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Fütterung und Gesundheit
Getreidefreie Pferdefütterung
In freier Natur ernähren sich Pferde hauptsächlich von Kräutern, Gras, Moos und auch gerne mal von schmackhaftem Fallobst, um ihren täglichen Bedarf an Energie und Nährstoffen zu decken. Energie- und stärkehaltiges Getreide steht eher selten auf ihrem Speiseplan für eine natürliche und ausgewogene Ernährung. Auch der Verdauungstrakt des Pferdes ist eher nicht auf das Verarbeiten großer Mengen Getreide ausgelegt. Zudem benötigen unsere Freizeitpferde meist keine zusätzliche Energie in Form von Getreide, da ihr Bedarf oft bereits über eine getreidefreie (Raufutter-)Fütterung gedeckt werden kann. Wieso ist Getreide also so gängig in der Pferdefütterung und wann solltest du doch besser darauf verzichten? Was genau ist Getreide? Als Getreide definiert man Pflanzenarten, deren Früchte als Körner bezeichnet werden. Die gängigsten Getreidesorten in der Pferdefütterung sind Hafer, Gerste und Mais. Aber auch Dinkel wird in der heutigen Zeit gerne gefüttert. Eine besondere Form von Getreide, die auch in der Pferdefütterung Verwendung findet, ist die Weizenkleie. Diese wird häufig im Mash verwendet und sorgt unter anderem für eine schleimige Konsistenz, die bei Pferden sehr beliebt ist und auch einen gesunden Magen-Darmtrakt unterstützt. Getreide zeichnet sich besonders durch seinen hohen Gehalt an schnell verfügbarer Energie in Form von Stärke aus. Daher wird die Anwendung von Getreide in der Pferdefütterung auch auf die Zeit zurückgeführt, in denen Pferde noch hart auf Feldern gearbeitet und Pflüge gezogen haben. Dementsprechend benötigten sie natürlich auch eine große Menge an schnell verfügbarer Energie, welche sie durch stärkehaltiges Getreide bekamen. Futterart Frische Karotten** Heu* Deutsches Weidegras Hafer** Wintergerste* Mais* Stärkegehalt in % 0,38% 1,76% ca. 4,0% 39,07% 53,00% 62,18%       Quellen: *Supplemente für die Tierernährung (2014), **Equine Applied an Clinical Nutrition (2013) In der Tabelle wird der Unterschied im Stärkegehalt zwischen getreidehaltigen Futtersorten und der natürlichen Fütterungskomponente „Gras“ sehr deutlich. Da Pferde in freier Wildbahn sich hauptsächlich von stärkearmen Gras ernähren, ist auch der natürliche Magen-Darmprozess des Pferdes auf das Verdauen faserreicher Futtermittel ausgelegt. Stärkehaltige Körner können Pferde hingegen nur begrenzt verdauen und sollten daher nicht in großen Mengen gefüttert werden. Mit knapp 40% Stärke ist Hafer das bekömmlichste Getreide für Pferde.   Die Vorteile einer getreidefreien Pferdefütterung  Die Vorteile einer getreidefreien Pferdefütterung sind besonders für empfindliche Pferde vielfältig: Du fütterst dein Pferd auf eine natürliche und artgerechte Weise Eine getreidefreie Fütterung liegt in der Natur des Pferdes. Bleibt die Fütterung so naturbelassen wie möglich, ist es auch wahrscheinlicher, dass du den Bedürfnissen deines Pferdes besser gerecht werden kannst. Die meisten Pferde können ihren Bedarf an Energie, Mineralstoffen und Vitaminen bereits durch ausreichend hochwertiges Raufutter und ein gutes Mineralfutter decken. Welche individuellen Bedürfnisse dein Pferd hat, hängt allerdings immer von seinem Energiebedarf ab. Dein Pferd wird gar nicht oder nur leicht gearbeitet und hat somit einen eher niedrigen Energiebedarf? Dann profitiert dein Pferd höchstwahrscheinlich von einer getreidefreien Fütterung. Du verringerst die Zufuhr an Zucker & Stärke Getreide liefert schnell verfügbare Energie aus Stärke. Wintergerste beispielsweise hat einen Stärkegehalt von 53% und einen Zuckergehalt von ca. 7%. Verzichtest du auf getreidehaltige Komponenten in der Pferdefütterung, reduzierst du auch die Zufuhr an Zucker und Stärke erheblich. Dies schont vor allem den Verdauungstrakt und den Organismus empfindlicher Pferde und Ponys. Auch zu dicke Pferde profitieren von einer getreidefreien Fütterung, da ihnen keine überschüssige Energie zugeführt wird, welche für extra Kilos sorgen könnten. Benötigen diese Pferde dennoch zusätzlich ein Kraftfutter, empfehlen sich besonders getreidefreie Müslis oder Pellets.  Du verringerst den Energiewert in der Futterration Kennst du den genauen Energiebedarf deines Pferdes? Viele Pferde, die im Freizeitbereich oder im Basissport aktiv sind, haben lediglich einen geringen Bedarf an zusätzlicher Energie. Dieser kann häufig bereits durch ausreichend Raufutter und, falls nötig, einem energiearmen Kraftfutter gedeckt werden. Fütterst du deinem Pferd ein Futter mit einem zu hohem Energiewert, begünstigt dies die Entstehung von Übergewicht und lässt dein Pferd im Training zusätzlich unnötig hitzig werden. Einer der größten Energielieferanten im Pferdefutter ist Getreide. Verzichtest du auf Getreide in der Futterration, reduzierst du so schon ganz einfach die Energiezufuhr für dein Pferd. Manche Pferdebesitzer beschreiben außerdem, dass ihr Pferd allein von Hafer energischer wird, andere Getreidesorten aber gut verträgt. Speziell für diese Pferde gibt es Pferdefuttersorten ohne Hafer, aber dafür mit einer anderen schmackhaften Getreidesorte, wie z.B. Dinkel, an. Reagiert dein Pferd jedoch sehr empfindlich auf Zucker und Stärke, ist es ratsam, sein Pferdefutter komplett getreidefrei zu halten. Du schonst den Verdauungstrakt deines (empfindlichen) Pferdes Der höhere Stärkegehalt von Getreide kann besonders empfindlichen Pferden und Ponys Probleme bei der Verdauung bereiten. Getreide wird im Idealfall im Magen und im vorderen Dünndarm des Pferdes verdaut. Die Verdauungskapazität von Stärke (Getreide) im Dünndarm ist beim Pferd allerdings sehr begrenzt. Wird diese Kapazität überschritten, gelangt das nicht vollständig verdaute Getreide vom Dünndarm in den Dickdarm. Dort bringt es dann das Gleichgewicht der Darmbakterien durcheinander, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Fasern des Raufutters aufzuspalten. Wird dieser Prozess gestört, kann es beispielsweise zu Gaskoliken oder Durchfall kommen. Eine langfristige Störung dieses Verdauungsprozesses kann sogar Krankheiten wie fütterungsbedingte Hufrehe zur Folge haben. Verzichtest du auf Getreide in der Futterration deines empfindlichen Pferdes, verringerst du somit also nicht nur den Verdauungstrakt, sondern auch das Risiko auf sehr ernstzunehmende Krankheiten. Du entlastest den Organismus deines (empfindlichen) Pferdes Wird der Verdauungstrakt empfindlicher Pferde geschont, wird gleichzeitig auch der gesamte Organismus entlastet. Da der Verdauungstrakt bei Pferden sehr empfindlich ist, hat dieser einen großen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden. Bei einer getreidefreien Fütterung kann sich beispielswiese der Dickdarm darauf konzentrieren, die Fasern des essentiellen Raufutters aufzuspalten und somit zu einer gesunden Verdauung und einem zufriedeneren Pferd beitragen. Für welche Pferde ist eine getreidefreie Ernährung geeignet? Eine getreidefreie Ernährung eignet sich in erster Linie besonders für stoffwechselerkrankte Pferde mit z.B. Cushing, EMS, Diabetes und Hufrehe. Auch Pferde mit Magen-Darm-Problemen, wie beispielsweise Magengeschwüren und Durchfall profitieren von einer getreidefreien Ernährung, da ihr empfindlicher Verdauungstrakt so nicht zusätzlich durch stärkehaltiges Getreide belastet wird. Außerdem gibt es Pferde, die allergisch auf Getreide oder einzelne Getreidekomponenten reagieren. Diese sollten selbstverständlich ebenfalls getreidefrei ernährt werden, um allergischen Reaktionen vorzubeugen.   Neben Pferden, die krankheitsbedingt getreidefrei ernährt werden sollten, empfiehlt sich auch eine getreidearme Fütterung für zu dicke Pferde und leicht arbeitende Freizeitpferde. Diese Pferde benötigen meist keine zusätzliche Energie und sind bereits mit ausreichend Raufutter von guter Qualität und einem hochwertigen Mineralfutter optimal versorgt. Sollte der Bedarf deines übergewichtigen Pferdes nicht durch Rau- und Mineralfutter gedeckt sein, benötigt es meist keine zusätzliche Energie, sondern eher eine Kraftfutterergänzung mit bestimmten Nährstoffen, wie z.B. essentiellen Aminosäuren für den Konditions- und Muskelerhalt. Als Zusatz zum Raufutter oder bei Futterneid eigenen sich auch getreidefreie Kraftfuttersorten, die besonders rohfaserhaltig sind. Diese fördern ebenfalls ausgiebiges Kauen und lange Fresszeiten. Dadurch ist dein Pferd trotz vergleichsweise kleinen Portionen lange mit seinem Futter beschäftigt. Außerdem unterstützt die erhöhte Speichelproduktion den Magen, da der vermehrte Speichelfluss den sauren Magensaft neutralisieren kann. Dies beugt beispielsweise der Entstehung von Magengeschwüren vor. Achte auch bei dicken Pferden auf einen sehr niedrigen Gehalt an Zucker und Stärke, sollte zusätzlich ein Kraftfutter nötig sein.  Benötigt dein Freizeitpferd zusätzlich zum Raufutter ein getreidefreies Kraftfutter? Fütterungsbeispiel: Pferd mit niedrigem Energiebedarf in gutem Konditionszustand Dein Freizeitpferd benötigt eigentlich nur Raufutter und eine Zugabe an Vitaminen und Mineralien, soll aber doch ein wenig Futter bekommen, um beispielsweise Futterneid zu vermeiden? Hier eignen sich getreidefreie und strukturreiche Kräutermüslis, wie das Pavo Care4Life. Ein strukturreiches Futter sorgt dafür, dass dein Pferd lange mit dem Kauen seines Futters beschäftigt ist. Dies vermeidet nicht nur den Futterneid, sondern stärkt gleichzeitig auch die Magen-Darm-Gesundheit, da der erhöhte Speichelfluss den sauren Magensaft neutralisiert. So können Krankheiten, wie beispielsweise Magengeschwüren vorgebeugt werden. Enthaltene Kräuter unterstützen zusätzlich das Immunsystem sowie das Wohlbefinden und sind außerdem sehr schmackhaft für dein Pferd. Fütterungsbeispiel: Zu dickes Freizeitpferd im Training Dein Freizeitpferd soll abnehmen, aber gleichzeitig nicht an Muskelmasse verlieren? Ein getreidefreies Kraftfutter kann es hierbei unterstützen. Achte bei der Wahl des Futters darauf, dass du eine getreidefreie Futtersorte mit einem niedrigen Energie- aber hohen Eiweißgehalt wählst, wie Pavo InShape. Durch die Versorgung mit essentiellen Aminosäuren kannst du sicherstellen, dass dein Pferd beim Training nicht an Muskelmasse, sondern an Fett verliert. Das kannst du in etwa damit vergleichen, dass wir Menschen einen Proteinshake trinken, wenn wir (plötzlich) anfangen mehr Sport zu treiben. Bei Einhaltung der Fütterungsempfehlung wird dein Pferd zusätzlich mit allen essentiellen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgt. Getreidefrei und dennoch Energie zuführen – geht das?  Hast du das Gefühl, dass es deinem Pferd ohne Getreide an Kraft fehlt? Auch ohne Getreide kannst du deinem Pferd wertvolle Energie zuführen. Gib doch zum Kraftfutter beispielsweise 1x täglich noch einen Schuss hochwertiges, kaltgepresstes Pflanzenöl dazu: Leinöl ist bekannt für seine positive Wirkung auf das Fell und die Verdauung. Daher wird Leinöl auch häufig während des Fellwechsels eingesetzt. Reiskeimöl hat einen hohen Anteil an Gamma-Oryzonal und unterstützt somit den Stoffwechsel der Muskelbildung, weswegen es besonders gut für Sportpferde geeignet ist. Hanföl wirkt unterstützend auf das Immunsystem und auf das Fell des Pferdes. Außerdem ist es reich an ungesättigten Fettsäuren und verfügt über ein sehr gutes Verhältnis an Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren. Entscheidest du dich für einen Futterzusatz mit Öl, solltest du darauf achten, dass du auch dieses in Maßen verwendest, da auch eine übermäßige Zugabe an Öl, den Verdauungsprozess deines Pferdes stören kann. Für welche Pferde kann eine Fütterung mit Getreide dennoch sinnvoll sein? Trotz allem ist eine Fütterung von Getreide sinnvoll für Pferde, die schnell verfügbare Energie benötigen und intensive sportliche Leistungen erbringen. Dies trifft natürlich besonders auf Sportpferde zu, die in den höheren Klassen aktiv sind. Auch bei Pferden, die mittel und schwer gearbeitet werden, ist eine Zugabe von Getreide sinnvoll, um den erhöhten Bedarf an Energie effizient zu decken. Besonders Hafer ist für hart arbeitende Pferde geeignet, da er für gesunde Pferde leicht verdaulich ist und ausreichend Energie liefert. Manche Getreidesorten können dein Pferd außerdem in bestimmten Situationen unterstützen. Möchtest du beispielsweise die Verdauung fördern, eignet sich Mash mit Weizenkleie. Weizenkleie wirkt leicht abführend und wird daher gerne zur Vorbeugung von Koliken gefüttert. Zusätzlich enthält Weizenkleie viele Mineralstoffe und ist besonders reich an Phosphor und Magnesium. Als alleiniges Kraftfutter ist Weizenkleie jedoch nicht geeignet, da der hohe Phosphorgehalt schnell einen Phosphorüberschuss begünstigen kann. Ein Phosphorüberschuss wiederum fördert die Bildung von unangenehmen Darmsteinen bei deinem Pferd. Füttere daher nie mehr als 1 kg Weizenkleie pro Tag. Zur Orientierung: Bei einem vollwertigem Mash liegt die Fütterungsempfehlung für ein 600 kg schweres Pferd bei ca. 1,2 kg Mash pro Tag.  Beträgt der Gehalt an Weizenkleie nun 400-500 g, kannst du das Mash sogar täglich ganz unbedenklich füttern. Achte hierbei am besten immer zuerst auf die Fütterungsempfehlung des Herstellers. Worauf du bei einer Fütterung mit Getreide achten solltest Du kannst deinem Pferd unbedenklich eine bestimmte Menge an Getreide füttern, wenn dein Pferd die enthaltene Energie benötigt, gesund ist und nicht empfindlich auf Zucker und Stärke reagiert. Folgende Punkte sollten bei einer Fütterung mit Getreide jedoch nicht außer Acht gelassen werden: Die Basis einer gesunden Fütterung bildet immer ein hochwertiges Raufutter in Kombination mit einem Mineralfutter – entweder als schmackhafte Pellets oder in Brikettform. Füttere nur getreidehaltige Futtersorten, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Verteile das Kraftfutter auf mehrere kleine Portionen am Tag, um den Verdauungstrakt deines Pferdes zu schonen. Achte bei einer reinen Getreidefütterung darauf, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu ergänzen und für einen Phosphorausgleich zu sorgen. Beachte immer zuerst die Fütterungsempfehlung des Herstellers. In einer natürlichen Fütterung von Pferden kommt Getreide in der Regel nicht vor. Daher kommt eine rohfaserreiche, getreidefreie Fütterung dem Ursprung deines Pferdes am nächsten und ist auch am besten an sein Verdauungssystem angepasst. Ob dein Pferd dennoch neben Raufutter und Mineralfutter noch zusätzliche Energie, z.B. durch getreidehaltiges Kraftfutter oder reinen Hafer, benötigt, hängt vom individuellen Bedarf sowie seiner Beanspruchung ab. Du bist dir unsicher, ob ein getreidefreies Müsli oder Pellet für dein Pferd nicht doch besser geeignet ist? Dann nimm Kontakt mit unserer Pavo Fütterungsberatung auf und lass dich ganz unverbindlich von unseren Experten beraten.
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Fütterung und Gesundheit
Flohsamen in der Pferdefütterung
Soll ich meinem Pferd Flohsamen füttern? Eine Frage, die du dir vielleicht auch schon gestellt hast. Pferde, die ihr Heu vom sandigen Boden fressen oder auf kurzgefressenen Weiden grasen, nehmen mit dem Futter auch immer Sand und Erde auf. Beides lagert sich im Magen-Darmtrakt der Pferde ab und kann über längere Zeit zur Reizung der Darmschleimhaut führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Verstopfungen oder Koliken. In beiden Fällen kann eine Flohsamen- oder Flohsamenschalenkur helfen. Was sind Flohsamen? Flohsamen sind die Samen einer bis zu 10cm hohen Pflanze aus der Gruppe der Wegeriche. Der botanische Name lautet Plantago ovata. In Indien und Pakistan, wo der Samen hauptsächlich angebaut wird, wird er schon lange als Heilmittel in der Naturheilkunde Ayurveda benutzt. Der Name ist angelehnt an das Verhalten der Samen. Sind die reif, springen sie im hohen Bogen aus den Schoten und können dabei leicht mit Flöhen verwechselt werden.  Warum sind Flohsamen und Flohsamenschalen gut fürs Pferd? Flohsamenschalen werden traditionell zur Unterstützung des Verdauungsapparates bei Pferden eingesetzt. Das Besondere an Flohsamen sind ihre Eigenschaften in der Schleimbildung und ihre hohe Quelleigenschaft. Die in den Flohsamenschalen enthaltenen pflanzlichen Ballaststoffe sind in der Lage, mehr als das 50-fache an Wasser zu binden. Dadurch nimmt das Volumen des Nahrungsbreis im Darm zu. Es entsteht Druck auf die Darmwand, die Peristaltik wird angeregt und löst schließlich den Darmentleerungsreflex aus. Die Ballaststoffe der Flohsamen wirken sich positiv auf die Darmflora aus, weil sie das Wachstum darmfreundlicher Bakterien fördern. Ihre Schleimstoffe schützen zudem die Darmschleimhaut des Pferdes und helfen, Sandablagerungen im Magen-Darm-Trakt zu binden und auszuscheiden. Die Schalen der Flohsamen sind sehr ballaststoffreich. Je nachdem, wie gut die Qualität der Flohsamenschalen ist, enthalten 100g von ihnen rund 70-90g Ballaststoffe. Zum Vergleich: Ein Lebensmittel, das mehr als 6g Ballaststoff pro 100g enthält, wird als ballaststoffreich bezeichnet. Im Darm quellen die Ballaststoffe auf und regen die Verdauung an. Dabei können sie schädliche Substanzen binden und mit der Nahrung ausscheiden. Ballaststoffe bilden den Nährboden für positive Darmbakterien und unterstützen so eine gesunde Darmflora. Einsatzmöglichkeiten von Flohsamen und Flohsamenschalen beim Pferd Bei Kotwasser und Durchfall können ganze Flohsamen trocken beigefüttert helfen, Flüssigkeit aufzusaugen und die Stuhlkonsistenz zu regulieren. Bei Verstopfungskoliken können sowohl Flohsamen als auch Flohsamenschalen in aufgequollener Form Schmierstoffe in den Darm bringen. Das erhöhte Volumen regt idealerweise die Verdauung an. Abgelagerte Stoffe im Darm können sich an den Schleim binden und so abtransportiert werden. Zum Beispiel, wenn Pferde Sand und Erde gefressen haben. Eine begleitende Flohsamen- oder Flohsamenschalenkur kann ebenfalls positiv dazu beitragen, den Darm deines Pferdes zu reinigen und zu schützen. Flohsamen oder Flohsamenschalen – was ist besser für dein Pferd? Wenn du dich für die Fütterung von Flohsamen entscheidest, hast du immer noch die Wahl zwischen dem ganzen geschlossenen Samen oder der Schale. Da die Wirkung ähnlich ist, kann beides gefüttert werden. Flohsamen haben im Vergleich zu den Schalen einen höheren Nährwert, Flohsamenschalen schleimen mehr. Flohsamen: Da Flohsamen im Magen weniger stark quellen, können sie sowohl trocken als auch nass/feucht gefüttert werden. Sie sind energiereicher, da sie Öl enthalten. Bei leichtfüttrigen oder stoffwechselkranken Pferden solltest du dies bei der Fütterung beachten und nicht zu große Mengen an Flohsamen beifüttern. Flohsamen gelten als sanftere Variante, um Sand aus dem Darm zu bekommen. Die Nährwertangaben für 100g Flohsamen: Brennwert 88 kJ Kalorien 21 kcal Fett 0,6 g Kohlenhydrate 1,7 g Protein 2,4 g Ballaststoffe 84 g Flohsamenschalen: Flohsamenschalen sind weniger gehaltvoll. Es ist ganz wichtig, sie vor dem Füttern einzuweichen. Trocken verfüttert würden sie dem Magen zu viel Flüssigkeit entziehen. Die Empfehlungen der Hersteller, wieviel Wasser auf wieviel Flohsamenschalen kommen, variiert. Lese hierzu aufmerksam die Fütterungsempfehlung des Herstellers. Ein grober Richtwert ist: 50g Flohsamenschalen binden 1 Liter Wasser. Flohsamenschalen werden von Pferdebesitzern häufig lieber gefüttert, weil sie weniger Aufwand und Schmutz bedeuten. Manche Pferde fressen die Schalen auch lieber als die Samen. So fütterst du Flohsamenschalen richtig: Vor dem Füttern sollten die Flohsamenschalen etwa 30 Minuten eingeweicht werden. Wenn die Masse eine kleisterähnliche Konsistenz hat, ist sie perfekt. Häufig wird doch unterschätzt, wieviel Wasser die Flohsamenschalen zum Quellen benötigen. Gefahren für Pferde bei der Fütterung von Flohsamen Wer Flohsamen verfüttert, muss dafür sorgen, dass dem Pferd ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Um ganz sicher zu gehen, dass dein Pferd wirklich genügend Flüssigkeit aufnimmt, kannst du die Flohsamen auch als Mash verfüttern. In dieser Form enthält das Futter bereits eine bestimmte Wassermenge. Achtung: Es kann zu Verstopfungskoliken kommen, wenn die Flohsamen mit zu wenig Wasser eingeweicht werden und dadurch zu viel Wasser aus dem Futterbrei binden.  Tipp: Empfindliche Pferde könnten negativ auf die erhöhte Energie und Ölmenge der Flohsamen reagieren. Wenn die Samen in größeren Mengen gefüttert werden, kannst du entweder auf die Schalen zurückgreifen oder die Menge des Kraftfutters reduzieren. 
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Fütterung und Gesundheit
8 Mythen über Pferdefutter
Dank zahlreicher Forschungen konnte sich in den letzten Jahren das Wissen sowohl über den Nährstoffbedarf der Pferde als auch über die optimale Zusammensetzung des Pferdefutters verbessern. Trotz wissenschaftlicher Ergebnisse halten sich aber nach wie vor einige Mythen zum Thema Pferdefutter sehr hartnäckig. Rob Krabbenborg, Produktmanager und Ernährungsexperte bei Pavo, geht den 8 wohl bekanntesten Mythen auf den Grund. 1. Von Eiweiß im Pferdefutter bekommt mein Pferd "Beulen" Ein Mythos! Es wurde nicht nachgewiesen, dass Beulen durch zu viel Eiweiß verursacht werden. Sollte dein Pferd „Beulen“ haben, dann ziehe am besten deinen Tierarzt zu Rate. Solche Beulen können die Reaktion auf unterschiedliche Stoffe sein. Meist stecken Insektenstiche dahinter. Andere Gründe könnten noch sein: Dein Pferd wurde mit einem Mittel gepflegt oder gewaschen, welches es nicht verträgt; die Decke, die dein Pferd schon den ganzen Winter auf dem Rücken trägt, wurde lange Zeit nicht mehr oder noch nie gereinigt. Aber es kommen auch noch weitere Gründe in Frage, die dein Tierarzt sicher am ehesten klären kann. Einen wissenschaftlichen Nachweis, dass ein Pferd von Eiweiß Beulen bekommt, gibt es jedoch nicht. Für dein Pferd ist Eiweiß, bzw. die Bausteine „Aminosäuren“, sogar sehr wichtig. Eiweiß ist für alle lebenswichtigen Funktionen und einen gesunden Muskelaufbau essentiell. In unserem Ratgeber „Eiweiß im Pferdefutter“ haben wir alle wichtigen Informationen zu diesem Thema für dich zusammengefasst. Sollte dein Pferd einen erhöhten Eiweißbedarf haben, wie es z.B. bei Sportpferden der Fall ist, dann achte auf ein Pferdefutter, das reich an essentiellen Aminosäuren ist. Mit solch einem eiweißreichen Spezialfutter kannst du dein Pferd beim Aufbau von Muskeln und Ausdauer positiv unterstützen. 2. Mein Pferd ist alt, daher braucht es eiweißarmes Pferdefutter Ein Mythos! Die mit dem Eiweiß in Zusammenhang gebrachten Nierenprobleme, tauchen bei Pferden sehr selten auf. Mit zunehmendem Alter werden Menschen, Hunde und Katzen oftmals auf eine Art Nierendiät gesetzt, da die Nieren im fortgeschrittenen Alter nicht mehr so gut funktionieren. Dies bedeutet eine eiweißreduzierte Kost, welche die Nieren weniger belasten soll. Bei der Verstoffwechselung von Eiweiß in den Nieren fällt Harnstoff als Hauptabbauprodukt an. Bei Pferden kommen jedoch Nierenprobleme nur äußerst selten vor. Frage doch einmal deinen Tierarzt, wie oft er Pferde mit Nierenproblemen behandelt? Die Antwort wird lauten: Das kommt bei Pferden fast nie vor. Wichtig ist jedoch vor allem für ältere Pferde eine gute, ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung. Gerade im Alter können Nährstoffe oftmals nicht mehr richtig aufgenommen werden, so dass es schnell zum Muskelabbau und Abmagern kommen kann. Daher benötigen „Senioren“ eine ausreichende Zufuhr hochwertiger Eiweiße mit essentiellen Aminosäuren. Für alte Pferde ist Pavo 18Plus besonders empfehlenswert, denn es ist ein Futter mit leicht verdaulichen Raufasern und essentiellen Aminosäuren. Du hast ein älteres Pferd und möchtest mehr darüber erfahren, welchen Futterbedarf alte Pferde haben? Dann lese dazu auch unseren Ratgeber „Alte Pferde richtig füttern“. 3. Möhren und Äpfel enthalten zu viel Zucker Ein Mythos! Eine Möhre enthält kaum Zucker. Pferde nehmen den meisten Zucker vor allem über Gras auf. Tatsächlich besteht eine Möhre zu ca. 90% aus Wasser und bei einem Apfel gilt dasselbe. Die restlichen Bestandteile sind Ballaststoffe und eine kleine Menge an Zucker. Nehmen wir als Beispiel einmal eine große Wintermöhre mit ca. 500g: 3% dieser Möhre bestehen aus Zucker. Wenn dein Pferd diese Möhre bekommt, nimmt es somit 15g Zucker auf. Bei einem Apfel verhält es sich ähnlich, dieser enthält auch ca. 15g Zucker. Ein Pferd nimmt jedoch mit 10kg Heu ungefähr 1kg Zucker zu sich. Wenn sich ein Pferd unbegrenzt an jungem Gras bedienen kann, so steigt die Zuckeraufnahme sogar auf bis zu 2kg Zucker/Tag. Wenn Sie also Möhren verfüttern, so verabreicht man nicht so schnell zu viel Zucker – dann müssten Sie diese schon täglich eimerweise verfüttern. Auch Äpfel können Sie Ihrem Pferd durchaus hin und wieder füttern, aber auch hier in Maßen, denn gerade bei Äpfeln ist nicht der Zucker das Problem, sondern viel mehr die enthaltene Säure. Empfindliche Pferde können hierauf leicht mit Verdauungsproblemen und Durchfall reagieren. 4. Müsli ist ein „Extra“ im Pferdefutter Erneut nur ein Mythos! Müsli ist ein vollwertiges Kraftfutter. Pellets enthalten viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, wohingegen ein Müsli nur als „leckerer Snack“ für Pferde angesehen wird. Das stimmt aber so nicht. Müsli ist genauso vollwertig wie Pellets und sollte daher nicht zusätzlich und als Extra für Zwischendurch gefüttert werden. Pellets und Müsli sind beides Kraftfutterarten, welche die Aufgabe haben, dein Pferd mit Nährstoffen und Energie zu versorgen, sollte eine reine Raufütterung nicht ausreichend sein. Sollte dein Pferd wenig Energie benötigen, dann wähle ein Struktur-Müsli mit einer besonders natürlichen Zusammensetzung, welches außerdem wenig Zucker und Stärke enthält. 5. Müsli als Pferdefutter ist gesüßt Erneut nur ein Mythos! Müsli ist ein vollwertiges Kraftfutter. Dem Pferdefutter wird kein Süßstoff zugesetzt. Jedoch besteht die enthaltene Melasse im Kraftfutter aus bis zu 50% Zucker. Müsli hat in der Regel sogar einen geringeren Melasse-Anteil als Pellets, bei denen die Melasse als Bindemittel eingesetzt wird. Es gibt Pferde, die Futter mit weniger Melasse nicht so lecker und eher langweilig finden, denn sie schmecken natürlich nicht so süß. Aber jedes Pferd kann sich an den „neuen“ Geschmack gewöhnen. Bleibe daher standhaft, wenn es um die Umstellung auf ein neues Futter geht. Kennst du z.B. schon Pavo Care4Life? Dies ist eine Futtermischung mit 11 verschiedenen Kräutern. Der Anteil von Zucker und Stärke liegt bei nur 9% und es ist melasse- und haferfrei. 6. Zuckerrübenschnitzel enthalten immer viel Zucker Ein weiterer Mythos! Unsere Zuckerrübenschnitzel Pavo SpeediBeet und Pavo FibreBeet enthalten sogar weniger Zucker als der durchschnittliche Anteil im Heu. Bei Rübenschnitzel gibt es 3 Sorten: normale niederländische Rübenschnitzel - geeignet für die Rinderhaltung. Diese haben einen Zuckergehalt von 10 bis 12%. Deutsche Rübenschnitzel haben einen Zuckergehalt von 15 bis 20%, sind in der Regel aber billiger als die niederländischen Rübenschnitzel. Gerade bei diesen Rübenschnitzel-Sorten sollten Sie bei der Fütterung vorsichtig sein, denn sie sind tatsächlich eine wahre Zuckerbombe. Bei der 3. Sorte handelt es sich um entzuckerte Zuckerrübenschnitzel. Hört sich kontrovers an, ist aber ernährungsphysiologisch für Pferde durchaus sinnvoll. Rübenschnitzel haben einen hohen Raufaseranteil und sind daher besonders für Pferde geeignet, die zum einen zusätzliche Energie benötigen und zum anderen Raufutter nicht mehr gut kauen und verwerten können. Die Zuckerrübenschnitzel SpeediBeet von Pavo sind zuckerreduziert und haben somit einen Zuckergehalt von höchstens 5%. Das bedeutet konkret: SpeediBeet enthält in 1kg Trockensubstanz 50g Zucker. Dieser Zucker-Anteil ist geringer als der in Heu, denn Heu hat üblicherweise ca. 80 -100g Zucker pro kg Produktmenge. Für Pferde, die zusätzlich Energie benötigen, sind die entzuckerten Rübenschnitzel Pavo FibreBeet besonders gut geeignet. Neben einem niedrigen Zucker- und Stärkeanteil sind diese Rübenschnitzel zusätzlich mit Eiweiß aus Luzerne und Soja angereichert. Wozu Pferde Zucker benötigen und wie viel sie aufnehmen können, erfährst du in unserem Ratgeber „Was bewirkt Zucker beim Pferd?“. 7. Pferde bekommen durch einen Leckstein ausreichend Salz Ein Mythos! Pferde leiden häufig unter einem Salzmangel. Eine gängige Meinung besagt, dass Pferde, die einen Leckstein haben, nach Bedarf Salz aufnehmen. Allerdings zeigen nur sehr wenige Pferde tatsächlich auch Interesse an einem solchen Leckstein. Jedes Pferd sollte Zugang zu einem Leckstein haben. Das ist richtig. Achte hierbei darauf, wann der Leckstein angebraucht wurde. Dieser sollte nach 3 Monaten verbraucht sein. Lecksteine aus Meersalz oder rote Lecksteine sind eine tolle Abwechslung für dein Pferd, aber kein Muss, denn Pferde benötigen schlichtweg 40g Küchensalz ohne Jod. Der Salzbedarf bei Pferden wird in der Regel allerdings nicht durch einen Salzleckstein allein gedeckt. Betrachte daher auch die anderen Futtermittel, die dein Pferd täglich bekommt und berechne den Gesamtsalzgehalt. Das Futter von Pferden, die viel schwitzen und/oder viel harte Arbeit leisten müssen, sollte mit einer speziellen Eletrolytmischung ergänzt werden. Pferde benötigen große Mengen an Salz und Elektrolyten. Dies gilt nicht nur bei Pferden, die schwere Arbeit leisten müssen, sondern auch im Sommer, wenn Pferde durch die hohen Temperaturen vermehrt auch ohne Arbeit schwitzen. Bei leichter Arbeit oder einem ruhigen 2-stündigen Ausritt mit 20 Minuten Trab und 5 Minuten Galopp, verliert ein Pferd schon 4 Liter Schweiß. Bei einem 4-stündigen Ausritt kommt das Pferd schon auf 10-15 Liter Schweiß, in dem viel Natrium und Kalium enthalten ist. Es benötigt dann 40 bis 60g Salz, um diesen Verlust wieder auszugleichen. Wenn du Woche für Woche hart trainierst und dein Pferd bekommt zusätzlich kein Salz, so wird die Leistung rapide abnehmen. 8. Pferde benötigen immer Kraftfutter Wieder ein Mythos! Nicht jedes Pferd benötigt zwangsläufig die Zufütterung mit Kraftfutter. Eine gute Basis in der Pferdefütterung sollte immer das Raufutter in Ergänzung mit einem Mineralfutter darstellen. Wenn dein Pferd (z.B. bei Sportpferden) zusätzlich Energie benötigt, so ist die Zugabe eines Kraftfutters durchaus sinnvoll. Aber wie viel Kraftfutter ein Pferd benötigt, hängt vom Training, der Raufuttermenge und -qualität sowie der Pferderasse ab. Bei einem Pony, das hauptsächlich auf der Wiese steht, ist eine Versorgung mit ausreichend Raufutter und Mineralfutter in der Regel ausreichend, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Bei Sportpferden und „schwerfüttrigen“ Pferden hingegen ist eine Raufütterung allein oft nicht ausreichend, so dass die Beifütterung von einem bedarfsgerechten Kraftfutter erforderlich ist, um den Energieerhalt, bzw. den Leistungsaufbau unterstützen zu können. Achte bei der Auswahl des Kraftfutters für dein Pferd darauf, dass sowohl die Sorte als auch die Menge individuell an den Bedarf deines Pferdes angepasst wird. Verteile die Gesamtkraftfuttermengen auf mehrere kleine Portionen am Tag. Und bevorzuge strukturreiche Kraftfuttersorten, die außerdem die Kautätigkeit anregen und die Fresszeiten verlängern. In unserem Ratgeber „Energie im Pferdefutter“ erfährst du mehr über eine bedarfsgerechte Versorgung für dein Pferd. Fazit: Leider halten sich viele Mythen über Pferdefutter zu Unrecht hartnäckig in den Köpfen einiger Pferdebesitzer. Wichtig ist grundsätzlich eine bedarfsgerechte, vollwertige Ernährung mit ausreichend Raufutter als Basis, damit dein Pferd langfristig gesund bleibt. Solltest du Fragen zur Fütterung deines Pferdes haben, so steht dir das Pavo Team der Fütterungsberatung gern mit Rat und Tat zur Seite.
