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Dr. Patricia Sitzenstock
25 oktober 2022 Lesezeit 11 Minuten

Was du über Zucker in der Pferdefütterung wissen solltest

Bei Zucker denkt man in erster Linie an Glukose, Fruktose und Rohrzucker. Diese Zuckerarten zeichnen sich durch ihren süßen Geschmack aus. Zucker ist vor allem eine schnell verfügbare Energiequelle für dein Pferd. Gerade Glukose und Fruktose werden früh im Dünndarm verstoffwechselt, da sie sehr kurzkettig sind und stehen deinem Pferd schnell zur Aufrechterhaltung seiner Körperfunktionen, aber auch für eine gute Leistung, zur Verfügung. Ebenso spielt Zucker für eine gute Funktion des Gehirns und des Nervensystems eine wichtige und notwendige Rolle.

Zu viel Zucker kann jedoch den Organismus deines Pferdes stark belasten und Krankheiten auslösen.

Zusammensetzung von Zucker

Zucker ist ein wichtiger Energielieferant für Pferde und zählt zur Stoffklasse der Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind aus Zuckermolekülen aufgebaut und werden anhand der Länge ihrer Molekülketten in 3 Gruppen unterschieden:

  1. Monosaccharide: Das sind Einfachzucker, d.h. sie sind die kleinsten Zuckereinheiten, welche die Grundbausteine der komplexeren Kohlenhydrate bilden. Zu den Monosacchariden gehören z.B. Glucose und Fruktose.
  2. Disaccharide: Das sind Zweifachzucker, die durch die Verknüpfung zweier Monosaccharide entstehen. Sie können auch wieder in ihre Einfachzuckerbausteine zerlegt werden. Beispiele für Disaccharide sind Saccharose (Rohrzucker), Maltose (Malzzucker) und Laktose.
  3. Polysaccharide: Das sind Mehrfachzucker, die aus einer langen Kette von Einfach- und Zweifachzuckern gebildet werden. Die bekanntesten Beispiele für Polysaccharide sind Stärke sowie Cellulose, Hemicellulose, Pektin und Lignin.

Auch Rohfasern zählen chemisch gesehen zu den Kohlenhydraten und gehören zu den Polysacchariden. Als Rohfasern gelten Stoffe, die in bestimmten Laugen und Säuren unlöslich sind, wie z.B. Cellulose, Hemicellulose, Pektin und Lignin. Rohfaserhaltige Futtermittel sollten bei Pferden den Großteil ihrer Ernährung ausmachen. Dazu gehören vor allem Heu, Luzerne, Gras, Rübenschnitzel sowie weitere Faserträger.

Kohlenhydrate sind maßgebliche Bestandteile aller Pflanzen und bilden daher die große Gruppe der Naturstoffe. Bei der Photosynthese und unter Einfluss von Sonnenlicht bilden die Pflanzen ihre Energie- und Wachstumsträger, die in verschiedenen Formen von Kohlehydraten eingelagert oder zwischengespeichert werden. Samen, bzw. Getreidekörner enthalten beispielsweise überwiegend Stärke als Kohlenhydrat, während im Gras die Energie häufig in Form von Fruktan eingespeichert wird. Da die in der Natur vorkommenden Kohlenhydrate überwiegend pflanzlichen Ursprungs sind, bilden sie auch den Hauptbestandteil in der Nahrung von Pferden.

Kohlenhydrate werden in Nicht-Struktur- und Struktur-Kohlenhydrate eingeteilt

Zu den Nicht-Struktur-Kohlenhydraten gehören sämtliche Zuckerverbindungen aus Einfach- und Zweifachzuckerverbindungen, wie z.B. Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Saccharose (Rohrzucker) sowie die Mehrfachzuckerverbindung Stärke. Diese Kohlenhydrate dienen dem Organismus zum Energiegewinn oder sind Energiespeicherstoffe.

Die Verdauung von Nicht-Struktur-Kohlenhydraten erfolgt bei einer ausgewogenen Ernährung bei Pferden überwiegend im Dünndarm. Sie werden daher als „dünndarmverdaulich“ bezeichnet.

