch als unheilbar gilt. Arthrosen sind leider weit verbreitet, vor allem bei Pferden, die schon einige Jahre auf dem „Buckel“ haben und ihre Gelenke bereits einiges erlebt haben. Je nachdem wie weit die Arthrose fortgeschritten ist und welchen Einfluss diese auf dein Pferd nimmt, gibt es unterschiedliche Behandlungskonzepte, die du gemeinsam mit deinem Tierarzt ableiten kannst. Aber was steckt eigentlich genau hinter dem Begriff Arthrose und wie kannst du deinem Pferd unterstützend helfen? Arthrosen werden in der Medizin als „chronisch-degenerative Gelenkerkrankungen“ bezeichnet. Das bedeutet: Sie bestehen über längere Zeit und gehen mit einem irreversiblen Umbau der natürlichen Gelenkstrukturen einher. Ein Gelenk wird aus zwei oder mehr Knochen gebildet, deren äußere Konturen genau zueinander passen. Die Teile sind so geformt, dass die Bewegung zwischen ihnen leicht und reibungslos vonstattengeht. Um diese perfekte und leichtgängige Bewegung zusätzlich zu erleichtern, sind die Knochenbereiche im Gelenk mit gleitfähigem Knorpel überzogen. Zusätzlich ist das Gelenk mit einer Gleitsubstanz gefüllt, die als Synovia (Gelenkschmiere) bezeichnet wird. Diese zähflüssige, honigfarbene Gelenkschmiere funktioniert wie Getriebeöl. Damit sie nicht ausläuft, ist das Gelenk rundum von einer Kapsel umgeben. Für die mechanische Festigkeit von Gelenken sorgen die Bänder. Sie halten die Knochen aufeinander in der richtigen Position und müssen in der Bewegung des Pferdes daher erhebliche Kräfte aushalten. Durch vielfältige Ursachen kann dieses komplizierte Gefüge gestört werden. Dann ist die Bewegung behindert, die Gewebestrukturen werden zerstört - wie bei einer Radachse ohne Schmierfett. Zuerst wird meist der empfindliche Knorpel abgerieben. Dadurch reibt jetzt Knochen auf Knochen, es entsteht eine fortschreitende Entzündung. Diese zieht Knochenwucherungen nach sich, sowohl auf der Gleitfläche des Gelenks als auch an seinem Rand. Im weiteren Verlauf können die Bänder in den Entzündungsprozess einbezogen werden und die Gelenkschmiere verändert sich krankhaft. Sie wird dünnflüssig und ist daher weniger effektiv. Diese Veränderungen sind ausgesprochen schmerzhaft, das erkrankte Pferd geht langanhaltend lahm. Im Endstadium der Arthrose ist keine Behandlung mehr möglich. Ursachen von Arthrose bei Pferden Die Ursachen von Arthrose bei Pferden sind vielfältig. Im Laufe der Zeit finden bei dieser chronisch-degenerativen Gelenkerkrankung durch die Belastung des Bewegungsapparates abbauende Prozesse statt – die Gelenke verschleißen. Daher sind  häufiger ältere Pferde von Arthrose betroffen. Aber auch jüngere Pferde bleiben nicht immer von einer Arthrose verschont. Weitere Ursachen können sein: Plötzliche Gelenkentzündungen (wie z.B. eine akute Arthritis in den Fesselgelenken), die nicht oder unzureichend behandelt wurden. Verletzungen im gesamten Bewegungsapparat wie Knochenbrüche oder Bänderrisse, die zu Überlastungen, bzw. einseitiger Belastung der Gelenke führen. Eine zu frühe und zu starke Belastung von Jungpferden können bereits den Grundstein für Gelenkerkrankungen setzen, die sich schleichend in den Gelenken verfestigen. Eine zu frühe, fehlerhafte und zu starke Belastung nach Verletzungen des Bewegungsapparates belastet die Gelenke und kann das Risiko von Arthrose erhöhen. Übergewicht belastet die Gelenke und kann langfristig eine schmerzhafte Entzündung auslösen. Symptome der Arthrose sind: Gallen an den Gelenken oder schwammige Gelenke Steife: in der Bewegung sind die Gelenke stark eingeschränkt Lahmen, vor allem während des Entzündungsprozesses Dein Pferd benötigt einige Zeit zum Einlaufen und lahmt ggf. bei den ersten Schritten Unwilligkeit sich zu bewegen, weil die Schmerzen in den Gelenken groß sind Häufiges Stolpern und Bewegungen, die nicht zum normalen Bewegungsablauf passen Die Gelenke fühlen sich heiß an und sind geschwollen Spat bei Pferden Diverse entzündliche und chronische Erkrankungen am Sprunggelenk des Pferdes werden als Spat bezeichnet. Die entzündliche Erkrankung ist auch als Knochenspat bekannt und wird allgemein der Arthrose zugeordnet. Starke Belastungen begünstigen die Entstehung von Spat, daher leiden häufig Sportpferde und ältere Pferde an der chronischen Entzündung. Aber auch Pferde