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Fütterung und Gesundheit
Gaskolik beim Pferd
Pferde haben einen sehr langen und empfindlichen Darm. Jegliche Veränderungen im Magen-Darm-Trakt können daher leicht zu Störungen, Aufgasungen und Blähungen führen. Tierärzte bezeichnen diesen Blähbauch als „Meteorismus“, welcher in zwei Arten unterschieden wird. Primärer Meteorismus: Wenn Pferde zu viel gasbildende Futtermittel fressen oder das Futter nicht ausreichend verdaut wurde, kann dies zu Aufgasungen im Blinddarm führen. Aber auch in anderen Darmabschnitten, wie dem Dickdarm oder Dünndarm, sowie bereits im Magen, kann es zur Gasbildung kommen. Das Gas kann über die Speiseröhre nicht entweichen, so dass dies über den Magen und den Dünndarm dann in den Blinddarm gelangt. Da auch der Blinddarm selbst Gas bildet, ist vor allem dieser Darmabschnitt besonders häufig bei einer Gaskolik betroffen. Futtermittel, die einen primären Meteorismus verursachen können: Frisches Klee Frisches und junges, rohfaserarmes Gras Frisch gemähtes Gras oder junges Heu Frisches Obst Weiches Brot Warum können gerade diese Futtermittel eine Gaskolik verursachen? Diese Futtermittel haben einen hohen Feuchtigkeitsanteil, so dass sie den Dünndarm und den Dickdarm deutlich schneller passieren als trockenere rohfaserhaltigere Futtersorten. Des Weiteren sind sie reich an Zucker und Stärke, die durch die schnelle Magen-Darm-Passage nicht vollständig aufgespalten wurden. Dies führt zum einen dazu, dass darmeigene Bakterien vermehrt Gas bilden und zum anderen der unverdaute Futterbrei im Magen-Darm-Trakt zu gären beginnt, was ebenfalls zur Gasbildung führt. Im Falle von „nicht ausreichend verdautem Futter“ ist das Problem oft das Pferd selbst: wenn es zu gierig frisst, wird das Futter nicht vollständig zerkaut und mit Speichel vorbehandelt. Auch schlucken diese Pferde zusätzlich Luft beim Fressen. Daher sind z.B. auch Pferde, die Koppen, besonders anfällig für Gaskoliken. Sekundärer Meteorismus: Dieser entsteht bei einer Darmverstopfung oder Darmverschlingung. Hierbei kann der Futterbrei dann nicht weiter transportiert werden, so dass er vor dem Engpass nach einiger Zeit anfängt zu gären. Wie Du mit der Fütterung eine Gaskolik vermeiden kannst Vor allem angepasste Fütterungs- und Haltungsbedingungen können der Entstehung einer Gaskolik vorbeugen. Die Verdauung der Pferde ist ein sensibles System, dessen Gleichgewicht sehr schnell gestört werden kann. Daher reagieren viele Pferde negativ auf eine zu schnelle Futterumstellung, zu viel frisches Gras, zu viele Äpfel, Birnen oder Leckerchen. Bei Pferden, die zu Blähungen neigen, gilt daher generell: Nimm Dir genügend Zeit beim Anweiden. Beginne zunächst mit 20 Minuten pro Tag und verlängere nach und nach den Zeitraum, bis Du die gewünschte End-Weidezeit erreicht hast. Stelle dein Pferd bevorzugt erst mittags auf die Weide. Der Zucker- bzw. Fruktangehalt im Gras ist dann geringer als noch in den kühleren Morgenstunden. Gebe vor allem gierigen Pferden vor der Weidezeit etwas Raufutter, um das Hungergefühl zu reduzieren. Dann frisst dein Pferd auch das Gras langsamer, so dass die Verdauung nicht im Eilverfahren erfolgt. Sollten Pferde dennoch zu viel Gras in zu kurzer Zeit aufnehmen, bietet es sich an, diese Pferde nur mit Maulkorb auf die Weide zu lassen. Ideal wäre natürlich eine Portionsweide: entweder werden immer nur kleine neue Stücke freigegeben oder aber die Pferde kommen z.B. 2x täglich auf die Weide. Passe die Kraftfuttermenge an den Weidegang deines Pferdes an. Hierzu kannst du auch unseren Ratgeber „Pferdefutter bei Weidegang anpassen“ lesen. Solltest Du das Kraftfutter auf eine andere Futtersorte umstellen wollen, so führe auch diese Umstellung schrittweise durch. Füttere Obst (Äpfel, Birnen) und Gemüse (Karotten, Rüben) nur in kleinen Mengen, also hin und wieder mal ein Stück zur Belohnung. Du solltest auf die tägliche Fütterung von zu viel Obst und Gemüse verzichten. Wenn Obst als Dessert serviert wird, dann nutze nur Kernobst, wie Äpfel und Birnen und verzichte auf Steinobst (Kirschen, Pflaumen), da diese zu sehr gären. Sollte deine Pferdeweide außerdem eine Obstwiese sein, dann solltest du sicher stellen, dass dein Pferd während der Obstsaison keinen Zugang zum Fallobst hat. Die Mengen, die dein Pferd sonst frisst, sind nicht abschätzbar. Sei sparsam mit Leckerchen. Diese sind oft sehr eiweißreich, was die Verdauung zusätzlich belasten kann. Füttere immer ausreichend Raufutter (Heu und Stroh), da dies die Verdauung anregt und somit einer lokalen Gasentwicklung vorgebeugt werden kann. Sollte dein Pferd Probleme bei der Raufutteraufnahme haben, kannst du einen Raufutterersatz füttern, wie z.B. Heucobs. Verfüttere kein verdorbenes, verschmutztes oder verschimmeltes Futter. Dies kann im Darm auch gären und somit zu einer Gaskolik führen. Sorge für ausreichend Bewegung für dein Pferd ohne es dabei ständig in eine Überlastung zu bringen. Bewegung ist wichtig, um eine gesunde Darmmotorik zu erhalten. Kontrolliere regelmäßig die Tränken. Es ist wichtig, dass dein Pferd ausreichend Flüssigkeit bekommt, um eine sekundäre Gaskolik aufgrund von Verstopfung zu vermeiden. Auch die regelmäßige Fütterung von einem Mash mit darmpflegenden Inhaltsstoffen kann helfen, die Verdauung auf „Trab“ zu halten. Sollte dein Pferd dennoch an einer Gaskolik erkranken, solltest du unbedingt direkt deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Pferdefutter nach einer Kolik-Behandlung oder Kolik-OP: Wenn Pferde eine schwere Gaskolik hinter sich haben oder vielleicht sogar operiert wurden, sind sie oft in einer eher schlechten körperlichen Verfassung. Gerade dann ist es wichtig, dem Pferd bedarfsgerecht beim Erholungsprozess zu unterstützen und es wieder aufzupäppeln. Die Rationsgrundlage bei der Fütterung sollte gutes Heu bilden. Eine gute Raufutterversorgung sollte bei 1,5 - 2,0 kg Heu pro 100 kg Pferdegewicht liegen. Grundsätzlich sollte sich die Kraftfuttermenge bei einem gesunden Pferd vorrangig nach dem aktuellen Arbeitspensum richten – so, wie es in den Standardwerken zur Pferdefütterung (z.B. Coenen / Meyer: Pferdefütterung, Verlag Parey) beschrieben und anhand dessen nachzurechnen ist. Wenn dein Pferd sich in einer schlechten körperlichen Verfassung befindet und während des Krankheitsverlaufs deutlich an Körpermasse verloren hat, kaanst du auf diese Menge ca. 20 bis 25% zulegen, um deinem Pferd mehr Energie anbieten zu können. Allerdings nur dann, wenn die Gesamtkraftfuttermenge dies noch zulässt und wenn die Portionen klein genug bleiben. Bei hohen Energieaufnahmen empfiehlt sich als Pferdefutter kein Getreide, sondern ein thermisch aufbereitetes Mischfutter, z.B. die expandierten Pellets von Pavo. Tipp: Verwende als Energieträger kohlenhydratfreie Öle. Täglich bis zu 50 g Pflanzenöl je 100 kg Körpergewicht des Pferdes, verteilt auf 2 bis 3 Portionen, ergeben zusätzliche Energie. Dafür eignen sich normale Speiseöle. Auch die Eiweiß- bzw. Aminosäurenzufuhr muss optimiert werden, wenn dein Pferd Körpermasse aufbauen soll. Spezielle Ergänzungsfuttermittel sind im Handel zu beziehen. Ein buntes, vielfältiges Aminosäurenmuster kann zudem durch eine Zufütterung von Bierhefe und Leinsamen sowie Luzerneheu erreicht werden. Du möchtest mehr über den Eiweißgehalt im Pferdefutter erfahren? Dann lese dazu unseren Ratgeber „Eiweiß im Pferdefutter“. Bestimmte Kräuter haben eine ausgeprägt harmonisierende Wirkung auf Magen und Darm und sind daher bestens zur unterstützenden Nachbehandlung von Gaskoliken geeignet. Kräuter-Tipp: Anis 50 g + Kamille, Melisse und Salbei je 100 g + Schafgarbe 200 g. Gebe deinem Pferd täglich 50 g der Kräutermischung über das Futter – entweder als Kur oder dauerhaft. Symptome und erste Hilfe Maßnahmen bei einer Gaskolik Durch das Aufgasen werden bei einer Gaskolik die Darmwände überdehnt. Dies beeinträchtigt die Darmbewegungen und kann im schlimmsten Fall in einem Darmverschluss enden. Vor allem die Schmerzen können je nach Kolik-Stadium sehr stark werden. Erkenne daher frühzeitig die Symptome, so dass Du gemeinsam mit deinem Tierarzt schnellstmöglich mit der Behandlung beginnen könnt. Symptome bei einer Gaskolik: Bei einer leichten Blinddarmaufgasung: Der Bauch deines Pferdes ist leicht aufgegast und hart, es lässt viel Gas und wenig Kot ab. Dein Pferd wirkt verkrampft, abwesend und frisst wenig oder gar nicht. Bei einer starken Aufgasung und wenn mehrere Darmabschnitte betroffen sind: Dein Pferd zeigt eindeutige Kolik Symptome, wie stark aufgegaster und harter Bauch, wenig bis keine Darmgeräusche, dein Pferd mag nicht aufstehen oder versucht sich die ganze Zeit zu wälzen, Stöhnen, eingeschränkte Atmung. Erste Hilfe Maßnahmen bei einer Gaskolik: Verständige umgehend deinen Tierarzt! Oberstes Ziel der Behandlung ist, das Gas sowie Futterreste schnellstmöglich aus dem Darm zu entfernen. Dein Tierarzt wird im akuten Fall deinem Pferd Medikamente verabreichen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Schmerzmittel und Medikamente, welche die Darmmotorik anregen oder entspannen. In letzter Instanz können eine Blinddarmpunktion oder sogar eine Operation erforderlich sein. Bewegung, zumindest bis zum Eintreffen deines Tierarztes, kann deinem Pferd helfen, Aufgasungen sowie leichte Verstopfungen zu lösen. Lass hier dein Pferd entscheiden, wie viel Bewegung aufgrund der Schmerzen möglich ist. Ideal ist das Führen am Strick oder an der Longe im Schritt. Trab ist den meisten Pferden unangenehm, da die Schwungbewegung für zusätzliche Schmerzen sorgt. Auch ein kontrolliertes „Wälzen lassen“ kannst du in Betracht ziehen, denn ein entspanntes Wälzen kann dazu beitragen, dass die Gase besser abgelassen werden können. Wälzen bei einer Kolik muss daher nicht immer gleich eine Darmverschlingung bedeuten. Prognose: Werden sowohl die Gaskolik selbst als auch die Ursachen frühzeitig erkannt, ist die Prognose bei einer fütterungsbedingten Gaskolik sehr gut. Hier gilt es schnellstmöglich die Ursachen zu finden und diese langfristig zu beheben. Ist eine Aufgasung die Folge einer Verstopfung, so muss hier zunächst einmal die Ursache ermittelt werden. Sollte es sich in diesem Fall nicht um einen Fütterungs- oder Haltungsfehler, sondern um eine Erkrankung handeln, so richtet sich die Prognose nach dem Krankheitsbild.
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Fütterung und Gesundheit
Pferdefutter bei Zahnproblemen
Auch wenn du jeden Tag mit deinem Pferd genießt und es für dich wie ein „Geschenk“ ist, so nehme das Sprichwort „einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ nicht wörtlich. Wie die Hände des Menschen so verraten die Zähne das ungefähre Alter des Pferdes. Außerdem sagen Pferdezähne viel über seine Gesundheit aus. Ein regelmäßiger Blick ins Maul ist also durchaus empfehlenswert. Dein Pferd nimmt mit den Zähnen nicht nur das Futter auf, sondern bereitet dies mit seinen gleichmäßigen Kaubewegungen sorgfältig für eine gesunde Verdauung vor. Ganz unterschiedliche Zahnprobleme sowie fehlende Zähne führen schnell zu Fütterungsproblemen – spezielles Pferdefutter ist dann gefragt. Wie ist ein Pferdegebiss aufgebaut? Ein gesundes und erwachsenes Pferd hat zwischen 36 und 44 Zähne im Maul, die sich im Ober- und Unterkiefer wie folgt gleichmäßig aufteilen: 12 Schneidezähne (Inzisivi) 12 vordere Backenzähne (Praemolare) 12 hintere Backenzähne (Molare) Zwischen den Schneidezähnen und den Backenzähnen befindet sich eine große Lücke 0-4 Hengstzähne Die meisten Hengste und Wallache besitzen im Ober- und Unterkiefer je 2 Hengstzähne (Caninus). Diese sind manchmal sogar auch bei Stuten zu finden. 0-4 Wolfszähne Wie funktioniert ein Pferdegebiss? Der Pferdezahn hat im Alter von 6-8 Jahren seine volle Länge von bis zu 12cm erreicht. Der Zahn wird beim Pferd im Laufe des Lebens kontinuierlich abgerieben. Pro Jahr sind das etwa 2-4mm und wird gleichzeitig aus dem Zahnfach nachgeschoben. Deswegen scheint der Zahn lebenslang zu „wachsen“. In Wirklichkeit wird allerdings durch das herausschieben des Zahns die Wurzel entsprechend kürzer. Pferde, die ein natürliches Fressverhalten erfahren dürfen, sind ca. 16 bis 18 Stunden mit Fressen, vorzugsweise mit Raufutter, beschäftigt. Dabei werden Gras oder Raufutter aufgenommen, welche mit einer vollständigen Kaubewegung über die gesamte Kaufläche hinweg gründlich zermahlt werden. Sowohl die Schneidezähne als auch die Backenzähne unterliegen so dem Prinzip von Abrieb und Nachschub. Das Gebiss wird gleichmäßig belastet und ist in Balance. Wenn Pferdezähne Probleme machen  In vielen Fällen der Pferdehaltung ist das Zusammenspiel von Abrieb und Nachschub aus dem Gleichgewicht geraten. Die Fütterung besteht oft nur aus 2-3x Mahlzeiten täglich, wobei das Futter in nur kurzer Zeit aufgenommen wird. Hierdurch entfällt der lange, gründliche Kauprozess. Durch den verkürzten Kauschlag nutzen sich die Pferdezähne weniger und auch fehlerhaft ab. Es kommt zur Bildung scharfer Kanten. Wenn dein Pferd älter wird, verändern sich außerdem Form und Winkel der Schneidezähne und die Backenzähne verschleißen langsamer. Bis im hohen Alter bleiben dann meistens nur noch die Wurzelreste übrig. Grobes, hartes und auch stark faserhaltiges Futter kann dann nur noch schlecht oder gar nicht mehr gekaut werden. Beim älteren Pferd kann man auch regelmäßig beobachten, dass die Backenzähne locker sitzen, was beim Fressen zusätzliche Probleme durch die Kaubewegungen verursachen kann. Achte daher bei älteren Pferden besonders darauf, ob sie ihr Futter gut kauen und ausreichend verwerten können. Gerade Senioren haben einen erhöhten Nährstoffbedarf und leiden gleichzeitig häufig unter Zahnproblemen. Eine schlechte Futterverwertung kann dann schnell zu einem Mangel an Phosphor und Magnesium (Mineralstoffe), Zink und Selen oder Vitamin B, K und C führen. Wie du alte Pferde richtig fütterst erfährst du in unserem „Senioren-Ratgeber“. Hinweise auf Zahnprobleme Unverdautes Futter im Kot Bildung von Heuknäulen beim Fressen, die das Pferd beim Fressen wieder ausspuckt statt herunterzuschlucken Futter fällt grundsätzlich regelmäßig wieder aus dem Maul Sehr langsames und bedachtes Fressen Scheinbare Appetitlosigkeit Schlechter Geruch aus dem Maul Verletzungen im Pferdemaul (Zunge und Backen) Eitriger Ausfluss aus den Nüstern Gewichtsverlust 3 spezifische Zahnprobleme bei Pferden Zahnprobleme bei Pferden sind vielfältig und treten in ganz unterschiedlichen Formen auf. Die folgenden 3 Zahnerkrankungen treten bei Pferden häufiger auf: Karies Auch Pferde können Karies bekommen, leiden daran aber nicht so häufig wie wir Menschen. Durch verschiedene Faktoren kommt es auf der Zahnoberfläche zu einer Demineralisierung, so dass ein oft dunkelbraunes bis schwarzes Loch auf der Zahnoberfläche entsteht. Je stärker Karies sich ausbreitet, desto schmerzhafter wird diese Zahnerkrankung, da sie auch das empfindliche Zahnbein angreifen kann. Ursachen Karies bei Pferden entsteht, wenn der Zahnschmelz durch Säurebildung angegriffen wird. Dies geschieht durch Bakterien, die Zucker und Kohlenhydrate aus dem Futter in Säure verstoffwechseln. Zu viel Zucker und Kohlenhydrate im Futter sorgen für eine erhöhte Säureproduktion und das Karies-Risiko steigt. Darüber hinaus kann eine fehlerhafte Mineralstoffversorgung eine Karieserkrankung begünstigen. Calcium, Magnesium und die Spurenelemente Zink, Kupfer und Mangan sind für die Zähne essentiell. Symptome Kleine Löcher durch Karies schmerzen nicht. Größere Entzündungen können starke Schmerzen auslösen und zu einer Zahninfektion mit Eiterbildung führen. Behandlung Leichte Karieserkrankungen und kleine Löcher sind tragbar und beeinträchtigen das Pferd nicht. Du kannst darüber nachdenken, ein Zahn in einem frühen Stadium durch einen Tierarzt behandeln zu lassen. Dieser wird den betroffenen Zahn aufbohren und versiegeln. Breitet sich der Karies aus, muss der betroffene Zahn möglicherweise gezogen werden. Vorbeugung Verzichte auf stark zuckerhaltige sowie kohlenhydratreiche Futter und füttere süße Leckerlis nur in Maßen. Mineralfuttermittel unterstützen die Mineralisierung der Zähne. Parodontitis Eine Entzündung des gesamten Zahnapparates wird als Parodontitis bezeichnet. Der Zahn bleibt dabei intakt, aber das Gewebe um den Zahn ist erkrankt. Es kommt zu Zahnfleischentzündungen und zur Lockerung der Zähne, da das Zahnfleisch seine gesunde Kraft verliert. Schwerwiegende Parodontosen breiten sich auf den gesamten Kieferknochen des Pferdes aus und können zu Zahnverlust führen. Ursachen Eine Parodontitis wird von Bakterien ausgelöst, die über eine sogenannte Futtereinspeisung in den Mundraum geraten. Kleine Futterpartikel bleiben in den Zahnzwischenräumen hängen, fangen an zu gären und bieten einen Nährboden für Bakterien. Als Folge entsteht die Entzündung. Symptome Leichte Parodontosen werden häufig nur von einem Tierarzt nach einer gründlichen Untersuchung des Mundraumes entdeckt, da ein Pferd selten spezifische Symptome zeigt und normal fressen kann. Bei schwerwiegender Parodontitis tritt Gewichtsverlust und Mundgeruch auf. Auch Zahnfleischblutungen häufen sich im Laufe der Erkrankung. Behandlung Die Zahnzwischenträume werden als erstes von einem Tierzahnarzt bereinigt, sodass die Bakterienherde sich nicht weiter im Pferdemaul ausbreiten können. Die Entzündungen werden darüber hinaus mit speziellen Medikamenten gelindert. Es kann passieren, dass einige Zähne gezogen werden müssen, da sie im Zahnfleisch keinen Halt mehr besitzen. Vorbeugung Eine Fütterung von eingeweichtem Heu oder feuchtem Futtermittel verringert das Risiko, dass sich das Futter in den Zahnzwischenräumen einlagert und gärt. Regelmäßige Zahnbehandlungen und Zahnreinigungen können Parodontitis bei Pferden vorbeugen. EOTRH EOTRH steht für Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis und bezeichnet eine sehr schmerzhafte Entzündung des Zahnapparates und Zahnfleisches der Schneide- und Hakenzähne. Die Erkrankung ist mit Parodontitis vergleichbar, allerdings ist EOTRH oft schmerzvoller und kann im schwerwiegenden Fällen dazu führen, dass sich die Zahnhartsubstanz vollkommen auflöst und sich das Zahnfleisch stark zurückbildet. Vermehrt sind Pferde ab dem 15. Lebensjahr von der Erkrankung betroffen. Ursachen EOTRH ist noch eine recht neuartige Erkrankung und die Ursachenforschung ist im vollem Gange. Die genauen Ursachen sind ungeklärt. Es wird die These aufgestellt, dass die Knochenhärte ein auslösender Faktor sein soll. Lange und harte Zähne drücken den Kiefer stark zusammen und lösen so die Entzündung aus. Besonders Robustpferderassen wie Islandpferde besitzen eine starke Knochenhärte und sind häufiger von EOTRH betroffen. Ferner werden das Alter, eine genetische Veranlagung und ein Calciummangel als mögliche Ursachen genannt. Symptome EOTRH zeigt sich durch eine deutliche Zahnsteinbildung an den Schneidezähnen. Durch die Erkrankung zeigen sich beim Pferd Probleme beim Fressen und ein starker Gewichtsverlust. Im Krankheitsverlauf weicht das Zahnfleisch zurück. Dadurch wirken die Zähne extrem lang und stehen in steilen Winkeln zueinander. Behandlung Eine genaue Untersuchung und Diagnose durch einen fachkundigen Tierarzt ist essentiell. EOTRH kann nicht vollständig geheilt werden, aber durch das Entfernen des Zahnsteins und einer Medikamentenzugabe wird der Rückgang der Zahnhartsubstanz verlangsamt. In einem späten Stadium der Krankheit kann es passieren, dass die Schneidezähne des Pferdes gezogen werden müssen. Für viele Pferdebesitzer ist dies ein erster Schock, aber ohne die schmerzhaften Zähne wird es deinem Pferd viel besser gehen. Da die EOTRH noch recht unerforscht ist, gibt es keine gezielten Therapiemaßnahmen. Vorbeugung Da die definitiven Auslöser von EOTRH bis heute nicht bekannt sind, können keine konkreten Tipps zur Vorbeugung gegeben werden. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen durch deinen Tierarzt und ein eventuelles Kürzen der Schneidezähne. Bei einer rechtzeitigen Erkennung von EOTRH können die Zähne länger erhalten bleiben. Warum Zahnpflege bei Pferden so wichtig ist Nicht perfekt aufeinanderpassende Zähne verursachen Störungen in der Kaubewegung. Neben der Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten, wird auch das Fressen für dein Pferd anstrengender und das Futter kann nur sehr schlecht oder gar nicht mehr verwertet werden. Manche Zahnprobleme können rechtzeitig erkannt und behoben werden, manche sind aufgrund des Alterungsprozesses unumgänglich und entsprechen dem Lauf der Zeit. In diesen Fällen ist eine spezielle Fütterung deines Pferdes erforderlich, um seine Gesundheit erhalten zu können. Schon gewusst? Nicht nur die Futterverwertung, sondern auch die Rittigkeit deines Pferdes wird durch die Qualität der Zähne beeinflusst. Lasse die Zähne deines Pferdes daher 1-2x jährlich von einem Pferdezahnarzt kontrollieren, um Verschlechterungen der Schneide- und Kauflächen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Probleme können minimiert werden, wenn diese Flächen nur einige Millimeter groß sind. Bei häufigen Kontroll-Versäumnissen können kleine Abweichungen über die Jahre zu großen Problemen auswachsen, bis hin zu einer Störung des Kauprozesses und Verletzungen an den Weichteilen im Pferdemaul. Fütterungstipps für Pferde mit Zahnproblemen  Gute Zähne sind das A und O für eine gute Futterverwertung. Sollten die Zähne deines Pferdes aufgrund von Problemen oder aber auch schlichtweg durch den Alterungsprozess in ihrer Funktionalität langfristig eingeschränkt sein, kannst du dein Pferd mit einer angepassten Fütterung sehr gut unterstützen, so dass ein guter Gesundheitszustand beibehalten werden kann. Leicht verdauliches Futter Eine Hilfe für dein Pferd ist die Bereitstellung von leicht verdaulichem Futter. Expandierte Pellets und Müslisorten mit viel gepufften Inhaltsstoffen sind aufgrund ihrer Verarbeitung leichter verdaulich. Sie sind sozusagen „maschinell vorgekaut", weshalb das Pferd die Nährstoffe über den Dünndarm einfach aufnimmt. Die Gefahr einer Kolik ist aufgrund dieser Vorarbeit geringer als bei unbearbeitetem Futter. Raufutter berücksichtigen Pferde mit schlechten Zähnen und eingeschränkter Kaufunktion profitieren von einer Kombination aus schnell und langsam verdaulichen Ballaststoffen. Meistens enthält weniger grobes Heu beide Ballaststoffe. Je mehr Stängel das Heu aufweist, desto langsamer wird es verdaut. Für Pferde mit schlechten oder wenig Zähnen sind daher meist feines Heu, Heulage oder Gras besser geeignet. Angefeuchtetes und trockenes Futter Pferde mit Zahnproblemen nehmen Raufutter weniger gut auf. In diesem Fall ist es erforderlich einen Raufutter-Ersatz anzubieten. Die entzuckerten Rübenschnitzel Pavo SpeediBeet und Pavo FibreBeet sind randvoll mit gesunden Ballaststoffen und eignen sich, da sie eingweicht verfüttert werden, hervorragend für Pferde mit Zahnproblemen. In Kombination mit Pavo 18Plus ist dies das ideale Futter für Senioren mit einem schlechten Gebiss. Die kleinen Pellets in Pavo 18Plus fallen beim Einweichen problemlos auseinander. Sollte dein Pferd kein Heu als Raufutter mehr fressen können, so sollte diese Fehlmenge durch eingeweichte Heucobs ersetzt werden. Fütterungs-Tipps: Weiche Kraftfutter grundsätzlich in warmen Wasser ein und verteile die täglichen Futterrationen auf so viele kleine Portionen wie möglich. Empfehlung: Gebe deinem Pferd 4-5 kg Pavo 18Plus (über mehrere kleine Portionen pro Tag verteilt) und verrühre dies im Verhältnis 1:1 (genauso viel Wasser wie Futter) mit Wasser zu einem Mash. Du kannst warmes oder kaltes Wasser verwenden. Lasse das Futter vor dem Füttern mindestens 15 Minuten stehen. Gebe deinem Pferd hauptsächlich weiches Gras oder Heu. Sollte eine Raufütterung nicht mehr möglich sein, nutze einen hochwertigen Raufutterersatz. Empfehlung: Mische das Mash mit einem Raufutterersatzprodukt, wie eingeweichtes Pavo SpeediBeet oder Pavo FibreBeet (maximal 400g pro 100kg Körpergewicht) und/oder Pavo DailyPlus und/oder eingeweichte Pavo FibreNuggets unter das Mash mischen (dies kannst du uneingeschränkt füttern, denn es hat die gleiche Zusammensetzung wie hochwertiges Heu). Gebe deinem Pferd mit Zahnproblemen außerdem zur Unterstützung des Immunsystems und der Gesundheit einen Vitamin- und Mineralzusatz. Empfehlung: Wenn du mehr als 300g/100kg Körpergewicht an Rübenschnitzeln pro Tag als Raufutterersatz fütterst, ergänze dies mit 40g/100kg Körpergewicht Kleie pro Tag. Dies sorgt für ein optimales Ca/P (Calcium/Phosphor-Verhältnis) in der Futterration.
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Fütterung und Training
Salz im Pferdefutter
Im Sommer kannst nicht nur du, sondern auch dein Pferd beim Training ganz schön ins Schwitzen kommen. Eventuell ist dein Pferd schon geschwitzt, wenn es von der Weide oder aus dem Stall kommt? Gerade beim Thema „Salz im Pferdefutter“ tauchen bei Pferdebesitzern immer wieder Fragen auf: Ist es nötig zusätzliche Salze/Mineralstoffe (Elektrolyte) zu füttern? Kann dem Pferd ein Vorrat angefüttert werden oder sollten Elektrolyte nur bei Bedarf gefüttert werden? Da generell relativ wenig Salz im Pferdefutter ist, benötigt dein Pferd auf jeden Fall eine weitere Quelle, um diesen Bedarf zu decken. Dies hängt nicht nur von der Temperatur, sondern auch vom Wind und der Luftfeuchtigkeit ab. Vor allem über das Schwitzen verlieren Pferde Salze. Den Feuchtigkeitsverlust gleichen Pferde durch Trinken aus. Das Salz muss allerdings über die Fütterung ergänzt werden. Wieviel Salz benötigt dein Pferd? Der geschätzte Salzbedarf eines 600kg schweren Pferdes mit normaler Arbeit liegt bei 12g/Tag. Wenn dein Pferd jedoch sportliche Leistungen erbringt, erhöht sich der Schweißverlust und der Salzbedarf steigt rapide an. In der freien Natur ist der Salzbedarf der Pferde meist weniger hoch, da sie sich eher ruhig bewegen und so weniger schwitzen. Sie nehmen Salz auf, wenn sie an Baumrinden oder Wurzeln fressen oder salzhaltiges Bodensubstrat aufnehmen. Nur in Rüben, Rübennachprodukten und Melasse sind höhere Mengen an Natriumchlorid enthalten. Die Zugabe eines Salzlecksteins sollte daher für jedes Pferd ein Muss sein. Was ist Salz? Was wir als Kochsalz oder Viehsalz bezeichnen, ist eine Verbindung aus Natrium und Chlorid, also Natriumchlorid. Salze sind immer das Ergebnis aus der Verbindung einer Base mit einer Säure. Richtig salzig im Geschmack, sind jedoch nur Natriumchlorid und Kaliumchlorid. Was sind Elektrolyte im Zusammenhang mit Salz? Zu den Elektrolyten zählen die 3 Elemente Natrium, Chlor und Kalium. Sie übernehmen Funktionen im Nervensystem und sind an der Produktion von Enzymen und Hormonen beteiligt. Elektrolyte sind Stoffe, die in wässriger Lösung in positiv oder negativ geladene Teilchen zerfallen. Der Bedarf an Kalium kann für dein Pferd meist schon durch gutes Heu ausreichend gedeckt werden. Beim Natrium und Chlor sieht es jedoch anders aus, so dass eine Zufütterung dieser Elektrolyten bei jeder bedarfsgerechten Pferdefütterung nicht fehlen sollte. Wofür benötigt dein Pferd Salz? Natriumchlorid hat sowohl für Menschen als auch Pferde viele wichtige Funktionen. Die Bestandteile Natrium und Chlor sind wesentlich für den Wasserhaushalt, das Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts sowie die Verteilung der Körperflüssigkeiten zwischen Blut und Gewebe verantwortlich. Wenn zu wenige Elektrolyte im Körper verfügbar sind, so können auch die Muskeln nicht mehr vernünftig arbeiten. Welche Arten von Salz gibt es in der Pferdefütterung? Himalayasalz Hierbei handelt es sich um einen Naturstein, der Jod enthält, sehr mineralhaltig und ohne Zusätze ist. Salzlecksteine aus Himalayasalz werden aus Pakistan importiert. Viehsalz Besteht aus Natrium- und Magnesiumchlorid und wird industriell hergestellt. Mineralsalz Enthält mehr Inhaltsstoffe als das Viehsalz, jedoch auch nicht genügend, um den Salzhaushalt eines Pferdes komplett zu decken. Speisesalz Eine Zugabe von Speisesalz beim Futter ist möglich, jedoch ist hier die Sorte ausschlaggebend. Verwenden Sie für dein Pferd nicht jodiertes Salz: manchen Speisesalzen wir zusätzlich noch Jod beigemengt, was allerdings für Pferde in diesen Mengen nicht geeignet ist. Salzlecksteinen Es gibt demnach eine Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten bei Salzlecksteinen. Neben dem einfachen industriellen weißen Viehsalzleckstein wird der Himalaya-Salzleckstein von vielen Pferdebesitzern bevorzugt. Aber auch der persische Salzleckstein mit seiner blauen Farbe, der besonderen Struktur und Zusammensetzung und dem feinen Geschmack erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit. Entscheide hier am besten nach den Vorlieben deines Pferdes, welches für dich die richtige Wahl ist. Elektrolytmischung Um sicher zu gehen, dass dein Pferd genug Salz bekommt und vor allem das richtige Salz, ist der Einsatz von speziellen Ergänzungsfuttermitteln, wie z.B. Pavo E´lyte, empfehlenswert. Mit dieser speziellen Elektrolytmischung lässt sich nicht nur der Verlust von Natrium und Chlorid ausgleichen, sondern der komplette Elektrolytverlust. So wird das Gleichgewicht der Körpersalze wiederhergestellt. Pavo E´lyte enthält neben Natriumchlorid, auch Kalium, Magnesium, Calcium und Phosphor – Elektrolyte, die dein Pferd durch das Schwitzen verliert. Wissenschaftler haben einen Schweißscore entwickelt, mit dem du den Schweißverlust deines Pferdes relativ einfach nachvollziehen kannst. Durch diese Übersicht kannst du den Elektrolytebedarf genau abschätzen und die richtige Menge Zusatzfutter dosieren. Denn viel hilft nicht immer viel. So wichtig Elektrolyte für die Leistungsfähigkeit deines Pferdes auch sind, eine überhöhte Gabe steigert die Leistung nicht. Schweißscore-Tabelle: wie viel Elektrolyte? Die nachfolgende Schweißscore-Tabelle gibt dir einen Überblick, wie viel Elektrolyte zusätzlich gegeben werden sollten: Schweiß-Score Was siehst du deinem Pferd an? Durchschnittl. Schweißverlust pro Stunde Salzverlust Einsatzmenge von Pavo E‘lyte 1 Unter dem Sattel ist es noch teilweise trocken und teilweise feucht und klebrig. Der Hals ist klebrig und die Flanken etwas dunkler als sonst. 1-4 Liter 2-7 Teelöffel 50g 2 Unter dem Sattel und am Hals ist es nass. Stellenweiser Schaum entlang des Sattels, wo die Zügel den Hals berühren und zwischen den Hinterbeinen. 4-7 Liter 7-12 Teelöffel 100g 3 Unter dem Zaumzeug, am Hals und an den Flanken ist das Pferd sichtbar nass, teilweise mit Schaumstellen. 7-9 Liter 12-16 Teelöffel 150g 4 Hals und Flanken sich ganz nass. Nasse Stellen zwischen den Hinterbeinen. Weißer Schaum zwischen den Hinterbeinen. 9-12 Liter 16-21 Teelöffel 200g 5 Siehe Schweiß-Score 4 und wenn Schweiß oberhalb der Augen und vom Bauch tropft. 12-18 Liter 21-32 Teelöffel 250g Quelle: Zeyner, A.; Romanowski, K.; Vernunft, A.; Harris, P.; Kienzle, E. (2014) Scoring of sweat losses in exercised horses – a pilot study; Animal Physiology and Animal Nutrition, 98, s. 246-250. Durch einen Leckstein kann ein Pferd seinen Bedarf an Salzen und Mineralstoffen selbstständig decken. Aber wie findest du heraus, ob dein Pferd dennoch zusätzlich Salz benötigt? Ziehe an der Schulter eine Hautfalte und lassen diese wieder los. Verschwindet die Falte sofort wieder, liegt kein Mangel vor. Dauert es eine Sekunde oder länger, bis die Falte zurückgeht, liegt ein Salzmangel vor. Ältere Pferde haben schwächeres Gewebe, sodass es etwas länger dauern kann, bis die Hautfalte verschwindet. Sollte es jedoch sechs oder mehr Sekunden dauern, solltest du dies einmal mit deinem Tierarzt besprechen. Was passiert bei einem Salzmangel? Sollte dein Pferd an einem Mangel an Natriumchlorid leiden, so führt dieser häufig zu Schwäche und Lustlosigkeit. Durch eine dauerhafte Unterversorgung an Salz, wird dein Pferd keinen oder nur noch kaum Durst verspüren und eine schlechte Verdauung ist die Folge. Was passiert bei einem Salzüberschuss? Im Gegensatz dazu, hat ein „zu viel an Salz“ eine erhöhte Wasseraufnahme zur Folge, was die Nieren immens stark belastet. Bei einem Fohlen solltest du darauf achten, dass dies nicht zu früh mit einem Salzleckstein „herumexperimentiert“. Eine erhöhte Salzaufnahme kann dann schnell zu Durchfall führen. Fohlen sollten durch ein Fohlenfuttermittel mit dem täglichen Bedarf an Elektrolyten versorgt werden. Wenn dein Pferd den Salzleckstein frisst, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Salzmangel vorliegt. Dies kann auch auf einen Mangel an Zink hinweisen. Wurde dies durch eine Blutuntersuchung bestätigt, solltest du auf eine angepasste Kräuter- und rohfaserreiche Kost bzw. ein Ergänzungsfutter mit Zink zurückgreifen. Es kann aber auch sein, dass deinem Pferd der Salzleckstein einfach nur gut schmeckt oder es sich aus Langeweile durch das Schlecken die Zeit vertreibt. Was passiert, wenn Pferde schwitzen?  Der größte Anteil im Schweiß ist Wasser. Weiterhin sind erhöhte Mengen an unterschiedlichen Salzen enthalten. Diese Elektrolyte (Natrium, Chlorid, Kalium) spielen eine wichtige Rolle im Körper deines Pferdes. Im Vergleich zum Menschen enthält der Schweiß von Pferden höhere Mengen Elektrolyte und ein Eiweiß, welches für eine zusätzliche Kühlung trotz des Fells sorgt. Dieses Eiweiß ist auch für den Schaum verantwortlich, den man bei stark schwitzenden Pferden am Zaumzeug, der Satteldecke oder zwischen den Hinterbeinen sieht. Warum schwitzen Pferde? Ein Pferd schwitzt mehr, als viele denken. An einem durchschnittlichen Sommertag, bei einer Temperatur von ca. 20°C verliert es bei leichter Arbeit bereits 2-4 Liter pro Stunde. Bei sehr anstrengenden Trainingseinheiten sogar bis zu 15 Liter. Diesen Feuchtigkeitsverlust gleichen Pferde durch Trinken aus. Vergiss also niemals, deinem Pferd frisches Wasser zur Verfügung zu stellen. Ein Pferd, das viel geschwitzt hat, trinkt bis zu 50 Liter und mehr. Schwitzen ist für die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit deines Pferdes besonders wichtig. Bei sportlichen Leistungen produzieren die Muskeln viel Wärme, die aus dem Körper transportiert werden muss. Zur Abkühlung bildet Schweiß eine feuchte Schicht, die auf der Haut verdunstet und dadurch die Körpertemperatur absenkt. Was du deinem Pferd bei großer Hitze und starkem Schwitzen noch Gutes tun kannst, erfährst du in unserem Ratgeber „10 Tipps gegen Hitze für Pferde“.  