Vor allem Einfach- und Zweifachzuckerverbindungen sowie Stärke sorgen aufgrund ihrer schnellen/leichten Verdaulichkeit für einen schnelleren Anstieg des Blutzuckerspiegels und Insulingehalts in Blut.

Struktur-Kohlenhydrate haben ihren Namen zurecht, denn sie zählen zu den Rohfasern, bilden das Gerüst aller pflanzlichen Zellwände und machen somit einen Großteil des Fasermaterials der Pflanze aus. Je älter und größer die Pflanze ist, desto höher ist ihr Anteil an Struktur-Kohlenhydraten. Zu den Struktur-Kohlenhydraten gehören z.B. Cellulose, Hemicellulose und Lignin.

Die Rohfasern zählen zu den langsam fermentierbaren Kohlenhydraten. Ihre Verdauung erfolgt bei einer ausgewogenen Fütterung bei Pferden ausschließlich im Dickdarm. Rohfasern sind die Grundnahrung deines Pferdes, aus denen es blutzuckerunabhängig einen Großteil seiner Energie gewinnt. Zudem sorgen Rohfasern für ein gesundes Verdauungssystem.

Eine Zwischenstufe im Grad der Verdaulichkeit nehmen die schnell fermentierbaren Kohlenhydrate ein. Hierzu zählen unter anderem die Pektine. Diese werden im letzten Teil des Dünndarms und im Dickdarm durch Bakterien verdaut. Sie haben eine verdauungsfördernde Wirkung und belasten nicht den Blutzucker.

So funktioniert der Kohlenhydratstoffwechsel des Pferdes

Je nach Struktur sind die Kohlenhydrate unterschiedlich schnell verdaulich. Der Verdauungstrakt deines Pferdes ist so ausgerichtet, dass die leichter und schneller verdaulichen Nicht-Struktur-Kohlenhydrate im Magen und Dünndarm bearbeitet werden. Die schwer verdaulichen Struktur-Kohlenhydrate werden von den Bakterienkulturen im Dickdarm verarbeitet. Bei diesem Bakterien-Fermentationsprozess entstehen kleinere Substanzen und Moleküle, die dann von der Dickdarmwand aufgenommen und in den Blutkreislauf abgegeben werden können. Die verschiedenen Bakterienstämme sind hoch spezialisiert auf die verschiedenen Kohlenhydrate, die im Dickdarm ankommen. Je nach der Zusammensetzung des Futters ändert sich auch die Zusammensetzung der Bakterienflora im Darm.

Die Verdauung von Nicht-Struktur-Kohlenhydraten beim Pferd

Grundsätzlich dient Zucker der Energieversorgung des Pferdes. Im Stoffwechsel werden Kohlenhydrate in Form von Einfachzucker transportiert und als Glykogen bis zur Nutzung zwischengespeichert. Der Blutzuckerspiegel wird über das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon „Insulin“ reguliert.

Bei Einfachzucker wie Glukose und Fruktose ist die Molekülgröße bereits so klein, dass sie im Dünndarm des Pferdes nicht weiter aufgespalten werden müssen. Sie können von der Darmwand direkt aufgenommen werden und gelangen somit direkt in die Blutbahn. Die meisten Pferdefutter-Sorten bestehen weniger aus Einfachzuckern, sondern haben eher Stärke als Hauptkomponente. Stärke muss zunächst durch den Speichel und später im Dünndarm des Pferdes durch das körpereigene Enzym „Amylase“ in Einfachzucker abgebaut werden, bevor es die Darmwand passieren kann.

Zucker gehören in der Pferdenahrung zu den „leichtverdaulichen Kohlenhydraten“ und sorgt somit kurzfristig für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Ein hoher Blutzuckerspiegel erzeugt eine schnelle Ausschüttung von Insulin, welches die Leber-, Muskel- und Fettzellen dazu veranlasst, den Überschuss an Zucker im Blut aufzunehmen und als Glykogen zu speichern.