mit einer angeborenen Fehlstellung der Hinterbeine gehören zu einer Risikogruppe, was z.B. bei Islandpferden der Fall ist. Eine angeborene Fehlstellung löst jedoch nicht automatisch Spat oder Arthrose aus. Wichtig ist, dass diese Fehlstellung während des Trainings beachtet wird. Auch regelmäßige Untersuchungen von einem Tierarzt sind essentiell, damit mögliche Gelenkerkrankungen bei deinem Pferd frühzeitig erkannt werden können. Die Symptome von Spat bei Pferden sind mit denen der Arthrose vergleichbar. Du erkennst Spat daran, dass dein Pferd häufig seine schmerzenden Hinterbeine entlastet und diese auch nicht stark anwinkeln kann. Der Bewegungsablauf von Pferden mit Spat ist wenig geschmeidig, sondern eher steif, besonders nach langer Stehzeit, z.B. wenn sie gerade aus der Box kommen. Bei einer leichten Form läuft sich dein Pferd oft schon nach 10 bis 20 Minuten ein und kann normal geritten werden. Bei einer fortgeschrittenen Entzündung verstärken sich die Symptome von Spat bei deinem Pferd, so dass vor allem Bewegungen der Hinterhand stark schmerzen. Die sogenannten Exostosen können im Verlauf der Entzündung auftreten. Dies sind schmerzhafte Knochenhautwucherungen in der Innenseite des Sprunggelenks. Die Symptome der Erkrankung sind mit denen der Arthrose vergleichbar. Spat erkennst du an den schmerzenden Hinterbeinen, die dein Pferd womöglich entlastet und nicht stark anwinkelt. Bei einer leichten Form läuft sich dein Pferd oft schon nach 10 bis 20 Minuten ein und kann normal geritten werden. Bei einer fortgeschrittenen Entzündung verstärken sich die Symptome und die Bewegungen schmerzen stark. Die sogenannten Exostosen können im Verlauf der Entzündung auftreten. Dies sind schmerzhafte Knochenhautwucherungen in der Innenseite des Sprunggelenks. Genau wie die Arthrose sollte auch die Sprunggelenkserkrankung Spat von einem Tierarzt untersucht und therapiert werden. Die Therapiemöglichkeiten sind mit denen der Arthrose vergleichbar. Therapiemöglichkeiten von Arthrose-Pferden Bei der Diagnose durch den Tierarzt werden die Bewegungen in allen Gangarten beobachtet. Somit kann ggf. bereits festgestellt werden, welche Gelenke betroffen sind. Die Gelenke werden abgetastet und untersucht. In den meisten Fällen wird eine Beugeprobe vom Tierarzt durchgeführt, bei der ein Schmerz im Gelenk provoziert wird. Somit wird angezeigt, wo gegebenenfalls krankhafte und schmerzende Veränderungen vorliegen. Endgültige Sicherheit über eine Arthrose liefern eine Röntgenuntersuchung und sofern notwendig eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung). Es gibt auch noch weitere Verfahren, die zur Diagnose eingesetzt werden können, wie z.B. Magnetresonanztomographie, Computertomografie oder ein Szintigramm. Aber diese Verfahren sind sehr kostenintensiv und aufwendig. Aus der Diagnose ergeben sich unterschiedliche Therapieansätze, welche aber auch kombiniert angewendet werden können: Therapie durch den Tierarzt Starke Entzündungshemmer, künstliche Gelenkschmiere und in Infektionsfällen eine Antibiose sollen dem Körper helfen, die Knorpelschicht zu regenerieren, die Konsistenz der Gelenkschmiere zu verbessern und damit den Entzündungsprozess zu stoppen. Dies gelingt nur, wenn das Pferd zugleich geschont und im Anschluss vorsichtig wieder aufgebaut wird. In manchen Fällen kommen operative Methoden zum Einsatz, wie z.B. bei einer Versteifung der Gelenke. Dies ist aber nur der letzte Ausweg in besonders schweren Fällen. Orthopädische Hilfen durch Korrekturbeschläge können helfen, schmerzhafte Fehlstellungen zu verbessern oder erkrankte Gelenkabschnitte gezielt zu entlasten. Weil Arthrosen an vielen Gelenken auftreten und mitunter nach einiger Zeit mehrere Gelenke befallen können, wird eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit deinem betreuenden Tierarzt empfohlen, da so die Therapie entsprechend dem Krankheitsverlauf angepasst werden kann. Alternative Therapieansätze Neben allgemeinmedizinischen Ansätzen zur Therapie von Arthrosen bei Pferden gibt es auch alternative Methoden, die zur Schmerzlinderung und Steigerung des Wohlbefindens des Pferdes beitragen können. Akkupunktur: Akkupunktur kann auch bei Pferden helfen, die Heilungsprozesse durch bessere Durchblutung des Gewebes zu erleichtern und zu aktivieren.   