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Fütterung und Gesundheit
Gewicht des Pferdes zu dick oder zu dünn
Für eine optimale Gesundheit ist es wichtig, dass dein Pferd sich im Bereich des Idealgewichts befindet, also weder zu dick noch zu dünn ist, da beide Fälle gesundheitliche Folgen mit sich bringen können. Ist dein Pferd zu dick, besteht ein erhöhtes Risiko, dass es an Krankheiten wie Hufrehe, Diabetes oder EMS erkrankt. Ist dein Pferd zu dünn, kann es zu Mangelerscheinungen sowie Magen-und Darmproblemen kommen. Beginne jetzt mit dem ersten Schritt und mache dir bewusst, in welchem Zustand sich dein Pferd aktuell befindet.   Um das Gewicht deines Pferdes zu bestimmen, eignen sich spezielle Waagen für Großtiere (zum Beispiel bei deinem Tierarzt) oder aber auch Fahrzeugwaagen, wie sie beispielsweise bei Genossenschaften vorhanden sind. Hast du nicht die Möglichkeit, eine Waage nutzen zu können, stehen dir auch spezielle Maßbänder zur Verfügung, mit denen du das Gewicht deines Pferdes berechnen, bzw. messen kannst. Allerdings ist nicht nur das Gewicht ausschlaggebend, denn die Kilos allein geben nicht immer genügend Auskunft über den körperlichen Zustand deines Pferdes. Wirf auch einen Blick auf die Körperfettwerte, die mithilfe des Fettindexes, auch Body Condition Score (BCS) oder Fat Score genannt, bestimmt werden.  Den Fettindex mit dem Body Condition Score bestimmen Mit dem Body Condition Score ermittelst du das Verhältnis von Fettgewebe zu fettfreier Masse und vergibst dabei einen Punktwert zwischen 1 und 9, wobei 1 für „sehr mager“ und 9 für „sehr adipös“ steht. Du bewertest dabei an 6 verschiedenen Bereichen nur die Menge an gespeichertem Fett, nicht aber den Zustand der Muskelmasse oder des Fells. Auf diese Weise kann ein und dasselbe System auf alle Pferdetypen angewendet werden, angefangen bei einem ungerittenen Pony bis hin zu einem Vielseitigkeitspferd. Bei diesem 9-Punkte-System liegt der Wert für normalgewichtige Pferde bei 5. Pferde verlieren auf natürliche Weise während der Wintermonate an Gewicht, so dass sie bedenkenlos wieder etwas zunehmen dürfen, wenn es im Frühjahr endlich wieder satte Wiesen gibt. Mache dir also keine Sorgen, falls der Fettindex deines Pferdes während des Jahres leicht schwankt.  So wird’s gemacht: Die Durchführung des Body Condition Scorings ist ganz einfach. Um den Fettindex auswerten zu können, musst du die Fettschicht bei deinem Pferd an 6 verschiedenen Stellen ertasten. Taste die Bereiche Nacken, Widerrist, Schulter, Rücken, Rippen und Kruppe ab und vergib dann deine Punktzahl für jede Stelle. Bei der Bewertung sind auch halbe Punkte zugelassen. In der Regel erkennst du sehr schnell, ob es sich um kleinere oder größere Fettpolster, Muskeln oder Knochen handelt. Die Fettpolster sind sehr weich und bei fortgeschrittenem Übergewicht auch „schwabbelig“. Muskeln fühlen sich eher fest und glatt an, wobei Knochen einen direkten Widerstand bieten. Sobald du dein Scoring abgeschlossen hast, rechnest du die 6 Bewertungen von Nacken, Widerrist, Schulter, Rücken, Rippen und Kruppe zusammen und ermittelst daraus den Durchschnittswert, den sogenannten Body Condition Score. Pferde speichern ihr Fettgewebe in verschiedenen Bereichen, deshalb vermittelt der Durchschnitt der Werte eine genauere Beurteilung. Tipp: Wiederhole das Body Condition Scoring 3 x und nehme daraus den Durchschnittswert für ein noch genaueres Messergebnis. Das Body Condition Scoring ist eine subjektive Bewertung. Daher ist es wichtig, dass du ehrlich mit dir bist, auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht so erfreulich sein sollte. So bewertest du die 6 Bereiche: Pferdenacken - Widerrist Taste am Mähnenkamm den Pferdenacken ab – schwabbelt die Oberfläche (Fett) leicht hin und her oder fühlt es sich fest an (Muskel)? Überprüfe auch, ob es wesentlich dicker wird, wenn du von der Rückseite des Kopfes hinunter zum Widerrist tastest, der nicht knöchern oder von einer Fettschicht umgeben sein sollte. Bewerte den Pferdenacken sowie den Widerrist mit einem Wert zwischen 1 und 9. Schulter Streiche mit deiner Hand über den Pferdehals bis zur Schulter. Hat sich vor dem Schulterblatt Fettgewebe angesammelt, gleitet deine Hand vom Hals bis zur Schulter, ohne dass du den Widerstand des Schulterblattes spürst? Bewerte die Schulter mit einem Wert zwischen 1 und 9. Rücken Lege nun deine Hand auf den Rücken deines Pferdes. Im Idealfall bildet deine Hand über der Wirbelsäule einen Bogen. Wenn Pferde in diesem Bereich zunehmen, dann setzt sich das Fettgewebe auf beiden Seiten der Wirbelsäule an und deine Hand bleibt flach. Bewerte den Rücken mit einem Wert zwischen 1 und 9. Rippen Taste nun die Seiten deines Pferdes ab. Du solltest die Rippen relativ leicht herausfühlen können. Bewerte die Rippen mit einem Wert zwischen 1 und 9.  Kruppe Schaue dir dein Pferd – aus sicherem Abstand – von hinten an und betrachte die Kruppe. Es sollte abgerundete Hinterbacken haben. Bewerte die Kruppe mit einem Wert zwischen 1 und 9. Bemerkung: Beurteile auch immer den individuellen Körperbau deines Pferdes. Bestimmte Pony-Rassen, wie z.B. Haflinger oder Fjordpferde, speichern übermäßiges Fett häufig in „Polstern“ hinter ihren Schultern. Achte also darauf und berücksichtige dies bei deiner Bewertung. Pferde speichern zudem nicht allzu viel Fett am Unterbauch, ziehe diesen Bereich daher nicht zur Bewertung des Gewichts heran. Video anschauen: Wie ermittelst du den Body Condition Score deines Pferdes? Die Skala des Body Condition Scores 1 = Extrem mager Liegt der Body Condition Score bei 1, ist ein Pferd extrem mager bzw. stark untergewichtig. Das erkennst du an einer sehr ausgeprägten Knochenstruktur am Nacken, der Schulter und dem Widerrist, die du deutlich fühlen und sehen kannst. Auch die Dornfortsätze sowie die Rippen sind deutlich erkennbar. Ist ein Pferd extrem mager, kannst du kein Fettgewebe ertasten und die Kruppe zeichnet sich unter der Haut ab. 2 = Sehr mager Auch bei einem sehr mageren Pferd sind die Knochen an Nacken, Schulter und am Widerrist deutlich zu ertasten. Die Dornfortsätze sowie die Kruppe sind ebenfalls fühlbar. Darüber hinaus zeichnen sich die Rippen ab und sind mit bloßem Auge gut erkennbar. 3 = Mager Ein Pferd gilt als mager, wenn die Knochen an Nacken, Schulter und Widerrist hervorgehoben sind, aber die Knochenstruktur nicht deutlich unterscheidbar ist. Durch erste, leichte Fettpolster sind die Dornfortsätze am Rücken nicht mehr direkt fühlbar. Die Kruppe ist mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar, kann aber schnell ertastet werden. Die Rippen kannst du noch sehen und fühlen. 4 = Schlank Bei einem schlanken Pferd sind Nacken, Schulter sowie Widerrist nicht auffällig dünn oder knöchern. Die Wirbelsäule am Rücken ist durch eine leichte Rinne erkennbar, die Dornfortsätze zeichnen sich aber nicht mehr ab. Je nach Körperbau des Pferdes zeichnet sich die Kruppe stark, bzw. weniger stark ab. Du kannst wenig Fettgewebe an allen 6 Stellen ertasten. Die Rippen des Pferdes kannst du unter der Haut noch ein wenig erkennen und erfühlen. 5 = Normalgewichtig Ein Body Condition Score von 5 bezeichnet ein normalgewichtiges Pferd. Nacken und Schulter ergeben einen fließenden Übergang. Den Widerrist kannst du erkennen, dieser ist aber durch kleine Fettpölsterchen leicht abgerundet. Wenn du die Kruppe ertastest, fühlt sich diese leicht schwammig an. Die Rippen kannst du noch fühlen, sie sind mit bloßem Auge aber nicht mehr erkennbar. 6 = Leicht übergewichtig Erste Fettpolster sind um den Hals, die Schulter und an den Seiten des Widerristes erkennbar. Leichte Verdickungen kannst du bei einem leicht übergewichtigen Pferd entlang der Wirbelsäule ertasten. Durch das Fettgewebe fühlt sich die Kruppe weich an. Die Rippen kannst du noch ertasten, allerdings sind erste Fetteinlagerungen, die sich schwammig und weich anfühlen, möglich. 7 = Übergewichtig Die Fettpolster setzen sich bei einem übergewichtigen Pferd auf Höhe des Nackens, am Widerrist und hinter den Schultern ab. Das Fettgewebe kannst du erkennen und ertasten. Auch an der Wirbelsäule kannst du weiteres Fettgewebe erfühlen. Das Fettgewebe an der Kruppe fühlt sich weich an. Fettpolster lagern sich auf sowie zwischen den Rippen ab. 8 = Adipös Die Fettpolster bei einem adipösen Pferd sind in allen 6 Bereichen sehr deutlich sichtbar. Schnell kannst du einen verdickten Hals erkennen. Am Widerrist und im Bereich direkt hinter der Schulter lagern sich Fettpolster ab. Die Verdickungen an der Wirbelsäule sind ausgeprägt und auch die Kruppe ist mit Fettgewebe aufgefüllt. Die Rippen kannst du bei einem adipösen Pferd schwer bis gar nicht ertasten. 9 = Extrem adipös Ein Body Condition Score von 9 bezeichnet ein extrem adipöses Pferd mit vielen sichtbaren Fetteinlagerungen. Es bildet sich ein deutlicher Kamm am Nacken. Am Widerrist sowie direkt hinter der Schulter und an der Kruppe befindet sich übermäßig viel Fettgewebe, welches du sehen und ertasten kannst. Durch diese Fetteinlagerungen am gesamten Körper ist es möglich, dass die Hinterbatzen des Pferdes sogar aneinander reiben. Darüber hinaus sind die Flanken nicht mehr abgesetzt und auch auf den Rippen liegen Fettpolster, so dass du diese nicht mehr sehen oder fühlen kannst. Wie du siehst, ist der Body Condition Score gar nicht so schwer zu ermitteln. Schnell kannst du den Fettindex deines Pferdes bestimmen und entsprechende Maßnahmen treffen. Behalte dabei immer das Wohlbefinden und die aktuelle Situation deines Pferdes im Blick. Ein Body Condition Score von 5 mag der optimale Score für viele Pferde sein – ist dein Pferd aber ein wahrer Sportler und auf Wettkämpfen unterwegs, liegt sein idealer Fettindex vielleicht eher bei 4. Pferd auf gesunde Weise abnehmen mit das Pavo InShape Programm Stellst du nach der Beurteilung fest, dass dein Pferd übergewichtig ist? Keine Sorge, damit bist du nicht allein, denn etwa 55% aller Freizeitpferde sind übergewichtig. Mit der Erkenntnis, dass dein Pferd ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat, ist der erste und wichtige Schritt bereits getan – jetzt heißt es „dran bleiben“! Lass dein Pferd nun auf eine verantwortungsvolle und gesunde Weise abnehmen und sorge im Anschluss dafür, dass es sein Idealgewicht auch langfristig beibehalten kann. Wie genau du dein Pferd beim Abnehmen unterstützen kannst, erfährst du in unserem umfangreichen Pavo InShape Programm. Unsere Pavo Experten bieten dir ausführliche Tipps und Tricks zu den 3 wichtigen Säulen des Abnehmprozesses: Haltung, Bewegung und Fütterung.  Tipp: Beachte beim Abnehmprozess deines Pferdes, dass der Nährstoffbedarf von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Freizeitpferde decken ihren Tagesbedarf an Nährstoffen, Vitamine und Mineralstoffen häufig bereits mit qualitativ hochwertigem Raufutter in Kombination mit einem guten Mineralfutter. Eine Zugabe von Kraftfutter würde hier nur für extra Kilos sorgen. Benötigt dein Pferd während des Abnehmprozesses aufgrund des Trainings zusätzliches Eiweiß für den Konditionsaufbau, aber wenig Energie? Dann bist du mit dem vollwertigen Spezialkraftfutter „Pavo InShape“ bereits sehr gut aufgestellt. Weitere Tipps findest du in unserem Ratgeber „10 Tipps für die Gewichtsabnahme dicker Pferde“ . Ist dein Pferd zu dünn und hat eher einen niedrigen Body Condition Score? Auch dann ist dein Handeln gefragt. Hochwertiges Raufutter und Mineralfutter bilden wieder die Basis einer gesunden Pferdefütterung. Das Raufutter sollte deinem Pferd im Idealfall rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Um dein dünnes Pferd zunehmen zu lassen, bietet sich auch der Zusatz eines eiweißreichen Kraftfutters sowie Raufutterzusatzproduktes an, um den Konditionsaufbau extra zu unterstützen. Wie du dein Pferd optimal und gesund auffüttern kannst, erfährst du in unserem Ratgeber„10 Tipps um dünne Pferde dicker zu bekommen“. Bist du dir unsicher, ob dein Pferd zu wenig oder zu viel wiegt, oder ob du den Body Condition Score richtig gemessen hast? Dann lasse dich doch einfach mal von unseren Pavo Fütterungsexperten beraten.​
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Fütterung und Gesundheit
Chronische Nierenprobleme beim Pferd
Die Funktion und Aufgaben der Nieren Genauso wie der Mensch haben auch Pferde zwei Nieren. Neben der Leber, dem Darm und der Haut gehört dieses paarige Organ zu dem wichtigsten Entgiftungsorgan im Organismus. Zusammen mit den ableitenden Organen „Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre“ bilden die harnbereitenden Nieren die Harnorgane. Sie dienen der Ausscheidung von Abfall- und Abbauprodukten und regulieren darüber hinaus auch den Salz- und Wasserhaushalt beim Pferd. In der Niere werden außerdem wichtige Hormone gebildet. Eine maßgebliche Aufgabe der Niere ist die Ausscheidung von stickstoffhaltigen Abfallstoffen aus dem Eiweißstoffwechsel, wie Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure. Aber auch alle anderen für das Pferd unbrauchbaren oder sogar giftigen Stoffe wie Toxine oder Medikamenten-Abbauprodukte werden über die Niere entgiftet. Die Pferdenieren sind mit einem Blutdurchfluss von täglich ca. 6.600 Liter ein sehr gut durchblutetes Organ. Das Blut wird durch die Nieren gefiltert, wodurch die Reinigung und der Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechselprozesses gewährleistet werden. Ursachen von Nierenerkrankungen beim Pferd Eine Nierenerkrankung ist meistens auf eine andere vorausgehende Krankheit zurückzuführen. Die Funktion leidet und die Niere erkrankt, wenn diese überlastet ist. Als mögliche Krankheitsverursacher kommen entzündliche Krankheiten oder infektiöse Krankheiten in Frage. Eine Erkrankung der Leber kann schwerwiegende Folgen auf die Funktionalität der Nieren haben. Aber auch nierentoxische Medikamente, wie Entzündungshemmer oder Antibiotika, in einer Überdosierung oder bei einer Langzeitanwendung können die Nieren erheblich belasten oder sogar dauerhaft schädigen. Wenn das Blut nicht mehr mit gleichen Druck durch die Nieren transportiert wird, dann werden diese nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Dies ist beispielsweise bei Koliken, Durchfall und Flüssigkeitsmangel der Fall. Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr durch die Aufnahme von Giftpflanzen (Jakobskreuzkraut) und Giftstoffen (Schimmelpilze). Die Nieren können außerdem durch Tumore und erblich bedingte Fehlbildungen geschädigt sein. Aber auch die Fütterung kann einen erheblichen Einfluss auf die Nieren und somit ihrer Erkrankung haben. Bekommt dein Pferd dauerhaft ein Futter mit einem zu hohem Proteingehalt, erhöht sich die Harnstoffmenge, die durch die Nieren ausgeschieden werden muss. Dies führt zu einer starken Belastung des Nierengewebes. Ebenfalls kann eine andauernde Überversorgung von Calcium und Vitamin D als Ursache von chronischen Nierenproblemen nicht ausgeschlossen werden. Ein Calcium-Überschuss wird bei Pferden nicht über den Darm, sondern über die Nieren ausgeschieden. Ein Überschuss an Vitamin D kann in der Niere zu Einlagerungen von schädigenden Gebilden führen. Anders als die Leber, kann sich die Niere nur bedingt bis gar nicht regenerieren. Eine geschädigte Pferdeniere bleibt somit ein chronisches, meist irreversibles Problem. Man kann dann nur darauf achten, durch richtig eingestellte Fütterung und der entsprechenden tierärztlichen Betreuung das noch arbeitende Gewebe zu erhalten. Die Diagnostik von (chronischen) Nierenerkrankungen bei Pferden Um Nierenerkrankungen bei Pferden diagnostizieren zu können, sind je nach Krankheitsstadium Blut- und Urinanalysen sowie Ultraschalluntersuchungen erforderlich. Gerade bei der Blutuntersuchung sind die Harnstoffwerte (> 6,7mmol/l), die Kreatininwerte (> 177µmol/l) und einige bestimmte Elektrolyte-Werte entscheidend. Symptome von akuten und chronischen Nierenproblemen bei Pferden Nierenprobleme gehören zwar nicht zu den häufigsten Erkrankungen bei Pferden, sind aber auch keine Seltenheit. Problematisch an einer Nierenerkrankung ist, dass diese bei Pferden oft erst sehr spät erkannt wird, nämlich wenn der Verlauf bereits chronisch ist. Die Begründung ist: Wenn die Funktionalität der Nieren beim Pferd eingeschränkt ist, so fällt dies aufgrund der ausbleibenden Symptome lange Zeit nicht auf. Hinzu kommt, dass sich die beiden Nieren als paarig angelegtes Organ gegenseitig unterstützen. Nierenerkrankungen sind also bereits chronisch, bleiben dann aber trotzdem erstmal unbemerkt. Auch sind die ersten Symptome oft noch eher unspezifisch und werden somit nicht richtig erkannt oder eingeordnet. Erst bei einem chronischen Verlauf spiegeln sich diese Veränderungen durch klar erhöhte Harnstoff-Werte dann auch im Blutbild wieder. Typische Symptome, die auch als „Frühmarker“ für chronische Nierenprobleme dienen können: Stumpfes, glanzloses Fell – oft kombiniert mit einem schlechten Winterfell Schlechter oder verlangsamter Fellwechsel Extrem hohe Wasseraufnahme (ständiges Trinken) Verringertes oder häufiges Urinieren, im fortgeschrittenen Stadium sogar mit Blut im Urin Apathie sowie Unruhe können gleichermaßen auftreten Müdigkeit, Schwerfälligkeit. Dies ist die Folge der narkotisierenden Wirkung des Harnstoffs, der sich durch den fehlenden Abtransport im Körper anreichert. Angeschwollene, angelaufene Beine Am Unterbauch auftretende Ödeme (Wasseransammlungen) Appetitlosigkeit gefolgt von starker Abmagerung Bluthochdruck Nierenerkrankungen werden bei Pferden in 4 Stadien eingeteilt: Volle Kompensation: Einige Gewebezellen sind bereits beschädigt, allerdings kann die Reserveleistung der Niere diesen Verlust ausgleichen. Im Blutbild sind noch keine veränderten Nierenwerte zu finden. Kompensierte Retention: Das Blutbild zeigt zwar bereits veränderte Nierenwerte auf, dein Pferd leidet aber zunächst noch nicht an sichtbaren Symptomen. Präterminales Nierenversagen: Das Blutbild zeigt stark veränderte Nierenwerte auf. Die meisten oben aufgezählten Symptome sind nun klar vorzufinden. Terminales Nierenversagen: Dieses Stadium steht einer Dialyse oder einer Transplantation gleich. Beim Pferd ist sind diese Optionen jedoch nicht möglich, so dass dies den Tod zur Folge hat. Die Einstufung in diese vier Stadien lässt deutlich werden, dass akute Nierenkrankheiten bei Pferden durch äußerliche Symptome gar nicht oder erst sehr spät erkennbar sind. Vor allem bei chronischen Nierenentzündungen werden Pferde sehr dünn und antriebslos. Es entstehen Herzprobleme und der Kreislauf versagt. Daher ist es umso wichtiger, dass du anhaltende Auffälligkeiten bei deinem Pferd ernst nimmst. Denn nur wenn ein Nierenproblem rechtzeitig erkannt und die Ursache abgestellt wird, kann ein Übergang in Stadium 3 und 4 verhindert werden. Nur in diesem Zeitraum besteht die Möglichkeit, dass möglichst wenige Gewebezellen zerstört werden. Die Niere ist außerdem für die Bildung eines knochenmarkstimulierenden Hormons – und somit indirekt für die Bildung der roten Blutkörperchen – verantwortlich. Dadurch kann auch ein Mangel an roten Blutkörperchen ein Indiz für ein Nierenproblem sein. Weitere Hinweise geben ein zu niedriger Natriumspiegel sowie eine erhöhte Kalium- und Phosphorkonzentration im Blut. Medizinische Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Nierenproblemen Ist eine chronische Niereninsuffizienz vorhanden, geht man von einem irreparablen Nierenschaden aus, denn für Pferde gibt es keine Dialysemöglichkeiten. Durch das regelmäßige Verabreichen von Flüssigkeits-Infusionen zur Anregung der Harntätigkeit durch die Halsvene kann versucht werden, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Leidet dein Pferd außerdem unter Harnsteinen, können diese ebenfalls durch den Tierarzt entfernt werden. Diese Behandlungen machen es gelegentlich möglich, den Krankheitszustand zu stabilisieren. Dein Pferd kann so noch eine längere Zeit relativ unbeschwert weiterleben. Vermeide sowohl bei der Fütterung als auch bei der tierärztlichen Behandlung die Aufnahme von nierentoxischen Substanzen und Medikamenten, wie z.B. Entzündungshemmer oder Antibiotika. Lege ein besonderes Augenmerk auf die Fütterung deines Pferdes. Aber sei dir darüber im Klaren: gerade bei chronisch schwer erkrankten Pferden sind diese Behandlungsmöglichkeiten nicht von dauerhaftem Erfolg. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, indem du die Entscheidung treffen musst, dein Pferd zu erlösen. Wichtig: Ziehe bei ersten Anzeichen und auch während des Krankheitsverlaufs immer die qualifizierte Beratung und Betreuung deines Fach-Tierarztes hinzu. Fütterung von Pferden mit chronischen Nierenproblemen   Ein Pferd mit einer chronischen Nierenerkrankung kann nicht geheilt werden und benötigt für den Rest seines Lebens besondere Aufmerksamkeit in der Haltung, aber vor allem in der Fütterung. Berücksichtige daher bei bereits erkrankten Pferden, aber auch bei gesunden Pferden, einige relevante Fütterungsempfehlungen: Stelle immer eine ausreichende Wasserversorgung sicher Pferde sollten 24 Stunden Zugang zu frischem und sauberem Wasser haben. Überprüfe die Selbsttränken regelmäßig, um sicherzustellen, dass diese funktionsfähig sind und nicht zu wenig Wasser herauskommt. Achte auf eine individuelle und bedarfsgerechte Fütterung Vermeide einen dauerhaften Eiweißüberschuss. Die Eiweißversorgung sollte vor allem qualitativ durch eine optimale Aminosäurenversorgung verbessert werden. Nutze hier eine möglichst vielseitige Fütterung mit Heu, Getreide, Futterhefe, Leinsamen und Soja in jeweils kleinen Einzelanteilen, so dass rechnerisch ein möglichst optimaler Eiweißanteil erreicht wird. Dabei sind hochwertige Kraftfuttermittel mit ausgewogener Zusammensetzung sinnvoller als große Hafermengen. Der Eiweißgehalt in Pferdefutter wird in vRp Werten (verdauliches Rohprotein) gemessen. Einige Anhaltspunkte zu den Futtergehalten (verdauliches Rohprotein angegeben je kg ursprüngliche Substanz): Weidegras: 15 bis 25g vRp Grasreiches Wiesenheu (Ernte vor der Grasblüte): 80g vRp Grasreiches Wiesenheu (Ernte während der Grasblüte): 60g vRp Grasreiches Wiesenheu (Ernte nach der Grasblüte): 45g vRp Hafer: 85g vRp Weizenstroh: 7g vRp Weizenkleie: 105g vRp Bierhefe, getrocknet: 410g vRp Möhren: 5g vRp Leinsamen: 170g vRp Füttere auch Vitamine und Mineralstoffe mit Bedacht: Achte auf ein ausgewogenes Verhältnis von Vitaminen und Mineralstoffen. Natrium, Kalium und Vitamine verlieren chronisch nierenkranke Pferde oft übermäßig mit dem Harn, so dass hier eine Ergänzung notwendig sein kann, während Kalzium, Magnesium und Phosphor möglicherweise gleichzeitig schlechter ausgeschieden werden können. Auf diesen „Spagat“ sollte das Ergänzungsfuttermittel Rücksicht nehmen, bzw. nur nach vorheriger Blutanalyse dieser Elemente ausgewählt werden. Nur einwandfreies Futter verwenden Durch eine falsche Herstellung oder Lagerung können sich in Kraftfutter und in Raufutter, wie Heu und Stroh, Schimmelpilze ansiedeln, welche vor allen die Nieren dauerhaft stark schädigen können. Giftpflanzen sofort entfernen Prüfe die Umgebung deines Pferdes regelmäßig auf Giftpflanzen und entferne diese unmittelbar. Kräuterkuren für eine gute Nierenfunktion Regelmäßige Kräuterkuren können die Nierentätigkeit deines Pferdes positiv unterstützen und dafür sorgen, dass dieses wichtige Organ gesund bleibt. Typische harntreibende Nierenkräuter sind Birke, Brennnessel oder Löwenzahn. Mische hierbei die Kräuter für ca. 3 Wochen unter das Pferdefutter. Führe diese Kur ruhig mehrmals pro Jahr durch. Das hat einen durchspülenden Effekt und regt eine erhöhte Urintätigkeit an.
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Fütterung und Gesundheit
Tipps gegen Stress bei Pferden
Ein zufriedenes Pferd, das friedlich grast, ausgelassen auf der Weide herumtollt, bei der Arbeit Freude hat und sich in unserer Nähe wohlfühlt. Das ist natürlich die Idealvorstellung eines jeden Pferdebesitzers. Manchmal sieht es in der Realität aber anders aus: Dein Pferd ist gestresst, scheut und findet keine Ruhe. Stress und Stresssymptome sind große Probleme, die Auswirkungen auf dein Pferd und seine Gesundheit haben können. Pferde sind eben sehr sensible Tiere. Auch die Harmonie zwischen Pferd und Reiter wird durch Stress erheblich beeinflusst. Pferde sind außerdem Fluchttiere. Bei Stress wird der Fluchtinstinkt eines Pferdes aktiviert. Es ist ein psychischer Zustand, indem das Pferd Anspannung und Druck spürt. Dieses Verhalten ist eine natürliche Reaktion und schützt Pferde, besonders in der freien Wildbahn, vor bedrohlichen Situationen. Bei manchen Pferden ist das Stress-Verhalten stärker ausgeprägt als bei anderen. Veränderungen in der Zucht in den letzten Jahren und die geborgene Haltung im Stall haben Pferde viel sensibler und feinfühliger gemacht. Schon kleinste Veränderungen im Alltag oder ungewohnte Geräusche können bei einem Pferd Stress auslösen. Es gibt 2 Formen von Stress bei Pferden: Der akute Stress ist ein kurzfristiger Stress, der bei Pferden in einer akut bedrohlich wirkenden Situation auftritt. Diese Art von Stress regt den Fluchtinstinkt an. In dieser Stresssituation werden Hormone ausgeschüttet, die dein Pferd mit schnell verfügbarer Energie versorgen. Dabei erhält ein Teil des Gehirns einen Stimulus. Dieser Reiz wird dann über die Nerven und das Rückenmark auf das Nebennierenmark übertragen. Das Nebennierenmark setzt wiederrum 2 Hormone frei: Adrenalin und Noradrenalin, die dann Energie im Körper freisetzen. Dein Pferd nutzt diese Energie, um wegzurennen und der „gefährlichen“ Situation zu entfliehen.   Der chronische Stress besteht langfristig. Chronisch wird der Stress dann, wenn akuter Stress über einen längeren Zeitraum andauert. Dies ist der Fall, wenn Pferde sich nicht an bestimmte Situationen gewöhnen können und der Druck permanent bestehen bleibt. Zwar scheint es manchmal so, als würden Pferde sich an bedrohliche Situationen gewöhnen, da sie nicht mehr ständig den Drang zeigen, fliehen zu wollen. Aber wenn du ganz genau hinschaust, dann halten manche Pferde diesen Druck lediglich aus und sind innerlich extrem gestresst. Der Körper dieser Pferde ist dann meist sehr angespannt, da die Muskulatur in ständiger Alarmbereitschaft ist. Andere Pferde wiederrum fügen sich auch nur ihrem Angst-Schicksal, indem sie sich „ergeben“ ohne aber die Angst vor der Situation tatsächlich überwunden zu haben. Der Körper des Pferdes setzt bei chronischem Stress das Stresshormon Cortisol frei. Dieses Hormon kann das Immunsystem des Pferdes unterdrücken und sogar langfristig stören. Die Lebensqualität des Pferdes leidet und gesundheitliche Schäden können die Folge sein. Daher ist es sehr wichtig, das Verhalten nervöser, gestresster Pferde ernst zu nehmen und mit ihnen auf positive Weise ein gelassenes, entspanntes Verhalten zu trainieren. Um Ängste überwinden zu können, brauchen Pferde unbedingt einen starken, selbstbewussten und vor allem geduldigen Partner an ihrer Seite. Regelmäßige Wiederholungen sowie eine positive Bestärkung von gewünschtem Verhalten helfen deinem Pferd, früher oder später ein echtes Verlass Pferd zu werden 8 Tipps, um Stress bei Pferden zu vermeiden Reduziere die Stresssituationen im Alltag deines Pferdes, damit es zufrieden ist und sich wohlfühlt. Wahre die Routine Pferde mögen einen geregelten Tagesablauf. Natürlich lassen sich Veränderungen nicht immer vermeiden und sind wichtig – nur so kann dein Pferd auch an Erfahrung gewinnen. Wenn du aber weißt, dass eine Veränderung ansteht, dann gib deinem Pferd die Zeit, sich daran zu gewöhnen. Integriere die Veränderung mehr und mehr im neuen Tagesablauf. Und du wirst sehen: nach einiger Zeit wird die Veränderung von heute schon die neue Routine von morgen.   Bewahre Ruhe Der Stress beim Reiter kann sich schnell auf das Pferd übertragen. Pferde sind sensibel und fühlen diese Stimmungen. Der Reiter muss unbedingt Sicherheit vermitteln, denn das kann ein Pferd am meisten beruhigen. Wenn dein Pferd besonders sensibel oder nervös ist, darfst du nie die Beherrschung verlieren. Stattdessen ist ein verständnisvolles, ruhiges und vor allem geduldiges Verhalten gefragt.   Ermögliche deinem Pferd Kontakt zu seinen Artgenossen Ein Pferd ist ein Herdentier. Sie lieben den Kontakt zu ihren Artgenossen und finden Kraft im Verband. Eine Herde gibt Pferden Sicherheit und Stabilität. Der Kontakt zu seinen Artgenossen kann dein Pferd beruhigen und es fühlt sich nicht mehr so einsam. Achte darauf, dass die Herde genug Platz hat und gut zusammenpasst.   Gib deinem Pferd Freiraum Auslauf auf der Weide ist für dein Pferd enorm wichtig. Dieser Freiraum, indem du dein Pferd einfach mal auf der Wiese toben lässt, bedeutet für dein Pferd Entspannung, Freiheit und Lebensqualität. Es wird zu nichts gezwungen und kann sich nach Lust und Laune frei bewegen. Pferde brauchen diese regelmäßigen Auszeiten auf der Weide.   Sorge für Abwechslung Wenn Pferde immer nur das gleiche Training absolvieren müssen oder keine Beschäftigung haben, dann wird ihnen schnell langweilig. Du kannst deinem Pferd mit selbstgemachtem Spielzeug oder mit neuen Aufgaben Abwechslung im Alltag anbieten. Dein Pferd ist beschäftigt und erlebt etwas Neues, was zu einer Reduktion des Stressgefühls führen kann. Wenn dein Pferd verletzungsbedingt für eine Zeit nicht mehr geritten werden kann, kannst du mit einem behutsamen Spaziergang im Wald oder mit Bodenarbeit für Abwechslung sorgen.   Verwandle stressige Situationen in positive Erlebnisse Wenn dein Pferd z.B. Stress damit hat, auf den Anhänger zu gehen, dann integriere ein regelmäßiges Hängertraining in euren Alltag. Dabei darf Zeit keine Rolle spielen und erwarte vor allem zu Beginn nicht zu viel von deinem Pferd. Sobald dein Pferd auch nur ansatzweise das gewünschte Verhalten zeigt, musst du es mit dem belohnen, was dein Pferd positiv bestärkt. Bei manchen reicht eine sanfte Berührung oder eine lobende Stimme. Andere freuen sich über ihr Lieblingsleckerli.   Achte auf eine ausgewogene und bedarfsgerechte Fütterung Eine einseitige Ernährung kann zu Nährstoffmangel führen. Dein Pferd benötigt genügend Mineralien und Vitamine, damit die Reizweiterleitung im Körper reibungslos abläuft. Raufutter sollte die Grundlage einer jeden guten Pferdefütterung sein, angereichert mit einem Mineralfutter. Bei Bedarf kann dies dann noch mit Kraftfutter ergänzt werden. Bei besonders sensiblen und gestressten Pferden, kann eine Futterergänzung, wie Pavo NervControl, dabei unterstützen, seine innere Ruhe wiederherstellen.   Höre auf die Bedürfnisse deines Pferdes Der Charakter eines jeden Pferdes ist anders. Du als Besitzer kennst dein Pferd am besten. Höre ihm daher gut zu und achte auf die Körpersprache deines Pferdes. Jedes Pferd hat besondere Charaktereigenschaften, die zu ihm gehören und die es ausmachen. Akzeptiere dein Pferd so wie es ist und fördere es in dem Rahmen, den es auch leisten kann. Welche Faktoren können Stress bei Pferden auslösen? Im Alltag eines Pferdes gibt es verschiedene Situationen, die vor allem bei sensiblen Pferden Stress auslösen können. Veränderungen in der Routine des Pferdes: Das Pferd ist ein Gewohnheitstier und liebt daher tägliche Routine. Selbst kleine Veränderungen können ein Pferd in Stress versetzen. Vielleicht bist du mit deinem Pferd umgezogen oder der Stallnachbar ist plötzlich ein anderes Pferd, das dein Pferd noch nicht kennt? Natürlich beeinflussen nicht alle Veränderungen langfristig die Psyche. Oft braucht dein Pferd nach einer Veränderung einfach nur eine kleine Eingewöhnungsphase, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Unentdeckte und unbehandelte Verletzungen: Verletzungen, die unentdeckt bleiben, können deinem Pferd Schmerzen bereiten. Ein Pferd kann nicht sprechen und gezielt auf seine Schmerzen aufmerksam machen. Stattdessen entladen sich diese Spannungen in Stress, Nervosität, aggressivem Verhalten oder Angst. Wirf ruhig öfter einen kritischen Blick auf den ganzen Körper deines Pferdes und suche nach eventuellen Verletzungen oder Blockaden. Vielleicht passt auch der Sattel nicht mehr richtig? Oder die Gamaschen scheuern? Zusätzlich verrät der Gang deines Pferdes viel über seinen Gemütszustand. Zum Beispiel kann ein steifer Gang auf Gelenkbeschwerden oder Muskelverspannungen hinweisen. Kontaktiere in diesem Fall am besten deinen Tierarzt oder einen Fachmann, um weiteren Stress zu vermeiden. Lange Stallruhe nach Verletzungen: Eine lange Ruhephase mit Stallruhe kann bei Pferden Langeweile, Angst, Schmerzen und Einsamkeit hervorrufen. Pferde sind Lauftiere und sind es gewohnt, ihr Futter in Bewegung zu erarbeiten. Bei ausreichend Weidegang und wenn sie ihrem natürlichen Verhalten nachkommen können, legen Pferde am Tag mehrere Kilometer zurück. Deinem Pferd fehlt es neben mangelnder Bewegung außerdem an frischer Luft, Sonnenlicht sowie einer täglichen Abwechslung. Es fühlt sich demnach gestresst und eingeengt. Nährstoffmangel: Stress ist eine chemische Reaktion im Körper. Für eine optimale Reizweiterleitung benötigt der Körper deines Pferdes bestimmte Nährstoffe, wie den Mineralstoff Magnesium. Fehlt Magnesium, ist die Reizweiterleitung im Körper gestört und es kann u.a. zu einer Überreaktion kommen. Magnesium und die essentielle Aminosäure L-Tryptophan sind Bausteine für den Neurotransmitter Serotonin und helfen, die Signalweiterleitung im Nervensystem zu verbessern. Serotonin wird als „Glückshormon“ bezeichnet und wirkt sich positiv auf die allgemeine Stimmung aus. Dadurch baut sich die Spannung im Körper schneller ab und dein Pferd lässt sich besser kontrollieren. Ergänzungsfutter mit einem hohen Anteil dieser aktiven Bestandteile können dein Pferd dabei unterstützen, eine bessere Kontrolle in Stress-Situationen zu behalten. Hängerfahrten und lange Reisen: Der Pferdeanhänger ist besonders für ein Pferd, das nie oder selten gefahren wird, ein großer Stressfaktor. Der Raum ist beengt, der Hänger bewegt sich und die Geräusche sind für ein Pferd neu und aufgrund der Sichteinschränkung schwierig einschätzbar. Reisen im Hänger bedeutet für ein Pferd daher immer eine Veränderung in der Routine und in seinem natürlichen Verhalten. Tierarztbesuche: Selten sind Besuche vom Tierarzt mit positiven Erlebnissen verbunden. Fremde Menschen, unangenehme Berührungen und Behandlungen mit z.B. Spritzen beuteten großen Stress für das Pferd. Sollte dein Pferd eine negative Erfahrung beim Tierarzt erlebt haben, merkt sich dein Pferd dieses Erlebnis. Auch dein persönlicher Gemütszustand wirkt sich auf ein sensibles Pferd aus. Es spürt deinen Stress und wird dann ähnlich reagieren. Lange und intensive Trainingsstunden oder Turniere: Ein regelmäßiges Training ist wichtig für die Gesundheit und Zufriedenheit deines Pferdes. Übermäßige Anstrengung kann allerdings auch zur großen Belastung werden. Wenn Pferde ständig an ihre Leistungsgrenzen gebracht werden, fühlen sie sich nicht mehr wohl und sind schnell gestresst. Ebenso fordern Turniere von deinem Pferd viel körperliche und psychische Kraft. Laute Musik, viele Menschen und Pferde sind für sensible Pferde immer wieder eine neue Herausforderung. Deine Nervosität überträgt sich zusätzlich auf dein Pferd, so dass es mit einer doppelten Last zu kämpfen hat. Stress bei Rosse und tragenden Stuten: Die Trächtigkeit einer Stute ist oftmals ein neues Gefühl und alles andere als Routine für das Pferd. Je nach Verlauf der Trächtigkeit kann die Stute unter Stress leiden. Auch kann ein unbehagliches Gefühl aufgrund eines veränderten Hormonhaushalts während der Rosse zu Stress führen. Hier sind Ruhe, Routine und eine angemessene Fütterung wichtig, damit sich die werdende Mutter auf die anstehende Geburt vorbereiten kann. Auch die spätere Trennung von Mutter und Fohlen mit dem Absetzen, bringt ein großes Stresspotential mit sich. Wetterbedingter Stress: Viele Pferde fühlen sich bei Gewitter nicht wohl. Diese unbekannten Geräusche sowie die Lichtblitze oder lautes Donnern können Pferden Angst machen. Andere Wetterbedingungen, wie Stürme oder starke Temperaturschwankungen, können Pferde ebenfalls belasten. Stress kann dein Pferd nervös, schreckhaft und krank machen. Dauerhafter Stress hat einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden und den Körper. So kann sich vermehrter und andauernder Stress über einen längeren Zeitraum auf das gesamte Verdauungssystem deines Pferdes auswirken. Psychische Faktoren können dann der Auslöser für eine gestörte Magen-Darm-Flora sein und es kommt zu Verdauungsstörungen wie z.B. Durchfall oder Koliken. Magengeschwüre gehören übrigens zu den häufigsten Magenerkrankungen beim Pferd. Diese Krankheiten können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, wenn sie nicht behandelt werden. Deswegen solltest du bei ersten Symptomen immer deinen Tierarzt kontaktieren. Woran du ein gestresstes Pferd erkennst Es gibt viele verschiedene Anzeichen für Stress und jedes Pferd reagiert anders darauf. Auch nicht jedes Verhalten bedeutet gleich, dass dein Pferd gestresst ist. Hier ist es besonders wichtig, dass du dein Pferd gut kennst und seine Sprache richtig verstehst. Vor allem die Augen eines Pferdes geben viel über seine Seele und seinen Gemütszustand preis. Zeigt dein Pferd folgende Verhaltensweisen? Knirscht dein Pferd mit den Zähnen? Schlägt es in vielen Situationen mit dem Schweif? Wiehert dein Pferd oft oder kommt es zu anderen Lautäußerungen? Sind die Muskeln oft verkrampft? Bläht dein Pferd seine Nüstern auf? Ist das Maul fest oder der Kiefer zusammengebissen? Vibrieren die Barthaare der Unterlippe? Fehlt es deinem Pferd an Appetit? Hat dein Pferd viel abgenommen, obwohl du es normal fütterst? Gähnt dein Pferd auffällig viel? Zittert dein Pferd in bestimmten Situationen außer bei Kälte? Schwitzt dein Pferd viel, selbst ohne große Anstrengungen? Bewegt dein Pferd sich tänzelnd oder geht es hin und her? Zeigen die Pferdeohren ein unruhiges Ohrenspiel? Bilden sich steile Falten über den Augen? Tritt dein Pferd aus oder zeigt es andere, aggressive Verhaltensweisen? Ist dein Pferd rast- und ruhelos? Ist dein Pferd oft krank oder hat es Probleme mit dem Immunsystem? Wenn du auf viele dieser Fragen mit „Ja“ antworten kannst, könnte dein Pferd möglicherweise unter Stress-Symptomen leiden. Um eine genaue Diagnose abklären zu können, solltest du dich unbedingt mit deinem Tierarzt beraten.