Die Verdauung von Struktur-Kohlenhydraten beim Pferd

Strukturbildende Kohlenhydrate fördern bereits im Maul die Kautätigkeit und somit die Speichelproduktion deines Pferdes, was auch einen positiven Einfluss auf die Verdauung im Magen hat. Struktur-Kohlenhydrate selbst passieren den Magen und Dünndarm weitgehend unverändert und werden erst im Dickdarm durch Mikroorganismen verdaut. Hierdurch entstehen kurzkettige Fettsäuren, die über die Dickdarmwand aufgenommen werden und dem Pferd ebenfalls als Energie zur Verfügung stehen. Überschüssige Energie kann vom Körper gespeichert werden und diesem, je nach Speicherart, schneller oder langsamer wieder zur Verfügung gestellt werden. Der Dickdarm ist auf die mikrobielle Verdauung dieser pflanzlichen Strukturstoffe ausgelegt. Durch eine rohfaserreiche Pferdefütterung, welche gleichzeitig arm an leichtverdaulichen Kohlenhydraten ist, steigt der Blutzuckerspiegel deutlich langsamer an.

Berechnung von Zucker und Stärke im Pferdefutter

Zucker liefert auf der einen Seite schnelle Energie, kann aber bei zu hohen Mengen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Durch die kurze Zeitspanne, die Zucker im Dünndarm verdaut werden kann, ist die maximale Aufnahmekapazität von Zucker und Stärke beim Pferd auf max. 1 g je kg Körpergewicht begrenzt. Es ist daher wichtig, die richtige Menge und das Verhältnis in der gesamten Futterration im Auge zu behalten. Schaue nicht nur auf die Zusammensetzung des Kraftfutters, sondern lasse regelmäßig auch das Raufutter hinsichtlich des Zuckergehalts überprüfen. Es geht um die Gesamtmenge an Zucker, die dein Pferd täglich aufnimmt.

Aber weißt du ganz genau, was du deinem Pferd täglich fütterst? Und wie viel von welchem Futter? Um deinem Pferd ein ausgewogenes, bedarfsgerechtes Verhältnis von Struktur- und Nicht-Struktur-Kohlenhydraten anbieten zu können, ist es wichtig, die genauen Mengen an Raufutter und Kraftfutter mit den jeweiligen Inhaltsstoffen zu kennen. Der tatsächliche Bedarf deines Pferdes ist von vielen Faktoren, wie Alter, Rasse, Haltungsform und Leistung abhängig. Du benötigst Unterstützung bei der Bedarfsermittlung für dein Pferd? Die Pavo Fütterungsberatung hilft dir gern weiter. Gerade bei zu dicken Pferden oder Pferden mit Stoffwechselproblemen sollte  die Fütterung mit zuckerreichen Futtersorten drastisch reduziert werden.

Getreide: Hafer, Gerste und Mais

Getreide enthält, je nach Sorte aber auch je nach Witterung im Erntejahr unterschiedliche Zuckergehalte: Hafer 1,73% im Durchschnitt, Mais 3,10% und Wintergerste 6,8%. Verglichen mit Heu, welches im Schnitt 11,5% Zucker hat, ist es verhältnismäßig wenig. Jedoch kommt beim Getreide auch der relativ hohe Gehalt an Stärke dazu. Die Stärke kann auch in Zucker umgewandelt werden und für einen Anstieg des Insulinspiegels sorgen.

Gras

Frisches Gras ist sehr zuckerhaltig und reich an Zuckerverbindungen, deren Aufnahme insulinabhängig ist. Mit 1 kg frischem Gras nimmt dein Pferd etwa 16 bis 20 g Zucker auf. Dies entspricht einer Menge von 3-6 Zuckerwürfeln. Bekommt dein Pferd einen ganztägigen Weidegang, nimmt es in dieser Zeit ca. 40 kg Gras auf, was ungefähr einer Menge von ca. 1 kg reinem Zucker entspricht. Allerdings kann die Zuckermenge, die dein Pferd durch das Gras aufnimmt, je nach Jahreszeit, Tageszeit und Außentemperatur variieren. Ein weiterer Faktor, der beim Gras berücksichtigt werden muss, ist sein Fruktangehalt. Fruktan gehört zu den langkettigen Kohlenhydraten und steht der Pflanze als kurzzeitiger Energiespeicher zur Verfügung. Der Gehalt in den Pflanzen ist in erster Linie von den Temperaturen, dem Pflanzenwachstum sowie den Lichtverhältnissen abhängig. Auch zu große Fruktanmengen gelangen unverdaut vom Dünndarm in den Dickdarm und können den empfindlichen Verdauungstrakt deines Pferdes durcheinanderbringen. Langfristig kann dies sogar zu gesundheitlichen Folgen wie Hufrehe führen. Achte daher immer auch auf die Außentemperaturen und die Tageszeit, wenn du den Weidegang deines Pferdes planst. Auch typische Hochleistungsgräser, wie sie für Kuhwiesen verwendet werden, sind für die Pferdefütterung ungeeignet. Verwende für deine Pferdeweide bevorzugt spezielle Grassamen für Pferde. Verwende für deine Pferdeweide bevorzugt spezielle Grassamen für Pferde.