Ernährung: Mit einer gezielten Fütterung kannst du den Verlauf der Arthrose nachhaltig beeinflussen. Sinnvoll sind hochwertige Öle (z.B. Leinöl) und eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien sowie Spurenelementen. Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl oder neuseeländischer Grünlippmuschel können einen positiven Effekt auf Entzündungen in den Gelenken haben. In den Gelenken können freie Radikale entstehen, die das umliegende Gewebe negativ beeinflussen und sogar schädigen können. Darum ist eine Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin C und E sowie Selen und Zink empfehlenswert. Gerade ältere Pferde haben einen anderen Futteranspruch als jüngere. Erfahre mehr dazu in unserem Ratgeber „Alte Pferde richtig füttern“.   Chondroprotektive Substanzen: Für die Regeneration des Knorpels im Gelenk benötigt das Pferd Glykosaminoglykane sowie Mangan und Eisen. Glykosaminoglykane können über Muschelextrakte wie z.B. von der neuseeländischen Grünlippmuschel oder über die Einzelkomponenten Chondroitinsulfat, Glucosamin oder Hyaluronsäure zugeführt werden. Durch diese Bausteine kann ein weiterer Abbau des kollagenen Bindegewebes und der Synovia (Gelenkschmiere) verhindert werden. Das betroffene Gelenk wird stabilisiert und die Regeneration der noch vorhandenen Knorpelzellen wird unterstützt.    Kräuter: Kräuter können auf natürliche Weise eine Entzündung in den Gelenken mildern. So können Schmerzen gelindert werden, die Durchblutung verbessert sich und der Abtransport von Giftstoffen wird gefördert. Gut verträgliche Gelenkkräuter sind z.B. Weidenrinde, Ulmenspierkraut, Teufelskralle, Huflattich, Beinwell, Goldrute und Ingwer. Auch bei gelenkempfindlichen Pferden ist es generell ratsam, vorbeugend gelenkwirksame Kräutermischungen zu füttern. Wenn du dir bei Kräutermischungen oder anderen homöopathischen Arzneimitteln nicht sicher bist, wende dich am besten an einen erfahrenen Therapeuten. Die Behandlung kann dann individuell auf dein Pferd abgestimmt und dosiert werden. Tipps für Pferde mit Arthrose Um deinem Pferd mit Arthrose den Alltag so angenehm wie möglich zu gestalten und positiv der Gelenkkrankheit entgegen zu wirken, empfehlen sich folgende Tipps: Für Arthrose-Pferde ist ein schützender, trockener Unterstand bei nasskaltem Wetter ganz besonders wichtig. Gerade bei diesen Wetterverhältnissen ist die Durchblutung des Bindegewebes und der Muskulatur deutlich schlechter, was die Schmerzen verstärken kann.  Deinem (älteren) Pferd tut die Gesellschaft von einer ruhigen, homogenen, friedlichen Gruppe gut. So hat es zum einen weiterhin soziale Gesellschaft und wird zum anderen aber nicht von den „Jungspunden“ gejagt oder geärgert.  Alte und kranke Pferde steigen in der Rangfolge der Herde oft ab. Sie müssen daher nach Bedarf über Nacht ihre eigene Box oder ihren eigenen Auslauf haben, damit sie in Ruhe liegen und fressen können.  Eine besonders weiche, warme Einstreu wird empfohlen. Dicke, gut gepolsterte Stallbandagen machen kalte Winternächte bei arthritischen Beinen komfortabler.  Nutze Wärme um den Schmerz an den Gelenken zu lindern. Spezielle wärmende Salben sind für alle Gelenke geeignet, Spat-Gamaschen bringen Wärme an das Sprunggelenk.  Holprige Weiden, gefrorener Matsch und tiefer Morast schaden jedem Pferd – dem alten Arthrosepferd jedoch besonders. Sorge für eine intakte sowie geschlossene Grasnarbe und bewirtschafte die Pferdeweide optimal. Hat dein Pferd ein paar Kilos zu viel auf den Rippen, sollte es unbedingt abspecken. Übergewicht ist eine zusätzliche Belastung für den gesamten Bewegungsapparat deines Pferdes. Unser Pavo InShape Programm kann dich und dein Pferd beim gesunden und verantwortungsvollen Abnehmen unterstützen. Du erhältst essentielle Tipps für die 3 Säulen des Abnehmens: Fütterung, Haltung und Bewegung. Auch wenn Bewegung für das Pferd schmerzhaft ist, so ist sie dennoch sehr wichtig, um die Durchblutung aufrecht zu erhalten und die Knorpelgewebe mit Nährstoffen zu versorgen. Ein offener Weidestall oder viel Weidegang ermöglichen dem Pferd freie Bewegung ohne enge Wendungen.  