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Fütterung und Zucht
Vorbereitungen für das Abfohlen
Deine Stute ist hoch trächtig und ihr wartet gemeinsam auf den großen Moment der Geburt. Wie kannst du deine Stute und dich selbst am besten auf die bevorstehende Geburt des Fohlens vorbereiten? Woher weißt du, dass es bald soweit ist und was genau passiert während der Geburt? In unserem Ratgeber haben wir für dich alle wichtigen Informationen zusammengefasst, damit du dich auf den großen Tag und die Zeit danach gut vorbereiten kannst. Die Trächtigkeit dauert bei Stuten ca. 11 Monate. Meist werden Fohlen aber nicht zum errechneten Geburtstermin geboren. Du kannst davon ausgehen, dass es eine Abweichung von einigen Wochen früher oder später geben kann. Der Geburtstermin ist abhängig von mehreren Faktoren, wie zum Beispiel von der Rasse oder Gewicht des Pferdes. Durchschnittlich werden Fohlen nach 320 bis 360 Tagen nach der Besamung geboren. Es entscheidet also die Natur, wann deine Stute das Fohlen zur Welt bringen wird. Es gibt ein Sprichwort, das sagt: „Das Fohlen bestimmt den Tag, die Stute die Stunde der Geburt.“ Meist zögern die Stuten den Geburtsprozess hinaus, bis sie ganz ungestört sind. Darum kommen die meisten Fohlen zwischen 18 und 6 Uhr zur Welt. Wichtige Vorbereitungen auf die Fohlengeburt Die meisten Stuten gebären Ihr Fohlen in ihrer Pferdebox, da dies ihr bekanntes, geschütztes Umfeld ist. Damit der Stute genügend Platz zur Verfügung steht, sollte die Abfohlbox mind. 16-20m² groß sein. Wenn die Stute für die Geburt in eine neue, größere Box umziehen soll, ist es ratsam, sie bereits einige Wochen vor der Geburt dort unterzubringen, um unnötigen Stress zu vermeiden. So kann sich auch das Immunsystem der trächtigen Stute auf das neue Umfeld einstellen. Das neugeborene Fohlen benötigt keine keimfreie Umgebung. Achte dennoch auf besondere Hygiene im Stall und auf der Weide, sobald der Geburtstermin näher rückt oder die Stute erste Signale aussendet. Die Boxen sollten dann täglich gemistet und die Weide sowie das Paddock regelmäßig abgeäppelt werden. Polstere die große Abfohlbox ruhig etwas dicker aus. Empfehlenswert ist eine Schicht Sägespäne, die mit einer dicken Strohschicht getoppt wird. So können die Stute und das Fohlen nicht so leicht ausrutschen und haben es kuschelig weich. Es ist für die Stute sehr wichtig, bis zum letzten Tag unbelastete Bewegung zu bekommen. Sie sollte also nicht nur in der Box verweilen, da dies zu Langeweile und Aggressionen führen kann. Außerdem benötigt die Stute eine gute körperliche Kondition für eine leichte Geburt. Bewegung an der frischen Luft wirkt sich zudem positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus. Durch die Bewegung werden Herz, Lunge und Verdauung angeregt und somit kann auch das Fohlen im Bauch der Stute optimal versorgt werden. Ermögliche deiner Stute darum ausreichend Weidegang oder Zeit im Paddock. Achte auch darauf, dass keine Gefahrenstellen wie Gräben, Zäune, Stolperfallen, spitze Kanten etc. vorhanden sind, an denen sich das Fohlen später verletzten könnte. Kontakt zu anderen Pferden ist für die tragende Stute ebenfalls sehr wichtig. Besonders positiv ist es, wenn mehrere tragende Stuten gemeinsam gehalten werden. So können sie sich später bei der Aufzucht der Fohlen unterstützen. Stuten, die zum ersten Mal ein Fohlen bekommen, können bereits vor ihrer eigenen Geburt lernen, wie die Fohlenerziehung funktioniert. Beobachte die Herde deiner Stute genau, damit du rechtzeitig Pferde, die aggressiv werden oder die gerne raufen, aus der Herde nehmen kannst. Lege eine Notfall-Liste mit Telefonnummern deines Tierarztes und ggf. auch von Bekannten an, die dir bei der Geburt helfen könnten und abrufbereit sind. So hast du alle Nummern schnell zur Hand und musst, wenn es losgeht oder im Notfall nicht auch noch danach suchen. 10 Dinge, die du bei der Geburt benötigen könntest: Schweif-Bandage Einmalhandschuhe Jodtinktur oder Blau-Spray vom Tierarzt Nabelbinde Abschwitzdecke (für den Fall, dass die Stute stark geschwitzt hat) Eimer Wasser, Schere, Handtücher, Seife Respirot (einen Zerstäuber, der für extra Luft und Sauerstoff sorgt, wenn das Fohlen zum Beispiel Fruchtwasser geschluckt hat) Klistier (für Fohlen, die Schwierigkeiten mit ihrem Stuhlgang haben, vor allem Hengstfohlen) Nasenbremse (für Notfälle in angstvollen Augenblicken) Notpackung Fohlenmilch- und Kolostrum-Biestmilch, Babyflaschen mit Sauger (Hier bietet sich das Pavo S.O.S.-Kit an, das alles für den Notfall enthält Vorbereitungen der Stute auf das Abfohlen Zur Sicherheit und für einen optimalen Lebensstart des Fohlens kannst du auch deine Stute auf die bevorstehende Geburt vorbereiten. Sollte deine Stute Hufeisen tragen, ist es ratsam diese aus Sicherheitsgründen einige Wochen vor der Geburt abzunehmen. So kann das Fohlen vor eventuellen Verletzungen geschützt werden. Wenn deine Stute zum ersten Mal ein Fohlen austrägt, dann gewöhne sie bereits vor der Geburt an Berührungen an ihrem Gesäuge. So kommt es seltener zu Komplikationen, wenn das Fohlen bei der Mutter trinken möchte. Die Geburt des Fohlens kündigt sich an Behalte deine Stute gut im Auge, wenn der berechnete Geburtstermin immer näher rückt. Die Geburt kündigt sich mit unterschiedlichen Anzeichen bereits einige Tage zuvor an. Du wirst schnell merken, dass es bald soweit sein wird und die Geburt kurz bevorsteht. Folgende Signale kündigen die Geburt des Fohlens an: Die Beckenbänder fallen ein Das Gesäuge füllt sich langsam mit Milch, wird größer und wärmer Es erscheinen Milchtropfen (Harz) an den Zitzenspitzen Unruhigeres Verhalten, Scharren und schwankender Gang Die Scheidenöffnung ist gerötet, geschwollen und wirkt verlängert Vermehrtes Schwitzen der Stute Was passiert während des Abfohlens? Die meisten Stuten warten mit der Geburt, bis niemand mehr in ihrer Nähe ist. Eine Beobachtung über eine Kamera kann deshalb sehr praktisch sein. So kann der Stute die Ruhe und Sicherheit gegeben werden, die sie für die Geburt braucht. Gleichzeitig kannst du dennoch schnell eingreifen, sobald es nötig wird. Die Geburt eines Fohlens kann in 3 Abschnitte unterteilt werden: 1. Öffnungs-Stadium Der Geburtskanal öffnet sich langsam und der innere Muttermund entspannt sich. Die Stute wird in dieser Phase langsam unruhig. Sie schaut öfter auf ihren Bauch und stampft. Meist beginnt die Stute zu schwitzen und setzt häufiger kleinere Mengen Kot und Urin ab. In dieser Phase sollte die Stute nicht zu sehr gestört werden. Das Platzen der Fruchtblase und austretendes Fruchtwasser sind ein Zeichen für den Übergang zur 2. Geburtsphase, dem Austreibungs-Stadium. 2. Austreibungs-Stadium In der zweiten Phase legt sich die Stute meist hin und das Zusammenziehen der Bauchmuskulatur ist jetzt deutlich zu erkennen. Wenn die Stute anfängt zu arbeiten und die weiße Blase sichtbar wird, überprüfe kurz die Lage des Fohlens. Fühle, ob die zwei Vorderbeine und der Kopf zu spüren sind. Wenn das nicht der Fall ist, liegt das Fohlen wahrscheinlich falsch herum. Sorge in diesem Fall dafür, dass die Stute aufsteht und rufe sofort deinen Tierarzt an. Hat die Geburt einmal begonnen und hast du dich versichert, dass das Fohlen richtig liegt, dann kannst du erst einmal auf Abstand gehen und aus etwas Entfernung oder über eine Kamera die Geburt verfolgen. Das Fohlen wird geboren, die Mutter zerbeißt die Eihülle und leckt diese vom Fohlen ab. Das ist ein sehr wichtiger Prozess, der maßgeblich für die Beziehung zwischen Mutter und Fohlen ist. Des Weiteren regt dieser Vorgang den Kreislauf des Fohlens durch eine Massage der mütterlichen Zunge an. Sollte die Eihülle das Maul und die Nüstern des Fohlens bedecken und die Stute kann dies nicht allein entfernen, ist ein Eingreifen nötig, um dem neugeborenen Fohlen ein freies Atmen zu ermöglichen. Die Nabelschnur reißt ganz alleine an der Stelle, die die Natur dafür vorgesehen hat. Von einem Durchtrennen sollte abgesehen werden. Viele Fohlen werden nachts geboren. Wenn das Fohlen getrunken hat, seinen ersten Stuhlgang gehabt hat, und die Stute sowie das Fohlen sich beruhigt haben, kannst auch du ruhig schlafen gehen. Es ist ratsam, das Licht im Stall brennen zu lassen, damit Fohlen und Stute nicht erschrecken. 3. Nachgeburts-Stadium Zur Nachgeburt gehört die vollständige Austreibung der Eihäute der Nachgeburt. Sollten diese nach 2 Stunden noch nicht abgegangen sein, dann kontaktiere umgehend deinen Tierarzt. Eihäute und Nachgeburt sollten vom Tierarzt auf ihre Vollständigkeit nach der Geburt untersucht werden, da verbliebenes Gewebe in der Gebärmutter zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen kann. Mögliche Komplikationen nach dem Abfohlen Die Stute lässt das Fohlen nicht trinken Vor allem junge Stuten, die ihr erstes Fohlen bekommen haben, können anfangs Schwierigkeiten machen, indem sie ihre Fohlen nicht trinken lassen. Ihr Euter steht unter starker Spannung und ist dadurch sehr empfindlich. Wenn das Fohlen dann trinken will, kann die Stute nach dem Fohlen schlagen. Versuche in diesem Fall die Stute zuerst etwas abzumelken, um Spannung vom Gesäuge zu nehmen (eine Nasenbremse kann hierbei nötig sein). Danach darf das Fohlen zu der Stute. Die erste Milch, die sogenannte Biestmilch, ist besonders wertvoll für das Fohlen, weil sie eine hohe Konzentration Antikörper enthält, die das Fohlen für seinen Immunschutz benötigt. Wichtig zu wissen: Fohlen werden ohne Antikörper geboren. Sorge darum unbedingt dafür, dass das Fohlen diese Milch auch bekommt und trinken kann. Sollte die Stute ihrem Fohlen nicht erlauben zu trinken, dann versuche die Milch abzumelken und dem Fohlen mit einer Flasche zu geben. Im Ernstfall bietet Pavo auch eine entsprechende Ersatz-Biest-Milch (Pavo S.O.S-Kit) an. Das Fohlen will nicht stehen Wenn das Fohlen ziemlich groß ist, hat es vielleicht Mühe, aufzustehen. Biete ihm in diesem Fall einfach etwas Unterstützung an, so dass es seine langen Beine besser sortieren kann. Das Stehen fördert die Durchblutung, und das Fohlen kann bei der Mutter trinken. Bleibt das Fohlen dennoch liegen, muss die Stute gemolken werden, denn das Fohlen sollte seine Biestmilch so schnell wie möglich bekommen. Die Stute leidet an Kolik Manche Stuten bekommen nach der Geburt eine Kolik. Die Gebärmutter schrumpft zu schnell, was starke Krämpfe verursachen kann. Die Stute leidet und kann unkontrollierbar werden. Gegebenenfalls muss das Fohlen in diesem Fall vor der Mutter geschützt werden. Die erste Zeit nach dem Abfohlen Die ersten Stunden und Tage sind für alle eine besonders spannende Zeit. Die Stute und das Fohlen müssen nicht lange ausschließlich in ihrer Box verweilen, achte aber in den ersten Tagen darauf, dass es direkt um sie herum nicht zu laut und unruhig ist. Fütterung der Stute und des Fohlens Kinder groß zu ziehen ist harte Arbeit. Da ist es kein Wunder, dass in dieser Zeit auch der Energie- und Nährstoffbedarf von hochträchtigen und laktierenden Stuten erhöht ist. Biete daher deiner Stute vor allem in den ersten 4 Laktationsmonaten, aber auch bereits während der Trächtigkeit, neben ausreichend Raufutter ein hochwertiges Spezialfutter, wie Pavo Podo® Lac an. Manche Stuten geben später so viel Milch, dass sie förmlich auszehren. Das Ergebnis ist eine magere Stute und ein kräftiges Fohlen. Wenn dies der Fall ist, kannst du Pavo Podo® Lac 8 Wochen nach der Geburt durch Pavo Performance ersetzen. Hierdurch nimmt die Stute viel Energie auf, aber die Milchproduktion wird leicht reduziert. Hierdurch kann sie sich schneller erholen und regenerieren. Sorge für einen langsamen Übergang (über 2 Wochen) und starte parallel bei deinem Fohlen mit der Zufütterung von Podo® Start oder Pavo Podo® Care. Dieses Ergänzungsfutter ist in Pelletform oder als Paste erhältlich. Die Paste ist besonders empfehlenswert, wenn Fohlen noch keine Pellets fressen wollen. Ab wann und wie du dein Fohlen optimal versorgst, erfährst du im ausführlichen Pavo Ratgeber „Fohlen und Absetzer richtig füttern“. Solltest du dir bei der Fütterung deiner Stute oder deinem Fohlen unsicher sein, kontaktiere die Pavo Fütterungsberatung. Unsere Experten beraten dich individuell und stehen dir gern mit Rat und Tat zur Seite. Gesundheit der Stute und des Fohlens Ausreichend Bewegung unterstützt auf natürlich Weise die Reinigung und Regenerierung der Gebärmutter. Tipp für Züchter: Trainiere mit deiner Stute an der Hand hin und wieder schnelle Wechsel zwischen Schritt und Trab. Durch die Muskelkontraktionen wird auch Druck auf die Gebärmutter ausgeübt. Dies fördert den Reinigungsprozess. Die Stute ist hierdurch schneller wieder „sauber“ und kann erneut trächtig werden. Prüfe regelmäßig das Gesäuge, um eine Euterentzündung frühzeitig zu erkennen. Anzeichen für eine Entzündung ist ein heißes, sehr geschwollenes Gesäuge, Berührungen sind schmerzhaft für die Stute, sie lässt das Fohlen nur unwillig trinken oder es wird nicht genügend Milch produziert. Beim Verdacht einer Euterentzündung, kontaktiere am besten deinen Tierarzt. Es ist ratsam, das Fohlen zwischen dem 4. und 8. Tag zu entwurmen. Dies sollte dann nach 4-6 Wochen wiederholt werden. Danach kannst du nach einem normalen Entwurmungsplan verfahren. Achte auf jeden Fall darauf, dass die Wurmspritze für Fohlen geeignet ist. Bewegung und Herdenanschluss Stute und Fohlen können nach der Geburt nach draußen. Beginne schon früh damit, dein Fohlen an ein Halfter zu gewöhnen. So kannst du es behutsam und ganz ohne Stress leiten, sollte es seiner Mutter doch einmal nicht zur Wiese folgen. Am besten begleitet ihr zu zweit Stute und Fohlen auf die Weide. Einer führt die Stute und der andere kann das Fohlen leiten, denn früh übt sich, wer ein braves Pferd werden möchte. Möchte dein Fohlen nicht folgen oder übt sogar Gegendruck auf das Halfter aus, dann bitte auf keinen Fall am Strick ziehen. Fohlen verlieren in diesen Situationen sehr schnell ihr Gleichgewicht und können sich verletzen. Das Fohlen von hinten gleichmäßig anschieben ist hier für alle Beteiligten eine sanftere Methode. Wenn die Bindung zwischen Mutter und Fohlen ausreichend gefestigt ist, können beide mit der restlichen Stuten-Fohlen-Herde zusammengeführt werden. Dies ist in der Regel bereits nach ca. 3-4 Tagen der Fall. Wenn dein Fohlen in der Herde auf der Weide geboren wurde, z.B. weil alle Stuten im Offenstall mit Weidegang gehalten werden, stellt sich diese Frage nicht, denn das neue Herdenmitglied wird meist direkt in den Herdenverbund aufgenommen. Instinktiv wird die Stute in den ersten Tagen erfahrungsgemäß dennoch kein anderes Pferd an ihr Fohlen heranlassen, sondern es so beschützen, wie es nur eine Mutter kann.
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Fütterung und Gesundheit
Kissing Spines – Wirbelsäulenkrankheit bei Pferden
Kissing Spines bedeutet auf Deutsch „küssende Dornfortsätze“ und beschreibt eine immer häufiger diagnostizierte Wirbelsäulenkrankheit bei Pferden. Beim Kissing Spines Syndrom nähern sich die Dornfortsätze der Rückenwirbel einander immer weiter an bis sie sich berühren, schmerzhaft aneinander reiben und in extremen Fällen sogar überkreuzen oder überlappen. Zudem können Entzündungen zwischen den einzelnen Wirbeln sowie knöcherne Zubildungen entstehen. Besonders eine frühe Diagnose ist entscheidend, um dem Fortschreiten der Krankheit entgegen zu wirken und deinem Pferd starke Schmerzen zu ersparen. Für dich als Pferdebesitzer ist es daher also sehr wichtig zu wissen, welche Ursachen Kissing Spines hat, welche Symptome typisch sind und was zu tun ist, falls dein Pferd doch am Kissing Spines Syndrom erkrankt. Ursachen von Kissing Spines bei Pferden Häufig ist falsches Reiten oder auch eine falsche Ausbildung die Ursache von Kissing Spines und den damit verbundenen Rückenproblemen beim Pferd. In manchen Fällen wird der Pferderücken z.B. zu schnell durch Reitergewicht „belastet“, ohne vorher eine ausreichende Bemuskelung aufgebaut zu haben. Gerade jungen Pferden in der Ausbildung bleibt so wenig Zeit für eine gute Entwicklung des Knochengerüsts und der Muskulatur. Besonders die Rückenmuskulatur hat einen sehr großen Einfluss auf den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes und trägt einen großen Teil des Knochengerüsts. Setzt du dich beispielsweise auf den Rücken deines Pferdes, gibt seine Wirbelsäule zunächst erst einmal nach. Damit dein Pferd nun in der Lage ist, dein Gewicht gesund zu tragen, muss es seinen langen Rückenmuskel anspannen. Ist die Rückenmuskulatur jedoch nicht stark genug oder verspannt, ist auch das Anspannen des Muskels nicht möglich. Dies hat zur Folge, dass dein Pferd nicht aktiv mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt treten kann und seinen Rücken nach unten wegdrückt, anstatt ihn rund zu machen. Diese Fehlbelastung führt dann dazu, dass sich die einzelnen Dornfortsätze der Wirbelsäule immer weiter annähern, bis sie schmerzhaft aneinander reiben oder sogar überlappen. Bleibt es dauerhaft bei dieser Fehlbelastung, entzündet der Rückenmuskel. Ist der Muskel entzündet, kann er mit der Zeit schwinden, was dazu führt, dass die empfindliche Wirbelsäule ihren wertvollen Schutz verliert. Reitest du dein Pferd nun, spürt es diese Belastung sozusagen direkt auf seinen Knochen. Besonders der 12.-18. Wirbel sind anfällig für das Kissing Spines Syndrom, da der Abstand zwischen diesen sehr gering ist. Zudem liegen diese Rückenwirbel direkt unterm Sattel, weswegen sie oft zusätzlich belastet werden.  Welche Symptome deuten auf Kissing Spines bei deinem Pferd hin? Folgende Symptome können auf eine Kissing Spines Erkrankung hinweisen: Sensibilität beim Abtasten des Rückens Lahmheit Steifheit Stockende Übergänge Inaktive Hinterhand Schwerfällige oder keine Anlehnung Probleme in der Versammlung Kein „über den Rücken reiten“ Verweigerung vorm Sprung Dein Pferd kann sich nicht „in die Tiefe dehnen“ Taktfehler Häufiges Umspringen im Galopp Häufiger Kreuzgalopp Unterm Sattel bocken oder „weglaufen“ Kannst du Kissing Spines schon in frühen Jahren (oder beim Kauf) erkennen? Kissing Spines lässt sich in der Regel nicht verfrüht erkennen. Allerdings gibt es Vermutungen, dass die Anfälligkeit für diese Krankheit vererbt werden kann. So gelten beispielswiese Jungpferde mit eng aneinander stehenden Dornfortsätzen als anfälliger für Kissing Spines. Auch Pferde, deren Rückenmuskulatur beispielsweise durch einen Sturz beschädigt ist, gelten als gefährdeter. Generell empfiehlt es sich, ein neues Pferd unmittelbar nach dem Kauf einmal von deinem Tierarzt durchchecken zu lassen, bevor du beginnst mit ihm zu arbeiten. Stellt der Tierarzt dann z.B. erhöhte Blutwerte fest, kann dies auf Muskelverspannungen hinweisen. Diese gilt es dann schnell zu lösen, damit der Rücken deines Pferdes wieder locker wird, seine Muskeln geschmeidig bleiben und somit ein korrektes Reiten über den Rücken möglich ist. Ob dein Pferd an „Kissing Spines“ leidet, kann dein Tierarzt mit Hilfe eines Röntgenbilds feststellen. Das Röntgenbild zeigt dann, ob eine Erkrankung an der Wirbelsäule vorliegt und wenn ja, in welchem Stadium sich diese befindet. In manchen Fällen ist außerdem eine Szintigraphie sinnvoll, um eventuelle Fehlbildungen zu erkennen. Der Tierarzt schaut sich hier das Körpergewebe rund um die Wirbelsäule deines Pferdes an und bekommt so einen noch genaueren Einblick über das aktuelle Krankheitsstadium. Außerdem ist eine Begutachtung des Ganges deines Pferdes mit und ohne Reiter empfehlenswert, um herauszufinden, welche Fehlhaltung Kissing Spines begünstigt und wie du diese vermeiden kannst. Behandlung von Pferden mit Kissing Spines Besonders nach der ersten Diagnose benötigen viele Pferde entzündungshemmende Mittel, um wieder schmerzfrei im Rücken zu werden. Auch korrekt gestellte Hufe und ein, wenn nötig, passender Beschlag sind wichtig, damit der Pferderücken nicht falsch belastet wird und keine weiteren Rückenprobleme entstehen. Außerdem bietet sich eine Osteopathie an, um Blockaden im Bewegungsapparat zu lösen. Sei allerdings darauf vorbereitet, dass gerade die erste Behandlung für viele Pferde mit Kissing Spines sehr schmerzhaft sein kann. Möchtest du deinem Pferd selbst etwas Gutes tun, empfehlen sich gezielte Gymnastikübungen vom Boden. Dein Osteopath zeigt dir sicher gerne, welche Übungen deinem Pferd besonders zugutekommen und wie du diese korrekt ausführst. Auch wohltuende Massagen eignen sich, um deinem Pferd zu helfen und erste Verspannungen zu lösen. Ist dein Pferd wieder schmerzfrei und korrekt eingestellt, geht es ans Muskelaufbautraining. Hier empfiehlt sich besonders das Training an der Longe oder über die Handarbeit. Im Aufbautraining liegt der Fokus nun auf der Losgelassenheit im Pferderücken. Ist dein Pferd losgelassen, kennt es die richtige Balance aus unverkrampfter Muskelanspannung und Muskelentspannung. Sein Rücken schwingt bei gleichmäßig taktvollen Bewegungen, die Hinterhand ist aktiv und der Hals wird in einer Vorwärts-Abwärtshaltung gedehnt. Besonders wichtig ist, dass die Rückenmuskulatur entspannt und locker ist. Denn nur so kann sie effektiv von deinem Pferd eingesetzt werden und später auch das Reitergewicht gesund tragen.   Essentiell für eine gesunde Rückenmuskulatur ist auch ihr Gegenspieler: die Bauchmuskulatur. Die Bauchmuskulatur dient dem Rücken deines Pferdes als Stütze, hebt diesen an und trägt so einen Teil des Knochengerüsts mit. Sind die Bauchmuskeln deines Pferdes zu schwach und können nicht kontrahieren, lässt es seinen Rücken durchhängen. Unter diesen Umständen ist es deinem Pferd nicht möglich, seinen Rücken aufzuwölben und die Hinterhand zu aktivieren. Starke Bauchmuskeln sind also unumgänglich, um eine Fehlbelastung des Pferderückens zu vermeiden. Gute Übungen, um die Bauchmuskulatur deines Kissing Spines Pferdes zu stärken, sind Stangenarbeit, Bergauf und Bergab gehen, saubere Übergänge und korrekt ausgeführte Seitengänge. Auch das Bewegen in Dehnungshaltung ist ein äußerst wichtiger Faktor für einen gesunden Pferderücken. In einer gesunden Vorwärts-Abwärts Bewegung wird dein Pferd dazu verleitet, seinen Rücken rund zu machen und das lange Nacken- und Rückenband zu dehnen. So werden die Wirbel und Dornfortsätze auseinandergezogen und die Rückengesundheit deines Pferdes gefördert. Rückwärts richten am Hang und regelmäßige Dehnübungen sind ebenfalls sehr gute Lektionen, um den Rücken deines Pferdes zu stärken.   Ist dein Pferd mit Kissing Spines noch reitbar? Die gute Nachricht vorweg: Pferde mit Kissing Spines sind häufig noch reitbar. Sogar ein paar hocherfolgreiche Sportpferde sind vom Kissing Spines Syndrom betroffen. Bewegung ist sogar ein sehr wichtiger Teil des Genesungsprozesses der Pferdemuskeln und verhindert so, dass die Krankheit weiter fortschreiten kann. Es empfiehlt sich allerdings zuerst an der Longe zu arbeiten, bis dein Pferd Muskeln aufgebaut hat und losgelassen geht. Erst wenn dein Pferd dazu in der Lage ist, den Rücken rund zu machen, kann es das Reitergewicht gesund tragen. Außerdem ist es ratsam, die Sattelpassform kontrollieren zu lassen, bevor du wieder mit dem Reiten anfängst, um unangenehmen Satteldruck zu vermeiden. Zurück auf dem Pferd gilt es dann darauf zu achten, dass du dein Pferd losgelassen über den Rücken reitest. Gute Übungen, um die Losgelassenheit zu fördern, sind z.B. Seitengänge, Biegungen und Übergänge. Weitere Übungen für dein Pferd mit Kissing Spines Auch wenn dein Pferd schmerzfrei ist und es wieder geritten werden darf, ist es weiterhin sehr sinnvoll, es mit gezielten Gymnastikübungen zu unterstützen. Hierzu zählt beispielsweise das Dehnen der Hinter- und der Vorderbeine oder das Dehnen des Halses. Um den Hals deines Pferdes zu dehnen, kannst du ganz einfach den „Mohrrüben-Trick“ anwenden. Stelle dich hierfür mit einer Mohrrübe z.B. seitlich an die Schulter deines Pferdes und bringe es dazu, seinen Hals mit nach unten gestreckten Kopf in Richtung Hinterhand zu drehen. Korrekt ausgeführt unterstützt diese Übung die Mobilität der Wirbelsäule. Hat dein Pferd allerdings eine Blockade im Hals, ist es gut möglich, dass es den Hals abknickt und die Übung falsch ausführt, ohne dass du sofort etwas davon merkst. Stimme dich daher am besten im Vorfeld mit deinem Osteopathen ab, um herauszufinden, welche Übungen für den aktuellen Zustand deines Pferdes am besten geeignet sind und woran du typische Fehler erkennst. Tipps zur Fütterung von Pferden mit Kissing Spines  Generell sollte die Fütterung eines jeden Pferdes aus ausreichend qualitativ hochwertigem Raufutter bestehen und auf seine individuellen Bedürfnisse angepasst sein.Daher kommt es auch bei der Fütterung eines Pferdes welches unter dem Kissing Spines Syndrom leidet, auf den aktuellen Zustand und die Arbeitsintensität an. Die Diagnose „Kissing Spines“ wurde gerade erst erteilt und dein Pferd wird aktuell nicht bewegt? Dann genügt eine Futterration aus ausreichend Raufutter und einem guten Mineralfutter, um den täglichen Nährstoffbedarf deines Pferdes zu decken. Möchtest du deinem Pferd dennoch ein Kraftfutter füttern, um z.B. Futterneid zu vermeiden, eignen sich getreide- und melassefreie Futtersorten mit wenig Stärke, Zucker und Energie. Du startest gerade das Muskelaufbautraining mit deinem Pferd? In diesem Fall benötigt dein Pferd ausreichend gutes Raufutter und ggfs. ein leichtes Kraftfutter, dessen Menge je nach Arbeitsintensität variiert werden kann. Speziell für den Trainingsbeginn, eignen sich Ergänzungsfuttermittel mit essentiellen Aminosäuren wie Lysin und Vitamin D3, um den Muskelaufbau zu fördern und Muskelermüdung vorzubeugen. Ist dein Pferd außerdem zu dünn? Eine hochwertige Raufuttermischung aus Luzerne, Soja und Spurfasern bringt dein Pferd wieder in einen guten Konditionszustand. Du fängst wieder an zu Reiten? Auch in diesem Fall ist ausreichend gutes Raufutter das A und O der Pferdefütterung und unbedingt notwendig, um dein Pferd gesund zu erhalten. Für ein Freizeitpferd, das leichte bis mittlere Arbeit verrichtet, empfiehlt es sich, weiterhin ein getreide- und zuckerreduziertes Müsli zu füttern, um seinen Bedarf an Nährstoffen zu decken. Dein Pferd erhält weniger als 1,5kg Kraftfutter pro Tag? Ergänze dann Vitamine und Mineralien durch ein Mineralfutter. Sportpferde, die schwere Arbeit erbringen, benötigen neben dem Raufutter ein zusätzliches Kraftfutter mit einem hohen Energiewert. Energieträger wie Öl oder Getreide sorgen dafür, dass dein Pferd Leistungen auf höchstem Niveau erbringen kann. Zusätzlich ist es besonders für Sportpferde wichtig, den Abtransport von Abfallstoffen in den Muskeln zu fördern, um Muskelsteifheit und Muskelübersäuerung vorzubeugen. Hier empfehlen sich Ergänzungsfuttermittel mit Magnesium, Selen und natürlichem Vitamin E, um die Muskeln deines Pferdes geschmeidig und locker zu halten.