Heu

Heu und auch überständiges Gras enthalten weniger Zuckerverbindungen als Frischgras. Aber auch im Heu ist Zucker enthalten. Ein Zuckergehalt von 10% im Heu ist keine Seltenheit und ist vor allem auch von der Grassorte abhängig. Pferde benötigen durchschnittlich 1,5-2,0 % ihres Körpergewichts an Raufutter (Trockenmasse). So benötigt ein 600 kg schweres, normalgewichtiges Pferd rund 9-12 kg Raufutter am Tag, damit es mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.

Probleme bei Zuckerüberschuss im Pferdefutter

Obwohl Einfachzucker im Dünndarm schnell verdaut werden können, ist es doch möglich, dass die Ration zu hohe Anteile an Einfach- und Mehrfachucker enthält. In diesem Fall reicht die Zeit im Dünndarm meist nicht aus, um den Zucker komplett zu verdauen. Der unverdaute Teil gelangt dann in den Dickdarm und kann dort nicht mehr richtig aufgenommen werden. Dies kann den Organismus aus dem Gleichgewicht bringen. Die Dickdarm-Bakterienflora ist nicht auf die Verarbeitung großer Zuckermengen ausgerichtet, so dass es zur Übersäuerung im Dickdarm kommt. Das saure Milieu verursacht ein Absterben der Bakterienkultur. Die giftigen Bestandteile der abgestorbenen Bakterien gelangen über die Darmwand in den Blutkreislauf, was gesundheitliche Probleme für dein Pferd zur Folge haben kann.

Ein nicht bedarfsgerechter, zu hoher Anteil an Zucker oder Stärke kann auf längere Sicht daher zu folgenden Problemen führen:

Kotwasser, Durchfall und Koliken

Zu viel Zucker im Dickdarm stört die Darmflora. Auch eine zu schnelle Futterumstellung kann das bakterielle Gleichgewicht stören, wenn die Darmflora nicht ausreichend Zeit bekommt, sich auf neue Futterzusammensetzungen einzustellen. In beiden Fällen arbeitet der Dickdarm dann weniger effizient, so dass es zu Kotwasser, Durchfällen oder sogar zu Koliken wie z.B. einer Gaskolik kommen kann.

Übergewicht

Ein klassisches Symptom von zu viel Zucker ist Übergewicht. Zucker stellt eine große Energiequelle dar, selten werden unsere Freizeitpferde aber ausreichend bewegt. Der Zucker setzt schnell an und macht dein Pferd dick. Ein paar wenige Kilos sind erstmal kein Weltuntergang: Mit einer Haltungs- sowie Fütterungsanpassung und einem ausgewogenen Training unterstützt du dein Pferd, die Kilos schnell wieder abspecken. Triffst du aber keine Maßnahmen, wenn dein Pferd zu dick ist, kann Übergewicht Stoffwechselkrankheiten wie z.B. EMS, Diabetes oder Hufrehe auslösen.

EMS (Equine Metabolisches Syndrom)

Als Folge von starkem Übergewicht wird bei Pferden immer häufiger das Equine Metabolische Syndrom festgestellt. Auch eine langfristig zu hohe Aufnahme an Zucker kann Übergewicht hervorrufen, den Stoffwechsel des Pferdes durcheinanderbringen und EMS auslösen. EMS ist eine schwerwiegende Stoffwechselerkrankung, die häufig mit großem Symptomkomplex auftritt: Hufrehe, Diabetes sowie unnatürlich starke Fettablagerungen an z.B. dem Mähnenkamm oder über den Augen sind typisch für EMS. 