Durch tägliche, angepasste Bewegungseinheiten werden die Gelenke natürlich geschmiert und der Kreislauf des Pferdes wird angeregt. Wärme dein Pferd hierfür im Schritt mindestens 10 bis 15 Minuten auf. Vermeide abrupte Wendungen, Richtungswechsel, Stopps und Spins. Auf eine anstrengende Arbeit mit Cavaletti und Sprünge solltest du verzichten. Vorsicht bei der Hufpflege: Die Beine lassen sich aus Schmerz oft nicht mehr so hoch nehmen wie früher. Nimm darauf unbedingt Rücksicht und besprich dies auch mit deinem Hufschmied.  Unterstütze die Produktion von Gelenkflüssigkeit mit speziellem Ergänzungsfutter.   Dein Pferd mit Arthrose reiten  Wurde bei deinem Pferd Arthrose diagnostiziert bedeutet das nicht gleich, dass du es nicht mehr reiten kannst. Allerdings ist es nun sehr wichtig, dass du beim Reiten besonders vorsichtig bist und Trainingslektionen mit Bedacht auswählst. Vor allem eine lange Aufwärmphase im Schritt ist sehr wichtig, um die Produktion von Gelenkflüssigkeit zu unterstützen. Ist dein Pferd sehr steif im Sprunggelenk, kannst du es zusätzlich im Schritt über Stangen gehen lassen, um eine aktive Bewegung zu unterstützen. Enge Wendungen und einseitige Belastungen sind für Pferde mit Arthrose jedoch tabu. Fokussiere dich beim Training lieber auf gerade Linien und große Bögen. Wie eingeschränkt dein Pferd in der Bewegung ist, hängt natürlich vom aktuellen Grad der Erkrankung ab. Bist du dir unsicher, welche Übungen für dein Pferd in seiner aktuellen gesundheitlichen Situation geeignet und sinnvoll sind? Dann frag am besten deinen Tierarzt um Rat. Auch die Bodenbeschaffenheit beim Reiten von Arthrose-Pferden ist sehr wichtig. Hier empfehlen sich besonders weiche, ebene Böden. Vermeide daher rutschige Böden mit vielen Stolperfallen. Ist es einmal doch unumgänglich und du musst mit deinem Pferd einen unebenen, harten Boden überqueren, z.B. beim Ausreiten, dann passe das Tempo entsprechend an und reite besonders vorsichtig. Grundsätzlich ist es sicher gut, ein altes, arthritisches Pferd nicht einfach ohne weitere Aufgabe „wegzustellen“, sondern es auch weiterhin mit angemessener Bodenarbeit und anderer Abwechslung sinnvoll zu beschäftigen. So kannst du die Lebensqualität deines Pferdes bestmöglich erhalten. Wenn du alten, nicht mehr reitbaren Pferden trotz Arthrosen das Gnadenbrot gewährst, dann gibt es einige Grundsätze, die du immer im Auge behalten solltest: Solange das „Gnadenbrotpferd“ noch sichtbar Freude am Leben zeigt und Anteil an seiner Umwelt nimmt, kann es mit Arthrosen gut zurechtkommen. Die schmerzhafte Steifheit am Morgen kann durch eine möglichst bewegungsintensive Haltung (Weide im Sommer, Auslauf im Winter) positiv beeinflusst werden. Allerdings solltest du dich auch immer wieder kritisch fragen, inwieweit der Grad der Lahmheit deines Pferdes ein tierschutzgerechtes Pferdeleben mit ausreichend Lebensqualität zulässt. Um dies beurteilen zu können, stimme dich eng mit deinem Tierarzt und vertrauten Reiterfreunden ab und entscheide dann im Sinne deines Pferdes.
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Fütterung und Gesundheit
10 Tipps gegen Hitze für Pferde
Im Hochsommer, wenn die Sonne unerbittlich ihre heißen Strahlen auf die Erde schickt und die Temperaturen auf 30-40 Grad Celsius ansteigen, leiden nicht nur wir Menschen unter der großen Hitze, sondern auch die Pferde. Hitze macht Pferden entschieden mehr zu schaffen als eisige Kälte. Viele Tiere haben bei drückenden, schwülen Temperaturen schnell Kreislaufprobleme. Deshalb ist eine artgerechte Haltung für die Gesundheit eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die heiße Jahreszeit gut zu überstehen. Die optimale Temperatur für Pferde liegt zwischen -7 Grad Celsius (trockene Kälte) und +25 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen fühlen sich Pferde am wohlsten. Sie sind sehr anpassungsfähig, aber dennoch können zu hohe Temperaturen Hitzestress verursachen. Dies kann Durchfall, Koliken und im schlimmsten Fall sogar einen Hitzschlag auslösen. Vor allem Pferderassen, die aus nördlichen Regionen kommen wie z.B. Islandpferde oder Fjordpferde, leiden unter der Hitze. Auch Pferde mit schwarzem Fell haben in der Regel mehr Probleme mit zu hohen Temperaturen, weil das dunkle Fell die Sonnenstrahlen stärker absorbiert und sich somit mehr aufheizt. Anzeichen für eine Überhitzung sind schlecht durchblutete Schleimhäute, Dehydrierung, ein