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Fütterung und Gesundheit
Atemwege des Pferdes
Das Pferd besitzt einen außergewöhnlich leistungsstarken Atmungsapparat. Das gesamte Lungenvolumen eines Pferdes zwischen 500 und 650 kg beträgt ca. 40-55 Liter. Ein Pferd atmet im Ruhezustand 8- bis 16-mal pro Minute, wobei es bei jedem Atemzug 6 bis 8 Liter ein- und wieder ausatmet. Pro Tag strömen damit mindestens 70.000 Liter Luft durch die Lungen eines Pferdes. Bei maximaler Anstrengung kann die Atemfrequenz sogar auf 120 bis 150 Atemzüge pro Minute ansteigen. Beim Galopp ist die Atemfrequenz an die Frequenz der Galoppsprünge gekoppelt. Es findet also bei jedem Galoppsprung ein Ein- und Ausatmungsvorgang statt. Diese Atemleistung ist dann auch mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Trotz diesen enormen Leistungsfähigkeiten, ist die Lunge des Pferdes zugleich eines seiner empfindlichsten Organe. Welche Organe sind bei der Atmung des Pferdes beteiligt? Alle Organe, die für die Atmung des Pferdes zuständig sind, werden unter dem Begriff „Atmungsapparat“ zusammengefasst. Dabei wird zwischen den oberen und den unteren Atemwegen unterschieden. Obere Atemwege bestehen aus: äußere Nase (Nüstern), Nasenlöcher, paarige Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen, Nasenrachen und Kehlkopf. Untere Atemwege bestehen aus: Luftröhre, Lunge, Bronchien und Alveolen (Lungenbläschen). So funktioniert die Atmung beim Pferd Die Luft wird über die Nüstern eingeatmet, erwärmt und strömt am Kehlkopf vorbei in die Luftröhre. Von dort aus gelangt sie zu den Bronchien und deren Verzweigungen. Genau an diesen Verzweigungen befinden sich kleinste Bronchiolen, an deren Enden wiederum die Lungenbläschen (Alveolen) sitzen. Hier erfolgt dann auch der eigentliche Gasaustausch: der Luft wird der Sauerstoff entnommen und gleichzeitig wird Kohlendioxyd ausgeschieden. Die Schleimhaut der Atemwege wird dank ihres besonderen Aufbaus zur Reinigung, bzw. Filterung der eingeatmeten Luft eingesetzt. Hierdurch können feinste Fremdkörper aus den Luftwegen herausbefördert werden. Je nachdem an welcher Stelle die Luftreinigung erfolgt, werden die Fremdkörper entweder zu den Nasenlöchern nach außen abtransportiert oder aber in die Rachenhöhle abgeschluckt. Dies geschieht dann an der Stelle, wo sich Atmungs- und Verdauungsweg kreuzen und die zu eliminierenden Teilchen über die Speiseröhre abgeführt werden können. Wenn die Atmung beim Pferd zum Problem wird Die Atmung ist auch bei Pferden, neben einem starken Herzen, der Antrieb ihres Lebens. Damit Stoffwechselprozesse im Pferdekörper problemlos funktionieren können, ist ausreichend Sauerstoff im Blut essentiell. Ein lungenkrankes Pferd ermüdet deutlich schneller als ein gesundes Pferd, da der gesamte Körper durch die beeinträchtigte Atmung und Lungenfunktion nicht genügend Sauerstoff erhält. Somit beeinflusst jede Erkrankung der Atemwege die Leistungsfähigkeit deines Pferdes und sollte dringend durch einen Tierarzt behandelt werden – auch um einen chronischen Verlauf zu vermeiden. Schon gewusst? Atemwegserkrankungen gehören mit zu den häufigsten inneren Erkrankungen bei Pferden. Auch bei Atemwegserkrankungen wird unterschieden, ob sich diese in den oberen oder unteren Atemwegen befinden. Diese werden wiederum unterteilt in infektiöse und nicht infektiöse Erkrankungen. Wenn du bei der Belastung deines Pferdes Atemgeräusche wahrnehmen solltest, so liegt hier der Ursprung meistens in den oberen Atemwegen. Handelt es sich um Probleme der tiefen Atemwege, sind die Ursachen entweder infektiöser Natur oder aber einer Überempfindlichkeit auf Allergene geschuldet.   Probleme mit der Atmung bei Pferden sind vermutlich jedem Pferdebesitzer bekannt und sind ein sehr lästiges und vor allem langwieriges Übel. Gerade die Anzahl der rückfällig werdenden Pferde macht deutlich, wie schwierig es ist, das genaue Problem zu finden und langfristig erfolgreich zu therapieren. Wichtig ist es, die Menge des Staubes in der Umweltluft zu reduzieren und deinem Pferd somit den Atmungsprozess zu erleichtern. Die gängigsten Atemwegsprobleme beim Pferd Eine Erkrankung der Atemwege bedeutet eine unmittelbare Bedrohung für die Sauerstoffaufnahme. Auf eine Reizung der Atemwege reagiert ein Pferd mit Husten, in Kombination mit oder ohne Ausfluss aus den Nüstern. Überempfindlichkeit Eine Überempfindlichkeit der Atemwege mit Husten und/oder Schleimausfluss kann infektiös durch Bakterien, Viren und Parasiten, oder aber auch nicht infektiös durch eine Überempfindlichkeit auf Allergene entstehen. Bronchitis Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, oft infolge einer Virusinfektion oder aber durch eine allergische Reaktion auf pilzsporenhaltigen Staub. Bei längerem Krankheitsverlauf besteht die Gefahr, dass die Entzündung chronisch wird. Dann entwickelt dein Pferd Asthma oder Dämpfigkeit (COPD). Zu den Symptomen gehört Husten in Kombination mit Ausfluss aus den Nüstern und/oder einer erhöhten Temperatur. Dämpfigkeit (COPD) Hierbei handelt es sich um eine chronische Bronchitis. Dein Pferd zeigt dabei asthmatische Symptome: Die Atemwege sind chronisch entzündet, wodurch mehr Schleimbildung erfolgt und die Atemwege angeschwollen sind. Die Atemwege werden enger und dein Pferd hat Mühe, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen. Die erhöhte Schleimbildung verursacht außerdem Husten. Kehlkopfentzündung Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut, verursacht durch Infektionen oder reizende Stoffe. Die chronische Variante kann Husten verursachen, bewirkt vor allem aber ein Nebengeräusch bei der Atmung. Dieses können insbesondere während der Belastung des Pferdes auftreten. Zudem kann eine Kehlkopfentzündung einen gelbweißen Ausfluss aus den Nüstern verursachen. Luftröhrenentzündung Eine Luftröhrenentzündung entsteht meistens durch eine Virusinfektion und ist vergleichbar mit einer Erkältung. Wie du deinem Pferd bei Atemwegsproblemen helfen kannst Ziehe bei Atemwegsproblemen immer deinen Tierarzt zu Rate. Neben der medikamentösen Therapie durch deinen Tierarzt, kannst aber auch du entscheidend zur Genesung deines Pferdes beitragen. Halte dein Pferd im Offenstall. Sollte diese Haltung nicht möglich sein, nutze eine nach vorne offene Reihenbox, deren obere Türhälfte so oft wie möglich offen stehen kann. Ideal wäre in diesem Fall natürlich eine Reihenbox mit angeschlossenem Auslauf. Vermeide die Haltung deines Pferdes in geschlossenen Ställen. Stelle dein Pferd täglich für mehrere Stunden auf die Weide oder in einen großen Auslauf, denn frische Luft ist wichtig. Hole dein Pferd aus dem Stall, bevor du die Box ausmistest. Entferne täglich die nassen Stellen und den Dung aus dem Stall. Striegel dein Pferd im Freien. Reinige den Anhänger, bevor du dein Pferd verlädst (auch auf dem Rückweg). Entwurme dein Pferd regelmäßig. Gerade bei Virusinfektionen kann eine entsprechende Impfung langfristige Abhilfe verschaffen. Lasse dich hier genauer von deinem Tierarzt beraten. Mische das Kraftfutter mit etwas Flüssigkeit, um Staub zu binden. Bei Infektionen ist der Vitamin- und Mineralstoffbedarf des Pferdes erhöht. Vor allem der Bedarf an Vitamin A, C, E, B-Vitaminen, Selen, Zink und essentiellen Fettsäuren ist in solchen Situationen erhöht. Unterstütze dein Pferd daher mit einer ausreichenden Versorgung. Kräuter sind nach wie vor unumstritten bewährt in der Unterstützung von Atemwegsproblemen. Daher gebe deinem Pferd gerade in dieser Phase Kräuter als Zusatzfutter. Bewährte Kräuter sind: Eibisch, Isländisch Moos, Pfefferminze, Süßholz, Eukalyptus, Fenchel oder Thymian. Kräutermischungen kannst du bereits fertig verarbeitet und perfekt aufeinander abgestimmt kaufen. Gebe deinem Pferd nur nasses Heu oder ersetze dieses durch Heulage (Anwelksilage). Sollte dein Pferd auch empfindlich auf Stroh reagieren, verwende statt Stroh eine alternative, staubarme Einstreu (Hobelspäne, Lein, Hanf, Raps). Achten hierbei aber darauf, dass deinem Pferd ausreichend Raufutter angeboten wird. Tipp zur richtigen Anwendung der Nassfütterung Heu und Futterstroh müssen mehrere Minuten vollständig unter Wasser getaucht werden. Das bloße Übergießen mit Wasser aus der Gießkanne oder dem Schlauch reicht bei den meisten Pferden nicht aus. In jedem Fall muss die Benetzung aller Halme gewährleistet sein. Bei losem Heu genügen daher meist wenige Minuten. Wässerst du einen ganzen, womöglich noch geschlossenen Heuballen, so benötigst du dafür etwa 15 bis 30 Minuten. Mit nennenswerten Nährstoffverlusten ist durch das Wässern dabei nicht zu rechnen. Am Anfang ist es erstaunlich, wieviel Schmutz nach dem Heutauchen im Wasser verbleibt. Der Sinn des Tauchens liegt aber nicht im Waschen des Raufutters, also in der Entfernung der Sporen und des sonstigen Staubes, sondern in deren Bindung. Verhindert werden soll die Inhalation der Sporen. Im Magen richten sie in den geringen Mengen, die in gutem Heu zu erwarten sind, keine Schäden an. Inhalation Inhalation ist ebenfalls eine effektive Möglichkeit, die Behandlung von Atemwegserkrankungen beim Pferd zu unterstützen. Hierbei werden die Wirkstoffe mithilfe eines Verdampfers oder Verneblers in kleinste Teile zerstäubt und über eine Maske vom Pferd eingeatmet. Vorteile bei Inhalationen sind: Die Atemwege werden angefeuchtet. Die Reizungen werden somit reduziert. Schleim verflüssigt sich z.B. durch die Inhalation von Salzlösungen, so dass dieser leichter abfließen kann. Die Bronchien werden erweitert, so dass die Atmung verbessert wird und außerdem die Wirkstoffe effizienter wirken können. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Hauptmaßnahmen darauf fokussieren, die Staubbelastung sowohl kurz- aber auch langfristig so gering wie möglich zu halten. Berücksichtige diese Maßnahmen aber nicht erst, wenn dein Pferd schon an den Atemwegen erkrankt ist, sondern setze diese vor allem vorbeugend auch bei gesunden Pferden ein. Denn wie zu Beginn gesagt: „Die Atmung ist der Antrieb deines Pferdes!“
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Fütterung und Gesundheit
Pavo Raufutterprodukte im Überblick
Raufutter ist das natürlichste Futtermittel für Pferde. Es hält den Darm aktiv und fördert eine optimale Darmflora. Das Verdauungssystem des Pferdes ist so angelegt, dass es eigentlich kontinuierlich kleine Mengen Raufutter benötigt. Durch ständiges Kauen produziert das Pferd Speichel, der wiederum die Verdauung anregt. Bei Pferden, die wenig Raufutter oder zu große Mengen Kraftfutter in einer Mahlzeit bekommen, besteht ein großes Risiko, dass diese Pferde eine Kolik oder Magengeschwüre bekommen. Daher ist es wichtig, dass dein Pferd so viel wie möglich kauen kann. Und lange Kau- und Fresszeiten werden nun mal ausschließlich durch die Fütterung von Raufutter erzielt. Was aber, wenn dein Pferd nicht ausreichend Raufutter aufnehmen kann? Es gibt verschiedene Gründe, warum die Raufutterration eher spärlich ausfallen könnte: Dein Pferd hat Zahnprobleme und kann das Raufutter nicht mehr kauen. Dein Pferd benötigt eine Zeit lang eine strukturarme Schonkost, z.B. nach einer Darm-OP. Dein Pferd ist der Rangniedrigste in einer 24 Stunden Herdenhaltung und es gibt zu wenig Raufutterstellen. Du hast nur Raufutter von mäßiger oder sogar schlechter Qualität. Wodurch unterscheiden sich die Pavo Raufutterprodukte? Pferde benötigen mindestens 1,5 % - 2,0 % ihres Körpergewichts an Raufutter (gemessen in Trockenmasse). Bei einem Trockenmassegehalt von 85 % benötigt demnach ein 600 kg schweres Pferd 12 - 14 kg Heu pro Tag, wenn es kein Gras bekommt. Das ist eine ganze Menge, die es zu ersetzen gilt, wenn diese Ration pro Tag nicht erreicht werden kann oder das natürliche Fressverhalten des Pferdes eingeschränkt ist. Die Pavo Raufutterprodukte bieten dir eine gute Alternative für eine gesunde Raufutterfütterung deines Pferdes, wenn die bedarfsgerechte Tagesration mit „normalem“ Raufutter wie Heu, Gras und Stroh nicht erreicht werden kann. Pavo FibreNuggets Pavo FibreNuggets kann als hochwertiger Raufutterersatz eingesetzt werden. Die großen strukturreichen Heucobs aus 100 % Alpenweidegras fördern die Kau- und Speichelbildung deines Pferdes. FibreNuggets besteht aus einer Mischung von über 60 verschiedenen Gräsern und Kräutern. Es ist reich an Ballaststoffen, natürlichen Vitaminen und Spurenelementen. Die Heucobs sind zudem staub- und schimmelfrei. Hierdurch sind sie auch ideal für Pferde geeignet, die empfindlich auf Staub und/oder Schimmel reagieren. FibreNuggets können sowohl trocken als auch eingeweicht gefüttert werden. Sie sind eine ideale Raufutterergänzung für Pferde mit Zahnproblemen oder für Pferde in Erholungsphasen, z.B. nach einer Krankheit oder OP. Die Heucobs können entweder zusätzlich zum normalen Raufutter oder als (teilweiser) Ersatz von schlechtem Raufutter gefüttert werden.     Pavo SpeediBeet Pavo SpeediBeet besteht aus entzuckerten Zuckerrübenschnitzelflocken mit kurzer Einweichzeit ohne Zusatzstoffe, also auch ohne Melasse. Es enthält keine Stärke und nur 5 % Zucker, aber dafür viele gesunde Ballaststoffe, wie z.B. Pektin. Pektin hat eine präbiotische Wirkung, d.h. diese Ballaststoffe unterstützen das Wachstum gesunder Bakterien im Darm. Durch seine Fasern ist SpeediBeet eine hervorragende Quelle langsam freiwerdender Energie. Pavo SpeediBeet darf nur eingeweicht gefüttert werden. Es ist besonders gut für Pferde und Ponys geeignet, die so wenig Zucker wie möglich aufnehmen dürfen, sowie bei Konditionsrückstand, Zahnproblemen oder für Pferde, die anfällig für Magen-Darmprobleme sind. Die raufaserreichen Rübenschnitzel werden als Zusatz oder als Ersatz zum normalen Kraftfutter gefüttert.     Pavo FibreBeet Pavo FibreBeet ist ein Mix aus Pavo SpeediBeet (Rübenschnitzeln), Luzerne und leicht verdaulichen Rohfasern aus Sojaschoten. Es enthält nur 2 % Stärke und 5 % Zucker. Die hochwertigen Eiweiße aus der Luzerne machen FibreBeet zur idealen Raufutterergänzung für (dünne) Pferde mit Zahnproblemen und für (alte) Pferde, die extra Energie und Eiweiße benötigen. Dein Pferd wird so beim Konditionsaufbau unterstützt, ohne dass es davon hitzig wird. Die raufaser- und eiweißreichen Rübenschnitzel werden als Zusatz oder als Ersatz zum normalen Kraftfutter gefüttert.     Pavo DailyPlus Pavo DailyPlus ist ein ausgewogenes Strukturfutter, das die Kautätigkeit und die Speichelproduktion deines Pferdes anregt. Es fördert somit ein gesundes Verdauungssystem und ist für alle Pferde und Ponys geeignet. Der vitaminisierte Raufuttermix aus strukturreichen Zutaten wird unter das normale Kraftfutter gemischt, so dass die Kau- und Fresszeiten des Pferdes deutlich verlängert werden.     Pavo HayChunks Ein ganz besonderer Snack und eine ideale Ergänzung zum täglichen Raufutter sind die Pavo HayChunks. Die Chunks werden aus hochwertigem Wiesenheu von Bergweiden aus deutschen Naturschutzgebieten hergestellt und als Rolle in der Größe einer Getränkedose gepresst. Diese Raufuttersnacks sorgen bei deinem Pferd für eine lange Beschäftigung und regen außerdem die Kautätigkeit sowie die Speichelproduktion an. Sie bieten Ablenkung für Pferde, die lange Zeiten im Stall stehen, regelmäßig im Anhänger transportiert werden, sich schnell langweilen oder anfällig für Verhaltensstörungen sind. Auch zuckerempfindliche sowie übergewichtige Pferde dürfen sich freuen, denn die HayChunks enthalten sehr wenig Zucker und Stärke. Die Snacks werden direkt aus der Hand, vom Boden, aus dem Futtertrog oder aus dem Heunetz gefüttert.   Schnell und einfach das passende Pavo Raufutterprodukt finden Der Raufutter-Entscheidungsbaum unterstützt dich dabei, das ideale Pavo Raufutterprodukt zu finden, um dein Raufutter zu ergänzen oder (teilweise) zu ersetzen:  
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Fütterung und Zucht
Fohlen ohne Mutter aufziehen
Die kritische Phase: die ersten 24 Stunden nach der Geburt Wenn der schlimmste Albtraum plötzlich zur Realität wird: Die Stute stirbt direkt nach der Geburt und das Fohlen ist nun mutterlos. Es ist verständlich, wenn du in solch einer Situation ratlos oder geschockt bist. Dennoch ist es wichtig, zunächst Ruhe zu bewahren, damit du die ersten, sehr wichtigen Lebensstunden deines Fohlens gut managen kannst. Die 1. Stunde nach der Geburt: Beobachte das Fohlen genau – die Augen sind geöffnet und die Schleimhäute rund um die Augen sind rosafarben. Etwa 10 bis 60 Sekunden nach der Geburt sollte die Atmung des Fohlens ruhig und regelmäßig sein. Üblicherweise leckt die Mutterstute das Fohlen nach der Geburt trocken. Bei einer verstorbenen Stute liegt es an dir, das Fohlen zu trocknen. Am besten reibst du das Fohlen kräftig mit Stroh ab und deckst es anschließen mit Stroh zu, damit es nicht auskühlt. Optimal ist eine Umgebungstemperatur von 25° C. Wenn die Außentemperatur sehr niedrig ist, z.B. im Winter, kannst du das Fohlen auch mit einer Decke zudecken. Es ist wichtig, dass du regelmäßig die Temperatur deines Fohlens misst, um sicherzustellen, dass es nicht unterkühlt. Die ideale Körpertemperatur eines jungen Fohlens liegt zwischen 37,2° C und 38,9° C. Anhand der Körpertemperatur kannst du auch erkennen, ob eine Infektion vorliegt. 1 bis 3 Stunden nach der Geburt: Innerhalb von spätestens 3 Stunden muss das Fohlen Colostrum - auch Biestmilch genannt -  bekommen. Über die Biestmilch nimmt das Fohlen die ersten Antikörper auf, die das Immunsystem aufbauen. Außerdem führt das Colostrum dem Fohlen lebenswichtige Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine zu. Das Colostrum der Mutterstute ist für ein Fohlen die beste Option. Es klingt skurril und kostet dich sicherlich viel Überwindung, aber du kannst versuchen, die verstorbene Mutterstute zu melken. Am besten legst du eine Decke über den Körper, damit dieser warm bleibt. Lege zwei Finger an eine Zitze des Euters und drücke so viel Milch wie möglich nach unten. Fange die abgemolkene Biestmilch dann in einem Behälter auf. Wenn dir das emotional nicht möglich ist oder die verstorbene Mutterstute keine Biestmilch mehr gibt, kannst du auch auf Colostrumersatz zurückgreifen, wie z.B. Pavo Colostrum. Diesen Ersatz findest du auch im Pavo SOS Kit. Das Kit für den Notfall versorgt das mutterlose Fohlen in den ersten 24 Stunden nach der Geburt mit allen lebenswichtigen Nährstoffen. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, immer einen Colostrumersatz griffbereit zu haben. Wenn die Mutterstute unerwartet verstirbt oder kein Colostrum produziert, ist schnelles Handeln gefragt, um dem Fohlen einen guten Start ins Leben bieten zu können. Nach spätestens 2 Stunden sollte das Fohlen zum ersten Mal aufstehen. Du kannst das Fohlen sanft dabei unterstützen und ihm etwas Halt geben. Es ist ganz normal, dass ein neugeborenes Fohlen am Anfang sehr wackelig auf den Beinen ist. Nach 8 Stunden: Innerhalb der ersten 8 Stunden nach der Geburt uriniert ein gesundes Fohlen zum ersten Mal. Spätestens jetzt muss dein Tierarzt verständigt werden. Er untersucht das Fohlen gründlich und stellt fest, ob nach der Aufnahme des Colostrums die wichtigsten Abwehrstoffe im Blut vorhanden sind. Nach 12 bis 24 Stunden: Achte darauf, dass das sogenannte Darmpech – also der erste Stuhlgang – binnen 24 Stunden abgeht. Das Fohlen muss „beim ersten Mal“ sein Bestes geben, denn die Kotpartikel sind sehr hart und dunkelbraun bis schwarz. Wenn du Probleme beim Abgang bemerkst, konsultiere deinen Tierarzt. Dieser kann dich auch zur richtigen Durchführung eines Einlaufs beraten. Aufzucht eines mutterlosen Fohlens: Flasche oder Ammenstute Nachdem die ersten kritischen Stunden überstanden sind und das kleine Fohlen wohlauf ist, liegt nun eine wichtige Entscheidung vor dir: Möchtest du das Fohlen mit der Flasche aufziehen oder suchst du dir eine Ammenstute, die das verwaiste Fohlen als ihr Eigenes annimmt? Auch eine Kombination der beiden Optionen ist denkbar und in manchen Situationen sogar unumgänglich. Fohlenaufzucht mit der Flasche Falls du dich dafür entscheidest, das Fohlen mit der Flasche großzuziehen, musst du dir über eines im Klaren sein: Für eine Flaschenaufzucht brauchst du viel Zeit und Geduld. In unserem Ratgeber findest du viele Tipps, die dir zur Orientierung dienen, aber niemals den Rat eines Tierarztes ersetzen können. Es ist wichtig, dass du regelmäßig mit deinem Tierarzt Rücksprache hältst und er die Entwicklung des Fohlens aus medizinischer Sicht begleitet. Das Fohlen braucht in den ersten Lebenswochen Stutenmilch Besonders in den ersten Lebenstagen ist die Stutenmilch mit all ihren Nährstoffen für den besten Start ins Leben eines Fohlens essentiell. Da die Stute verstorben ist, musst du für entsprechenden Ersatz sorgen. Es gibt vollwertige Alternativen zur Stutenmilch, wie z.B. Pavo FoalMilk. Sie ist der Zusammensetzung der Stutenmilch nachempfunden und deckt den täglichen Bedarf an Nährstoffen von mutterlosen Fohlen. Die Entwicklung von Fohlen, die mit Pavo FoalMilk aufgezogen werden, verläuft normal. Es sind keine Defizite im Vergleich zu Fohlen festzustellen, die mit der Stutenmilch ihrer Mütter versorgt werden. Ein junges Fohlen benötigt mindestens 10 % seines Gewichts pro Tag in Litern. Eine genaue Anleitung findest du in den Gebrauchsinformationen des jeweiligen Fohlenmilchersatzes. Auch dein Tierarzt gibt dir sicher wertvolle Tipps. Achte darauf, die Fohlenmilch körperwarm zu füttern und gehe bei der Zubereitung möglichst hygienisch vor: Halte die Saugflasche immer sauber und frei von Rückständen, um Infektionen und Krankheiten vorzubeugen. Tipps & Tricks zur Fütterung von Fohlenmilch mit der Flasche Die Fohlenmilch kannst du mit einer handelsüblichen Flasche mit Sauger oder der Flasche aus dem SOS Kit verabreichen. Halte die Öffnung des Saugers zu Anfang eher klein. Wenn das Fohlen schon länger auf der Welt ist und großen Hunger hat, erweiterst du die Öffnung, indem du den Sauger etwas weiter unten aufschneidest.   Für eine optimale Fütterung, positioniere den Fohlenkopf unter deiner Achselhöhle und unterstütze den Kiefer leicht mit deiner Hand. Die Flasche bietest du dann mit der anderen Hand an. Halte die Flasche und Kopf möglichst horizontal. WICHTIG: Du darfst den Fohlenkopf nicht zu weit nach hinten lehnen, ansonsten könnte die Milch in die Luftröhre geraten kann. Das Fohlen muss aktiv saugen.   Als Alternative zur Flasche mit Sauger gibt es spezielle Eimer mit einer künstlichen Saugzitze, die in Höhe eines Stuteneuters aufgehängt werden. In den ersten Tagen benötigt das mutterlose Fohlen Kot von einem gesunden Pferd Fohlen von gesunden Stuten fressen in den ersten Tagen oft den Kot ihrer Mutter. Das ist ganz normal und auch notwendig, da der Kot wichtige B-Vitamine und Darmbakterien enthält, die für das Immunsystem des Fohlens essentiell sind. Ein mutterloses Fohlen hat diese Möglichkeit nicht. Aber du kannst dem Fohlen etwas Kot von einem gesunden Pferd anbieten. Beachte hierbei, dass das Fohlen nur maximal bis zur 3. Lebenswoche Interesse am Kotfressen zeigen sollte. Wenn das Kotfressen anhält, ist dein Handeln gefragt. In unserem Ratgeber „Das Pferd frisst Sand und Kot“ kannst du dich tiefer mit dieser Thematik beschäftigen.   Schon ab der 1. Lebenswoche kannst du Raufutter und Wasser anbieten Ein Fohlen zeigt schon in den ersten Tagen spielerisches Interesse an Wiesenheu, Raufutter, Gras und Wasser. Biete ihm daher regelmäßig einen gefüllten Futtereimer und Wassertrog an. Hier hilft auch der Kontakt mit Artgenossen, von denen sich das Fohlen das richtige Verhalten abgucken kann, um das eigenständige Fressen und Trinken zu erlernen. Diese Eigenständigkeit ist wichtig, denn schon ab dem 2. Lebensmonat reicht die Energie- und Eiweißversorgung über die Milch allein nicht mehr aus, so dass diese mit speziellem Fohlenfutter angereichert werden muss. Während der Wachstumsphase hat ein junges Fohlen einen hohen Bedarf an Mineralstoffen, die für das Knochenwachstum essentiell sind, wie z.B. Magnesium. Wichtig ist hierbei das richtige Verhältnis zwischen Calcium, Magnesium und Phosphor einzuhalten, um ein gesundes Wachstum fördern zu können. Des Weiteren benötigt das Fohlen Kupfer, Zink und Mangan. Mehr Informationen zur richtigen Fütterung von Fohlen findest du in unserem Ratgeber „Fütterung von Fohlen und Absetzern“. Vermeide es, deinem Fohlen einen Salzleckstein anzubieten. Zu viel Salz kann für junge Fohlen schnell schädlich werden. Ein Fohlen benötigt Kontakt zu Artgenossen Kontakt zu den Artgenossen ist sehr wichtig. Nur wenn das Fohlen in eine Herde integriert wird, lernt es das „Pferdsein“ mit all seinen Verhaltensweisen und Fähigkeiten. Eine Herde nimmt dir gleichzeitig auch viel Arbeit ab, denn sie bringen dem Fohlen ein korrektes Sozialverhalten bei und setzen klare Grenzen, wenn es sich ungezogen oder respektlos einem ranghöheren Pferd gegenüber benimmt. Für die Entwicklung des Fohlens wäre es auch ideal, wenn es mit Gleichaltrigen aufwachsen kann, um mit den Altersgenossen einfach herumzutollen, die eigenen Stärken und Schwächen auszutesten und einfach mal „Kind sein“ zu dürfen. Fohlenaufzucht mit einer Ammenstute Du kannst dein Fohlen auch mithilfe einer Ammenstute großziehen. Die Ammenstute übernimmt die Rolle der Mutter für das mutterlose Fohlen. Finde eine Ammenstute in deiner Umgebung Der Transport des Fohlens zur Ammenstute bedeutet schon in den ersten Lebensstunden oder -tagen großen Stress für das junge Pferd. Eine Ammenstute suchst du deswegen am besten bei dir in der Umgebung. Frage bei befreundeten und benachbarten Höfen nach oder recherchiere im Internet über Ammenstuten in deiner Nähe. Die Aufgabe einer Ammenstute können Stuten übernehmen, die kurz vor dem Abfohlen sind. Aber auch Stuten, die ihr Fohlen vor einigen Tagen zur Welt gebracht oder dieses verloren haben, bieten sich als Ammenstute an. Stuten, die kein Fohlen zur Welt gebracht haben, laktieren nicht. In diesem Fall muss das Fohlen zusätzlich mit einem Stutenmilchersatz versorgt werden. Das Fohlen und die Stute zusammenbringen Wenn du eine passende Ammenstute gefunden hast, werden die Stute und das mutterlose Fohlen vorsichtig zusammengebracht. Der Bindungsprozess zwischen Pflegemutter und Fohlen braucht sehr viel Ruhe und Bedacht. Wenn die potentielle Ammenstute tragend war und abgefohlt hat, wird das Pflegefohlen mit der Nachgeburt und dem Fruchtwasser eingerieben. Dabei nimmt es einen bekannten Geruch an und die Stute denkt, sie hätte Zwillingsfohlen bekommen. Wenn es dir nicht möglich ist, das Fruchtwasser und die Nachgeburt zu nutzen, weil die Ammenstute schon längst abgefohlt hat, kannst du es auch mit Urin oder Stutenmilch versuchen. Ob eine Ammenstute das Fohlen annimmt, ist oft eine Charakterfrage. Manche Stuten sind sehr liebevoll, andere hingegen kümmern sich lieber um ihr eigenes Fohlen und verstoßen das fremde Pflegekind. Begleite die Zusammenführung am besten für mindestens 3 Tage, denn so lange braucht üblicherweise die „Prägung“ von Mutterstute und Fohlen. So kannst du auch aufpassen, dass die Ammenstute nicht aggressiv wird und das Fohlen verletzt. Erzwinge nichts bei der Zusammenführung. Manchmal will die Chemie zwischen Stute und Pflegefohlen einfach nicht passen. In diesem Fall ist dann die Aufzucht mit der Flasche die bessere Option für das Fohlen. Wenn das Fohlen von der Ammenstute getrennt werden soll Über den richtigen Zeitpunkt des Absetzens sind sich Züchter nicht immer einig. Hier kommt es sicherlich auch auf die Umstände an, wann und in welcher Form das Absetzen praktiziert wird. Außerdem gibt es verschiedene Gründe, warum mutterlose Fohlen, die von einer Amme großgezogen werden, früher abgesetzt werden müssen als üblich. So könnte der Besitzer die Stute z.B. wieder auf Turnieren einsetzen wollen. Mach dir darüber bereits im Vorfeld ausreichend Gedanken und wäge die Vor- und Nachteile sowie den richtigen Zeitpunkt des Absetzens gut ab. Lass dich hierzu ebenfalls von deinem Tierarzt beraten. Es ist wichtig, dass du dich im Rahmen deiner Möglichkeiten und im Sinne des Fohlens für den besten Weg entscheidest. Ab einem Alter von 3 Monaten kann sich ein Fohlen in der Regel ausschließlich von Gras und Kraftfutter ernähren und ist nicht mehr auf die Muttermilch angewiesen. Informiere dich vorab über die richtige Fütterung von Absetzern. Führe das Absetzen langsam und kontinuierlich durch, da es sowohl für das Fohlen als auch für die Ammenstute großen Stress bedeutet. Tipps & Tricks zur Aufzucht eines mutterlosen Fohlens mit einer Ammenstute Eine laktierende Ammenstute, die neben dem Pflegekind auch noch ihr eigenes Fohlen großzieht, muss nun Milch für 2 produzieren. Daher ist es sehr wichtig, dass die Stute in einem sehr guten Zustand ist und ihre Milchgabe optimal unterstützt wird. Pavo Podo®Lac ist ein hochwertiges Zuchtstutenfutter, welches die Ammenstute mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und die Milchgabe der Stute unterstützt.   Wenn die Milch der Ammenstute nicht ausreicht und das Fohlen noch zu klein ist, um ausreichend Nährstoffe über feste Nahrung aufzunehmen, solltest du deinem Fohlen einen Stutenmilchersatz, wie Pavo FoalMilk, beifüttern. Hierdurch kannst du vermeiden, dass durch Milchknappheit Stress oder Unruhe bei Mutter und Pflegekind entstehen und förderst so ihre Zufriedenheit. Die Fohlenaufzucht auf einem Blick Im nachfolgenden Schema findest du alles auf einen Blick zusammengefasst – Was musst du direkt nach der Geburt und dem Verlust einer Mutterstute beachten? Welche Möglichkeiten gibt es, wenn du das mutterlose Fohlen mit einer Flasche oder einer Ammenstute großziehen möchtest? Du kannst dir das Schema hier downloaden und ausdrucken. So bist du für jede Situation gewappnet. Das Aufziehen eines mutterlosen Fohlens, ob mit der Flasche oder mit einer Ammenstute, ist ein langer und verantwortungsvoller Prozess. Mit einem guten Start ins Leben hast du aber noch viel Freude mit deinem Fohlen, auch im späteren Leben. Ziehe ein mutterloses Fohlen unbedingt mit dem qualifizierten Rat eines Tierarztes groß. So bist du immer auf der sicheren Seite. Du möchtest einen individuellen Fütterungsplan für dein mutterloses Fohlen oder Informationen zur Fütterung deiner Ammenstute? Unsere Pavo Fütterungs Beratung hilft dir gern!  
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Fütterung und Training
Merel Blom - Mit Pavo zu den Olympischen Spielen
Kannst du dir das vorstellen, wie glücklich und überwältig du wärst, wenn du als Reiter den Sprung auf die Longlist zu den Olympischen Spielen schaffst? Welch eine Ehre und riesengroße Freude das sein muss! Aber der Weg bis zu den Olympischen Spielen ist noch lange nicht gemeistert. Es folgen eine Reihe von Auswahlturnieren und sowohl du als auch dein Pferd müssen die gesamte Zeit über gesund und fit bleiben. Außerdem wirst du von dem nationalen Sportbund – in unserem Fall dem KNHS – dazu aufgefordert, eine vollständige Auflistung sämtlicher Dinge anzugeben, die du zu den Olympischen Spielen mitnehmen möchtest. Dabei musst du an alles Mögliche denken: von Bürsten über Decken bis hin zum Futter! Ad Wagemakers vom KNHS weiß, wie anspruchsvoll die Anforderungen an Reiter in der Vorbereitungszeit zu Olympia sind. Er liefert uns einen kleinen Eindruck der Regeln, die wir für die Olympischen Spiele in Rio 2016 beachten müssen: „Es darf nichts mitgenommen werden, das aus Holz ist. Keine Holzkisten, aber beispielsweise auch keine Sättel mit hölzernem Sattelbaum. Und wir mussten bis ins kleinste Detail angeben, was wir mitnehmen, sogar bis zum Typ der Einflechtgummis. Glücklicherweise arbeiten wir mit professionellen Reitern zusammen, die nichts aus der Fassung bringt. Jeder nimmt ausreichend mit, auch was das Futter betrifft. Aber dennoch ist es lästig, denn von dem Moment, als wir diese Liste im Juni abgeliefert haben, bis zur Abreise, sind es noch vierzig Tage. Und es kann jetzt nichts mehr hinzugefügt werden.“  Besonders die Regelungen zur Mitnahme des Futters sind mit viel Aufwand verbunden. „Bis Juni gab es noch eine Longlist mit 30 Pferden, während letztendlich nur 14 fahren. Wir haben uns für den Futterversand per Flugzeug, gemeinsam mit den Pferden, entschieden, damit es bei Ankunft so „frisch“ wie möglich ist. Das ist zwar etwas teurer als der Versand per Containerschiff und die Lagerung ist alles andere als optimal, dafür müssen wir aber weniger mitnehmen, weil wir bis dahin wissen, welche Pferde tatsächlich fahren“, so Teammanager Ad Wagemakers. Die Transportkosten übernehmen NOC und KNHS. Damit ist nun auch der Futtertransport bis Rio bestens organisiert, jedoch sind im Vorfeld noch einige Vorbereitungen von Reiter und Pferd bzgl. der Futterauswahl und Futterumstellung notwendig! Alles gar nicht so einfach und mit viel Organisationsaufwand verbunden. Merel kann es kaum erwarten, bis das Flugzeug abhebt: „Lange Zeit war das unwirklich. Das Pferd muss fit bleiben und ich natürlich auch. Letzte Woche saß ich auf der Geländebahn auf einem jungen Pferd, das einen komischen Sprung machte. Darüber darf man dann nicht allzu sehr nachdenken. Ich bin bereit. Es ist unglaublich toll.“ Wir haben die Vielseitigkeitsreiterin Merel Blom auf ihrem Weg nach Rio 2016 begleitet und berichten von Merels Erfahrungen und Erfolgen! Pferdefutter für die Olympischen Spiele Anders als bei Bürsten und anderem Zubehör, ist es nicht erlaubt, das eigene Raufutter zu den Olympischen Spielen mitzunehmen. Aus Angst vor übertragbaren Pflanzenkrankheiten hat das brasilianische Olympische Komitee bestimmt, dass alle Reiter aus einigen wenigen Sorten Raufutter auswählen müssen, die aus Europa mit nach Rio genommen werden dürfen. Zur Auswahl standen 4 Typen Anwelksilage der Marke Marksway. Darüber hinaus konnten sich die potenziellen Teilnehmer für den Import einer bestimmten Marke Heu des amerikanischen Timotheegrases oder für das brasilianische Tifton 85 Heu entscheiden, das vor Ort in Rio bestellt werden kann. Kein einziger niederländischer Reiter hat sich für letztere Option entschieden, da es Unsicherheiten bezüglich der Futterqualität gab. Auch Rob Krabbenborg, Ernährungswissenschaftler bei Pavo, äußerte sich dazu: „Ich finde es eigentlich unerhört. Man stelle sich vor, den Radrennfahrern bei der Tour de France würde vorgeschrieben, dass sie nur lokale Lebensmittel essen dürfen. Oder unsere Sprinterin Daphne Schippers müsste dort das essen, was auf den Tisch kommt. Während wir auch von unseren Pferden Spitzenleistungen erwarten.“ Im Gegensatz zum Raufutter ist es erlaubt, das eigene Kraftfutter mitzunehmen. Aber auch das unterliegt strengen Regeln. Alle Sorten Kraftfutter unterschiedlichster Marken werden zunächst von einem amerikanischen Institut qualifiziert und müssen anschließend von den brasilianischen Behörden genehmigt werden. Zur Prüfung der Bestandteile werden die Rezepte der Futtersorten vorgelegt. Sofern das Futter einen raufutterartigen Bestandteil wie Luzerne oder Timotheegras enthält, muss nachgewiesen werden, dass es einer Wärmebehandlung unterzogen wurde, sodass keine Krankheitserreger überleben konnten. Erst wenn die Zustimmung erteilt ist, wird das Kraftfutter kurz vorher gesammelt, um das Haltbarkeitsdatum nicht zu überschreiten. Gemeinsam mit den Pferden wird das Futter im Flugzeug nach Rio gebracht. Dort angekommen wird das Kraftfutter umgehend auf einen Lastkraftwagen verladen und auf direktem Weg zu den hermetisch abgeriegelten Olympischen Stallkomplexen transportiert. „Mal eben eine Palette nachschicken, weil jemand etwas vergessen hat, geht nicht. Die würde nicht reingelassen“, merkt Krabbenborg an. Der Ernährungswissenschaftler hat keinerlei Befürchtung, dass das Futter durch die Reise oder die anderen Witterungsverhältnisse in Brasilien hinsichtlich Geschmack oder Qualität leiden könnte: „Der Transport findet kurz vorher statt. In Papiersäcken verpacktes Futter ist ziemlich robust. Wir verkaufen es in der ganzen Welt unter unterschiedlichen Bedingungen und das funktioniert ausgezeichnet. Aber das Futter sollte am besten dunkel und trocken gelagert werden, wie bei den Menschen zu Hause. Höhere Temperaturen sind beim Frischfutter weniger problematisch. Es darf nur nicht in der Sonne liegen, denn dann könnte das Fett in ölreichen Produkten ranzig werden, wodurch die Pferde es nicht mehr mögen würden.“ Die Pferde halten sich minimal 14 Tage in Rio auf, einige etwas länger. Das bedeutet pro Pferd grob gerechnet 150kg Raufutter und 60kg Kraftfutter. Dazu kommen dann noch Ergänzungsfuttermittel für die Salzversorgung, Vitamin E und Pavo Slobber-Mash. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Olympia-Pferde ausschließlich Top-Sportfutter zu sich nehmen. Das ist aber nicht der Fall. Krabbenborg: „Das Interessante ist, dass ich bei den Anfragen unser gesamtes Sortiment angetroffen habe. Einige bekommen ganz normales Futter, das man auch Freizeitpferden gibt. Haferfrei, mit wenig Stärke oder sogar getreidefrei. Aber es gibt natürlich auch Reiter, die echtes Sportfutter füttern, mit viel Eiweiß und Energie. Insbesondere die Vielseitigkeitsreiter informieren sich gut über die Inhaltsstoffe. Ob das bei all diesen Geschichten nicht ziemlich teure Futtersäcke werden? Eigentlich nicht. Nur die Transportkosten kommen hinzu.“ Er selbst wird die Futtersituation vor Ort in Rio aufmerksam beobachten. „Ja, natürlich fahren wir dorthin.“ Frühzeitige Futterumstellung als Vorbereitung für Olympia Der Stoffwechsel von Pferden ist besonders sensibel. Auf Veränderungen in ihrer Futterration reagieren sie negativ. Aus diesem Grund ist es für solche Topathleten ausgesprochen wichtig, ihr eigenes Futter mit auf Reisen zu nehmen. Der Hauptbestandteil der Futterration eines Pferdes besteht aus Raufutter. „Jetzt könnte man meinen, dass die Reiter ihr eigenes Heu und ihre eigene Silage mitnehmen. Das möchten sie auch gerne, aber das ist in Brasilien nicht erlaubt“, berichtet Rob Krabbenborg, der sich bereits seit über einem halben Jahr mit den Vorbereitungen für Rio beschäftigt. „Wir arbeiten schon einige Zeit daran, das geeignete Raufutter mit dem passenden Nährstoffgehalt auszusuchen. Aber wir dürfen es nicht dorthin importieren. Glücklicherweise haben wir jemanden gefunden, der 2 dieser Raufuttermarken in den Niederlanden liefert, sodass die Reiter ihre Pferde bereits jetzt daran gewöhnen können.“ Die Vielseitigkeitsreiterin Merel Blom beschäftigt sich bereits seit Monaten mit der richtigen Ration für ihr Pferd Rumor Has It: „Wir konnten eine Marke Anwelksilage testen, die dort in drei Varianten geliefert werden kann. Wir haben getestet, welche davon Rumor schmeckt. Eine Sorte schied aus. Bei den anderen beiden geht es um den Energie- und Eiweißgehalt und darum, was wir darüber hinaus noch mit Kraftfutter auffüllen müssen. Das ist ein ziemliches Puzzlespiel, bei dem ich glücklicherweise die Unterstützung von Fachleuten bekomme.“ Sie erklärt, dass ihr Pferd wählerisch ist, was das Futter betrifft. Es besteht die Chance, dass Rumor etwas, das er zu Hause gerne frisst, unter der Sonne von Rio auf einmal nicht mehr mag. „Ich nehme also mehrere Sorten mit, sodass immer irgendetwas da ist, das er frisst. Und das Raufutter wird auch im Flugzeug transportiert, damit sich der Geschmack nicht durch eine lange Schiffsreise in einem Container verändert. Pro Pferd gehen 100kg Kraftfutter und 200kg Raufutter mit.“ Die Pferde von Merel werden von Dr. Leendert Jan Hofland von der Tierklinik Bodegraven betreut. In Absprache mit ihm wurde das Futter unter die Lupe genommen. Schon bald wurde deutlich, dass ihre Pferde zu wenig Eiweiß bekamen. Dies musste geändert werden. Eine der ersten Schritte bestand darin, das Raufutter zu analysieren. „Dieses erwies sich für mein Ziel, nämlich Hochleistungssport, als ungeeignet.” Merel bezeichnet die Hilfe von Fachleuten dabei als unentbehrlich. „So eine Analyse ist ein Zahlensalat, aus dem ich nicht schlau werden konnte. Erst nach der Erläuterung wusste ich, worauf ich achten musste.” Es wurde eine Ration mit Raufutter als Hauptbestandteil und als Ergänzung ein speziell hergestelltes Müsli zusammengestellt, das zusätzliches Eiweiß enthielt. Davon musste nur wenig hinzugegeben werden, da es so ergiebig war. Neben den 3kg Sportfutter bekamen ihre Wettkampfpferde 1kg Pavo TopSport pro Tag. Im Vorfeld der Spiele hat Rumor für maximalen Muskelaufbau eiweißreiches Futter bekommen. „Er ist jetzt im Optimalzustand. Wir möchten die Ration so wenig wie möglich verändern. Nur vor der Dressur füttern wir ein Futter mit einem etwas geringeren Zuckergehalt, da er sonst zu viel explosive Energie bekommt, die dabei unerwünscht ist. Danach füttern wir Pavo AllSports, sodass er genügend Brennstoff für das Gelände hat. Und er bekommt Pavo TopSport, denn darin ist alles enthalten, um ihn fit zu halten. Zur Unterstützung seiner Muskeln nehmen wir Pavo MuscleCare mit.“ Spektakuläre Ergebnisse in Rio 2016 „Dies hat sicher zum Erfolg beigetragen”, so Vielseitigkeitsreiterin Merel Blom, während sie auf einen Sack Pavo TopSport zeigt. Mit der gewonnenen WM-Bronzemedaille erklärt sie, wie sie ihre Fütterung vor einem Jahr angepasst und welche Folgen dies hatte. „Wie jeder dachte ich immer, dass Vielseitigkeitspferde mager sein müssen. Jedes Kilo, das man mit sich schleppen muss, ist ein Kilo zu viel.” In ihrem Stall standen ihre Pferde auf Sägemehl und bekamen fünf bis sechs Kilo Kraftfutter pro Tag. „Das machte ich zum Teil nach Gefühl und zum Teil nach dem, was andere machten. Dass das nicht ideal war, ist mir wohl aufgefallen. Sie hatten nicht genug Energie, um das zu tun, was ich von ihnen verlangte. Darüber hinaus sahen sie grau aus.” Schon nach ein paar Wochen nach der Futterumstellung bemerkte Merel einen Unterschied. „Sie waren konzentrierter und belastbarer. Ich fühlte, dass ihre Energie weniger schwankte. Dies hatte zur Folge, dass sie das Training besser verkraften konnten. Und wenn sich Pferde besser auf einen konzentrieren können, kann man auch besser trainieren. Die Muskelmasse nahm zu. Die Muskeln wuchsen schnell, aber an den richtigen Stellen. An mehreren Fronten machten sie Fortschritte. Dass sie schwerer wurden beunruhigte mich nicht. Sie hatten nämlich viel mehr Kraft, mehr als ausreichend, um diese zusätzlichen Kilos mitzutragen.” Die Veränderungen waren mit einem Wort spektakulär. “Meine Pferde wurden immer fitter, aber nicht heißer. Ich habe heißblütige Pferde, aber sie wurden immer belastbarer. Das ist etwas ganz Anderes, als wenn man ihnen schnell verdaubaren Zucker gibt, wodurch sie zuerst explodieren und danach leer sind. Was das betrifft, würden auch Dressurreiter von diesem Futter profitieren.” Die erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin ist davon überzeugt, dass das neue Futter für ihren Rumor Has It in hohem Maße zu dem hervorragenden Erfolg bei den Olympischen Spielen 2016 beigetragen hat. In der Einzelwertung des 3-tägigen Mehrkampfs, bestehend aus Dressur, Geländeritt und Springreiten, erreichte Merel Blom den 19. Platz. Ihr niederländisches Team gewann den 6. Platz.