Diabetes (Insulinresistenz)

Zucker wird im Dünndarm verdaut. Der Einfachzucker Glucose kann die Darmschranke passieren und so vom Blut aufgenommen werden. Über die Blutbahnen gelangt die Glucose in die unterschiedlichsten Zellen, um dort Energie zu liefern. Das Signal, welche Zellen Glucose benötigen, wird über das Hormon Insulin gegeben, welches vom Körper in entsprechenden Mengen produziert wird. Ist viel Glucose im Blut, produziert der Körper auch viel Insulin.
Bei einer ausgewogenen und gesunden Zuckeraufnahme entstehen keine Probleme. Ist der Blutzuckerspiegel jedoch durch eine große und regelmäßige Zuckeraufnahme kontinuierlich besonders hoch, wird dauerhaft viel Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert, so dass der gesamte Stoffwechsel überbelastet wird. Als Folge dieser übermäßigen Insulinproduktion sind die Zellen nicht mehr sensibel auf den Botenstoff Insulin, so dass die Glucose nicht mehr erkennen kann, welche Zellen Energie benötigen. Die Folge ist ein immer höherer Blutzuckerwert mit immer höheren Insulinausschüttungen. Dies führt langfristig zu einer Diabetes. Diabetes bei Pferden sollte unbedingt von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden.

Hufrehe

Bei einer Hufrehe entsteht eine starke Entzündung in der Verbindungsschicht zwischen Hornkapsel und Hufbein. Für ein Pferd ist Hufrehe besonders schmerzhaft und sollte auf jeden Fall vom Tierarzt untersucht und behandelt werden. Die Auslöser von Hufreheschüben sind vielfältig und bis heute noch nicht vollständig erforscht. Klar ist jedoch, dass Hufrehe in den meisten Fällen auf eine Stoffwechselentgleisung, z.B. durch übermäßige Fruktanaufnahme oder durch Erkrankungen wie EMS, Insulinresistenz oder PPID (Cushing) zurückzuführen ist. 

PPID (Equines Cushing Syndrom)

PPID, auch bekannt als Equines Cushing Syndrom, bezeichnet eine Hormonstörung, die besonders bei älteren Pferden ab den 15. Lebensjahr auftritt. Bei Cushing funktioniert die Hirnanhangsdrüse nicht mehr richtig und sie gibt zu viele Hormone in den Organismus ab. Das hormonelle Ungleichgewicht stört viele Prozesse im Pferdekörper wie z.B. den gesunden Fellwechsel sowie die Abwehrkräfte. Die Ursachenforschung von Cushing steht noch am Anfang, allerdings gehen einige Tiermediziner davon aus, dass eine zuckerhaltige Fütterung bei älteren Pferden die Hormonstörung auslösen, bzw. verschlimmern kann. 

5 Tipps für ein ausgewogenes Zuckerverhältnis

  1. Raufutter ist die Futtergrundlage
    Generell sollte das Futter für alle Pferde, aber vor allem für zu dicke Pferde, in erster Linie auf Raufutter basieren. Achte beim Heu darauf, dass es spät geschnitten wurde (1. Schnitt), strohig im Griff ist und viele Blütenstände enthält. Das grob stengelige Heu hat in der Regel einen niedrigen Zuckergehalt. Wenn du dir unsicher bist, wie viel Zucker in deinem Raufutter enthalten ist, kannst du auch einen Raufutter-Schnelltest durchführen.
     
  2. Passe den Weidegang deines Pferdes an
    Der Zuckergehalt im jungen Gras ist oftmals erhöht. Wenn dein Pferd auf der Wiese zu viel frisches Gras frisst und somit zu Übergewicht neigt, bietet sich ein begrenzter Weidegang in „Portionen“ an. Du kannst auch über die Nutzung eines Maulkorbs nachdenken, um die Aufnahmemengen von zuckerhaltigem Gras zu reduzieren. Gib deinem Pferd vor dem Weidegang noch eine Portion Raufutter. Hierdurch geht es schon gut gesättigt auf die Weide und frisst das Gras weniger gierig.
     