erhöhter Puls und Kurzatmigkeit. Durch die starke Sonneneinstrahlung können Pferde natürlich auch einen Sonnenbrand oder eine Sonnenallergie bekommen. Besonders hellhäutige Pferde oder die wenig behaarten Körperstellen (Nüstern, um die Augen) sind gegenüber der Sonne sehr empfindlich. Wie du deinem Pferd bei großer Hitze helfen kannst  Damit dein Pferd vor der Sonne geschützt ist und es auch an besonders heißen Sommertagen Erleichterung findet, kannst du dein Pferd mit den folgenden Tipps unterstützen: 1. Weidezeiten anpassen Wenn es auf deiner Weide keine Schattenplätze (Bäume, Unterstand etc.) gibt, solltest du den Weidegang entsprechend der Außentemperatur anpassen. Stelle dein Pferd am Abend und nachts auf die Weide und lasse es tagsüber im schattigen, luftdurchlässigen Stall. Ist diese Variante nicht möglich, versuche dein Pferd in den frühen Morgenstunden auf die Weide zu stellen. Sollten die Temperaturen über 30 Grad Celsius steigen, solltest du dein  Pferd auch am Nachmittag nicht auf der Weide lassen. Trotz Schatten besteht hier Überhitzungsgefahr. 2. Schattenplätze schaffen Ein Unterstand bietet die optimale Lösung, aber auch eine Baumgruppe kann Schatten spenden. Ist beides nicht vorhanden, kannst du auch ein Sonnensegel verwenden. Um ein Sonnensegel zu spannen genügen 3 bis 4 ausreichend große Holzpfähle, an denen ein Sonnensegel gespannt werden kann. Dies ist eine günstige Lösung, um deinem Pferd einen Schattenplatz zu ermöglichen. 3. Luftzirkulation Auch im Stall können die Temperaturen schnell ansteigen, wenn die Sonne auf das Dach oder durch die Fenster scheint. Durch einen Ventilator kannst du die Luft im Stall zirkulieren lassen. Dadurch steigt die Raumtemperatur nicht so schnell an und warme Luft kann sich abkühlen. Achte beim Gebrauch eines Ventilators im Stall darauf, dass dein Pferd nicht direkt im Luftzug steht. Das Kabel sollte für dein Pferd nicht erreichbar sein. Lassen den Ventilator auch nicht durchgehend 24 Stunden oder ohne Aufsicht laufen, damit dieser nicht überhitzt und einen Brand auslösen könnte. Wenn die Möglichkeit besteht durch zwei offene Tore/Türen einen Durchzug im Stall zu schaffen, kann dies auch schon auf ganz natürliche Weise Kühlung bringen. 4. Immer frisches, kühles Wasser zur Verfügung stellen Besonders bei großer Hitze ist unbegrenzter Zugang zu frischem, kühlen Wasser ein absolutes Muss. Es ist nicht nötig, dass das Wasser eiskalt ist, denn Pferde trinken am liebsten 15-20 Grad kühles Wasser. Aber beachte, dass sich bei Temperaturen über 30 Grad Celsius das Wasser vor allem in Kübeln oder Eimern sehr schnell aufwärmt. Nutze hier möglichst große Gefäße, so bleibt das Wasser länger kühl und erneuern Sie das Wasser regelmäßig. Flüssigkeit ist sehr wichtig, da Pferde (wie auch wir Menschen) ihre Körpertemperatur über das Schwitzen regulieren. Somit verlieren die Pferde bei hohen Temperaturen viel Flüssigkeit, die wieder ausgeglichen werden muss. 5. Animiere dein Pferd mehr zu trinken Wenn du das Gefühl hast, dass dein Pferd zu wenig trinkt, kannst du das Heu mit Salzwasser befeuchten. Dadurch trinkt dein Pferd mehr Wasser. Achte bei dieser Methode darauf, dass du nur so viel Heu befeuchtest, wie dein Pferd auch in kurzer Zeit frisst. Sonst kann es im Heu zu Schimmelbildung kommen. 6. Elektrolyte auffüllen Beim Schwitzen verliert dein Pferd neben Flüssigkeit auch wichtige Körpersalze wie Natrium, Kalium und Chlorid. Bei einem Elektrolytmangel kann dein Pferd die Flüssigkeit weniger gut im Körper halten, die Elastizität der Haut verringert sich und die Ausdauer nimmt ab. Durch die Zugabe von Salzlecksteinen und Ergänzungsfuttermitteln wie z.B. Pavo E’lyte kann dein Pferd eine Flüssigkeits- und Elektrolytreserve aufbauen. Somit tritt ein Mangel an Körpersalzen weniger schnell auf und ein Flüssigkeits- und Elektrolytgleichgewicht kann trotz Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen schnell wieder ausgeglichen werden. 