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Fütterung und Gesundheit
Kot und Urin von Pferden
Über den Kot und Urin scheidet das Pferd die Stoffe aus dem Körper aus, die es im Magen-Darm-Trakt nicht verdauen oder nicht als Baustoffe verwenden kann. Die Nieren sind für das Ableiten der flüssigen Abfallstoffe über den Urin zuständig, während im Darm die festen Abfallstoffe zu Kot verarbeitet und dann ausgeschieden werden. Die Nieren sind die Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane des Pferdes und sorgen dafür, dass Abfallstoffe aus dem Körper entfernt werden. Der Urin ist das Produkt, das durch die Nieren aus überflüssigem Wasser und Abfallstoffen gebildet wird, hat normalerweise eine gelbliche Farbe und ist trüb. Normalerweise kaut ein Pferd sein Futter zu Stückchen von 2mm oder kleiner. Es gelangen jedoch auch Stücke von 1 bis 3cm in den Verdauungstrakt. Weil nach dem Kauen keine Teilchen mehr zerkleinert werden, sieht man diese im Kot des Pferdes. Daran kannst du sehen wie dein Pferd frisst und trinkt. Normalerweise sollte der Kot kugelförmig und glänzend sein und auf dem Boden auseinanderfallen. Probleme beim Äppeln – Was tun bei Durchfall, Verstopfung und Parasiten? Pferde, die sich auf einer Weide bewegen, äppeln ca. alle 3-4 Stunden. Die Konsistenz des Kots verrät viel über den Gesundheitszustand des Pferdes. Sowohl zu dünner, wässriger Kot als auch Verstopfungen sind für Pferde nicht ideal. Durch die Beobachtung deines Pferdes kannst du schnell feststellen, wie es um seine Gesundheit bestellt ist. Die häufigsten Krankheiten, die über den veränderten Kot entdeckt werden, findest du im folgenden Abschnitt. Durchfall bei Pferden Durchfall ist Kot mit einem erhöhten Wasseranteil, wodurch ein zusätzlicher Flüssigkeitsverlust auftritt. Am Ende des Dickdarms werden Wasser und Salze aus der Nahrung wiedergewonnen. Geschieht dieses nicht, ist der Kot flüssiger als normal und man spricht von Durchfall. Dein Pferd kann leichten Durchfall haben, vergleichbar mit breiigem Kuhmist, der oft durch Aufregung, Nervosität, Änderung des Kraftfutters, des Weidegrases oder der Silage verursacht wird. Dieser leichte Durchfall hört meistens auf, sobald sich das Pferd wieder beruhigt hat oder die Futterration angepasst wurde. Erste Hilfe bei Durchfall: Vermeide zu viel Weidegang und stelle bei Silagefütterung auf Heu um. Gebe dabei viel frisches Wasser. Für eine Weile keine Äpfel, Möhren oder Zuckerrüben als Leckerchen geben. Füttere Mash oder Kleie und überprüfe den Kot auf Wurmbefall. Wenn dieser Durchfall einige Tage anhält, besteht die Gefahr der Austrocknung. Zögere dann nicht, den Tierarzt zu Rate zu ziehen. Kotwasser bei Pferden Ist der Kot dünn wie Wasser und das Pferd scheidet sehr häufig Kot aus, spricht man von Kotwasser. Der Schweif ist oft durchnässt und das Pferd macht einen kranken Eindruck. Ursachen können sein: Wurminfektion, verdorbenes oder gefrorenes Futter, Entzündungen des (Dick-)Darms, eine Infektion, die Einnahme von Medikamenten oder eine Vergiftung durch Pflanzen. Erste Hilfe bei Kotwasser: Im Falle von schwerem Kotwasser ist es immer empfehlenswert, den Tierarzt zu Rate zu ziehen, da dein Pferd durch den erhöhten Verlust von Wasser austrocknen kann. Verstopfung bei Pferden Verstopfung ist bei Pferden eine häufig vorkommende Ursache von Koliken. Verschiedene Stellen im Verdauungstrakt sind für diese Verstopfungen anfällig. Insbesondere dort, wo der Verdauungstrakt starke Windungen hat und wo die Nahrung länger verbleibt, um verdaut zu werden. Meistens entstehen Verstopfungen durch das Fressen von zu viel, zu schnell und zu trockenem Futter. Aber auch schlechte Zähne oder unzureichende Bewegung können Verstopfungen bei Pferden verursachen. Stuten können am Ende der Trächtigkeit anfälliger für Verstopfungen sein, die durch das schnelle Wachstum des Fohlens verursacht werden. Erste Hilfe bei Verstopfung: Oft sind die Symptome einer Verstopfung nicht extrem, sie kann jedoch große Folgen haben. Wenn du vermutest, dass dein Pferd unter Verstopfung leidet, sorge für ausreichende Bewegung des Pferdes, uneingeschränkten und einfachen Zugang zu Trinkwasser und ziehe den Tierarzt zu Rate. Oft wird dann ein flüssiges Paraffin verabreicht, um die Verdauung wieder in Gang zu setzen. Zudem ist es wichtig, dass du dein Pferd vorübergehend einer Diät unterziehst. Nach der vollständigen Genesung kannst du die gewohnte Ration langsam wieder aufbauen. Gebe deinem Pferd über den Tag verteilt viel Heu, ausreichend frisches Trinkwasser und sorge für tägliche Bewegung. Parasiten im Kot Würmer sind bei Pferden eine häufige Ursache bei Gesundheitsproblemen (unter anderem bei Koliken und Durchfall). Pferde haben oft Parasiten in sich. Diese Parasiten siedeln sich am liebsten im Verdauungstrakt an. Ein ständiger Wurmbefall kann für ein Pferd eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Deshalb ist es wichtig, dass Pferd regelmäßig zu entwurmen. Die Verabreichungsmenge von Wurmkuren ist abhängig vom Gewicht des Pferdes. Wurmkuren sollten weder über- noch unterdosiert werden, um zum einen das Pferd nicht unnötig zu belasten und zum anderen den gewünschten Effekt zu erzielen. So wiegen zum Beispiel knapp 60% der Warmblutpferde deutlich über 600kg bis hin zu 700kg. Wenn du weißt, an welchen Würmern dein Pferd leidet, wähle ein Spezialpräparat. Ansonsten nutze ein Breitbandpräparat. Überlasse die Wahl der Wurmkur am besten dem Tierarzt. Außerdem ist es wichtig, den Kontakt des Pferdes mit Kot so weit wie möglich einzuschränken, indem das Paddock, die Box und die Weide regelmäßig von Kot befreit wird. Symptome von Wurmbefall Schlechte Verfassung Stumpfes Fell mit langen Haaren Verzögerter Fellwechsel Gestörtes oder verzögertes Wachstum Koliken Blutarmut Verringerter Appetit Durchfall (oder einen Wechsel von Durchfall und Verstopfung) Entwurmungszeiten bei Pferden Anfang Mai (Beginn Weidezeit) gegen Rundwürmer Ende Juni / Anfang Juli gegen Rundwürmer und Bandwürmer Ende August / Anfang September gegen Rundwürmer Ende Oktober / Anfang November gegen Rundwürmer, Bandwürmer und Magenasseln Tipp: Sorge dafür, dass alle Pferde, die zusammen im Paddock oder auf der Weide laufen, gleichzeitig entwurmt werden. Probleme beim Urinieren (Strahlen) beim Pferd Ein gesundes Pferd setzt am Tag 3-10 Liter Urin ab, dessen Farbe Gelb ist. Das Absetzen des Urins bezeichnet man bei Pferden auch als Strahlen. Viele Pferde unterdrücken das Strahlen auf hartem Untergrund z.B. auf Betonboden. Der Grund hierfür ist, dass es vielen Pferden unangenehm ist, wenn der Urin vom harten Untergrund an den Beinen hochspritzt. Auch der Urin verrät viel über die Gesundheit des Pferdes. Nierenprobleme Eine nicht normal funktionierende Nierenleistung wird als Niereninsuffizienz bezeichnet, die chronisch als auch akut auftreten kann. Nierenfunktionsstörungen können unterschiedliche Auslöser haben: Kreislaufbedingte Durchblutungsstörungen (z.B. langanhaltender Durchfall), toxische Schädigung (z.B. Überdosierung von Medikamenten), erregerbedingte Schädigungen (z.B. Bakterien) oder auch durch Fütterungsfehler. Solltest du den Verdacht haben, dass dein Pferd unter einem Nierenproblem leidet, kontaktiere bitte den Tierarzt. Mithilfe einer Blutuntersuchung lassen sich die Symptome genauer analysieren und eine geeignete Therapie für dein Pferd festlegen. Informationen zu chronischen Nierenproblemen finden du in unserem detaillierten Beitrag zu diesem Thema. Blasenentzündung Auch bei Pferden kann es durch aufsteigende Bakterien zu einer Entzündung der Blase kommen. Besonders bei Stuten, die einen verminderten Scheidenschluss während der Rosse oder Dauerosse haben oder durch einen Dammriss bei der Geburt, kann es zu einer Blasenentzündung kommen. Um eine Blasenentzündung zu diagnostizieren ist eine Urinuntersuchung notwendig. Meist werden Blasenentzündungen bei Pferden, wie auch beim Menschen mit Antibiotika und Entzündungshemmern behandelt. Harngries Pferdeurin enthält viele Kristalle, die sich zusammen mit abgeschliffenen Epithelzellen der Blasenwand als Sediment am Grund der Blase ablagern können. Eine gewisse Menge dieses Sediments ist normal und es wird in der Regel in kleinen Mengen beim Urinieren abgegeben. Besonders bei älteren Wallachen oder sehr großrahmigen Pferden wird beobachtet, dass es hier vermehrt zu chronischen Reizungen kommt und der Harngries nicht im normalen Maße ausgeschieden wird. Der Harngries in der Blase reibt an der Blasenwand und reizt diese. Von Harngries können grundsätzlich aber alle Tiere aller Altersklassen und Geschlecht betroffen sein. Solltest du den Verdacht auf Harngries bei deinem Pferd haben, dann ist es ratsam hier den Tierarzt zu konsultieren. Dieser wird wahrscheinlich eine Urinprobe nehmen und zusätzlich die Blase per Ultraschall untersuchen, um die Sedimentablagerungen zu prüfen. Blasenspülungen, diuretisch wirkende Phytotherapeutika und eine Futterumstellung auf die Bedürfnisse deines Pferdes angepasst können Erleichterung bei Harngries schaffen. 
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Fütterung und Gesundheit
Husten bei Pferden
Ein gesundes, husten- und fremdkörperfreies Atemsystem ist für ein Pferd essentiell, denn nur wenn der Powerstoff „Sauerstoff“ ausreichend aufgenommen und genutzt werden kann, können Pferde volle Leistungen erbringen. Dennoch lässt es sich nicht immer vermeiden, dass dein Pferd irgendwann in seinem Leben an einer Atemwegserkrankung leidet. Wenn Pferde an Husten erkranken, werden die Schleimhäute gereizt und die Schleimproduktion nimmt zu. Im Laufe der Erkrankung wird der Schleim immer zäher und setzt sich in den Bronchien fest. Durch die Reizung der Atemwege und/oder der vermehrten Schleimproduktion setzt der Hustenreflex ein. Bei einer erhöhten Schleimproduktion wird die Atmung erschwert und die Leistungsfähigkeit des Pferdes nimmt ab. Es ist wichtig, Husten bei Pferden schnell zu behandeln, damit dieser nicht chronisch wird. Ursachen, Symptome und Behandlungen von Husten bei Pferden Die Ursachen von Husten sind vielfältig und reichen von Staubbelastungen über Allergien bis hin zu thermischen Reizen wie Kälte und Nässe im Winter, die das Immunsystem deines Pferdes belasten. Mögliche Ursachen für Husten bei Pferden können sein: Schlechte Qualität der Einstreu, des Raufutters oder Kraftfutters, z.B. durch Pilz-, Schimmel- und Staubbelastung Starke Staubentwicklung im Stall Ammoniakreiche Luft im Stall Hohe Luftfeuchtigkeit im Stall, die zu Schimmelbildung führt Zu frühes oder unnötiges Eindecken, da dies schnell zu Überhitzung führen kann: dein Pferd schwitzt und kann dann schneller auskühlen Zu wenig Bewegung, vor allem im Winter Untrainiertes Immunsystem durch zu wenig Weide-/Paddockgang Viren, Bakterien und Infektionen Allergien, z.B. auf Blütenpollen Stress In den meisten Fällen erkrankt dein Pferd an Husten, wenn mehrere Ursachen aufeinandertreffen. Eine Staubbelastung im Stall oder durch das Heu kann z.B. einer Virusfunktion Vorschub leisten. Die Bronchien deines Pferdes sind durch den Staub bereits gereizt, die Infektion setzt sich schneller in den Bronchien fest. Akuter oder chronischer Husten. Es wird zwischen 2 Arten von Husten unterschieden: Der akute Husten und der chronische Husten. Der akute Husten. Die häufigste Ursache von Husten ist eine akute Bronchitis, die von Vireninfektionen ausgelöst wird. Ein akuter Husten ist kurz und heftig. Die Virusinfektion führt zu entzündlichen Schwellungen an den Atemwegsorganen und der Durchmesser der Luftwege verringert sich. Darüber hinaus zieht sich die Muskulatur der Bronchien durch die Krankheit zusammen und es wird vermehrt dickflüssiger Schleim gebildet. Die Symptome von akutem Husten sind u.a.: Plötzliches Fieber Husten und Atemnot Vermehrter Nasenausfluss Schwellungen der Lymphknoten am Kopf und Hals des Pferdes Verringerte Futteraufnahme Reduzierte Anteilnahme an der Umwelt und leichte Apathie Verständige deinen Tierarzt, wenn du diese Symptome bemerkst. Je früher dein Pferd behandelt wird, desto schneller kuriert es sich aus. Außerdem wird das Risiko verringert, dass der Husten chronisch wird. Dein Tierarzt wird die richtige Behandlung wählen. Ziel der Behandlung ist es, die Atmung zu normalisieren und die Lösung des Schleimes in den Bronchien zu unterstützen. Dazu wirst du von deinem Tierarzt bestimmt ein schleimlösendes und entzündungshemmendes Mittel für dein Pferd bekommen. Zudem wird die körpereigene Abwehr oft mit Immunstimulantien unterstützt. Ein Einsatz von Antibiotika ist bei einer akuten Hustenerkrankung selten erforderlich. Zwar verschwindet der akute Husten bei einer guten Behandlung schon nach 1 bis 2 Wochen, allerdings erlangt dein Pferd sein volles Leistungsvermögen erst nach 3 Monaten zurück. Deswegen ist es enorm wichtig, dass du dein Pferd schonst. Je nach Schwere der akuten Bronchitis, ist eine Ruhephase von bis zu 6 Wochen zu empfehlen. Dabei darfst du die Bewegung aber nicht vergessen, die den Schleimauswurf fördert. Ein lockerer Spaziergang, Ausritt oder leichte Arbeit an der frischen Luft unterstützen die Befreiung der Bronchien. Als Vorbeugung von Virenerkrankungen kannst du über eine jährliche Impfung gegen Herpes- und Influenzaviren nachdenken. Das Risiko, dass dein Pferd an einer Bronchitis erkrankt, wird dadurch reduziert. Der chronische Husten. Ein Husten, der länger als 2 Wochen ohne sichtliche Genesung anhält, wird als chronischer Husten bezeichnet. Der chronische Husten entsteht auf Basis einer nicht ausgeheilten Atemwegserkrankung. Folgende Faktoren können Ursachen für eine chronische Hustenerkrankung sein: Schlechte und staubbelastete Atemluft in einem geschlossenen Stall belasten die Atemwege deines Pferdes. Daraus kann sich schleichend eine chronische Atemwegserkrankung entwickeln. Auch wenn du dein Pferd nach einer akuten Bronchitis nicht ausreichend schonst, kann die Hustenerkrankung deines Pferdes chronisch werden, da sich dein Pferd nie vollkommen auskuriert. Der chronische Husten zeigt sich bei Pferden mit einem Husten in unterschiedlicher Intensität, oft verstärkt am Morgen, zu Beginn der Arbeit oder bei verstärkter Staubbelastung. Weitere Symptome von chronischem Husten sind u.a.: Erschwerte Atmung Erhöhte Atemfrequenz in der Ruhephase Schwitzen bei geringer Belastung Ausatmung unter Zuhilfenahme der Bauchmuskeln Rasche Ermüdung und mangelnder Leistungswille Nasenausfluss häufig nicht vorhanden, sonst zähflüssig und verfärbt Ein unbehandelter chronischer Husten birgt im weiteren Verlauf die Gefahr einer chronisch obstruktiven Bronchitis (kurz COPD: Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Auch COB genannt: chronisch obstruktiven Bronchitis) und eines Lungenemphysems (Dämpfigkeit). Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis wird die natürliche Reinigungsfähigkeit der Lunge gestört. Dadurch tritt vermehrt zäher Schleim auf, welcher die Bronchialschleimhaut reizt. Als Folge verengen und verstopfen die Atemwege. Eine COPD verändert die Atemwege des Pferdes langfristig und ruft eine starke, beängstigende Atemnot hervor. Im weiteren Verlauf kann sich eine COPD zu einem Lungenemphysem entwickeln. Dabei werden die Lungenbläschen ballonartig überbläht und reißen schließlich ein. Eine solche Zerstörung ist irreversibel. Wenn diese einen größeren Teil des Lungengewebes betrifft, wird das Pferd als dämpfig bezeichnet. Bei den ersten Symptomen, die auf eine chronische Hustenerkrankung hinweisen, solltest du deswegen unbedingt den Rat deines Tierarztes einholen. Mit einer schnellen und konstanten Behandlung kommt es gar nicht erst zu einem irreparablen Schaden. Oft besteht die Behandlung einer chronischen Hustenerkrankung aus Antibiotika und Medikamenten, die inhalativ verabreicht werden. Durch die Inhalation werden die Bronchien erweitert und die Entzündungen in den Atemwegen gehemmt. Eine chronische Hustenerkrankung bekommst du aber nur in den Griff, wenn die Behandlung beständig stattfindet. Auch ist die Optimierung der Haltungsbedingungen unbedingt erforderlich, ansonsten kann die chronische Erkrankung zurückkehren. Achte darauf, dass dein Pferd keiner enormen Staubbelastung ausgesetzt ist und genügend Frischluft und Bewegung bekommt. Diagnostik von Hustenerkrankungen bei Pferden In den meisten Fällen erfolgt die Diagnostik durch Abhören des Pferdes durch den Tierarzt. Je nach Stärke der Hustenerkrankung kann diese allerdings lange unerkannt bleiben, da die mit Schleim verklebten Lungenspitzen keine Geräusche beim Atmen machen. Sollte sich dein Pferd längere Zeit auffällig verhalten, die Vermutung einer Atemwegserkrankung naheliegen, aber das Abhören keinen Befund ergeben haben, kann eine sichere Diagnose über eine röntgenologische oder eine endoskopische Untersuchung vorgenommen werden. Auch bei Atemwegserkrankungen, die trotz Behandlung keine Verbesserung zeigen, werden diese Untersuchungen zur weiterführenden Diagnostik empfohlen. Sie stellen aber einen weitaus größeren Eingriff dar, als ein Abhören durch den Tierarzt allein. Bei einer röntgenologischen Untersuchung wird die Lunge deines Pferdes geröntgt, bei einer endoskopischen Untersuchung findet eine Lungenspiegelung statt. Die Spiegelung der Lunge wird in der Praxis häufiger durchgeführt. Hierbei wird festgestellt, ob die gesamten Atemwege deines Pferdes betroffen sind oder ob es sich um eine allergische Reaktion der oberen Atemwege handelt. Während der Untersuchung wird dein Tierarzt dazu eine Probe des Schleimes entnehmen. Die Probe gibt nach einer Analyse Aufschluss über die Art der Infektion. Darüber hinaus kann dein Tierarzt die Blutgaswerte ermitteln. Sie informieren primär über den Anteil von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut des Pferdes. Husten bei Pferden vorbeugen Wenn dein Pferd zu Husten neigt, berücksichtige folgende Empfehlungen zur Vorbeugung: Achte auf eine sehr gute Qualität deines Raufutters. Die Heuqualität ist heutzutage sehr wechselhaft. Es besteht die Gefahr, dass Heu mit Schimmelpilzen oder Bakterien kontaminiert ist, die schnell Husten auslösen. Wenn das Raufutter nicht für dein Pferd geeignet ist, bieten Heucobs eine gute Alternative, um dennoch den Raufutterbedarf deines Pferdes decken zu können.   Wässere trockenes und staubiges Heu, bevor du es deinem Pferd fütterst. Staub und Schimmelpilzsporen werden dabei aus den Fasern geschwemmt. Hierzu das Heu nicht länger als ca. 15 Minuten im Wasser liegen lassen und rasch verfüttern. Setze feuchtes Heu auch nicht zu lange warmen Temperaturen aus – da fühlen sich Bakterien nämlich besonders wohl. Wenn dir das Wässern zu umständlich ist, kannst du sogenannte Heubedampfer einsetzen oder auf staubfreie Heucobs zurückgreifen, die als hochwertiger Raufutterersatz gefüttert werden können.   Lüfte den Stall deines Pferdes täglich. Eine optimale Stalltemperatur orientiert sich am Außenklima. Durch eine regelmäßige Lüftung wird die Luftfeuchtigkeit im Stall reguliert. Damit dämmst du das Risiko ein, dass sich Schimmelsporen in einem warmen und feuchten Stall bilden. Über die Luftbewegung werden auch unerwünschte Gase wie Kohlenstoffdioxid und Ammoniak sowie Schwebestaub abtransportiert.   Wenn dein Pferd in einem geschlossenen Stall zu Husten neigt, solltest du über eine Offenstallhaltung nachdenken.   Stärke das Immunsystem deines Pferdes. Dafür eignen sich Vitaminbooster, die deinem Pferd Vitamine und Antioxidantien über das Futter zuführen. Mit einer optimalen und gesunden Versorgung wird das Immunsystem robuster.   Sorge für ausreichend Bewegung. Regelmäßige körperliche Betätigung fördert die Durchlüftung der Lunge und die Selbstreinigung der Atemwege. Spitzenbelastung solltest du bei Hustensymptomen vermeiden. Diese führt zu einer tiefen Atmung mit hoher Atemfrequenz, vorgeschädigte Lungenbläschen werden noch mehr gereizt und können im Extremfall einreißen. Zur Vorbeugung von Atemwegserkrankungen kannst du auch spezielle Kräuter oder Kräutermischungen füttern, die schleimlösend wirken. Kräuter wie Spitzwegerich, Eibisch, Salbei, Süßholz, Malve, Thymian oder isländisches Moos sind zu empfehlen. Am besten werden die Kräuter in schleimiger Konsistenz gefüttert. Du kannst dazu die Kräuter einfach mit heißem Wasser übergießen und ca. 15 Minuten unter geschlossenem Deckel einweichen lassen. Der Kräuter-Sud wird über das normale Futter gegossen und warm gefüttert.