  3. Beurteile die Kraftfutterzufuhr deines PferdesSorge für eine bedarfsgerechte Fütterung von Kraftfutter und verzichte auf eine große Kraftfutterzufuhr, wenn dein Pferd diese zusätzliche Energie nicht benötigt. Sollte dein Pferd neben Raufutter und Mineralfutter doch zusätzliche Energie durch Kraftfutter benötigen, greife hier bevorzugt zu zuckerärmeren Futtersorten. Auch zu Beginn der Weidesaison empfiehlt es sich, die aktuelle Kraftfuttermenge einmal kritisch zu hinterfragen und sie direkt an den Weidegang anzupassen. Viele Pferde nehmen durch das nährstoffreiche Gras bereits viel Energie auf, weswegen sie während der Weidesaison deutlich weniger Kraftfutter benötigen. 
     
  4. Biete Leckerlis nur in Maßen an
    Leckerlis wie frisches Obst oder spezielle Pferdeleckerlis sind oft zuckerhaltig und sollten daher nur in geringen Mengen gefüttert werden. Wenn dein Pferd weniger Zucker aufnehmen soll, dann verzichte lieber auf zuckerhaltige Leckerlis oder biete in Maßen gesunde, zuckerarme Leckerlis als schmackhafte Belohnung an.
     
  5. Bewege dein Pferd regelmäßig
    Halte dein Pferd außerdem auf „Trab“, um den Kohlenhydratstoffwechsel anzuregen und bei deinem Pferd ein gesundes Idealgewicht beibehalten zu können.  Schon 30 Minuten stramm traben täglich können helfen, den Zuckerstoffwechsel ordentlich in Schwung zu bringen.

Faustregel: Vermeide ein Überangebot von energiereicher Ernährung und sorge stets dafür, dass das Futterangebot an die Grundbedürfnisse deines Pferdes angepasst wird.

Pavo Produkte mit niedrigem Zuckergehalt:

Pavo FibreNuggets

Die Heucobs können als hochwertiger Raufutterersatz eingesetzt werden. Die kräuterreichen Weidegrasbrocken fördern die Kau- und Speichelbildung des Pferdes. Der Zuckergehalt beträgt 7,8%. FibreNuggets sind reich an Ballaststoffen, natürlichen Vitaminen und Spurenelementen. Dieser Heuersatz ist melasse- und getreidefrei und ist somit nicht nur für Pferde geeignet, die Probleme mit der Raufutteraufnahme haben, sondern auch für zuckerempfindliche Pferde.

Pavo Speedibeet

Das sind Zuckerrübenschnitzel mit kurzer Einweichzeit. Zuckerrüben als Futtersorte mit wenig Zucker? Klingt verrückt, oder? Pavo SpeediBeet besteht allerdings aus entzuckerten Zuckerrübenschnitzel ohne Zusatzstoffe, also auch ohne Melasse. Es enthält nur 5% Zucker und viele gesunde Ballaststoffe wie Pektin. Es sorgt für eine langsam freiwerdende Energie und einen optimalen Feuchtigkeitsvorrat im Verdauungstrakt des Pferdes. Somit ist es ideal geeignet für Pferde und Ponys mit Konditionsrückständen oder einem schlechten Gebiss, die so wenig wie möglich an Zucker aufnehmen sollen.

Pavo FibreBeet

Diese Zuckerrübenschnitzel sind zusätzlich mit Eiweißen aus Luzerne und Soja angereichert. Ideal für zuckerempfindliche Pferde, die extra Energie und Proteine benötigen. Genau wie SpeediBeet besteht FibreBeet aus entzuckerten Zuckerrübenschnitzeln. Es enthält nur 5% Zucker.

Pavo HayChunks

Pavo HayChunks sind Raufuttersnacks aus hochwertigem Wiesenheu von Bergweiden aus deutschen Naturschutzgebieten. Die Chunks werden in feste Rollen in der Größe einer Getränkedose gepresst und sind eine ideale Ergänzung zum täglichen Raufutter und ein gesunder Snack als besondere Beschäftigung für dein Pferd. Die Chunks können einfach unter die Heuration gemischt oder in einem kleinen Heunetz gefüttert werden. Pavo HayChunks haben einen niedrigen Zuckergehalt und sind daher sehr gut für zuckerempfindliche und/oder übergewichtige Pferde geeignet.