7. Reiten bei Hitze Obwohl Pferde gut mit Wärme umgehen können, fällt es ihnen trotzdem nicht leicht bei groβer Hitze schwer zu arbeiten. Dabei dürfen nur Pferde mit entsprechender Kondition, guter Gesundheit und stabilem Kreislauf geritten werden. Gewöhne dein Pferd langsam daran, bei diesen heißen Temperaturen Leistungen zu erbringen. Bei auftretenden gesundheitlichen Problemen, z.B. instabilem Kreislauf oder Hitzschlag, ist das Pferd sofort in einen kühlen Stall oder an einen schattigen Platz zu stellen. Wenn du nicht auf hohem Leistungsniveau reitest, reduziere die Arbeit oder verteile das Training auf zwei kurze Einheiten am Tag. Zusätzlich solltest du, wenn möglich, deine Reitzeiten auf die etwas kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen. Eine Alternative kann auch ein Ausritt im schattigen Wald oder an einem See sein, um sich nicht in der prallen Sonne oder warmen Reithalle bewegen zu müssen. Achte beim Training auch darauf, wie es dir dabei körperlich geht. Solltest du merken, dass die Hitze auch auf deinen Kreislauf schlägt, dann schalte für dich und dein Pferd einen Gang zurück. Nach dem Reiten, wenn das Pferd geschwitzt hat, muss es gründlich von dem nassen, salzhaltigen Schweiß gereinigt werden. Wird das Pferd in diesem verschwitzten Zustand auf die Weide gestellt, können sich in den feuchtwarmen Schweißabsonderungen Bakterien, Pilze und besonders Milben ausbreiten. Zudem zieht der Schweißgeruch Fliegen an. Der angetrocknete Schweiß brennt auf der Pferdehaut, wenn sie nicht abgewaschen wird.  Erfrische dein Pferd nach dem Reiten oder einfach mal zwischendurch mit einer Dusche. Das ist im Sommer eine willkommene Abkühlung und reinigt das Fell vom entstandenen Schweiß. Verwende am besten nicht zu kaltes, handwarmes Wasser und beginne mit den Beinen. Arbeiten dich dann langsam nach oben vor. Ziehe nach dem Duschen dein Pferd mit dem Schweißmesser ab und führe es im Anschluss trocken, bevor du dein Pferd wieder in den Stall stellst. Bei hohen Temperaturen solltest du älteren Pferden keine Anstrengungen zumuten, da sie auf Hitze besonders empfindlich mit Kreislaufstörungen reagieren können. 8. Verändere den gesamten Tagesablauf des Pferdes nicht zu drastisch Selbst bei hohen Temperaturen ist es nicht nötig alle Aktivitäten mit deinem Pferd zu ändern oder zu stoppen. Pferde sind Gewohnheitstiere und drastische, plötzliche Änderungen können bei empfindlichen Pferden das Kolikrisiko erhöhen. Dennoch sollten einige Anpassungen vorgenommen werden, um dein Pferd während der Hitzeperiode zu schützen. 9. Achtung Sonnenbrand-Gefahr Auch Pferde können einen Sonnenbrand bekommen, wenn sie zu lange in der prallen Sonne stehen. Eine leichte Fliegendecke ist nicht nur ein effektiver Schutz gegen Insekten, sondern schützt auch vor Sonnenbrand. Die Nüstern und haarlosen Stellen des Körpers kannst du mit Sonnencreme einreiben. 10. Schere Pferde mit sehr dichtem Fell Um Pferden mit dickem Fell oder mit Cushing Erleichterung bei Hitze zu verschaffen, ist es sinnvoll sie zu scheren. Dadurch schwitzen sie nicht zu stark und es kommt weniger schnell zu Kreislaufproblemen. Viele flechten die Mähne oder den Schweif zur Zierde, dies ist aber nicht immer sinnvoll. Mähne und Schweif sind die natürlichen Abwehrmittel der Pferde gegen Fliegen. Daher sollten sie nicht gekürzt oder gar zur Zierde eingeflochten werden. Je länger Mähne und Schweif des Pferdes wachsen dürfen, desto mehr Fliegen können sie vertreiben. Außerdem schützt ein langer Schopf auch die Augen vor lästigen Plagegeistern und verhindert die im Sommer so gefürchteten Augenentzündungen. Notfallplan bei einem Hitzschlag beim Pferd Sollte es zu einem Hitzschlag kommen, gilt es schnell zu handeln und umgehend den Tierarzt zu alarmieren. Folgende Symptome können auf einen Hitzschlag bei Pferden hindeuten: Dein Pferd schwitzt sehr stark – selbst im Stehen ohne Anstrengung. Dein Pferd lässt den Kopf hängen, hat einen matten, müden Blick und wirkt apathisch. Dein Pferd hat Koordinationsschwierigkeiten und taumelt.
 Dein Pferd fühlt sich sehr heiß an. Die Muskeln deines Pferdes verkrampfen sich. Dein Pferd frisst nicht. Dein Pferd ist dehydriert – dies erkennst du durch den Hautfaltentest. Durchführung Hautfaltentest Für den Hautfaltentest nimmst du etwas Haut am Halsbereich deines Pferdes zwischen Daumen und Zeigefinger und beobachtest beim Loslassen, wie schnell die Haut wieder anliegt. Zieht sich die Haut nicht sofort wieder zurück, sondern es dauert etwas länger, so ist dies ein eindeutiger Hinweis darauf, dass deinem Pferd Flüssigkeit fehlt.