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Fütterung und Gesundheit
Diabetes beim Pferd
Lange Zeit war eine Diabetes-Erkrankung bei Pferden noch sehr unbekannt. Aber in den letzten Jahren wurde die Diagnose doch immer häufiger gestellt. Wie wir Menschen können auch Pferde im Laufe ihres Lebens eine Diabetes entwickeln. Bei Pferden sind aber nur Fälle von Diabetes Typ-2 bekannt, also eine Insulinresistenz. Diabetes Typ-1, ein Insulinmangel, ist bei Pferden bisher nicht aufgetreten. Welche Ursachen hat Diabetes bei Pferden? Wie kannst du frühzeitig die Symptome einer Diabeteserkrankung erkennen? Welche Pferderassen sind besonders gefährdet? Und wie kann dein Pferd bei Diabetes bzw. einer Insulinresistenz unterstützt werden? Der Gesundheitsdienst (GD) für Tiere hat sich in Zusammenarbeit mit Pavo mit Diabetes bei Pferden auseinandergesetzt. Bei der Untersuchung kamen überraschende Antworten ans Licht. Ursachen und Symptome bei Pferden mit Diabetes Warum entsteht überhaupt Diabetes bei Pferden? Über sein Futter nimmt ein Pferd unterschiedliche Nährstoffe auf, darunter auch Zucker und Stärke. Diese sind nicht nur in Kraftfutter, sondern auch in Gras, Heu und Heulage enthalten. Im Magendarmkanal werden sie zu Glucose verdaut, die im Blut aufgenommen wird. Der Körper muss daraufhin ein Signal bekommen, dass diese Glucose z.B. in den Muskelzellen gespeichert werden soll. Die Muskulatur und die Leber, aber auch Speichergewebe wie das Fettgewebe, nehmen den Zucker aus dem Blut auf, so dass der Blutzuckerspiegel wieder sinkt. Signale dafür werden durch das Hormon Insulin gegeben, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Es ist gut geregelt: je mehr Glucose im Blut, desto mehr Insulin wird produziert. Dieser Prozess kann allerdings außer Kontrolle geraten, wenn die Menge an Glucose, die ins Blut gelangt, immer weiter ansteigt. Der Stoffwechsel wird überbelastet und als Reaktion wird über einen längeren Zeitraum Insulin produziert. In den Zellen sinkt dann die Sensibilität für das Insulin und es entsteht eine sogenannte Insulinresistenz. Der Organismus hat dann Schwierigkeiten, das Insulin sowie den Blutzucker optimal zu verarbeiten, der Blutzuckerspiegel bleibt auf einem unnatürlich hohen Level. Auch eine sehr hohe Insulinproduktion kann dann den Blutzuckerspiegel nicht mehr ausreichend senken. Dies wird für den Organismus des Pferdes zum Problem. Oft entsteht Diabetes beim Pferd durch Erkrankungen. Krankheiten wie das Cushing-Syndrom beeinflussen die Insulinproduktion bei Pferden und können eine Diabetes auslösen. Beim Cushing-Syndrom ist die Produktion von Hormonen in der Hirnangangsdrüse gestört, der Hormonhaushalt im Pferdekörper gerät dann aus den Fugen. Diabetes ist ein typisches Symptom im Symptomkomplex von Cushing. Auch das Equine Metabolische Syndrom (EMS) kann Diabetes auslösen und tritt als häufiges Symptom dieser Wohlstandskrankheit auf. An EMS erkranken öfter übergewichtete Pferde. Nicht selten wird Diabetes bzw. eine Insulinresistenz mit EMS gleichgesetzt. Aber Achtung: Eine Insulinresistenz ist ein sehr typisches Symptom von EMS, kein Synonym. Nicht immer bedeutet eine Insulinresistenz, dass dein Pferd an EMS erkrankt ist. Es wird darüber hinaus vermutet, dass die heutigen Haltungs- und insbesondere Fütterungsbedingungen Diabetes auslösen können. Entspricht die Energiezufuhr nicht dem tatsächlichen Bedarf und ist darüber hinaus die Fütterung zu zuckerreich, gerät der Stoffwechsel deines Pferdes schnell aus den Fugen und führt zu Übergewicht, was zudem auch die Insulinproduktion beeinflusst.  Sind dicke Pferde immer anfälliger für Diabetes? Pauschal kann nicht gesagt werden, dass dicke Pferde viel anfälliger für Diabetes sind. Nicht immer bedeutet ein dicker Bauch gleich ein Risiko für Diabetes. Vielmehr ist das Gesamtbild deines Pferdes entscheidend. Dazu zählt neben dem Gewicht auch die Fettverteilung am Pferdekörper, also das Erscheinungsbild deines Pferdes. Dieses kannst du mit dem sogenannten „Body Condition Score“ (BCS) sehr gut beurteilen. Auch bei Tierärzten und Wissenschaftlern ist der Score beliebt. Dabei beurteilst du verschiedene Körperstellen wie z.B. den Mähnenkamm, die Schulterblätter oder die Kruppe und rechnest am Ende den Fat Score aus. Alle Informationen zum Modell kannst du in unserem Ratgeber „Gewicht des Pferdes zu dick oder zu dünn“ nachlesen. Ermittelst du einen sehr hohen Score, empfiehlt sich eine Rücksprache mit deinem Tierarzt, der dein Pferd auf Diabetes testen und euch beim gesunden Abnehmen begleiten kann. Gibt es Pferderassen, die häufiger an einer Diabetes erkranken? Pferde, die mehr Energie aufnehmen als sie verbrauchen, werden dick. Aber nicht alle (zu) dicken Pferde stellen sich als insulinresistent heraus. Dr. Kees Kalis vom GD sagt dazu: „Es überraschte uns: Die Messungen ergaben ein anderes Bild. Wir haben wohl Insulinresistenz bei allen Rassen und in jedem Alter gefunden, aber nicht alle zu dicken Pferde litten hierunter. Es besteht wohl eine deutliche Verbindung zu bestimmten Rassen.“ Dass vor allem robuste Ponyrassen häufiger Probleme mit Insulinresistenz haben, ist erklärbar. Diese Tiere magern in der freien Natur im Winter ab, wenn wenig zu Fressen vorhanden ist. Viele Pferdebesitzer füttern diesen Rassen dann mehr Futter bei, und sie werden schnell zu dick. Vor allem Ponys wie Welsh, Welsh Cobs, Isländer und Shetländer stellten sich als sehr anfällig hierfür heraus. Vererbung spielt ebenfalls eine Rolle. Es wurde erwartet, dass Insulinresistenz vor allem bei zu dicken Fjorden und Friesen gefunden wird. Dies war aber nicht der Fall. Darüber hinaus wurde bei dicken KWPN Pferden Diabetes so gut wie gar nicht festgestellt. Das bedeutet, dass nicht alle Pferderassen, die zu viel Zucker aufnehmen auch direkt insulinresistent werden. Einige Pferde sind viel anfälliger für eine Diabetes. Die Zuckerzufuhr im täglichen Futtermittel sollte unbedingt dem tatsächlichen Bedarf der jeweiligen Rasse angepasst sein. Grundsätzlich empfiehlt sich, den Zuckergehalt gering zu halten, z.B. mit zuckerreduzierten Raufutterersatzprodukten. Belohnungen zwischendurch sollten so natürlich wie möglich sein und nur in Maßen gefüttert werden. Welche typischen Symptome zeigt ein Pferd mit Diabetes? Pferde, die unter Diabetes leiden, zeigen verschiedene Symptome. Oft sind diese Symptome aber sehr unspezifisch und allgemein. Diabetes beim Pferd wird daher häufig erst festgestellt, wenn die Insulinresistenz bereits fortgeschritten ist. Zu diesen typischen Symptomen zählen u.a.: Häufiges Trinken und Wasserlassen, beeinflusst durch die erhöhte Zuckerkonzentration im Blut. Dein Pferd wirkt auffällig schlapp und abgeschlagen. Das Immunsystem wird durch die erhöhte Insulinkonzentration stark belastet, dadurch entstehen häufiger Infektionen. Eine Insulinresistenz begünstigt die Entstehung von Entzündungen wie z.B. Hufrehe. Treffen die genannten Symptome auf dein Pferd zu? Dann ziehe am besten einmal deinen Tierarzt zu Rate. Tierarzt Eric Laarakker misst bereits seit vielen Jahren Insulinresistenz bei Pferden und Ponys. Er trifft in seiner Praxis regelmäßig auf Pferde mit einer Diabetes und stellt fest, dass aus Insulinresistenz viel mehr Probleme resultieren als nur das Risiko einer Hufrehe. „Ich stoße auch auf Muskelsteifheit, chronische Atemwegsprobleme, die sich bei Weidegang und Gelenkentzündungen verschlimmern. Dies ist vor allem bei älteren Pferden zu beobachten, bei denen der Stoffwechsel häufig etwas mühsamer verläuft und die Leistung der Darmbakterien abnimmt.“ Pferde mit Problemen bekommen oft Nahrungsergänzungsmittel. In vielen Präparaten ist jedoch Zucker enthalten. Tierarzt Eric Laarakker sagt dazu: „Wenn man nicht weiß, dass die Steifheit seines Pferdes durch Insulinresistenz verursacht wird und man gibt ihm z.B. Glucosamin, dann bekommt es wohl täglich zwei große Schippen Zucker extra, die ganz und gar nicht gut für das Pferd sind.“ Behandlung von Pferden mit Diabetes Über einen Bluttest und einer Urinuntersuchung kann dein Tierarzt eine Diabetes-Erkrankung bei deinem Pferd diagnostizieren. Dabei wird die Glukose- und Insulinkonzentration im Blut ermittelt. Die Behandlung deines Pferdes erfolgt dann individuell und je nach Krankheitsstatus. Eine leichte Insulinresistenz kann schon mit der Anpassung des Fütterungsmanagements sowie der täglichen Bewegung gut behandelt werden. Auch eine gesunde, verantwortungsvolle Gewichtsreduktion ist bei dickeren Pferden mit einer Diabetes essentiell. Ist die Insulinresistenz schon weiter fortgeschritten, wird dein Tierarzt Medikamente verschreiben. Insulin wird häufig über Spritzen verabreicht, seltener über entsprechende Medikamente. Das kommt ganz auf den Status der Diabetes bei deinem Pferd an. Bei einer Langzeittherapie wird dein Tierarzt dir eine Einführung geben und dann behandelst du dein Pferd selbst. Darüber hinaus ist die regelmäßige, am besten tägliche Kontrolle der Zuckerwerte wichtig. Wie du dein Pferd mit Diabetes unterstützen kannst Mit folgenden Tipps kannst du die Sensibilität der Insulinrezeptoren deines Pferdes unterstützen und dadurch die Symptome einer Diabeteserkrankung mindern. Tipps für Pferde mit Insulinresistenz: Sorge durch ein optimales Futtermanagement und Bewegung dafür, dass dein dickes Pferd ein paar Kilos verliert. Unser Pavo InShape Abnehmprogramm wird dich dabei unterstützen. Verteile die Futterrationen auf mehrere kleine Portionen pro Tag. Sollte dein Pferd neben Raufutter und Mineralfutter ein zusätzliches Kraftfutter benötigen, dann füttere ausschließlich energie- und zuckerarmes Kraftfutter. Schränke den Zugang zu frischem, fruktanreichem Weidegras ein. Hier kannst du gratis das Pavo InShape Programm downloaden und direkt mit dem Abnehmen starten! Zucker im Pferdefutter reduzieren – konkrete Maßnahmen Um eine Insulinresistenz zu vermeiden oder einzudämmen, sollte dein Pferd möglichst wenig Zucker aufnehmen. Es reicht dabei nicht aus, nur nach dem Kraftfutter zu schauen. Gras ist nämlich auch eine sehr große Zuckerquelle. Ein regelmäßiger Weidegang ist für Pferde immer eine willkommene Beschäftigung. Allerdings gilt es hierbei einiges zu beachten. So wird z.B. oft angenommen, dass kahle Weiden besser sind. „Das ist nicht wahr“, sagt Vincent Hinnen, Ernährungswissenschaftler bei Pavo. „Das ist gestresstes Gras, das sein Bestes gibt, um zu wachsen. Dabei wird extra Fruktan produziert, eine Zuckersorte, auf die Pferde und Ponys sehr sensibel reagieren. Im Frühling und im Herbst, wenn die Nächte kalt sind, besteht ein erhöhtes Risiko. Dadurch stoppt der Stoffwechsel in der Pflanze, um im Laufe des Tages, wenn die Temperatur steigt, mit erhöhtem Tempo wieder in Gang zu kommen – mit einer extra Zuckerproduktion zur Folge.“ Derselbe Effekt entsteht, wenn eine Weide erst gemäht wird, bevor Pferde darauf grasen dürfen. Das Wachstum wird gerade dadurch angetrieben, wodurch dieses Gras extra Zucker enthält. Pferde lieben dieses junge Gras und fressen es darum besonders gierig. Viele Pferdehalter sind außerdem zurückhaltend, was die Weidedüngung angeht. Bestimmte Mängel an Nährstoffen im Boden sorgen allerdings ebenfalls für gestresstes Gras. Eine ausgereifte Weide mit langem, hartem Gras ist besser für Pferde. Es ist ratsam, die Weidefläche einzuschränken und lieber den Weidezaun regelmäßig zu versetzen, da das Angebot an Gras sonst immer noch zu groß ist. Vincent Hinnen rät, ein insulinresistentes Pferd nicht den ganzen Tag auf der Weide zu lassen, vor allem nicht in den frühen Morgenstunden oder abends, wenn die Temperaturen sinken. Mehr Informationen zum Thema findest du in unserem Ratgeber: Pferdeweiden bewirtschaften. Auch Raufutter wie Heu und Heulage enthält Zucker. Wie viel? Das kann mit bloßem Augen schwer bestimmt werden. Vincent Hinnen: „Leute denken oft, dass nasse Silage reichhaltiger ist oder grobes Heu besser für Pferde. Das weiß man nicht, wenn man keine Probe untersuchen lässt. Es ist allerdings nicht ratsam, einem Pferd vorsorglich weniger Raufutter zu geben. Sein Stoffwechsel benötigt Raufutter. In der freien Natur frisst ein Pferd den ganzen Tag lang. Es ist gut, viel Raufutter zu füttern, aber sei dir darüber bewusst, welches Raufutter und wie viel du fütterst.“ Bist du dir über die Qualität deines Raufutters unsicher? Dann prüfe diese ganz einfach mit dem Pavo Raufutter-Schnelltest. Dieser Test gibt dir Auskunft über die 3 wichtigen Parameter: Brennwert, Eiweiß- und Zuckergehalt. Kraftfutter für Pferde mit Insulinresistenz Was Kraftfutter angeht rät Vincent Hinnen, Pferden, die eine Veranlagung für Insulinresistenz haben, ein zucker- und stärkearmes Futter zu geben, z.B. Pavo InShape speziell für dicke Pferde oder Pavo’s Nature‘s Best ergänzt mit Pavo Daily Plus. Letzteres ist ein Raufuttergemisch mit zusätzlichen notwendigen Mineralien. Indem du 1 oder 2 Hände voll Pavo Daily Plus mit dem Kraftfutter vermengst, muss ein Pferd länger kauen, wodurch mehr Speichel produziert wird und das Futter gleichmäßiger verdaut werden kann. Für deinen Senior eignet sich besonders Pavo 18Plus. Der Zucker- sowie Stärkegehalt ist in diesem Seniorenfutter auf die Bedürfnisse deines alten Pferdes (mit Diabetes) optimal abgestimmt. Auch das Kräutermüsli Pavo Care4Life eignet sich optimal für Pferde mit einer Insulinresistenz. Das vollwertige Kraftfutter mit 11 Kräutern versorgt dein Pferd mit allen wichtigen Nährstoffen, ist dabei aber besonders energie-, zucker- und stärkearm. Dank der optimalen Kombination mit Vitaminen und Mineralstoffen benötigst du kein weiteres Mineralfutter. Die raue Struktur des Kräutermüslis sorgt darüber hinaus dafür, dass dein Pferd beim Fressen lange kauen muss.​
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Fütterung und Gesundheit
Der richtige Hafer im Pferdefutter
Seit über 2.000 Jahren ist Hafer von groβer Bedeutung in der Pferdefütterung. Schon die Römer fütterten ihren „Streitrössern“ Hafer, um ihnen einen Extraschub an Energie für die schwere Arbeit zu geben. Im Gegensatz zu Weizen, Gerste oder Mais hat Hafer den Vorteil, dass die darin enthaltene Stärke leichter verdaulich ist und schnelle Energie liefert. Der ursprüngliche Hafer gehört zu der Familie der Rispengräser und wurde in der traditionellen chinesischen Medizin u.a. zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verwendet. In der Naturheilkunde wird Hafer auch bei Unruhe, Spannungszuständen, Einschlafstörungen, Hauterkrankungen und Entzündungen eingesetzt. Das unscheinbare Getreide steckt voller wichtiger Inhaltsstoffe und ist für Pferde sehr gesund. Der Anteil an essentiellen Aminosäuren im Hafer ist beachtlich. Diese sind besonders wichtig für den Pferde-Stoffwechsel und dienen als Bausteine körpereigener Proteine. Darüber hinaus ist Hafer reich an Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Eisen, Calcium und Phosphor), Vitaminen (Vitamin B, Vitamin E) und Spurenelementen (Zink, Selen). Der genaue Anteil im Hafer ist jeweils abhängig vom Mutterboden, auf dem er gewachsen ist. Somit unterliegen die genauen Mengen immer natürlichen Schwankungen. Hafer wird von Pferden sehr gerne gefressen, denn er hat einen angenehm süßlichen Geschmack.  Durchschnittlich hat Hafer einen Kohlenhydratanteil von 59%, wobei dieser überwiegend aus leicht verdaulicher Stärke sowie 7% Fett besteht. Er liefert also eine Menge Energie! Ein Kilogramm Hafer hat fast doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge Heu. Welcher Hafer ist der Richtige für dein Pferd? Hafer ist also gesund – so weit so gut – aber welche Hafersorte ist die Richtige für Pferde? Es gibt weißen, schwarzen, goldenen und grünen Hafer. Dabei ist fast ausschließlich der Spelz, also die äußere Schale um das Korn, ein Unterscheidungsmerkmal. Im Kern sind die verschieden Haferarten in ihrer Zusammensetzung nahezu gleich. Ausschlaggebend ist also nicht unbedingt die Farbe des Hafers, um dein Pferd richtig zu versorgen, sondern die Qualität. Pavo verwendet zwei verschiedene Sorten Hafer in seinen Produkten: weißen Hafer und schwarzen Hafer. Hafer eignet sich bereits in unbehandelter Form als Futtermittel. 100 Liter unbehandelter, gereinigter Hafer wiegen 50kg. Pavo bezieht den Hafer aus Belgien und Frankreich und verwendet diesen in entspelzter Form. Der Hafer wird im Verarbeitungsprozess besonders gereinigt und von seinen Spelzen befreit. „Entspelzen“ bedeutet konkret, dass der Hafer schon gedroschen ist: er enthält also nur noch die einzelnen Ähren, in denen aber noch das ummantelte Korn sitzt. Nicht entspelzter Hafer kann bei empfindlichen Pferden manchmal irritierend auf den Verdauungstrakt wirken. Weitere Vorteile von entspelztem Hafer sind, dass das Gewicht auf 55-57kg je 100 Liter ansteigt und der Hafer für Pferde leichter zu verdauen ist. Neben ganzen, natürlichen Haferkörnen ist Hafer auch als Walzhafer (Haferflocken) erhältlich.  Folgende Tabelle zeigt dir die durchschnittliche Zusammensetzung von Schwarzhafer, Goldhafer und weißem Walzhafer:   Entspelzter Schwarzhafer Entspelzter Goldhafer Walzhafer Rohprotein 10,0 10,0 10,0 Rohfett 4,8 4,8 4,1 Rohfaser 10,0 11,0 12,0 Rohasche 3,0 3,0 3,0 Zucker 0,8 0,8 0,8 Stärke 40,6 37,2 37,2 Unbehandelt, gequetscht oder gewalzter Hafer? Hafer kann in seiner ganz natürlichen Form mit oder ohne Spelzen gefüttert werden. Gerade bei unempfindlichen Pferden kann sich die Fütterung von Hafer mit Spelzen anbieten, denn sie regen zum intensiven Kauen und Einspeicheln des Getreides an. Das Ausscheiden von kleinen Mengen unverdautem Hafer ist keine Seltenheit und gibt keinen Grund zur Sorge. Lediglich für dein älteres Pferd mit schlechten oder fehlenden Zähnen solltest du bevorzugt gequetschten Hafer füttern. Achte bei gewalztem und gequetschtem Hafer darauf, dass dieser frisch gequetscht und entweder binnen 24 Stunden verfüttert oder sorgfältig und trocken für eine spätere Fütterung verpackt wird. Gequetschter Hafer neigt nämlich schnell zur Schimmelpilzbildung. Außerdem verflüchtigen sich durch Oxidation die enthaltenen wichtigen Vitamine sehr schnell. Auf was solltest du bei der Fütterung von Hafer bei Pferden achten? Eine Besonderheit des Hafers ist, dass er sehr viel Phosphor im Gegensatz zu seinem Anteil von Calcium enthält. Um dieses niedrige Calcium-Phosphor-Verhältnis auszugleichen wird empfohlen, bei einer Fütterung allein mit Hafer einen Haferergänzer beizufüttern. Hafer Fütterungsempfehlung Hafer kann als schneller Energielieferant für Sportpferde genutzt werden. Wir empfehlen 1-2kg am Tag (max. 1 kg je Mahlzeit). Fütterst du nur bis zu 1kg Hafer pro Tag, so ist eine Anpassung der Ration bezüglich des Calcium-Phosphor-Verhältnis nicht nötig. Wenn du 2kg oder mehr Hafer am Tag fütterst, solltest du dein Pferd zusätzlich mit Calcium versorgen, zum Beispiel mit Pavo Performance oder Pavo Vital. Das Sportpellet für Hochleistungen Pavo Perfomance  kann die Haferration ergänzen. Das Verhältnis von Hafer zu Pavo Performance 1:3 zu füttern. Beispiel: für ein 600 kg Pferd (bei mittlerer Arbeit): 0,5 kg Hafer, 1,5 kg Pavo Performance. Bei Pavo Vital handelt es sich um ein vollwertiges Mineralfutter in der Darreichungsform „Pellets“. Es ist eine vollständige Ergänzung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen für Pferde, die kein oder nur wenig Kraftfutter bekommen. Wie viel Hafer ein Pferd genau zu sich nehmen sollte, kann nicht pauschalisiert werden und ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Fütterst du Hafer bedarfsgerecht und abhängig vom Energiebedarf deines Pferdes. In erster Linie sollte der Energiebedarf über Heu, Weidegras und Stroh sichergestellt werden, was für viele Pferde bereits genügt und eine Fütterung von Hafer nicht notwendig ist. Pferde, die aber sehr viel bewegt werden, regelmäßig arbeiten oder im Sport geritten werden, benötigen manchmal eben doch eine zusätzliche Hafer-Fütterung, um ausreichend Energie zu erhalten. Qualitätsprüfung des Hafers Wenn du überprüfen möchtest, ob die Qualität des Hafers optimal ist, gibt es folgende einfache Möglichkeiten: Die Wasserglasmethode: Hierfür benötigst du ein großes Glas frisches Leitungswasser. Gebe eine Hand voll Hafer hinein. Je mehr Haferkörner nach unten sinken, desto besser ist die Qualität. Sollte das Wasser sehr trüb werden, so haften gegebenenfalls zu viele Schmutzpartikel und Milbenkot am Hafer.   Der Geruchstest: Nehme eine Portion Hafer in deine Hand und rieche daran. Sollte der Hafer von schlechter Qualität sein, riecht er modrig oder es wird sogar ein schlechter, beißender Geruch von ihm ausgehen. Lagere den Hafer nach dem Kauf daher am besten dunkel, kühl und trocken. Papiersäcke sind für die Lagerung ideal, da sie luftdurchlässig sind und so die Bildung von Schimmel verhindert werden kann. Wird der Hafer feucht, ist er ein hervorragender Spielplatz für Milben und Schimmel. Die Körner verlieren Kohlenhydrate, werden muffig, schimmlig und sollten nicht mehr an dein Pferd verfüttert werden. „Ich glaub, dich sticht der Hafer?“ – Was ist dran am Sprichwort? Dieses Sprichwort ist jedem bestimmt geläufig und es kommt tatsächlich aus der Pferdehaltung. Früher ist man davon ausgegangen, dass die spitzen Spelzen die Pferde im Darm und beim Äppeln „stechen“ könnten und sie dadurch wilder und unruhiger werden. Du kannst aber beruhigt sein: die Spelzen verursachen keinerlei stechende Schmerzen. Ebenso macht Hafer in bedarfsgerechten Mengen Pferde nicht verrückt, sondern eher vital, lebensfroh und arbeitswillig!
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Fütterung und Gesundheit
Das Shivering Syndrom beim Pferd
Das Shivering Syndrom wird umgangssprachlich häufig als die „Zitterkrankheit“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine neuromuskuläre Erkrankung, die Muskelspasmen auslöst, welche zu Krämpfen im Bereich der Hinterhand führen. Diese Krämpfe erscheinen optisch wie ein Zittern, das je nach Krankheitsstadium unterschiedlich stark ausfällt. In einigen Fällen ist allerdings nicht nur die Hinterhand, sondern auch die Vorderhand oder sogar der Kopf des Pferdes betroffen. Es wird davon ausgegangen, dass die Erkrankung für Pferde schmerzfrei ist. Jedoch können betroffene Pferde ihre zuckenden Muskelbewegungen nicht steuern und leiden oft unter starken Verspannungen. Für das Wohlbefinden deines erkrankten Pferdes ist es daher sehr wichtig, Shivering Symptome durch eine angepasste Pferdehaltung und Fütterung zu lindern. Welche Ursache hat Shivering bei Pferden? Obwohl das Shivering Syndrom schon seit einigen Jahren erforscht wird, konnte bislang keine konkrete Ursache für eine Erkrankung festgestellt werden. Es existieren verschiedene Theorien, die sich auf neurologische Ursachen, die Genetik des Pferdes oder sogar Traumata berufen. Generell geht man davon aus, dass die Informationen aus dem zentralen Nervensystem nicht vollständig über die Neurone an die Muskelzellen weitergeleitet werden können. Diese lückenhafte Impulsweiterleitung führt dann zum unkontrolliertem Muskelzucken des Pferdes. Wieso die Informationen des zentralen Nervensystems nicht korrekt weitergeleitet werden können, ist allerdings noch unklar. Eine Studie geht beispielsweise davon aus, dass die Ursache des Shivering Syndroms im Muskelstoffwechsel liegt. Pferde, die an dieser Studie teilgenommen haben, wiesen einen deutlich niedrigen Glykogengehalt in ihren Muskelzellen auf als üblich. Gerade bei Sportpferden oder Pferden, die generell schwere Arbeit leisten, entleeren sich die Glykogenspeicher schneller, was folglich Muskelkrämpfe auslösen könnte. Eine andere Studie geht wiederum davon aus, dass der Abbau von Neuronen im Kleinhirn die Ursache für eine unvollständige Impulsweiterleitung und das damit verbundene Zittern ist. Welche Pferde sind betroffen? Rein theoretisch gesehen könnte jedes Pferd, unabhängig von der Rasse, am Shivering Syndrom erkranken. Besonders häufig scheinen allerdings große und schwere Pferde betroffen zu sein. Auch Hengste und Wallache gelten als anfälliger als Stuten. Sportpferde und Pferde mit einem hohen Muskeltonus erkranken ebenfalls häufiger am Shivering Syndrom. Ponys hingegen sind eher selten betroffen. Wie erkenne ich Shivering bei meinem Pferd?  Shivering wird häufig bereits in frühen Jahren entdeckt. Betroffene Pferde sind meist zwischen 4 und 7 Jahren alt, wenn die Krankheit erstmals ausbricht. Im Alltag verhalten sich diese Pferde zunächst unauffällig. Allein in gezielten Bewegungsabläufen, wie z.B. Hufe geben oder Rückwärtsrichten, lässt sich eine Problematik erkennen. Je nach Grad der Erkrankung beginnt ein leichtes bis starkes Muskelzittern, die das Pferd nicht eigenständig kontrollieren kann. Das macht es Shivering Pferden beispielsweise besonders schwierig, für einen längeren Zeitraum auf nur 3 Beinen zu stehen. Auch langes Stillstehen verschlimmert die Muskelkrämpfe und sollte weitestgehend vermieden werden. Weitere Symptome für das Shivering Syndrom sind ein ruckartiges nach oben reißen der Hinterbeine oder Probleme beim Abstellen dieser. Anfangs werden Shivering Symptome auch häufig mit dem Hahnentritt oder Kissing Spines verwechselt. Anders als beim Hahnentritt, reißt ein Shivering Pferd sein Bein allerdings ruckartig in die Höhe, verweilt dort für einen kurzen Moment und stellt es dann langsam wieder ab, sobald der Muskelkrampf nachgelassen hat. Auch ein auffälliges Schlagen mit dem Schweif kann ein Anzeichen für das Shivering Syndrom im Bereich der Hinterhand sein. Shivering kann neben den Hinterbeinen auch die Vorderbeine oder den Kopf eines Pferdes betreffen. An der Vorderhand erkennst du Shivering häufig am Muskelzittern im Bereich des Ellenbogens. Außerdem tendieren erkrankte Pferde dazu, ihre Vorderbeine komplett durchzustrecken, anstatt sie locker und gebeugt anzuheben. Am Kopf lässt sich Shivering an dem typischen, unkontrollierbaren Zucken der Ohren und Augenlider erkennen. In Stresssituationen, z.B. bei Anhängerfahrten oder Tierarztbesuchen, können sich die genannten Symptome sogar verschlimmern. Welche Situationen dein Pferd stressen, ist ganz individuell von seinem Befinden abhängig. Hier kommt es auf dein Einfühlungsvermögen als Pferdebesitzer an, herauszufinden, welche Situationen besonders stressig für dein Pferd sind und wie du diese am besten vermeiden kannst. Die genaue Diagnose „Shivering Syndrom“ stellt dein Tierarzt mit Hilfe einer Blutuntersuchung. Möchtest du dein Pferd auf Shivering testen lassen, ist es wichtig, dass du ihm 5 Tage vor der Blutabnahme keine Mineralstoffe zuführst, um die Blutwerte nicht zu verfälschen. Bei der Auswertung sollte der Fokus dann auf die Konzentration von Zink, Magnesium, Kupfer, Selen und Mangan im Blut gelegt werden. Generell wird häufig eine Unterversorgung an Magnesium mit Muskelproblemen, wie z.B. Muskelkrämpfen, in Verbindung gebracht. Untersuchungen zeigten allerdings, dass an Shivering erkrankte Pferde nur selten einen geringen Magnesiumwert, oft aber einen zu niedrigen Manganwert im Blut aufweisen. Mangan ist ein wichtiger Mineralstoff, welcher für zahlreiche Stoffwechselvorgänge, wie z.B. den Muskelstoffwechsel und die Knochengesundheit des Pferdes benötigt wird. Wird bei deinem Pferd ein geringer Manganwert festgestellt, ist es also wichtig, diesen entsprechend auszugleichen. Die genaue Dosis der Supplementierung sollte unbedingt immer in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen, da eine Überversorgung an Mangan toxisch auf dein Pferd wirken kann.  Neben einer Auswertung des Nährstoffhaushalts, ist außerdem eine Untersuchung der Leber empfehlenswert. Die Leber ist ein entscheidendes Organ für zahlreiche Stoffwechselfunktionen des Pferdes. Ist z.B. der Leberstoffwechsel gestört, führt dies sehr häufig auch zu Komplikationen im Muskelstoffwechsel. Der Leberstoffwechsel des Pferdes wird größtenteils durch die Fütterung beeinflusst. Hochwertiges Raufutter ist hier das A und O für eine gute Lebergesundheit. Pferde, die Leberprobleme aufweisen, wurden häufig über einen längeren Zeitraum mit Heu, Heulage oder sogar Silage von niedriger Qualität gefüttert. Bist du unsicher, welchen Zustand dein Raufutter aufweist, so kann eine Raufutteranalyse helfen, die genauen Nährwerte zu identifizieren. Welche Folgen hat Shivering für dein Pferd? Wie die Ursachen, sind auch die genauen Folgen von Shivering nicht hinreichend bekannt. Experten gehen davon aus, dass die Krankheit für Pferde schmerzfrei ist. Allerdings ist der Krankheitsverlauf immer fortschreitend. Zudem verursachen die Muskelkrämpfe häufig Blockaden und auch starke Verspannungen, die sehr unangenehm für dein Pferd sein können. Im späteren Verlauf der Krankheit geht man außerdem davon aus, dass die Muskulatur des Pferdes abnimmt. Wie kann ich Shivering behandeln?  Da die genaue Ursache für Shivering nicht bekannt ist, existiert leider auch keine Behandlungsmethode, die eine vollständige Heilung verspricht. Allerdings lassen sich die Symptome des Shivering Syndroms häufig durch eine angepasste Haltung und Fütterung lindern:  Ausreichend Platz zur Verfügung stellen, lange Stehzeiten vermeiden Shivering Pferde benötigen ausreichend Platz, damit durch enge Wendungen oder Rückwärtsrichten keine Verkrampfungen ausgelöst werden. Eine Haltung im Offenstall ist hier ideal, da die Pferde so genug Platz zum Laufen und Wenden haben. Lange Stehzeiten hingegen können die Symptome verschlimmern und sollten vermieden werden. Hierzu zählen ebenfalls lange Zeiträume in der Box oder auf dem Anhänger. Stresssituationen vermeiden Shivering Symptome können sich in Stresssituationen verschlimmern. Daher ist es besonders wichtig, dass du herausfindest, welche Situationen dein Pferd besonders stressen und wie du diese vermeiden kannst. Für viele betroffene Pferde ist z.B. der Besuch beim Hufschmied sehr stressig, da ihnen das Hufe geben schwerfällt. Wenn möglich, lasse dein Shivering Pferd nicht beschlagen, um den Besuch beim Hufschied angenehmer und kürzer zu gestalten. Benötigt dein Pferd doch zwingend einen Beschlag, kann eine Sedierung hilfreich sein. Auch, wenn das Pferd vor dem Besuch beim Hufschmied bewegt, und die Muskulatur aufgewärmt wird, kann dies dazu beitragen, die Behandlung angenehmer zu gestalten. Den Muskelstoffwechsel durch Training unterstützen Pferde, die unter leichten Shivering Symptomen leiden, können oft noch problemlos geritten werden. Einige Shivering Pferde gehen sogar hocherfolgreich im Turniersport. Wichtig hierbei ist, dass das Pferd korrekt über den Rücken geritten wird, um die Muskulatur nicht falsch zu belasten. Auch Bodenarbeit kann hilfreich sein, um die Muskulatur weiter zu stärken. Gut ausgebildete Muskeln können die Symptome reduzieren und deinem Pferd helfen, besser mit seinem Körper umzugehen. Wie intensiv du dein Pferd trainieren kannst, ist abhängig von seinem individuellen Krankheitszustand. Bist dir unsicher, wie viel du deinem Pferd zumuten kannst, frage sicherheitshalber deinen Tierarzt um Rat. Blockaden und Verspannungen lösen Durch das unkontrollierbare Muskelzucken leiden viele Shivering Pferde an Blockaden und Muskelverspannungen. Eine regelmäßige Behandlung durch einen Osteopathen oder Physiotherapeuten kann helfen, diese zu lösen. Auch wohltuende Massagen, z.B. durch Massageputzzeug, können deinem Shivering Pferd helfen sich wohler zu fühlen. Die Fütterung von Pferden mit Shivering Syndrom   Raufutter Die Fütterung von Shivering Pferden sollte in erster Linie aus hochwertigem Raufutter bestehen, welches schimmel-, keim- und staubfrei ist. Heu eignet sich hier in der Regel besser als Heulage, da es einen niedrigeren Säuregehalt ausweist. Silage sollte aufgrund seines sehr hohen Gehalts an Säure generell nicht in der Pferdefütterung verwendet werden. Bei der Vergärung von Silage kommt es zur Bildung Biogener Amine. Diese können bei deinem Pferd Durchfall, Blähungen oder auch Herzkreislauferkrankungen auslösen. Um diesem entgegen zu wirken, baut der Körper deines Pferdes die Biogenen Amine über die Leber wieder ab. Bei einer dauerhaften Fütterung von Silage oder Futtermitteln mit sehr hohem Säuregehalt kann es hierdurch zu einer Leberüberlastung kommen. Ist der Leberstoffwechsel deines Pferdes gestört, beeinflusst dies auch den Muskelstoffwechsel negativ. Ein zusätzlich belasteter Muskelstoffwechsel ist sehr ungünstig für Shivering Pferde und sollte unbedingt vermieden werden. Leidet dein Pferd unter dem Shivering Syndrom, empfiehlt sich also eine Fütterungsbasis aus qualitativ hochwertigem Heu. Vitamine & Mineralstoffe Hat dein Tierarzt anhand des Blutbildes festgestellt, dass dein Pferd einen Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen aufweist, sollten diese zunächst einmal ergänzt werden. Basierend auf den Blutwerten kann dein Tierarzt dir hier eine genaue Empfehlung über die Dosierung passender Ergänzungsfuttermittel geben. Ist dein Pferd wieder korrekt eingestellt, kannst du die Vitamine und Mineralstoffe, die es täglich benötigt durch ein vollwertiges Mineralfutter ergänzen, falls du ihm wenig oder kein Kraftfutter fütterst. Kraftfutter Benötigt dein Shivering Pferd neben ausreichend Raufutter und Mineralfutter, die Zugabe eines Kraftfutters, eignen sich hier besonders getreidefreie und stärkereduzierte Futtermittel, die den Stoffwechsel nicht zusätzlich belasten. Auch eine Versorgung an hochwertigen Aminosäuren wie Lysin ist vorteilhaft für die Muskulatur deines Pferdes.
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Fütterung und Training
Verletzung beim Pferd Praevention verhindert Schlimmeres
Jeder Pferdebesitzer kennt das: Während des Trainings oder beim Ausritt im Gelände kann es schnell zu Verletzungen des Pferdes kommen. Gründe dafür sind meistens ein ungünstiger Bodengrund bedingt durch Unebenheiten oder ungünstige Wettereinflüsse. Grundsätzlich kann es immer zu Verletzungen bei Pferden kommen. Wer jedoch regelmäßig zum Check-Up geht und auf einige wesentliche Punkte achtet, kann schmerzhafte Verletzungen mit langfristigem Ausfall seines Pferdes verhindern. Typische Anzeichen und Ursachen für Verletzungen beim Pferd Vielen Pferdebesitzern fällt es schwer zu erkennen, ob das Pferd Schmerzen verspürt. Pferde können viel aushalten und neigen dazu „stille Leider“ zu sein. Daher ist es sehr wichtig, dass du dein Pferd und sein Verhalten gut kennst und somit Abweichungen schneller erkennen kannst. Aber wie äußern sich typische Anzeichen einer Verletzung beim Pferd? Am ehesten kannst du Schmerzen oder Verletzungen durch Lahmheiten erkennen: dein Pferd weist dann einen unregelmäßigen Gang auf, da die normale Bewegung eines oder mehrerer Gliedmaßen nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Im Allgemeinen gilt bei Lahmheit in der Bewegung, dass dein Pferd „auf das gesunde Bein“ fällt. Bei der Belastung eines kranken Vorderbeins hebt dein Pferd seinen Kopf an, um die Belastung des Beines zu verringern. Bei der Belastung eines kranken Hinterbeins hält dein Pferd die Hüfte an der lahmen Seite höher. Grundsätzlich wird die Lahmheit in der Volte (auf hartem Untergrund) schlimmer und ist somit noch eindeutiger zu bestimmen. Weitere Anzeichen für eine schmerzhafte Verletzung können Probleme beim Satteln oder die Bewegung in Biegung sein. Die Ursachen für Lahmheiten können verschiedenen Ursprungs sein, wie z.B. eine Zerrung oder eine Stauchung der Sehnen, Bänder oder Gelenke. Weitere mögliche Gründe sind Überbelastung, Hufgeschwüre, eingetretene Nägel oder ein ungünstiger Beinstand. Sollte sich dein Pferd überhaupt nicht bewegen wollen, könnten ernste Verstauchungen, Knochenbrüche, Kreuzverschlag, Hufrehe oder tief eingetretene Nägel die Ursache sein. Vorbeugen von Verletzungen beim Pferd “Die Prävention und das rechtzeitige Erkennen von Verletzungen verhindert große Probleme”, so der Pferdearzt Dr. Teun Sterk von der Tierklinik Bodegraven. Gemeinsam mit seinen Kollegen betreut Dr. Sterk viele Sportpferde und versucht immer, das Maximum aus einem Pferd herauszuholen ohne dabei die Gesundheit des Pferdes aus den Augen zu verlieren. Häufig beginnt die Betreuung von Sportpferden durch Dr. Sterk mit einer Beschwerde, aber nicht nur Pferde mit Problemen werden untersucht: “Von den Sportpferden, die wir betreuen, erstellen wir Leistungsprofile, sodass wir sie optimal überwachen können. Dies geschieht anhand verschiedener Untersuchungen, die auch während der Arbeit erfolgen. Dadurch können wir auf verschiedenen Gebieten korrigieren und schnell reagieren, wenn ein schlummerndes Problem vorliegt. Wir können eingreifen, bevor sich dieses zu einer Verletzung entwickelt. Idealerweise können wir Pferde alle 3 bis 6 Monate untersuchen.” Professionelle und verantwortungsvolle Reiter lassen ihre Pferde regelmäßig untersuchen und warten nicht bis ein Problem auftritt. Beim Standard Check wird zunächst der Gang des Pferdes beurteilt – geradeaus und an der Longe auf dem Zirkel, häufig auch mit Sattel und beim Reiten. Ebenso wird geschaut, ob Rücken und Becken problemlos bewegt werden können. Auch Leistungsprofile mit Pulsmessung und Bluttest liefern aufschlussreiche Ergebnisse, um drohende Verletzungsgefahren rechtzeitig zu erkennen. Muskelaufbau beim Pferd zur Prävention von Verletzungen Dr. Sterk weiß, dass ein mangelnder Muskelaufbau beim Training bereits Schmerzen des Pferdes verursachen kann. Die Muskulatur stabilisiert das Skelett. Durch eine starke Muskulatur wird das Pferd allgemein robuster gegen Verletzungen der Sehnen, Bänder und Gelenke. Durch Ausdauersport und gezieltes Training kann die Muskulatur gestärkt werden, ansonsten drohen eher Verletzungen. Auch ein aufbauendes Training zur Konditionssteigerung trägt zur Senkung des Verletzungsrisikos bei, da Pferde mit guter Kondition weniger schnell Ermüdungserscheinungen haben. Die Muskelbildung des Pferdes lässt sich am Hals gut erkennen. Dr. Sterk verrät uns dazu folgende Tipps: „Folgen Sie der Linie von Mähne, Wirbeln und Schulter, dann erkennen Sie hier ein Dreieck. Bei geringer Muskelbildung ist dieses Dreieck ausgehöhlt. Es sollte aber gut gefüllt sein, mit einer leichten Wölbung. Wichtig ist auch der Rücken im Sattelbereich: Er muss schön rund verlaufen und nicht nach unten hin ausgehöhlt sein. Auch die Kruppe sollte schön rund sein. Bei gutem Training entwickeln sich die Muskeln auch hier schön rund.“ Muskelbildung und Muskelregeneration durch eiweißreiches Pferdefutter Die Belastbarkeit eines Pferdes nimmt ab, wenn die Muskeln die erforderliche Kraft nicht lange genug liefern können. Für eine optimale Muskelbildung und Muskelregeneration ist hochwertiges Eiweiß zwingend erforderlich. Sterk: “Studien haben gezeigt, dass der Anteil von Eiweiß in dem Futter vieler Pferde ungenügend ist. Raufutter bildet den Hauptbestandteil von dem, was Pferde fressen, aber fast niemand weiß, was darin genau in welchen Mengen enthalten ist. Wenn es schön aussieht und gut riecht, findet man es schnell gut. Das sagt jedoch nichts aus. Heu oder Silage aus Bewirtschaftungsgebieten, die nicht oder kaum gedüngt sind, sind reich an Zucker, aber arm an Eiweiß.” Was viele nicht wissen: Eiweiß ist nicht allein für die Muskeln, sondern auch für die Knochen wichtig. “Pferde, deren Futter für lange Zeit einen Eiweißmangel aufweist, haben weniger ausgeprägte Muskeln und schwächere Knochen. Wir sind große Befürworter der Analyse von Raufutter. Dabei bekommt man oft einen Schrecken, wenn man den großen Unterschied zwischen dem vorhandenen Gehalt und dem Bedarf sieht”, so Dr. Sterk. Er versteht, dass Pferdehaltern jahrelang “Angst vor Eiweiß” gemacht wurde: “Man dachte, dass Hufrehe durch Frühjahrsgras mit Eiweiß hervorgerufen wird. Aktuelle Studien zeigen aber, dass vor allem Zucker und Stärke die Schuldigen sind.” Pavo hat in Kooperation mit der Tierarztpraxis Bodegraven ein spezielles Futter entwickelt, um die Eiweißbilanz zu korrigieren. Es heißt Pavo TopSport, kann als Ergänzung zum Kraftfutter gegeben werden und dient der maximalen Muskelunterstützung. Zusätzlich zum Eiweißgehalt solltest du auf Futter mit einem hohen Anteil an Antioxidantien achten. Das Futter Pavo SportsFit ist z.B. reich an Vitamin E und Selen, das zur optimalen Muskelversorgung beiträgt. Magnesium ist für den Muskelaufbau unentbehrlich. Pavo Mobility unterstützt hingegen allgemein die Gelenke und den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes. Behandlungen von Verletzungen beim Pferd Wenn du eine Verletzung deines Pferdes feststellst, gilt zunächst einmal: Ruhe bewahren! Wenn du panisch wirst, dann spürt dein Pferd diesen Stress, was die Situation für alle Beteiligten unnötig verschlimmern kann. Die Einschätzung des Schweregrades einer Verletzung ist nicht immer einfach. Kleinere Schnittwunden können problemlos selbst versorgt werden. Sofern es sich um eine offene tiefe oder sehr große Verletzung der Haut handelt, solltest du schnellstmöglich deinen Tierarzt zu Rate ziehen, insbesondere wenn sich die Verletzung in der Nähe von Gelenken oder Sehnen befindet. Vermeide den Einsatz von Silber- oder Blauspray, bis dein Tierarzt vor Ort ist und sich die offene Wunde genauer angeschaut hat. Wenn sich dein Pferd von einer Verletzung oder Krankheit erholen soll und daher nicht gearbeitet wird, braucht es oft keine zusätzliche Energie. Du kannst in Absprache mit deinem Tierarzt das Kraftfutter halbieren oder sogar ganz weglassen. Dein Pferd wird von dem Kraftfutter nur unruhig und dick. Ein Pferd braucht aber täglich ausreichend Heu mit zusätzlichen Vitaminen und Spurenelementen. Zusätzlich zur Raufütterung benötigt dein Pferd aber auf jeden Fall einen vollständigen Vitamin-Spurenelement-Mineralien-Zusatz. Hierbei kannst du dann aus Briketts oder Pellets wählen. Diese Mineralstoffe bilden eine gute Ergänzung zu einer Fütterung mit ausreichend Heu und wenig bis keinem Kraftfutter.