Pavo Care4Life

Dieses vollwertige, strukturreiche Kräutermüsli ist mit 11 verschiedenen Kräutern angereichert und enthält einen sehr niedrigen Zucker- und Stärkegehalt. Außerdem enthält es kein Getreide oder Getreideerzeugnisse und ist melasse- und haferfrei. Pavo Care4Life ist geeignet für Pferde, die Probleme mit dem Kohlenhydrat-Stoffwechsel haben oder getreidefrei ernährt werden müssen. Selbst geringe Mengen versorgen dein Pferd mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Durch die grobe Struktur wird dein Pferd zum Kauen angeregt. So sorgt das Müsli für eine ausgiebige Fresszeit.

Pavo InShape

Pavo InShape ist ein vollständig vitaminisiertes Müsli mit natürlichen Antioxidantien. Das Müsli wurde im Rahmen des Pavo InShape Programms speziell für übergewichtige Pferde und Ponys entwickelt. Das Müsli unterstützt als wichtige Fütterungskomponente dein Pferd beim gesunden und verantwortungsvollen Abnehmen. Pavo InShape ist getreidefrei und hat einen sehr niedrigen Zuckergehalt von nur 4%.

Pavo Nature's Best

Pavo Nature's Best ist vollwertiges Müsli und eine ideale Ergänzung für Pferde, denen Gras und/oder Heu als Energiequelle nicht ausreichen. Es enthält pro Tagesration alle wichtigen Vitamin- und Mineralstoffe bei einem geringen Getreidegehalt ohne Hafer. Der Gehalt an Zucker ist mit 2% geringer als bei vielen anderen Müslisorten.

Pavo Vital

Pavo Vital ist ein ausgewogenes Mineralfutter für Pferde und Ponys, die neben ihrem Raufutter kein oder nur wenig Kraftfutter erhalten. Mit einer schmackhaften, gesunden & natürlichen Basis aus Timotheegras und Luzerne. Pavo Vital ist getreide- und melassefrei. 

Für eine optimale Verfügbarkeit gehen wir mit Pavo einen neuen Weg und nutzen IntelliBond® Spurenelemente. Das patentierte Verfahren macht die hochkonzentrierten Spurenelemente geschmacksneutral, da sie sich nicht vorzeitig durch den Speichel auflösen. Dadurch werden die Intellibond® Spurenelemente gut von Pferden aufgenommen und optimal verdaut.

Pavo DailyFit

Die getreidefreien Briketts sind ein tägliches Ergänzungsfutter mit Vitaminen und Mineralstoffen zu einer Futterration mit ausreichend Raufutter und keinem bis wenig Kraftfutter. Dank der verbesserten Rezeptur ist Pavo DailyFit nun noch zuckerärmer. Ein DailyFit Brikett enthält 7,5% Zucker.

Pavo Healthy Treats

Viele Reiter greifen auf Pferdeleckerlis zurück, wenn sie ihren Pferden auch mal zwischendurch etwas Gutes tun wollen. Die meisten Pferdeleckerlis sind für Pferde sehr lecker, enthalten aber auch viel Zucker. Daher haben wir unsere Pavo Healthy Treats entwickelt: gesunde und schmackhafte Leckerlis ohne künstliche Zusatzstoffe und Getreide. Der Zuckergehalt ist sehr niedrig, sodass du dein Pferd zwischendurch mit einem leckeren Leckerli belohnen kannst. Die Healthy Treats eignen sich auch optimal für Pferde mit Stoffwechselproblemen oder Übergewicht. Unsere gesunden Pferdeleckerlis kannst du in den Geschmacksrichtungen Apfel, Karotte, Brennnessel, Leinsamen und rote Beete kaufen.

Bist du dir noch nicht ganz sicher, welche Futtermittel mit wenig Zucker du deinem Pferd anbieten möchtest? Unsere Pavo Futterberatung hilft dir gern weiter und kann dich ganz individuell beraten!​

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