 Bringe in der Zwischenzeit, bis der Tierarzt eintrifft, dein Pferd unbedingt in den Schatten. Biete dem Pferd nicht zu kühles Wasser zum Trinken an. Du kannst mit kühlen, feuchten Handtüchern den Hals kühlen und die Beine leicht abspritzen, um auch diese zu kühlen.
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Fütterung und Gesundheit
Das Pferd frisst Sand und Kot
Wenn Pferde Sand und/oder Kot fressen, kann dies verschiedene Ursachen haben. In jedem Fall besteht hier ein dringender Handlungsbedarf. Durch die übermäßige Aufnahme von Sand und Kot kann es nämlich zu unangenehmen Folgen, wie z.B. einer Kolik kommen. Daher ist es wichtig, der Ursache für dieses Verhalten deines  Pferdes auf den Grund zu gehen und diese zu beheben. Wenn Pferde Sand fressen Die Pferdehaltung wird immer artgerechter, denn die Tendenz zur Offenstallhaltung oder zumindest zu langen Draußenphasen der Pferde auf Weiden oder Paddocks ist stark steigend. Diese Haltungsbedingungen mit viel frischer Luft und Bewegung bieten für die Pferdegesundheit viele Vorteile und sind sehr zu befürworten. Je nach Zustand des Außenbereichs sollten Pferdebesitzer aber dennoch auch immer ein Auge auf mögliche Tücken haben. So kann diese Haltungsform bei manchen Pferden auch zu einer vermehrten Aufnahme von Sand führen. Zu viel Sand im Pferdedarm ist allerdings schädlich und kann zu Durchfall, Aufgasungen, Verstopfungen und sogar Koliken führen. Pferdefutter wird im Dickdarm normalerweise zu Futterbrei verarbeitet und bakteriell zersetzt. Dieser Futterbrei kann leicht weitertransportiert und am Ende ausgeschieden werden. Sand hingegen kann nicht zersetzt werden, sondern sedimentiert und bleibt auf der Darmschleimhaut zurück. Je nach Darmmotorik der Pferde neigt das eine Pferd mehr zu Sandansammlungen als das andere. Der Sand reibt dann wie Schmirgelpapier auf der Schleimhaut und kann so schmerzhafte Darmentzündungen (Enteritis) und schließlich Koliken hervorrufen. Warum fressen Pferde Sand? Aus Langeweile: Wenn Pferde wenig Abwechslung und keine Beschäftigung haben, so können sich „Unarten“ entwickeln. Das Pferd sucht sich dann eine Beschäftigung, indem es am Sand des Auslaufs knabbert. Tipp: Gestatte deinem Pferd ausreichend Gesellschaft mit anderen Pferden. Miteinander spielen, sich bewegen oder Fell kraulen lassen Pferde die Langeweile vergessen. Sei auch du regelmäßig die Hauptattraktion deines  Pferdes und laste dein Pferd z.B. durch Reiten, Bodenarbeit oder Longieren ausreichend mental und körperlich aus. Zu wenig Raufutter: Pferde haben ein hohes Kaubedürfnis. Sollte deinem Pferd daher über den Tag verteilt zu wenig Raufutter zur Verfügung stehen, so wird das Kaubedürfnis mit Sand fressen gestillt. Ein Minderangebot an Raufutter kommt zustande, wenn: grundsätzlich die Tagesration an Heu und Stroh zu gering ist; Pferde das Heu- und Strohangebot nicht nutzen können. Dies ist z.B. bei rangniedrigeren Pferden der Fall, wenn sie von anderen Pferden ständig von der Futterquelle verscheucht werden; das Gras-Angebot zu gering ist, bzw. das Gras zu kurz ist. Dies ist der Fall bei Winterweiden oder Weiden mit zu kurzem Gras. Die Pferde zupfen die kurzen Halme ab, fressen zum Teil Graswurzeln mit, woran wiederum Sand haftet. Tipp: Wiege hin und wieder dein Heu, um sicherzustellen, dass dein Pferd auch tatsächlich ausreichend Raufutter (Heu) pro Tag bekommt. Die Faustregel lautet, dass ein Pferd etwa 1-1,5 kg Heu pro 100 kg Gewicht benötigt. Pferde fressen auch gern zusätzlich Stroh, um ihren Raufaserbedarf zu decken. Pferde, die auf Späne und/oder auf grasfreien Flächen stehen, haben daher einen erhöhten Bedarf an Raufutter. Sorge außerdem für ein gutes Weidemanagement mit einer dichten und stabilen Grasnarbe. Augen auf bei der Futterplatz-Wahl: Wird im Sandpaddock das Heu vom Boden gefüttert oder befindet sich die Futterstelle auf sandigen Böden, so nimmt das Pferd mit jeder Ration auch kleine Mengen Sand auf, weil es die Reste vom Boden frisst. Tipp: Vermeide Fütterungen direkt vom Boden und sorge für einen festen, sandfreien Untergrund an den Futterstellen. Mineralstoffmangel: In manchen Fällen kann das Sandfressen bei Pferden auch ein Hinweis auf