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Fütterung und Training
Fütterungstipps von Michael Jung
Michael Jung (geb. am 31. Juli 1982) ist derzeit der erfolgreichste Vielseitigkeitsreiter und Nummer 1 der Weltrangliste! Aber nicht nur im Vielseitigkeitsreiten, sondern auch in den Disziplinen Springreiten und Dressur ist Michael sehr erfolgreich unterwegs und kann mit vielen hohen Auszeichnungen, wie das Goldene Reitabzeichen in Dressur und Springen, glänzen. Damit seine vierbeinigen Sportpartner optimal versorgt sind, füttert Michael Jung seinen Pferden Pavo Pferdefutter. Besonders hervorheben möchte er in seiner Fütterung folgende Sorten: Pavo SportsFit: Dieses Sportmüsli macht die Pferde nicht hitzig und ist für Pferde bestimmt, die Kraft benötigen, aber trotzdem kontrollierbar bleiben müssen. Stärke dient als schnell verfügbare Energie und liefert zusätzliche Power, wobei Vitamin E in Kombination mit Selen für einen schnellen Milchsäureabbau sorgt. Das Öl im SportsFit Müsli dient als langsam verfügbare Energiequelle, die keine Abfallstoffe wie Milchsäuren hervorruft. Es enthält außerdem zusätzliches Magnesium, welches speziell auf den Bedarf von Sportpferde abgestimmt ist. Pavo Perfomance: Dies Sportpellet wurde speziell entwickelt, um Sportpferden ein Maximum an Ausdauer und eine topfitte Ausstrahlung zu verleihen. Besonders Pferde, die Höchstleistungen erbringen müssen (Energy Level High) haben einen erhöhten Energie- und Proteinbedarf. Aufgrund der einzigartigen Zusammensetzung der Sportpellets für Hochleistungen, können (Spitzen-)Sportpferde die Energie für längere Anstrengungen hauptsächlich aus Rohfasern und gesunden Fetten gewinnen, anstatt aus Zucker und stärkehaltigen Quellen, wie z.B. Getreide.  Pavo DailyPlus: Hierbei handelt es sich um ein ausgewogenes Strukturfutter, dass die Kautätigkeit und Speichelproduktion des Pferdes anregt. Pavo SlobberMash: Dies ist ein vollwertiges und vitaminreiches Kraftfutter, das ganz einfach und schnell mit heißem Wasser zubereitet wird. Es kann sofort gefüttert werden. Der hohe Anteil an reinem Leinsamen verleiht dem Fell des Pferdes Glanz. Es enthält viel Kleie und unterstützt dadurch eine gesunde Verdauung. Michael Jung im Interview mit Pavo: das Wichtigste ist eine gute Qualität Für eine gute sportliche Leistung ist ein gesundes Pferd besonders wichtig. Mit entsprechendem Training und gutem Management lässt sich viel erreichen. Ein Teil des Managements ist die optimale Fütterung des Pferdes. Dabei sollte man genau wissen, was der tägliche Bedarf des Sportpartners ist. „Die Balance zwischen den Nährstoffen muss stimmen“, weiß auch Michael Jung. Damit meint er, dass neben der entsprechenden Versorgung mit Energie und Protein auch die Vitamine und Mineralstoffe eine wichtige Rolle spielen. Michael Jung, der bei der Fütterung seit vielen Jahren auf Pavo Pferdefutter vertraut, weiß, dass die Futtersorte bzw. die Futterration dem Turniereinsatz oder auch den Wetterbedingungen entsprechend angepasst werden sollte. Weitere kleine, aber sehr wirkungsvolle Tipps verrät uns der Vielseitigkeitsstar in einem persönlichen Interview: Pavo: Es ist Sommer. 30 Grad Celsius im Schatten, im Stallzelt vielleicht noch etwas wärmer und Sie befinden sich mit Ihren Pferden auf einem wichtigen Turnier. Wie versorgen Sie Ihre Vierbeiner in dieser Situation optimal, was die Fütterung betrifft? Michael Jung: Elektrolyte sind bei hohen Temperaturen natürlich ganz, ganz wichtig! Beim Schwitzen verlieren die Pferde Flüssigkeit und notwendige Körpersalze wie Calcium, Natrium oder Kalium. Durch Elektrolyte gleiche ich den Verlust aus, bevor ein Mangel entstehen kann. Außerdem nehme ich zum Turnier stets mein eigenes Heu mit. Das hat zwei Gründe: Erstens stelle ich auf Turnieren meinen Pferden so viel Raufutter zur Verfügung, wie sie fressen können. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Pferde mehr trinken, wenn sie größere Mengen Heu bekommen. Und zweitens stelle ich so sicher, dass das Futter immer eine gleichbleibend hohe Qualität hat. Denn eine sehr gute Qualität ist das Wichtigste beim Füttern. Pavo: Sie kommen mit Ihren Pferden von einem großen Turnier zurück. Das Wochenende war für alle sehr anstrengend. Vielleicht mussten Sie mit den Pferden sogar (länger) fliegen. Welche Maßnahmen treffen Sie, damit die Pferde Stress abbauen können? Ändern Sie in solchen Situationen etwas am Futter? Michael Jung: Nach der Rückkehr von langen Reisen und anstrengenden Turnieren fahre ich bei meinen Pferden die Futterration etwas runter. Am Tag danach steht schließlich auch nur leichte Arbeit auf dem Programm. Das muss nicht unbedingt Reiten sein, sondern eher Entspannung im Schritt. Keine Bewegung wäre in diesem Fall nicht förderlich. Die Kraftfutterration wird dem Arbeitspensum des Pferdes angepasst. Pavo: Vielseitigkeitspferde müssen konditionell besonders fit sein. Macht sich das auch in der Fütterung bemerkbar? Sprich, werden Sam und Halunke anders gefüttert als Der Dürer oder Sportsman? Michael Jung: Im Prinzip nicht. Meine Springpferde und Vielseitigkeitspferde bekommen grundsätzlich das gleiche Futter. Wenn es auf Höchstbelastungen zugeht, wird die Futterration zwar erhöht, das hat aber nicht unbedingt etwas mit der Disziplin zu tun, sondern hängt vom jeweiligen Pferd ab. Welche Ergänzungsfuttermittel welches Pferd bekommt, wird ganz individuell von Pferd zu Pferd entschieden. Die regelmäßige Überprüfung der Blutwerte hilft da bei der Entscheidung.  
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Fütterung und Gesundheit
Was ist Kraftfutter für Pferde?
Anders als eine Versorgung mit Raufutter, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, gehört die Kraftfutterversorgung nicht zu den Grundbedürfnissen eines Pferdes. Kraftfutter gibt deinem Pferd, wie der Name schon sagt, eine extra Portion „Kraft“, um bestimmte Leistungen erbringen zu können. Aber nicht jedes Pferd benötigt diese Menge an Energie. Viele Pferde können ihren Erhaltungsbedarf bereits mit ausreichend Raufutter und einem guten Mineralfutter decken. Wie viel Energie ein Kraftfutter deinem Pferd verleiht, kommt ganz auf die verschiedenen Inhaltsstoffe des ausgewählten Futtermittels an. Hier liegt es an dir als Pferdebesitzer herauszufinden, ob dein Pferd ein Kraftfutter benötigt und wenn ja, welches Pferdefutter den individuellen Bedürfnissen deines Pferdes am besten gerecht wird Wann benötigt dein Pferd ein Kraftfutter? Prinzipiell benötigt dein Pferd dann ein Kraftfutter, wenn es seinen Energiebedarf nicht mehr durch eine Fütterung von Rau- und Mineralfutter allein decken kann. Der Energie- und Nährstoffbedarf deines Pferdes kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Ein Sportpferd, das täglich Höchstleistungen erbringt, benötigt beispielsweise ein Kraftfutter mit einem höheren Energiewert als ein Freizeitpferd, das nur leicht gearbeitet wird. Der Energiebedarf eines Pferdes steigt allerdings nicht nur durch sportliche Belastungen an. Hochtragende Stuten oder heranwachsende Fohlen haben ebenfalls einen erhöhten Nährstoffbedarf, welcher durch ein passendes Zuchtfutter optimal gedeckt werden kann. Auch kann die Fütterung eines Kraftfutters sinnvoll sein, um dein Pferd an Gewicht zunehmen zu lassen. In diesem Fall ist es allerdings erst einmal empfehlenswert, die Raufutterration zu erhöhen oder gegebenenfalls durch hochwertige Raufutterersatzprodukte zu ergänzen, bevor du die Kraftfutterration für dein Pferd erhöhst. So unterstützt du den Magen-Darm-Trakt deines Pferdes und stellst gleichzeitig sicher, dass sein natürliches Fressverhalten gefördert wird. Ist eine vermehrte Raufutterfütterung allein nicht zielführend, kann besonders ein eiweißreiches Aufbaufutter dazu beitragen, dein Pferd wieder in einen guten Konditionszustand zu bekommen. Wie sieht die Zusammenstellung eines Kraftfutters aus?  Die genaue Zusammenstellung eines Kraftfutters unterscheidet sich in erster Linie durch seinen höheren Energiewert aus Bestandteilen wie Getreide, Öl oder auch Zucker vom Raufutter. Kraftfutter wird in 2 verschiedenen Formen angeboten: Als Müsli und als Pellets. Beides sind vollwertige Kraftfuttersorten, die sich hauptsächlich in ihrem Aussehen unterscheiden. Ein vollwertiges Kraftfutter ist meist angereichert mit essentiellen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, wie beispielsweise Selen, Zink und Kupfer. Zahlreiche Raufutteranalysen haben ergeben, dass Raufutter allein nicht über genügend Nährstoffe verfügt, um den Vitamin- und Mineralstoffbedarf deines Pferdes zu decken. Fütterst du deinem Pferd also gar kein oder nur wenig Kraftfutter, ist es wichtig, dass du es zusätzlich durch ein Mineralfutter mit allen lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelemente versorgst. Die genaue Zusammenstellung eines Kraftfutters sollte immer auf den jeweiligen Bedarf des Pferdes angepasst sein: 1. Kraftfutter für Freizeitpferde Ein Kraftfutter für Freizeitpferde oder leicht arbeitende Pferde sollte über einen recht geringen Energiewert und auch einen niedrigen Zucker- und Stärkegehalt verfügen. Daher enthalten Futtersorten für Freizeitpferde oft eine reduzierte Menge an Getreide oder sind sogar komplett getreidefrei. Dadurch kann der leicht erhöhte Bedarf deines Freizeitpferdes optimal gedeckt werden, ohne, dass es aufgrund eines Energieüberschusses an Gewicht zunimmt. Gleichzeitig verringert sich so das Risiko auf sogenannte Wohlstandskrankheiten wie EMS, Hufrehe oder Cushing. Qualitativ hochwertige Kraftfuttersorten für Freizeitpferde enthalten außerdem oft wichtige Rohfasern, die zusätzlich für eine gesunde Verdauung deines Pferdes sorgen. 2. Kraftfutter für Sportpferde Sportpferde haben einen höheren Bedarf an Energie als Freizeitpferde. Daher zeichnet sich auch ein Kraftfutter für Sportpferde speziell durch seinen hohen Energiewert aus. Wichtige Energieträger im Sportfutter sind meist Getreide und Öle, wie z.B. Hafer und Leinöl. Aber auch unter den einzelnen Sportfuttermitteln gibt es große Unterschiede. Die Hauptunterschiede im Futter basieren meist auf der Disziplin, der du und dein Pferd nachgehen. Während beim Springreiten in kurzer Zeit viel Energie gefordert wird, müssen Pferde im Distanzsport ihre Kraft über einen längeren Zeitraum aufteilen. Dieser Energiebedarf lässt sich durch die verschiedenen Inhaltsstoffe im Sportfutter beeinflussen. Stärkehaltiges Getreide liefert schnell verfügbare Energie, während Öle eher die Ausdauer deines Pferdes unterstützen. Daher solltest du bei der Auswahl eines Sportfutters auch immer berücksichtigen, wie dein Pferd seine Kraft einsetzen muss. Ein hochwertiges Sportfutter zeichnet sich zusätzlich durch hoch aufgeschlossene Inhaltsstoffe aus. So kann dein Pferd die Nährstoffe aus seinem Futter einfach aufnehmen und optimal verwerten. 3. Kraftfutter für trächtige Stuten Der Nährstoffbedarf von tragenden Stuten verändert sich ca. ab dem 9. Monat der Trächtigkeit. Der Energiebedarf steigt zu diesem Zeitpunkt etwa auf das 1,25 bis 1,4-fache des Erhaltungsbedarfs an. Daher empfiehlt es sich, deine tragende Stute ab dem 9. Monat ihrer Trächtigkeit neben der Raufutterration mit einem passenden Zuchtfutter zu unterstützen. Das Kraftfutter für deine tragende Stute sollte demnach über einen hohen Energieanteil verfügen, um ihren Konditionszustand zu sichern. Außerdem steigt der Eiweißbedarf tragender Stuten im Laufe der Trächtigkeit. Eine ausreichende Menge von Eiweiß im Zuchtfutter ist besonders wichtig für die Entwicklung des Fohlens und die spätere Milchgabe der Stute. In der späten Trächtigkeit steigt zusätzlich der Calcium-, Phosphor- und Magnesiumbedarf. Besonders Magnesium sollte ein wichtiger Bestandteil deines Stutenfutters sein, da es die Knochengesundheit des ungeborenen Fohlens unterstützt. Zink, Selen und Kuper im Futter sorgen außerdem für eine gute Entwicklung von Knorpel, Sehnen und Bänder des heranwachsenden Fohlens. Enthaltenes Vitamin E im Stutenfutter unterstützt zusätzlich die Fruchtbarkeit.  4. Kraftfutter für heranwachsende Fohlen Heranwachsende Fohlen haben aufgrund ihres Wachstums einen besonders hohen Bedarf an Energie und speziellen Nährstoffen. Ein Futter für Fohlen sollte zunächst ausreichend Aminosäuren enthalten, da diese sehr wichtig für den Stoffwechsel während des Wachstums sind. Auch der Magnesiumgehalt und das Calcium-Phosphorverhältnis im Futter sollten auf den Bedarf eines jungen Fohlens angepasst sein. Dies ist besonders wichtig für eine gute Knochenentwicklung. Wird das Knochengerüst eines Fohlens im Wachstum ausreichend gefördert, kann das Risiko auf Krankheiten wie Osteochondrose und weiteren Knochenkrankheiten gesenkt werden. Das enthaltene Podo Konzept der Pavo Zuchtlinie unterstützt zusätzlich ein gleichmäßiges Knochenwachstum des Fohlens. Dadurch können sich Gelenke und Knochen deines Fohlens optimal entwickeln.  5. Zusammenstellung Kraftfutter für alte Pferde Ein Kraftfutter für alte Pferde muss vielen besonderen Kriterien gerecht werden. Prinzipiell verlangsamt sich der Stoffwechsel alter Pferde mit der Zeit. Sie können ihrem Futter nicht mehr genügend Nährstoffe entnehmen, wenn diese nicht in ausreichender Menge und Qualität im Futter vorhanden sind. Ein Kraftfutter für alte Pferde sollte daher unbedingt ausreichend essentielle Eiweiße beinhalten, damit dein Senior auch im Alter sein Gewicht halten kann und fit aussieht. Um den ohnehin schon langsameren Stoffwechsel eines Seniors zu unterstützen, sollte auch der Zucker- und Stärkegehalt auf die Bedürfnisse deines alten Pferdes angepasst sein. Ein großer Faseranteil im Futter wirkt zudem unterstützend auf die Verdauung deines Seniors. Auch eine ausreichende Versorgung an essentiellen Vitaminen und Mineralien ist wichtig zur Unterstützung der allgemeinen Gesundheit. Gut zu wissen: Das Pavo 18Plus Seniormüsli deckt bei Einhaltung der Fütterungsempfehlung den kompletten Vitamin- und Mineralstoffbedarf deines alten Pferdes und versorgt es zusätzlich mit wichtigen Eiweißen.  6. Kraftfutter zur Unterstützung der Gesundheit Neben den gewöhnlichen Kraftfuttersorten gibt es außerdem noch solche, die dazu dienen, die Gesundheit deines Pferdes zu unterstützen. Strukturreiche Kräutermüslis, wie z.B. Pavo Care4Life, können sich positiv auf die unterschiedlichsten Bereiche deines Pferdes auswirken. Enthaltene Kräuter wie Salbei und Fenchel unterstützen beispielsweise die Atemwege des Pferdes. Estragon und Majoran werden gerne dazu verwendet, den Verdauungstrakt des Pferdes zu unterstützen. Bei einem Kräutermüsli handelt es sich um ein vollwertiges Kraftfutter mit einem niedrigen Energie-, Zucker- und Stärkegehalt. Somit ist es das ideale Futter für leicht arbeitende Freizeitpferde oder auch bei Futterneid. Für Sportpferde, die mehr Energie benötigen lässt sich das Kräutermüsli ganz einfach zu einer Kräuterzugabe umfunktionieren. Gib hierfür eine gute Handvoll Kräutermüsli zu der üblichen Futterration deines Sportpferdes, um seine Gesundheit auf natürliche Weise zu unterstützten. Kräuter sorgen außerdem für eine extra Portion Struktur im Futter und steigen so die Kautätigkeit deines Pferdes. Dadurch ist dein Pferd besonders lange mit dem Fressen seines Kräutermüslis beschäftigt und Langeweile wird vermieden. Auch nervöse und magenempfindliche Sportpferde können mit dem richtigen Futter unterstützt werden. Pavo Ease&Excel ist ein innovatives Sportfutter, das speziell für ein ausbalanciertes Säure-Basen-Gleichgewicht im Magen konzipiert wurde. Pavo Ease&Excel ist zudem sehr strukturreich und besteht aus vielen Rohfasern, um die empfindliche Verdauung deines Pferdes zu unterstützen. Enthaltene Prä- und Probiotika sorgen zusätzlich für ein ideales Bakteriengleichgewicht und eine gesunde Darmflora. Der hohe Energiegehalt des magenfreundlichen Sportfutters stellt außerdem sicher, dass dein empfindliches Pferd sportliche Höchstleistungen abrufen kann. Tipp: Vermenge dein Kraftfutter mit Luzerne, um die Kautätigkeit deines Pferdes zu steigern. Die angeregte Speichelproduktion neutralisiert den sauren Magensaft und unterstützt den Magen-Darm-Trakt. So kannst du Krankheiten wie beispielsweise Magengeschwüren vorbeugen. Wie viel Kraftfutter benötigt dein Pferd? Wie viel Kraftfutter dein Pferd tatsächlich benötigt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Beispiele hierfür sind das Alter, die geleistete Arbeit oder der allgemeine Gesundheitszustand. Auch, wie gut dein Pferd sein Futter verwerten kann, sollte einen Einfluss auf die tägliche Fütterungsmenge haben. Manche Pferde sind sehr leichtfüttrig und nehmen schon bei einer geringen Menge an Futter zu, während andere Pferde eher schwerfüttrig sind und eine größere Portion benötigen, um ihr Gewicht zu halten. Es spricht auch nichts dagegen, die Fütterungsmenge deines Pferdes von Tag zu Tag leicht variieren zu lassen. Hat dein Pferd an einem Tag beispielsweise besonders hart trainiert, kannst du ihm ruhig eine Handvoll extra Futter in den Trog legen. Hat dein Pferd einmal kein anstrengendes Training hinter sich, kannst du die Fütterungsmenge genauso leicht nach unten korrigieren. Gibt es ein Kraftfutter ohne Zucker?  Die schnelle und einfache Antwort auf die Frage, ob ein Kraftfutter ohne Zucker existiert ist „nein“. Jedes Pferdefutter enthält zumindest den natürlichen Zucker aus seinen Rohprodukten. Allerdings gibt es Kraftfuttersorten ohne künstlich zugesetzten Zucker. Künstlich zugesetzter Zucker, auch Melasse genannt, wird oft angewendet, um das Pferdefutter schmackhafter zu machen oder als Bindemittel, um z.B. Pellets zusammenzuhalten. Durchschnittlich enthalten viele Kraftfuttersorten aber sogar weniger Zucker als Heu. Pavo Nature’s Best beispielsweise hat einen Zuckergehalt von 4%. Bei Heu hingegen ist auch ein Zuckergehalt von 10% keine Seltenheit. Möchtest du dein Pferd also so zuckerarm wie möglich ernähren, solltest du darauf achten, dass seinem Kraftfutter keine Melasse zugesetzt ist. Zusätzlich kannst du den genauen Zuckergehalt deines Raufutters durch eine Raufutter Analyse bestimmen lassen und gegebenenfalls dein Raufutter wechseln.    Du bist noch unsicher, ob dein Pferd ein Kraftfutter benötigt oder weißt nicht, welches Kraftfutter das richtige für dein Pferd ist? Keine Sorge, stelle deine Fragen einfach an die Pavo Fütterungsberatung. Wir helfen dir gerne weiter!
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Fütterung und Gesundheit
Pferdeweide bewirtschaften
Wenn der Frühling vor der Tür steht, die Temperaturen wärmer werden und das Gras wieder zu wachsen beginnt, ist genau der richtige Zeitpunkt, um die Weiden für deine Pferde vorzubereiten. Damit die Weide den Pferden auch über die Sommermonate wieder ausgiebig als Futter- und Bewegungsfläche dienen kann, ist ein sorgfältiges Weidemanagement besonders wichtig. Was ist überhaupt eine Pferdeweide? Eine Pferdeweide ist Futtergrundlage, Lebensraum und Spielwiese. Die Pferdeweide muss gleich mehreren Anforderungen gerecht werden: sie ist nicht nur Futtergrundlage und Lebensraum, sondern dient auch als Spielwiese für den natürlichen Bewegungsdrang der Pferde. Wusstest du, dass das Pferd unter den Weidetieren den größten Bewegungsdrang hat? Das Pferd ist ein Flucht- und Lauftier und nutzt somit den Weidegang nicht ausschließlich zur Futtersuche, sondern eben auch zum Laufen und Spielen. Es kann daher pro Tag durchschnittlich 15 bis 20km auf der Weide zurücklegen. Das ist im Vergleich zu einer Milchkuh mit gleichen Haltungsbedingungen fast das 10-Fache. Kann dein Pferd auch auf einer Kuhweide gehalten werden? Auf den ersten Blick sind sich Kuhweiden und Pferdeweiden vielleicht ähnlich. Und doch gibt es wesentliche Unterschiede. Eine Kuhweide dient ausschließlich als Futtergrundlage für Kühe, die für uns Menschen Milch und Fleisch „produzieren“. Daher ist eine Kuhweide auch eine echte Powerweide mit sehr hohem Energie- und Nährstoffgehalt, so dass vor allem die Milchproduktion angeregt wird. Auch die Fleischqualität wird durch die Fütterung der Kuh mit nährstoffreichem Weidegras verbessert. Auf Kuhweiden wird häufig das reichhaltige und glatte englische Weidegras mit sehr hohem Energie-, Protein- und Zuckergehalt  gesät. Darüber hinaus werden die Kuhweiden regelmäßig mit viel Jauche oder Kunstdünger mit schnell freiwerdendem Stickstoff gedüngt, um besonders nährstoffreiches, schnell (nach)wachsendes Gras zu erhalten. Das kann von Vorteil sein, denn Kuhweiden müssen viel weniger eingesät, nachgesät und bewirtschaftet werden. Auch die Nährstoffzufuhr der Kuh ist mit nur wenig Gras vollwertig abgedeckt. Aber genau diese genannten Eigenschaften machen Kuhweiden für Pferde weniger geeignet. Eine Weide, die besonders reich an Energie,Protein und Zucker ist, kann sich sogar negativ auf die Gesundheit deines Pferdes auswirken. Besonders ein hoher Zucker- bzw. Fruktananteil im Gras kann schnell das Risiko für Übergewicht sowie Krankheiten wie Diabetes, EMS, Hufrehe und Cushing erhöhen. Pferde haben an das Weidegras nämlich einen ganz anderen Anspruch: Ihr Magen-Darm-Trakt ist vor allem auf die regelmäßige Aufnahme von strukturreichem Gras ausgerichtet. Einen Großteil ihres Tages verbringen Pferde damit, dieses strukturreiche Gras zu kauen, mit Speichel zu versetzen und zu verdauen.  Pferdeweiden zeichnen sich demnach durch eine optimale Kombination aus strukturreichen Raygräsern, Rotschwengel, Wiesenrispengras und Timothee Gras aus. Gut bewirtschaftete Pferdeweiden enthalten zudem viele verschiedene gesunde Kräuter. Dieser Weidetyp ist energieärmer und speziell auf den Nährstoffbedarf deines Pferdes angepasst. Welche Herausforderungen müssen Pferdeweiden standhalten? Pferdeweiden sind sowohl Futterquellen als auch Bewegungsfreiraum. Dadurch sind sie aber auch einer starken Trittbelastung ausgesetzt. Gerade bei sehr lauffreudigen und temperamentvollen Pferden, die das Rennen, Stoppen und Wenden lieben, ist die Schädigung der Grasnarbe besonders groß. Darüber hinaus muss das Gras der besonderen Beweidung durch Pferde standhalten, weil sie das Gras sehr kurz abweiden. Kühe nehmen z.B. das Gras nur mit der Zunge auf. Pferde hingegen fressen das Gras millimeterweise mit ihren Zähnen ab. Oftmals fressen Pferde dabei den sogenannten Wachstumspunkt ab, aus dem die Blätter und Stängel wachsen. Wenn jedoch der Wachstumspunkt abgefressen wird, kommt das Graswachstum nur schwerlich wieder in Gang. Das optimale Management einer Pferdeweide: Nutzung und Pflege  Auch wenn Standort und Größe einer Weide nicht immer optimal sind, kannst du dennoch mit der richtigen Pflege das Beste herausholen. Sorge für eine intakte und geschlossene Grasnarbe Jeder kennt sie – jeden nerven sie: Maulwurfshügel, einer nach dem anderen. So niedlich und gleichzeitig nützlich die kleinen Kerle für das Erdreich sind, Maulwürfe schaden mit ihren Auswürfen der Grasnarbe von Weiden erheblich. Zum Einebnen der Maulwurfshaufen, aber auch zum Einebnen von Trittschäden ist daher das regelmäßige Wiesen-Schleppen sehr wichtig. Das Abschleppen sorgt außerdem für eine gute Belüftung. Ein anschließendes Walzen führt dann wieder zum nötigen Grasnarbenschluss. Sorgen für eine saubere Weide Zum guten Ton des Weidemanagements gehört auch das regelmäßige Abäppeln. Die Reinhaltung der Weide sorgt dafür, dass weniger Geilstellen entstehen und das Risiko von Wurmbefall beim Pferd reduziert wird. Sorge für ein abwechselndes Abweiden und Ausmähen Um eine gute Pferdeweide zu erhalten, ist es ratsam, diese nicht nur ausschließlich durch Pferde abweiden zu lassen, sondern diese auch regelmäßig auszumähen. Das Ausmähen sorgt für ein gleichmäßiges Kürzen der Weide. Hierdurch werden dann auch die bei Pferden unbeliebten Gräser eingekürzt und der eigentliche Grasanteil hat wieder die Chance, sich im Wachstum durchzusetzen. Manchmal ist eine Ein- oder Nachsaat der Pferdeweide erforderlich Versuche deine Weide einmal in 10 bis 15 Jahren neu einzusäen oder zumindest regelmäßig nachzusäen. Beim neuen Einsäen wird die Grasfläche umgepflügt und meist nach einer (Wiederherstellungs-)Düngung neu eingesät. Durch Über- oder Durchsäen können die Geilstellen, Maulwurfshügel und Frostschäden mit einer entsprechenden Grassaat wieder aufgefüllt werden. Für Pferdeweiden benötigst du starke Grassorten mit viel Struktur, wie z.B. Pavo Grassamen, die dem Beweiden durch Pferde standhalten können und für eine dichte Grasnarbe sorgen. Pavo Grassamen haben einen niedrigen Wachstumspunkt und sind somit widerstandsfähiger gegen das kurze Abweiden. Es hat einen niedrigen Fruktan-Index und enthält außerdem spezielle Kräuter, die die Gesundheit deines Pferdes und den Geschmack des Grases verbessern.  Tipp: Der beste Zeitpunkt für das Ein- oder Durchsäen von Grasnarben ist im März/April oder zwischen Mitte August und Mitte Oktober. Für das Einsäen benötigst du  45-60 kg/ha. Für das Durchsäen reichen 30 kg/ha. Wichtig für die Erhaltung der Qualität: die Düngung der Pferdeweide  Dem Düngen von Pferdeweiden wird im Allgemeinen nicht viel Beachtung geschenkt. Um aber langfristig gerade bei „schwierigen“ oder kleinen Weideflächen eine gute Grasqualität erhalten zu können, sollte die Pferdeweiden-Düngung ein fester Bestand des Weidemanagements sein. Diese sollte jedoch nur nach analysierter Bodenprobe erfolgen, denn „Düngen nach Gefühl“ schadet am Ende mehr als es tatsächlich nutzt. Durch Überprüfung des Düngegrades kann dann ein Düngeplan erstellt werden, der speziell auf den Bedarf deiner Pferdeweide abgestimmt wird. Genauso wie eine Überdüngung ist der Verzicht auf eine Düngung ebenfalls nicht anzuraten. Dies erzeugt langfristig keine „natürlichen“ Weideflächen für Pferde, sondern nur ungepflegten Unkrautwuchs mit für die Fütterung von Pferden nicht geeigneten Pflanzen. Was sollte bei der Düngung der Pferdeweide beachtet werden?  Nutze auch Jauche als Düngemittel Tierischer Mist (Jauche) hat außerordentlich gute Düngewerte. Der Vorteil von tierischem Mist ist, dass die Düngestoffe verteilt über die Weidesaison freigesetzt werden. Die meisten Lohnunternehmer fahren 10-20 m3/ha aus. Im Allgemeinen ist das für eine Pferdeweide sehr gut und sorgt für eine Basisversorgung der Fläche. Nach Möglichkeit sollte bevorzugt Rinderjauche eingesetzt werden. Alternativ ist auch Schweinejauche verwendbar. Ist die Düngung durch Jauche nicht möglich, sollte in jedem Fall ein für Pferde geeigneter Kunstdünger verwendet werden. Nutze Kunstdünger speziell für Pferdeweiden Der normale Kunstdünger, beinhaltet meist N-P-K (Stickstoff/Phosphat/Kalium). Der Stickstoff, der im normalen Kunstdünger enthalten ist, wird nach der Ausbringung in ein paar Tagen freigesetzt. Das Gras erhält dadurch einen enormen Wachstumsschub, was bei einigen Pferden zu Problemen führen kann. Seit einigen Jahren gibt es daher auch Kunstdünger ganz speziell nur für Pferdeweiden, wie z.B. Pavo FieldCare. Dieser enthält eine besondere Stickstoffverbindung, die sich langsam (über 2 bis 3 Monate) freisetzt. Das Gras wächst hierdurch sehr gleichmäßig und ohne den unerwünschten Wachstumsschub. Außerdem enthält Pavo FieldCare auch Phosphat, Kalium, Magnesium, Schwefel und Natrium in einem speziell auf Pferdeweiden abgestimmtem Mengenverhältnis.  Phosphor ist besonders wichtig für das jugendliche Wachstum der Wurzeln, wodurch die jungen Graspflanzen mehr Nährstoffe aus dem Boden entnehmen können. Unkräuter und schlechtere Grassorten werden durch einen guten Phosphatgehalt zurückgedrängt. Daneben ist Phosphor für das Pferd ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des Knochengestells. Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil für das Blattgrün. Der Magnesiumbedarf von Pferden ist sehr hoch. Im Allgemeinen ist der Magnesiumgehalt im Boden allerdings eher niedrig und der Gehalt z.B. an Kalium zu hoch. Hierdurch kann Magnesium vom Pferd nur schwer aufgenommen werden. Deshalb ist die Magnesiumgabe mittels eines Kunstdüngers auf einer Pferdeweide empfehlenswert. Natrium fördert nicht das Graswachstum, macht das Gras aber besonders schmackhaft für Pferde. Außerdem haben Pferde, die viel arbeiten, einen erhöhten Bedarf an Natrium (Salz). Durch die Ausgabe an Natrium auf den Weiden erhöhst du somit die Schmackhaftigkeit des Grases und führst deinem Pferd zusätzliches Salz zu. Tipp: Auf einer Weide, die ebenfalls mit organischem Dünger (Jauche) gedüngt wird, benötigst du 200-250 kg/ha Pavo FieldCare. Auf einer Weide, die nicht anderweitig gedüngt wird, werden 300-400 kg/ha empfohlen. Kalk streuen im Herbst Auf den meisten untersuchten Pferdeweiden wurde festgestellt, dass der pH-Wert viel zu niedrig ist. Der Boden ist somit übersäuert. In einem zu sauren Boden ist es für eine Pflanze schwieriger, Nährstoffe aufzunehmen. Aber einen sauren Boden kannst du „reparieren“, indem du Kalk streust. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Herbst (September bis November). Durch das Streuen von Kalk im Herbst erreichst du, dass das Gras im Frühjahr wieder zu wachsen beginnt und der pH-Wert des Bodens im Gleichgewicht ist. Maßnahmen zur Pflege von ausgetrockneten Pferdeweiden Kurzfristige Maßnahmen Besonders bei langen Dürrestrecken und anhaltender Hitze kann deine Pferdeweide austrocknen – sie wird gelb, stachlig und bietet deinem Pferd zudem nicht mehr genügend Nährstoffe. Gerade in dieser Zeit ist es sehr wichtig, deinem Pferd zusätzliches Raufutter anzubieten, um seine Gesunderhaltung zu sichern. Neben Heu oder Heulage kannst du dein Pferd hier z.B. auch mit Raufutterersatzprodukten versorgen. Ist dein Pferd eher zu dünn, eignet sich besonders eine Fütterung von entzuckerten Rübenschnitzeln mit Luzerne und Soja. Diese versorgen dein Pferd mit einer extra Portion Eiweiß, sodass es auch ohne sattes Gras in der Lage ist, seinen Konditionszustand optimal zu erhalten. Sorge bei Trockenheit und Hitze außerdem unbedingt für genügend Schattenplätze und ausreichend frischem Wasser auf der Weide und dem Paddock.  Bahnt sich eine längere Trockenperiode an, ist es empfehlenswert, deine Pferdeweide ebenfalls vor einer Überweidung zu schützen. Gerade wenn viele Pferde gemeinsam auf einer Fläche stehen, kann dies der Grasnarbe schaden. Das Gras wird oft sehr kurz abgefressen, sodass die Gefahr besteht, dass dein Pferd nicht nur die Grashalme, sondern auch die Graswurzeln frisst. Daher ist es ratsam, deine Weide mit mobilen Weidezäunen oder ähnlichem abzutrennen, um einzelne Stellen bewusst abgrasen zu lassen, so dass sich in der Zwischenzeit andere erholen können. Achte darauf, dass auch der abgetrennte Bereich groß genug für die jeweilige Pferdeanzahl ist, damit das Gras nicht zu kurz abgefressen wird. So können sich die einzelnen Abschnitte deiner Weide schneller regenerieren und die Weidequalität bleibt erhalten.  Langfristige Maßnahmen Hält die Trockenheit und die Hitze über einen sehr langen Zeitraum an, besteht die Gefahr, dass nicht nur die Graspflanzen, sondern auch deren Wurzeln austrocknen und absterben. In diesem Fall wird dann eine neue Einsaat erforderlich. Entscheide dich in diesem Fall aber unbedingt für Grassamen speziell für Pferdeweiden, um den besonderen Anspruch von Pferden gerecht zu werden. Sei bei dieser Entscheidung aber nicht zu voreilig, denn Graspflanzen fokussieren sich bei anhaltender Trockenheit hauptsächlich darauf, ihre Wurzeln am Leben zu erhalten. Selbst wenn deine Pferdeweide also oberhalb der Erde abgestorben scheint, ist es dennoch gut möglich, dass die Wurzeln völlig lebendig sind. Sind die Graswurzeln noch funktionsfähig, kann sich deine Weide bei ausreichender Bewässerung vollständig regenerieren und sich erneut in eine schmackhafte Grünlandschaft für dein Pferd verwandeln.  Tipp von Eurofins Agro: Um herauszufinden, ob die Graswurzeln deiner trockenen Weide noch intakt sind, kannst du einfach ein Stück Graslandschaft inklusive Wurzeln von deiner Weide entnehmen und in einen Wassereimer legen, sodass die Wurzeln nach unten zeigen. Sind die Wurzeln noch voll funktionsfähig, erkennst du nach ca. 2 Tagen erste Veränderungen an den Wurzeln. So bekommst du ein klares Bild darüber, in welchem Zustand deine Pferdeweide wirklich ist.    Gut zu wissen: Sind die Graswurzeln deiner Weide vollständig braun, ist dies oft ein Anzeichen von schlechter Qualität. Hier empfiehlt es sich, die Weide im Herbst oder Frühling neu einzusäen. Sind die Graswurzeln hingegen noch weiß, ist es meist ausreichend, die betroffenen, kahlen Stellen zum nächst gegebenen Zeitpunkt zu übersäen. Was du sonst noch beim Weidemanagement beachten solltest  Kennst du die relevantesten Giftpflanzen? Besonders wichtig ist es, die Giftpflanzen zu erkennen und unverzüglich zu beseitigen. Instinktiv erkennen Pferde zwar in der Regel die Gefahr und machen um diese Pflanzen eher einen großen Bogen, dennoch kommt es immer wieder zu lebensgefährlichen Vergiftungen. Gerade auf mageren Wiesen, auf denen das Grasangebot gering ist oder die Giftpflanzen „abknicken“ und somit ihren bitteren Geschmack verlieren, ist die Verlockung eben doch manchmal groß, einen Happen zu probieren. Aber schon Kleinstmengen, wie z.B. beim bekannten Jakobskreuzkraut, der Eibe oder dem Fingerhut, können gravierende Folgen für dein Pferd haben.  Downloade jetzt das Giftpflanzen Lexikon für Pferde Ist die Pferdeweide gut in Schuss, geht´s noch an das Finetuning: 1. Prüfen, ob kein Müll auf den Weideflächen liegt. 2. Prüfen, ob die Wassertränken in Ordnung sind. 3. Prüfen, ob die Zaunlitze rundherum in Ordnung ist. 4. Prüfen, ob alle Zaunpfähle rundherum in Ordnung sind. 5. Prüfen, ob das Stromgerät intakt ist und der Strom korrekt geleitet wird. Ist deine Weide nun vollständig vorbereitet, dürfen sich auch deine Pferde auf eine schöne und vor allem sichere Weidesaison freuen!
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