einen Nährstoffmangel sein. Hierbei kann dann ein Mangel an z.B. Salz, Eisen oder Kupfer die Ursache sein. Tipp: Lasse in solchen Fällen die Nährstoffwerte deines Pferdes überprüfen. Dies kann mittels einer Haaranalyse oder Blutprobe erfolgen. Vermeide Erhöhungen oder Reduzierungen von Vitaminen und Mineralstoffen „nach Gefühl“, sondern lasse durch einen Fachmann bestätigen, wo tatsächlich das Problem bei deinem Pferd liegt. So kannst du testen, ob dein Pferd zu viel Sand frisst Hier gibt es eine ganz einfache Methode, nämlich den Sandtest: Löse dazu 5 oder 6 frische Pferdeäppel in einer Plastikwanne mit ausreichend Wasser auf. Wenn nach einer Stunde mehr als ein Teelöffel Sand auf dem Grund der Wanne liegt, dann ist das Risiko von Verstopfungen und Koliken aufgrund der Menge des Sandes im Darm deines Pferdes erhöht. Ziehe im Zweifelsfall immer deinen Tierarzt zu Rate. Eine begleitende Flohsamen- oder Flohsamenschalenkur kann ebenfalls positiv dazu beitragen, den Darm deines Pferdes zu reinigen und zu schützen. Flohsamen und Flohsamenschalen regen durch ihr Quellvolumen die Verdauung an und fördern das Wachstum darmfreundlicher Bakterien. Die Schleimstoffe schützen außerdem die Darmschleimhaut des Pferdes und helfen, die Sandablagerungen im Magen-Darm-Trakt zu binden und auszuscheiden. Wenn Pferde Kot fressen Das Verhalten von Kot fressen wird oft bei Fohlen beobachtet und verliert sich in den meisten Fällen mit der Zeit des Erwachsenwerdens. Wenn allerdings erwachsene Tiere ihren eigen Kot oder den von Artgenossen fressen, ist es besonders wichtig, dieses merkwürdige Verhalten zu erkennen und richtig einzuordnen. Die Gründe können auch hier wieder vielfältig sein: Stress und/oder Langeweile: Beide Faktoren können bei Pferden unerwünschte Verhaltensmuster hervorrufen, so wie es auch bei Koppen oder Weben der Fall ist. Hierbei ist es wichtig, die Ursachen zu erforschen und zu beheben, um nach Möglichkeit einen chronischen Verlauf zu verhindern. Hunger und/oder gestörte Darmflora: Beide Möglichkeiten haben im Grunde den gleichen Ursprung, nämlich eine nicht adäquate Fütterung. Pferde versuchen somit über das Kotfressen einen Futtermangel auszugleichen. In freier Natur sind Pferde durchschnittlich 16 Stunden am Tag mit Fressen beschäftigt. Sorge daher dafür, dass deinem Pferd immer etwas „zum Knabbern“ zur Verfügung steht und Futterpausen nie länger als 4 Stunden andauern. Die wichtigste Zutat ist und bleibt auf dem Speiseplan bei der Pferdefütterung das Raufutter, bestehend aus Heu (aber auch ergänzend mit Stroh) mit hohem Raufaseranteil. Eine Fütterung mit ausreichend Raufutter ist besonders förderlich für eine gesunde Darmflora. Was kannst du deinem Pferd bei der Fütterung Gutes tun? Da in vielen Fällen die Fütterung der Kern des Problems ist, solltest du diesem Thema besonders viel Beachtung schenken. Prüfe einmal ganz genau, zu welchen Zeiten, in welchen Mengen dein Pferd welches Futter bekommt. Oft gibt es hier schon sehr viele Ansatzpunkte zur Optimierung. Ziehe deinen Tierarzt zu Rate, sollte auch nach der Fütterungsumstellung keine Verbesserung bei deinem Pferd eintreten. Leinsamen in Pferdefutter Leinsamen ist ein großartiger Rohstoff mit vielen positiven Eigenschaften. Es ist allgemein bekannt, dass Leinsamen im Futter für einen optimalen Transport des Futterbreis im Magen-Darm-Trakt sorgt. Außerdem verleiht das aus den Samen stammende Öl dem Fell deines Pferdes einen prachtvollen Glanz und enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren wie Linolsäure. In Kombination mit Kleie unterstützt Leinsamen die natürliche Darmfunktion und sorgt für eine gesunde Verdauung. Dies ist ebenfalls günstig für Pferde, die Sand und/oder Kot fressen. Empfehlung Empfehlung: Pavo SlobberMash – der warme Leckerbissen mit Vitaminen ist ein vollwertiges, vitaminreiches Kraftfutter, das ganz einfach und schnell mit heißem Wasser zubereitet wird. Es kann sofort gefüttert werden. Der hohe Anteil an Leinsamen verleiht dem Fell deines Pferdes einen herrlichen Glanz. Es enthält viel Kleie und unterstützt dadurch zusätzlich die Darmfunktion und eine gesunde Verdauung.
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